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Reisebericht Queen Elizabeth Nationalpark I

Hier nun endlich mein vollständiger Reisebericht von unserem Trip zum Queen Elizabeth Nationalpark in Uganda vom 2. bis 5. Juni 2009:
Nachdem wir nach einigen Verzögerungen schließlich gegen Mittag aufbrechen konnten, sind wir recht flott vorangekommen und waren schon nach anderthalb Stunden an der Grenze zu Uganda. Etwa 45 Minuten braucht man dort, um die Formalitäten zu erledigen, wenn man ein Auto mitbringt. So konnte ich gleich noch Geld tauschen – wovon ich vermutlich in Zukunft eher absehen werde. Woanders hätte ich bestimmt einen besseren Kurs bekommen. Für einen Dollar bekommt man normalerweise 2250 USH (Uganda Shilling), ich hab nur 2100 bekommen. Na gut, macht mich nicht gerade arm… In Uganda sieht es zunächst einmal nicht viel anders aus als in Ruanda. Die Täler sind etwas weiter wenn man Richtung Kabale fährt, aber die Straßen sind zunächst noch immer kurvenreich. Umso weiter man ins Land kommt, desto gerader werden aber die Straßen hatte ich den Eindruck. Dadurch werden sie nicht unbedingt besser, denn die LKW rasen wie die bekloppten über die Schlaglöcher oder weichen ihnen in halsbrecherischen Manövern aus. Aber Robert scheint auf dieser Strecke schon jedes Schlagloch persönlich zu kennen, so dass wir ganz selten nur mal durch eines gefahren sind. Nach einer Weile werden die Berge ganz grün und sehen aus als hätte man einen Kunstrasen drüber gelegt. Aber die Rinder, die man aus Ruanda schon kennt, gibt es auch hier. Wir sind hinter Kabale der Straße bis nach Ntungamo gefolgt. Aus dieser Gegend kommt Robert, und wir haben natürlich prompt auch ein paar alte Freunde von ihm auf der Straße getroffen. In bzw. kurz vor Ntungamo haben wir die neue Straße Richtung Westen genommen (bei GoogleMaps heißt die Ntungamo Katunguru Road). Und von weitem konnte ich auch einen Blick auf das Haus werfen, in dem Robert groß geworden ist (und das ja ganz ordentlich ;-)). An dem Markt, auf den er früher jeden Dienstag gefahren ist, sind wir auch vorbeigekommen. Ein buntes Treiben! Ich hab irgendwie nur Klamotten gesehen, aber vielleicht wurde der Rest woanders angeboten. In Kagamba ist dann Ende der Ausbaustrecke, wenn ich mich richtig erinnere und man biegt nach Norden in Richtung Kitagata bzw. Bushenyi ab. Ich glaub, da stand sogar ein Schild. In Kitagata hat mir Robert noch die heißen Quellen gezeigt, die die Einheimischen dort benutzen, um auch mal ein heißes Bad zu nehmen. Ich hab das Wasser nicht getestet, aber es hat immerhin gedampft. Die Straße über Kashenyi, Nyakishozo, Buhinda zieht sich ganz schön hin. Robert meinte, sie wäre besser als die Straße von Cyangugu nach Kibuye, wem das was sagt ;-), wovon ich aber nicht ganz so überzeugt bin. Ich würd sagen, sie sind vergleichbar. In Katunguru überquert man dann den Kazinga Channel, der bereits im Queen Elizabeth Nationalpark liegt und den Lake Edward mit dem Lake George verbindet. Es handelt sich hierbei um einen natürlichen Kanal, der etwa 42 km lang und ich glaube 8 m tief ist. Die Bilder von GoogleEarth geben leider nicht viel her für die Region, aber ihr könnt ja mal nach Katunguru suchen, dann landet ihr in etwa am Kanal. Folgt ihr dem Kanal Richtung Westen kommt ihr zum Lake Edward und zur Mweya Lodge, zu der ich später noch kommen werde. Richtung Osten geht es zum Lake George. Kurz hinter dem Kanal kommt man in einen kleinen Ort, in dem wir dann auch unsere erste Nacht in einem sogenannten „selfcontained“ Zimmer verbracht haben. Obwohl eigentlich schon Feierabend im Parkbüro war, haben wir uns noch schnell die Genehmigungen zum Rumfahren für die nächsten zwei Tage abgeholt, so dass wir gleich morgens durchstarten konnten. Ziemlich müde bezogen wir dann also unser Zimmer. Selfcontained meint, dass Dusche und WC direkt vom Zimmer zugänglich sind. Wir hatten das große Glück, das einzige „selfcontained“ Zimmer in dieser Unterkunft zu bekommen. Allerdings bestand Dusche und WC aus einem kleinen gefliesten Raum mit einem Porzelan-Loch im Boden, über dem man dann also alles erledigen konnte, was man eben so in Dusche und WC normalerweise so tut. Es war etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit Roberts Hilfe hab ich es auch geschafft, zu duschen (dazu muss man sich eigentlich selbst mit Wasser aus einem Kanister übergießen, was ich aber nicht alleine geschafft hab). Viel hat die Dusche nicht geholfen – nach kürzester Zeit fühlte ich mich schon wieder ganz klebrig, was wohl an den heißen Temperaturen und dem schwülen Wetter lag. Die Mücken haben sich daran nicht gestört und haben wahrscheinlich ein Festmahl genossen. Wir vermuten, dass Robert sich von dort auch Malaria mitgebracht hat. Wie man auf dem Bild sieht, hätte es zwar ein Moskitonetz gegeben, aber bei handtellergroßen Löchern hielt ich es für unnötigen Kraftaufwand, es runterzulassen.

