Während Jürgen nochmal eine kleine Präsentation geben musste, hatten Stefanie und ich Zeit, zum Markt zu gehen, um noch Gewürze zu kaufen. Zum einen gibt es eine riesige Markthalle, wo es Gartengeräte und -zubehör, Töpfe und Eimer in allen möglichen Größen und Farben und auch ein paar Stände mit Hülsenfrüchten und Gewürzen oder Samen gab. Daneben gibt es dann noch einen kleinen überdachten Markt, wo man dann die Dinge findet, die man auf einem normalen Markt vermuten würde. Die vielen Gewürze waren alleine schon hübsch anzusehen in den verschiedenen Farben. Ich hab mir Masala, Zimt (im Stück und gemahlen), Curry, Pilau und Paprika mitgebracht und hoffe mal, so wenigstens geschmacklich ein bisschen Abwechslung in mein Essen zu bekommen. Reis mit Pilau und Ananas schmeckt jedenfalls schonmal lecker ![]()
Zum Lunch waren wir im Steers verabredet (ein Fastfoodrestaurant!), wo wir allerdings fast hinschwimmen mussten. Schon auf dem Markt fing es an zu regnen, so dass Stefanie und ich uns ein Taxi geleistet haben. Aber durch den Regen war in der Stadt so ein Chaos entstanden, dass wir keinen Sinn darin entdecken konnten, mit dem Taxi zum Steers zu fahren, weil das Stunden gedauert hätte, statt 15 Minuten zu Fuß. So passten wir eine kleine Regenpause ab und schafften es auch bis zum Mövenpick Hotel (etwa Halbzeit), wo dann aber so ein Guss runterkam, dass wir erstmal zum Eingang geflüchtet sind. Wir hatten erst überlegt, nun doch ein Taxi zu nehmen, was aber immernoch keinen Sinn gemacht hätte. Schließlich sind wir dann trotz Regen losgelaufen und mussten etlichen Pfützen ausweichen bzw. sie durchwaten, wo es nicht anders ging. So wurden meine Sandaletten auch mal wieder sauber ![]()
Nach dem Essen wollten Jürgen und ich „noch schnell“ zum Tinka Tinka Markt. Tinka Tinka ist ein spezieller Malstil (so hieß wohl der Maler, der das erfunden hat), bei dem vor allem Tiere abstrahiert dargestellt werden, was dann manchmal fast ein bisschen kindlich aussieht, aber irgendwie trotzdem gut. Ich hab mich jedenfalls in ein Giraffenbild verliebt, was aber beim näheren Hingucken leider einen kleinen Fehler hatte, über den ich mich aber bestimmt immer wieder geärgert hätte. Der Maler hat es zwar noch versucht zu reparieren, aber mir war das dann zu riskant mit der frischen Farbe. Wir sind dann noch rumgerannt, um ein ähnliches Bild zu finden. Das Motiv gibt es so ähnlich eigentlich häufig, mal in schwarz-weiß, mit Kind oder ohne, aber ich konnte es nicht mehr in dieser Kombination von Farben finden und auch keins mehr mit Kind. So musste ich mich mit einem Tablett, einem Schild, zwei Gläsern Marmelade und einem Holzbrett zufriedengeben und hab beschlossen, nochmal nach Dar zu fahren, und mir das Bild extra malen zu lassen, falls ich es dann immernoch nicht finde.
Um 18 Uhr wollte uns dann Samuel eigentlich abholen, verspätete sich dann aber durch den vielen Verkehr in der Stadt ein bisschen, und besonders schnell kamen wir auch nicht voran, so dass wir fast eine Stunde zum Flughafen brauchten, wo man sonst keine halbe Stunde braucht. Ich hatte die ganze Zeit schon überlegt, wie ich meine letzten Stunden in Dar es Salaam gestalten sollte. Mein Rückflug sollte um 5.25 am Dienstag Morgen gehen, die anderen hatten schon einen Flieger um 21 Uhr nochwas am Montag Abend. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich schon einchecken könnte und dann mit den anderen zusammen noch ein bisschen warten und dann halt die Nacht bei den Gates verbringen könnte. Aber natürlich ging das nicht, so dass wir uns beim Checkin verabschieden mussten. Ich bin dann noch ne Sprite trinken gegangen, aber besonders gemütlich war es dort auch nicht. Ich hab dann sogar noch ein Internetcafé gefunden (naja, mehr Internet als Café), das aber auch schon um 21 Uhr zugemacht hat, so dass ich in 20 Minuten mal schnell meine Emails gecheckt hab. Danach hatte ich dann nicht mehr so richtig Lust, mit meinem Gepäck noch durch die Gegend zu latschen, also bin ich trotz Nicht-einchecken-könnens schon in den Flughafen, wo ich eigentlich auch auf eine Steckdose für meinen Laptop gehofft hatte. Eine Steckdose hab ich nicht gefunden, aber einen von drei Sitzen hab ich dann erstmal in Beschlag genommen und es mir für eine Stunde mit meinem neuen Buch mehr oder weniger bequem gemacht. So bequem wie man halt auf Hartschalensitzen sitzen kann :-/ Eine Angestellte von Swissport (die machen da die ganze Logistik) hatte dann soviel Mitleid mit mir, dass sie mich am liebsten mit nach hause genommen hätte, aber das wollte ich dann doch nicht in Anspruch nehmen. Sie hat mich dann aber wenigstens in ihr Büro bringen „müssen“, wo ich die Nacht dann noch ganz bequem auf einer Ledercouch und mein Laptop an der Steckdose verbringen konnte. Meine Retterin hat dann Feierabend gemacht, aber auch ihre Kollegen waren alle sehr nett und morgens hab ich dann sogar einen Kaffee bekommen, der sogar gar nicht mal so schlecht war (dafür, dass ich sonst ja nur Milch mit ein bisschen Kaffee und am besten noch Karamell-Sirup trinke ;-)). Um halb4 war dann quasi die Nacht für mich zuende und ich konnte endlich einchecken. Auf dem Weg in den Flieger konnte ich mich dann noch bei etlichen meiner nächtlichen Besucher bedanken und verabschieden. War also doch noch ganz erträglich die Nacht.
Auf dem Flug nach Nairobi wurde ich dann für meine schlaflose Nacht entlohnt: Als ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hab, tauchte auf einmal der Kilimanjaro vor meinem Fenster auf! Na gut, nicht direkt vor dem Fenster, dann wäre die Tragfläche weg gewesen, aber in einer guten Sichtweite und sogar auf meiner Seite! Sah toll aus in dem rötlichen Licht des Sonnenaufgangs! Ich glaub, da muss ich irgendwann mal rauf!
Nanu?! Da ist wohl was verloren gegangen beim Abbrechen der Verbindung. Hatte ja eigentlich auch schon ein paar Fotos dabei… Grummel…