hier gehts zum nächsten Tag und hier gibts Fotos

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Queen Elizabeth National Park – Kurzer Zwischenbericht

Nur ganz kurz, weil Akku gleich alle und so ;-)
Der Park ist traumhaft. Gestern gleich früh um 7 erste Rundfahrt, dann an den Pool und nachmittags noch eine Bootstour. Heute auch schon um halb7 losgefahren und viel gesehen. Mehr Details dann morgen oder wahrscheinlich eher übermorgen. Hier aber schonmal die „auf-die-Schnelle-Best-of“:

Sunrise

Sunrise

Warthogs

Warthogs

Nicole im Pool

Nicole im Pool

Hightlight des Tages: Elefantenfamilie

Hightlight des Tages: Elefantenfamilie

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Alles beim Alten

Nachdem mein Schatz gestern Nacht tatsächlich mal Zeit hatte, zuhause zu schlafen, haben wir unser Wiedersehen mit Pizza und Wein gefeiert und Robert konnte sich gar nicht satt sehen an seinen Mitbringseln. Wie ein kleines Kind zu Weihnachten – echt süß :) Aber wie gewohnt war unser Zusammensein mal wieder nur von kurzer Dauer. Er ist nun schon wieder auf dem Weg in den Akagera Park und ich sitze „mal wieder“ im Bourbon Coffee nach einem Salat und werde gleich mit Irene nach Butare fahren.
Beunruhigenderweise habe ich mir am Samstag ganz schön viele Mückenstiche beim Hash eingefangen. Hoffen wir mal, dass das alles keine Malaria-Mücken waren… Heute Abend gibt’s dann Anti-Mücken-Zeugs!

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Ein Sonntag auf der Terrasse in Kigali

Ein wenig hatte ich ja heute früh Schwierigkeiten mich zu orientieren und es hat eine Weile gedauert, bis ich realisiert habe, dass ich tatsächlich in Kigali bin und in Roberts Bett liege. Wenn Robert neben mir gelegen hätte, hätte es wahrscheinlich nicht ganz so lange gedauert ;-)
Draußen lachte mir ein sonniger Tag entgegen, so dass ich schon ein wenig mein Haus in Butare vermisst habe, aber so habe ich mich bei Claudia zum späten Frühstück eingeladen und hab auch noch schnell ein paar Eier mitgebracht. Beim Hochstiefeln zum Nakumatt hab ich gedacht, dass ich in Berlin diese Entfernungen mit dem Fahrrad erledigen würde, aber hier würde ich das mit den Steigungen gar nicht schaffen. Beziehungsweise würde es sich nicht so richtig lohnen, weil ich das Fahrrad hoch immer schieben müsste. Weiß auch gar nicht, ob man in Kigali überhaupt mit dem Fahrrad fahren darf. Claudia hat erzählt, dass man in letzter Zeit wieder öfter Fahrräder in der Stadt sieht, aber ob es erlaubt ist, ist dann noch die andere Frage. Das ist so wie mit dem Motorradfahren ohne Helm. Das ist auch nicht erlaubt, wird aber inzwischen auch immer öfter beobachtet, weil den Leuten die Helme zu dreckig sind, die man als Beifahrer auf dem Motorradtaxi bekommt. Kann ich gut nachvollziehen, aber der Sicherheit zuliebe setze ich ihn dann doch immer wieder auf. Auch wenn ich schon oft dachte, dass sich das Haarewaschen kaum lohnt, wenn man danach so einen ranzigen Helm drauf setzt…
Nun sitze ich also bei Claudia auf der Terrasse und genieße meinen Urlaub. Eine kleine Hoffnung hatte ich ja, dass ich es vielleicht mit meinem Handy schaffe, hier ins Internet zu kommen, aber bisher hat es leider nicht geklappt. Vielleicht geh ich morgen mal in einen Laden und frag nach.

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Endlich wieder zurück in Ruanda!

Es fühlte sich schon ein bisschen so an, wie nach hause zu kommen, als ich heute in Kigali eingeflogen bin. Die roten staubigen Straßen zwischen den grünen Hügeln haben mir doch arg gefehlt. Doch bis dahin war es ein langer Weg und auch nicht gerade der leichteste. Als mein Flugzeug in Frankfurt mit 45 Minuten Verspätung dann endlich vom Boden abgehoben ist, konnte ich eigentlich schon nicht mehr sitzen und wäre liebend gerne schon in Kigali gewesen. Statt dessen hatte ich nun noch 7 Stunden Flug vor mir, dann noch knapp drei Stunden rumsitzen in Addis und nochmal gut 2 Stunden Flug nach Kigali. Als es um halb2 dann auch endlich mal was zu essen gab, war mir eigentlich nur noch nach Schlafen, aber das hatte ich vorher schon probiert und als quasi unmöglich abgehakt. Ich hab dann trotzdem was gegessen – wer weiß schon, wann es wieder was geben würde. Nachdem ich dann doch hin und wieder ein bisschen eingenickt war, wusste ich auch das: um halb6 (CET) wurde bereits das Frühstück serviert und so habe ich mir gerade so einen Tee und einen Joghurt runtergequält, während meine zuckerkranke Nachbarin ihr Frühstück wieder zurückgehen lassen musste und dann – nach dreimaligem Bitten wenigstens einen Kaffee zu bekommen – doch noch ein Vollkornbrötchen und ein paar Diabetiker-freundlichere Dinge bekommen hat. Irgendwann zwischen „Abendbrot“ und Frühstück hätte ich liebend gerne meine Beine abgeschraubt und in eine Ecke gestellt, weil ich sonst nicht so richtig Platz für sie hatte. Die Verzögerung wiederholte sich dann auch nochmal in Addis, mit einer Steigerung auf etwa 50 Minuten, wobei wir davon die meiste Zeit bereits auf dem Rollfeld standen. Versteh das immer nicht, warum die dann nicht auch starten können, wenn sie da schon rumstehen… Da hab ich dann mal wieder ein bisschen vor mich hingedöst und hab den eigentlichen Start nur am Rande mitbekommen – aber immernoch bewusst genug, um auf die Uhr zu gucken ;-) Dann wurde ich auch schon wieder geweckt, weil es schon wieder etwas zu essen gab. Da ich ja noch nicht so richtig gefrühstückt hatte und es inzwischen schon 11 Uhr (CET) war, hab ich mich mal spontan für die „Lasagne“ entschieden, was ich kurz danach auch gleich wieder bereut habe: Als ich den Deckel von der Schale abmachte, sprang mich visuell erstmal ein Würstchen an, das so dermaßen unappetitlich aussah, dass mein ohnehin nicht überragender Appetit nochmal schlagartig abnahm. Die sogenannte Lasagne entpuppte sich als mit einer Käsemasse zusammengepappte Nudeln mit einem „Tomatensoßentopping“, was auch nicht viel appetitlicher war als es sich anhört. Ich hab mich dann hauptsächlich auf das Brötchen und den Obstsalat konzentriert, die es noch dazu gab. Gleichzeitig hab ich versucht, die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, mit der ich damit rechnen könnte, dass mich Robert vom Flughafen abholen würde. Da es in dieser Rechnung zuviele Unbekannte gab, hab ich es aufgegeben und einfach nur gehofft, aber mit jeder Minute Verspätung verringerte sich schonmal die rein rechnerische Wahrscheinlichkeit, da er schon angekündigt hatte, dass er nach Butare fahren müsse. Nachdem ich in einer gefühlten Rekordgeschwindigkeit durch die Passkontrolle war und mein Gepäck auch relativ flott (und komplett!) in Empfang genommen hatte, musste ich dann aber tatsächlich mit Roberts Freund Amri Vorlieb nehmen. Naja, hatte ich ja schon mit gerechnet. Dafür hab ich heute im Laufe des Tages schon etwa 5 mal mit Robert telefoniert *g* Ist ja so schön billig hier ;-)
Roberts Abwesenheit hatte den Vorteil, dass ich nach dem Auspacken meines Gepäcks (und der ganzen Mitbringsel) die Gelegenheit ergriff, mich bei meinem ehemaligen Kollegen anzumelden, um ihm den bestellten Käse und das „Cruesli“ (Knusper Müsli) zu übergeben und mich gleich auch noch zum Hash mitnehmen zu lassen. War zwar super anstrengend, aber auch wieder super schön. Zum einen ist die Gruppe einfach total nett. Zum anderen ging der Weg heute bergauf bergab durch Nyabugogo und Kimihurura, zwei Stadtviertel, die nicht gerade zu den sozial stärksten Kigalis zählen, und wie es aussah z.T. durch Vorgärten und Hinterküchen deren Bewohner, deren Gemüsegärten oder auch die Müllkippe. Die Bewohner reagierten auf meine Anwesenheit zum größten Teil belustigt und weisten mir glücklicherweise auch immer den richtigen Weg, während die Kinder in die gewohnten „Muzungu“-Rufe ausbrachen und ein Stück mitliefen. Wie hatte ich das vermisst :) Irgendwie fühl ich mich ja da immer ein bisschen wie ein Popstar. Heute – nach meinen Erfahrungen vom letzten Samstag – hat es mir ein bisschen das Gefühl gegeben, in Berlin den Marathon mitzulaufen. Bloß die Percussion Bands haben gefehlt.
Im Abschluss-„Circle“ wurde ich dann auch noch „bestraft“, weil ich solange durch Abwesenheit geglänzt hatte. Da gibt es keine Entschuldigung! Da ich die halbe Flasche Bier nicht auf Ex geschafft hab, wurde mir dann der Rest auch gleich noch über meinen Kopf gegossen, so dass sich die Dusche später so richtig gelohnt hat. Gegen die „Taufe“ von Aimable war das aber noch gar nichts. Beim Hash bekommt man nach etwa 10 Teilnahmen nämlich einen Hashnamen zugewiesen. Da hat man selbst kein Einspruchsrecht, während der Rest der Gruppe über den Namen diskutiert und schließlich abstimmt. Aimable hat nun heute den Namen Anakonda zugewiesen bekommen (wie wir darauf gekommen sind, erspar ich euch jetzt lieber) und wurde bei seiner „Taufe“ quasi geteert und gefedert – bloß mit Bier und den Wachsschredders, die zur Wegmakierung genommen werden. Das wird bestimmt lustig beim Duschen…

Aimable turns Anakonda

Aimable turns Anakonda

Nach meiner wohlverdienten Dusche hab ich mich dafür noch mit Claudia auf eine Pizza in einem meiner Lieblingsrestaurants niedergelassen. Ist schon echt schön, wieder hier zu sein!

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Statusmeldung

Status: eingecheckt und aufs Boarding wartend.
Nachdem ich ja schon um 14:20 Uhr total durchgeschwitzt am Hauptbahnhof meine Reise begonnen habe, die mich erstmal mit dem ICE nach Frankfurt geführt hat, war ich froh als ich endlich meine knapp 36 kg Gepäck los war. [Anmerkung: Hat meine Waage zuhause ganz gut gemessen. Schade eigentlich, hatte immer gehofft, dass meine Waage die ganze Zeit zuviel anzeigt, aber dem scheint wohl nicht so zu sein…] Die „Flughsicherheitskontrolle“ (da wo man nichts mehr zu trinken mit rein nehmen darf) kam dann irgendwie ziemlich überraschend, so dass ich noch quasi direkt davor stehend meinen halben Liter Apfelsaftschorle und meine letzte Stulle verdrückt hab. Die Stulle hätte ich zwar mit rein nehmen können, aber die wollte ich nicht so trocken runterwürgen, also musste beides dran glauben. So richtig ist der Frankfurter Flughafen nicht, aber wenigstens hat man ein bisschen mehr Platz und schafft es so einigermaßen, die Zeit zu vertrödeln.
Ich fürchte der Flug ist ganz schön voll, so dass ich wohl nicht damit rechnen kann, dass ich zwei Plätze für mich hab. Aber wenigstens hab ich einen Fensterplatz.
Sodela, dann werd ich mal nochmal für kleine Königstiger gehen und mich dann in die Schlange einreihen, um ins Gate gelassen zu werden. Ständig muss man hier irgendwo Schlange stehen…
Bis bald!

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Prädikat „nicht wiederholenswert“

Eigentlich schade, dass dieser Beitrag durch den Titel eine recht negative Note bekommt…

Uneigentlich hatte ich nämlich am Donnerstag einen wunderbaren Nachmittag in Köln. Nachdem ich mir bei Otto im Kolpingwerk einen Kaffee und ein kleines Pläuschchen ergattern konnte, habe ich meine Freundin Dancille aus Ruanda im Kolping International beim Mittagessen getroffen. Das war eine Freude! Leider wurde sie um kurz nach drei schon wieder nach Koblenz entführt, so dass uns nicht wirklich viel Zeit blieb. Aber es war schön, sie wieder gesehen zu haben, nachdem ich es schon in Kigali nur selten geschafft habe, sie zu treffen. Sie ist ja auch ständig unterwegs…

Dancille und Nicole vor dem Kolpingdenkmal

So hatte ich nun den ganzen Nachmittag Zeit zur freien Vergügung. Das bin ich ja so fast gar nicht mehr gewohnt. Ich hab dann noch vergeblich versucht, zwei Freundinnen, die in der Gegend wohnen, zu kontaktieren und hab mich dann allein auf den Weg zum Rhein gemacht, wo ich erst noch eine Stunde spazieren gegangen bin und mich dann für eine Weile mit meinem  Buch in die Sonne gelegt hab. Das war fast wie Urlaub! Leider wurde es ohne Sonne recht schnell ziemlich frisch, so dass ich quasi der Sonne hinterherlaufen musste und schließlich auch noch eine Weile auf der Domplatte gesessen habe, bis es zu dunkel und kalt wurde zum Lesen. Mein Aufenthalt in Köln war also super!

Kaktus in Köln Altstadt Köln mit St. Martin Nicole zu Füßen des Kölner Doms Kölner Dom im Sonnenuntergang

Was mich nun zu der eher negativen Überschrift getrieben hat,  war dann allerdings die Rückfahrt im Nachtzug. Sparsam wie ich bin, hatte ich mir eine Fahrt im normalen Abteil gebucht (d.h. mit normalen Sitzen), mit der Annahme, dass man da ja schon irgendwie schlafen können wird. Mach ich ja schließlich sonst auch immer. Weit gefehlt. Als ich mein Abteil bezog, waren wir schon zu viert – drei junge Männer waren offensichtlich schon aus Holland angereist und auf dem Weg in den Osten. Na gut, dachte ich, zu viert findet man ja noch irgendwie immer einen Platz für seine Beine. Leider ließen sich die Sitze aber nicht einen Zentimeter verrutschen, so dass man die ganze Zeit relativ aufrecht sitzen musste. Nach einem Tag in meinen Schuhen wollte ich meinen Mitreisenden auch nicht zumuten, meine Schuhe auszuziehen, um es mir ein wenig gemütlicher zu machen. Irgendwie hab ich es dann trotzdem geschafft, ein bisschen vor mich hin zu dösen – der Lärm, den dieser Zug auf den Schienen macht, wirkt wahrscheinlich irgendwie narkotisierend –  aber bei der Fahrt durch den Ruhrpott hält dieser Zug ja echt an jeder Milchkanne! Wenn du dann nicht von den quietschenden Bremsen und dem ruckartigen Halt aufgewacht bist, dann höchst wahrscheinlich durch den Lärm der auf- und wieder zugehenden Waggontüren und spätestens dann, wenn jemand versucht, über deine ausgestreckten Beine in dein Abteil zu kommen. Das war dann also in Krefeld oder so und wir waren nun zu fünft, was eigentlich schon nicht mehr zu ertragen war. Dabei hatten wir noch viereinhalb Stunden Fahrt vor uns.  Irgendwie hab ich es dann doch noch geschafft, wieder einzuschlafen, vermutlich dank der Abwesenheit der Mehrheit meiner Mitreisenden. Keine Ahnung, wo die sich rumgetrieben haben. So gegen halbeins/eins bekamen wir tatsächlich auch noch eine sechste Person ins Abteil! Was man der Bahn ja lassen muss: Das ist natürlich die beste Taktiv um die Leute davon zu überzeugen, einen Liegeplatz zu buchen, wo man zwar auch nicht schlafen kann, aber wenigstens einigermaßen Platz für seine Beine hat – zumindest wenn man nicht viel größer als 1,70 m ist ;-)

Als wir um zwei einen etwa 30-minütigen Stopp in Hannover hatten, wo unser Zug umgekoppelt wurde (ein Teil fährt dann weiter nach Kopenhagen, unser Teil bis nach Warschau), war sowohl bei mir als auch bei mindestens einem Mitreisenden die Frustrationsgrenze schon so ziemlich erreicht. Jedenfalls hatte ich bei ihm das Gefühl, dass er gerne mit jemandem quatschen wollte, was aber meinem Bestreben, noch ein bisschen zu schlafen, entgegen wirkte. Er machte sich dann erstmal noch ne Flasche Bier auf, die dann natürlich – wie ich schon quasi vorhergesehen habe – zur Hälfte auf der  „Auslegware“ des Abteils landete. Am besten einfach schnell wieder die Augen schließen!

Keine Ahnung, wie meine Mitreisenden und ich diese Fahrt überstanden haben. Aber ich hab mich selten so darüber gefreut, „die Lichter meiner Stadt“ zu sehen! Und auch wenn diese Fahrt durchaus eine Erfahrung war (bzw. ist, die nimmt mir ja keiner mehr ;-)), gehört das eindeutig zu den Dingen, die ich nicht nochmal machen will! Kopfnotiz: Wenn Nachtzug, dann Liegewagen buchen!

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Endlich Urlaub!

Nach zwei Monaten Arbeiten war ich zwar noch nicht so richtig urlaubsreif, aber dennoch hatte ich mich schon darauf gefreut, endlich ein paar Freunde zu besuchen, die nicht in Berlin oder Umgebung wohnen. So hatte ich mich letzte Woche mit dem Zug auf den Weg nach Tirol gemacht, wo ich mit reichlich Wind aber schönem Wetter empfangen wurde. Am Wochenende wurde aus einer kleinen Alm-Tour zur Pfarrachalm im Stubaital noch ein ziemlicher Mammutmarsch zum Jochkreuz, wo mir von „Über-Latschen-steigen“ bis „Im-Schnee-stecken-bleiben-und-fast-den-Schuh-nicht-mehr-raus-bekommen“ alles geboten wurde. Entsprechend k.o. war ich am Abend, aber schee war’s trotzdem.

Panorama Aussicht Pfarrachalm Stubaital
Nicole im Schnee

Nun bin ich noch ein bisschen in München, wo ich mich bei meiner Schwester Monika und ihrem Mann verwöhnen lasse und gestern noch meine Freundin Monika und ihre Familie (nein, die heißen hier nicht alle Monika) inkl. zwei Monate alter Tochter Miriam besucht hab. Goldig die Kleine!

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Dinge, die…

Schon am Flughafen sitzend, habe ich nun Zeit, mein Jahr in Ruanda etwas Revue passieren zu lassen. Da kamen mir ganz spontan ein paar Dinge in den Kopf, die ich vermissen werde und Dinge, die ich so gar nicht vermissen werde (zu vervollständigende Liste)…

Dinge, die ich vermissen werde:

  • Robert
  • Robert
  • Robert
  • …
  • Irene, Alessia, Gracier
  • eure Päckchen :)
  • Sommerwetter
  • „Muzungu!!!“
  • Amstel  Bock (falls das jemand in Deutschland auftreiben könnte, wäre ich sehr dankbar!)
  • Fanta/Sprite für 30 Cent die Flasche
  • Niko (von Robert)
  • frische Mangos, kleine Bananen und Ananas zum Spottpreis

Dinge, die ich nicht vermissen werde:

  • kalte Duschen
  • zweieinhalb Stunden Busfahrt zwischen Butare und Kigali
  • „Donnez-moi de l’argent!“ oder auch „Cent Francs à manger!“(irrtümlicherweise immer als „Souffre manger“ verstanden und mit „Leide Hunger“ übersetzt, Danke für die Aufklärung, Nicole!)
  • Ruandische Bürokratie, insbesondere die der NUR
  • unvorhersehbare Regengüsse am hellichten Tag, bevorzugt, wenn ich gerade draußen bin
  • Schlaglöcher auf Hauptstraßen und Wellenreiten auf Nebenstraßen
  • eine Internetverbindung, die sich immer dann verabschiedet, wenn man „nur mal schnell“ was wegschicken wollte
  • Niko! (von allen anderen)
  • Toiletten ohne funktionierende Spülung und/oder Toilettenpapier
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Endspurt Tansania

Während Jürgen nochmal eine kleine Präsentation geben musste, hatten Stefanie und ich Zeit, zum Markt zu gehen, um noch Gewürze zu kaufen. Zum einen gibt es eine riesige Markthalle, wo es Gartengeräte und -zubehör, Töpfe und Eimer in allen möglichen Größen und Farben und auch ein paar Stände mit Hülsenfrüchten und Gewürzen oder Samen gab. Daneben gibt es dann noch einen kleinen überdachten Markt, wo man dann die Dinge findet, die man auf einem normalen Markt vermuten würde. Die vielen Gewürze waren alleine schon hübsch anzusehen in den verschiedenen Farben. Ich hab mir Masala, Zimt (im Stück und gemahlen), Curry, Pilau und Paprika mitgebracht und hoffe mal, so wenigstens geschmacklich ein bisschen Abwechslung in mein Essen zu bekommen. Reis mit Pilau und Ananas schmeckt jedenfalls schonmal lecker :)

Markthalle von Dar es Salaam bunter Haufen in der Markthalle von Dar es Salaam Weiß jemand was Choroko ist?

Gewürze und mehr in der Markthalle von Dar es Salaam Nicole beim Gewürze kaufen So viele Gewürze!

Zum Lunch waren wir im Steers verabredet (ein Fastfoodrestaurant!), wo wir allerdings fast hinschwimmen mussten. Schon auf dem Markt fing es an zu regnen, so dass Stefanie und ich uns ein Taxi geleistet haben. Aber durch den Regen war in der Stadt so ein Chaos entstanden, dass wir keinen Sinn darin entdecken konnten, mit dem Taxi zum Steers zu fahren, weil das Stunden gedauert hätte, statt 15 Minuten zu Fuß. So passten wir eine kleine Regenpause ab und schafften es auch bis zum Mövenpick Hotel (etwa Halbzeit), wo dann aber so ein Guss runterkam, dass wir erstmal zum Eingang geflüchtet sind. Wir hatten erst überlegt, nun doch ein Taxi zu nehmen, was aber immernoch keinen Sinn gemacht hätte. Schließlich sind wir dann trotz Regen losgelaufen und mussten etlichen Pfützen ausweichen bzw. sie durchwaten, wo es nicht anders ging. So wurden meine Sandaletten auch mal wieder sauber ;-)

Verkehrschaos bei Regen in der Innenstadt von Dar es Salaam ein bisschen Regenzeit

Nach dem Essen wollten Jürgen und ich „noch schnell“ zum Tinka Tinka Markt. Tinka Tinka ist ein spezieller Malstil (so hieß wohl der Maler, der das erfunden hat), bei dem vor allem Tiere abstrahiert dargestellt werden, was dann manchmal fast ein bisschen kindlich aussieht, aber irgendwie trotzdem gut. Ich hab mich jedenfalls in ein Giraffenbild verliebt, was aber beim näheren Hingucken leider einen kleinen Fehler hatte, über den ich mich aber bestimmt immer wieder geärgert hätte. Der Maler hat es zwar noch versucht zu reparieren, aber mir war das dann zu riskant mit der frischen Farbe. Wir sind dann noch rumgerannt, um ein ähnliches Bild zu finden. Das Motiv gibt es so ähnlich eigentlich häufig, mal in schwarz-weiß, mit Kind oder ohne, aber ich konnte es nicht mehr in dieser Kombination von Farben finden und auch keins mehr mit Kind. So musste ich mich mit einem Tablett, einem Schild, zwei Gläsern Marmelade und einem Holzbrett zufriedengeben und hab beschlossen, nochmal nach Dar zu fahren, und mir das Bild extra malen zu lassen, falls ich es dann immernoch nicht finde.

Werkstatt auf dem Tinka Tinka Markt meine Beute: Tinka Tinka Tablett, Gewürze vom Markt und Muscheln aus Bagamoyo Mein neues Willkommensschild: Tinka Tinka mit Karibu, was Willkommen auf Swahili heißt

Um 18 Uhr wollte uns dann Samuel eigentlich abholen, verspätete sich dann aber durch den vielen Verkehr in der Stadt ein bisschen, und besonders schnell kamen wir auch nicht voran, so dass wir fast eine Stunde zum Flughafen brauchten, wo man sonst keine halbe Stunde braucht. Ich hatte die ganze Zeit schon überlegt, wie ich meine letzten Stunden in Dar es Salaam gestalten sollte. Mein Rückflug sollte um 5.25 am Dienstag Morgen gehen, die anderen hatten schon einen Flieger um 21 Uhr nochwas am Montag Abend. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich schon einchecken könnte und dann mit den anderen zusammen noch ein bisschen warten und dann halt die Nacht bei den Gates verbringen könnte. Aber natürlich ging das nicht, so dass wir uns beim Checkin verabschieden mussten. Ich bin dann noch ne Sprite trinken gegangen, aber besonders gemütlich war es dort auch nicht. Ich hab dann sogar noch ein Internetcafé gefunden (naja, mehr Internet als Café), das aber auch schon um 21 Uhr zugemacht hat, so dass ich in 20 Minuten mal schnell meine Emails gecheckt hab. Danach hatte ich dann nicht mehr so richtig Lust, mit meinem Gepäck noch durch die Gegend zu latschen, also bin ich trotz Nicht-einchecken-könnens schon in den Flughafen, wo ich eigentlich auch auf eine Steckdose für meinen Laptop gehofft hatte. Eine Steckdose hab ich nicht gefunden, aber einen von drei Sitzen hab ich dann erstmal in Beschlag genommen und es mir für eine Stunde mit meinem neuen Buch mehr oder weniger bequem gemacht. So bequem wie man halt auf Hartschalensitzen sitzen kann :-/ Eine Angestellte von Swissport (die machen da die ganze Logistik) hatte dann soviel Mitleid mit mir, dass sie mich am liebsten mit nach hause genommen hätte, aber das wollte ich dann doch nicht in Anspruch nehmen. Sie hat mich dann aber wenigstens in ihr Büro bringen „müssen“, wo ich die Nacht dann noch ganz bequem auf einer Ledercouch und mein Laptop an der Steckdose verbringen konnte. Meine Retterin hat dann Feierabend gemacht, aber auch ihre Kollegen waren alle sehr nett und morgens hab ich dann sogar einen Kaffee bekommen, der sogar gar nicht mal so schlecht war (dafür, dass ich sonst ja nur Milch mit ein bisschen Kaffee und am besten noch Karamell-Sirup trinke ;-)). Um halb4 war dann quasi die Nacht für mich zuende und ich konnte endlich einchecken. Auf dem Weg in den Flieger konnte ich mich dann noch bei etlichen meiner nächtlichen Besucher bedanken und verabschieden. War also doch noch ganz erträglich die Nacht.

Mein Schlafzimmer auf dem Flughafen von Dar es Salaam mein Frühstückscafé mit ein bisschen New York

Auf dem Flug nach Nairobi wurde ich dann für meine schlaflose Nacht entlohnt: Als ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hab, tauchte auf einmal der Kilimanjaro vor meinem Fenster auf! Na gut, nicht direkt vor dem Fenster, dann wäre die Tragfläche weg gewesen, aber in einer guten Sichtweite und sogar auf meiner Seite! Sah toll aus in dem rötlichen Licht des Sonnenaufgangs! Ich glaub, da muss ich irgendwann mal rauf!

Der Kilimanjaro im Sonnenaufgang

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