Für einige von euch vielleicht erfreulich, für mich weniger: Die Hälfte meiner Zeit hier ist schon wieder um. Gemessen an dem, was ich bisher so geschafft habe, finde ich das ein wenig beängstlich. Aber da ich weiß, was mir in den nächsten zwei Wochen noch bevor steht, bin ich wohl ganz gut dabei. Gestern habe ich immerhin auch mein korrigiertes Proposal abgegeben, was gleich von der Sekretärin auf die Umsetzung der Anmerkungen überprüft wurde (die angemerkten Mängel im Fragebogen hat sie natürlich nicht überprüft, mal sehen was der Chef dazu sagt…). Und heute Nachmittag soll ich bereits mein “Approval” (Genehmigung) bekommen! Die können hier echt schnell sein, wenn sie wollen! NATÜRLICH fiel mir morgens auf dem Klo noch was ein, was ich doch noch einfügen sollte. Und NATÜRLICH war auf einmal die Formatierung meiner Absätze hinüber, so dass die Abstände nicht mehr stimmten und die Seitenaufteilung natürlich auch nicht. Aaaaaahhhhhh! Dabei wollte ich doch NUR noch schnell ein pdf draus machen! Immer das gleiche… Aber ich habs ja dann doch hingewurschtelt bekommen und zum Glück saß die Sekretärin vom EC auch gerade im Gesundheitsministerium in der Stadt, so dass ich gleich vom Copyshop rübergehen konnte, ohne noch durch die halbe Stadt fahren zu müssen. Was dann meinen Zeitplan wieder zurechtgebogen hat.
Und jetzt kommt noch eine Hotelkritik vom vergangenen Wochenende:
Ich opfer mich ja gerne als Versuchskaninchen, aber ich glaube, nächstes mal suche ich wieder das Hotel aus. Robert hatte nämlich für unsere gemeinsame Nacht in Butare das Hotel Barthos ganz in der Nähe der Universität ausgewählt. Im Grunde auch ein ganz hübsches Hotel mit Bar und Restaurant, in dem ich auch schon mit dem CGIS unser legendäres BBB hatte. Also warum nicht… Beim Einchecken hatte ich schon die ersten Verständigungsschwierigkeiten, weil die Dame am Empfang quasi kein Englisch und nur leidlich Französisch sprach. Immerhin hat sie verstanden, dass ich gerne ein Doppelzimmer hätte und hat mir ihre Preisliste gezeigt, die von 15.000 RWF bis ich glaube 45.000 RWF für das selbige reichte. Robert hatte sich ein 20.000 RWF Zimmer gewünscht und das sollte er auch bekommen. Also habe ich mir eins zeigen lassen: Zimmer 101, gleich das erste auf dem Flur. Schön groß, großes Bett, das gleich einen bequemen Eindruck machte, Badezimmer mit Badewanne und Heißwasserdusche und mit Fenster. Schien alles in Ordnung zu sein. Im Voraus bezahlt, wie üblich, gleichmal schön heiß geduscht und mich dann mit meinem Buch bewaffnet aufs Bett gehauen, um auf Robert zu warten. Schon beim Duschen stellte ich mal wieder fest, dass die Leute hier selten mitdenken: eine fest installierte Dusche (also so, dass man sie nicht in die Hand nehmen kann) und dann kein Duschvorhang. Klar, dass da nach dem Duschen das halbe Bad unter Wasser steht. Na gut, ist ja nicht mein Problem… Beim Lesen dann das nächste Problem: offenbar EINE ca. 20 Watt Glühbirne für so einen großen Raum und das in etwa 3m Entfernung vom Bett. Also war auch das Lesen nicht so richtig entspannend. Bis Robert kam, war in der Bar gegenüber bereits die erste Fußballübertragung im Gange. Diese Bar war mir leider beim Bezug des Zimmers nicht aufgefallen. Robert fiel sie sofort auf, weil es nämlich ziemlich laut von dort zu uns herüber dröhnte. Im Badezimmer war es besonders schlimm, aber auch im Zimmer konnte ich den Ton vom Fernseher auslassen, weil der von draußen ausreichte – um das mal so zu verbildlichen… Beim Abendessen in der gleichen Bar haben wir dann noch überlegt, ob wir versuchen sollen, ein anderes Zimmer zu bekommen. Ich hab es dann auch probiert, aber da ich bereits im Bett gelegen hatte und die Dusche natürlich schon ausgiebig benutzt war, sah die Lady keine Möglichkeit, uns ein anderes Zimmer zur Verfügung zu stellen. Außerdem wäre doch das Fußballspiel eh bald vorbei – meinte sie. Tatsächlich lief der Fernseher noch bis etwa Mitternacht würde ich sagen, was Robert nicht vom Schlafen abgehalten hat und mich dann irgendwann auch nicht mehr. Bloß die Gäste, die dann die Bar verlassen haben, als der Fernseher dann aus war, haben mich dann wieder wach gemacht. Genauso wie die benachbarte Moschee um 6, die Person, die mit einem aus vollem Hals plärrenden Radio über den Flur lief um ca. 6.30 Uhr, sowie das Personal, das um 7 anfing die Bar zu putzen und dabei die Holztische lautstark über die Fliesen schob. Und das an einem Sonntag Morgen! Irgendwann kam dann auch noch ein Wagen mit Lautsprechern vorbei, der irgendwas verkündet hat, was ich natürlich nicht verstanden habe. Aber um 8 musste Robert dann eh auch aufstehen. Zeit zum Frühstücken hatte er dann keine mehr. Kurz nachdem er weg war und ich mich noch zum Frühstücken fertig machte, kam eine Dame vom Hotel vorbei und meinte, mich darauf aufmerksam machen zu müssen, dass sie mir leider noch 5000 RWF abknöpfen müsse, weil wir ja nun zu zweit in dem Zimmer übernachtet hätten. Hm, ich hätte ja gedacht, dass ich mit einem Doppelzimmer auch ein Zimmer für zwei buche, aber da hab ich mich wohl geirrt. Irgendwo stünde das wohl auch auf der Preisliste – da hab ich wohl das Kleingedruckte nicht gelesen. Halsabschneider! Daraufhin hab ich ihr dann aber erstmal erzählt, was für einen Morgen ich hatte und ihr geraten, dieses Zimmer keinem Muzungu mehr anzubieten. Sie hat sich entschuldigt, aber sie könne ja nichts dafür bla bla bla… Na gut, also Frühstück, das war immerhin im Preis inbegriffen. Das hätte ich mir aber auch lieber sparen sollen, denn der Tee schmeckte nach Toilettenwasser und auf dem letzten Stück meines Omelettes (ich bin mir immernoch nicht sicher, ob ich zum Glück sagen soll) hab ich dann was entdeckt, was wie kurze Haare aussah – ekelhaft. Die Dame, die mein Frühstück abräumte, guckte nur ganz ungläubig. Jaaaaa! Haaaaare! Als ich widerwillig noch meine 5000 RWF bezahlt habe, hab ich das der Tante an der Rezeption auch noch erzählt, die natürlich wieder untröstlich war, aber leider nichts machen könne. Im Nachhinein ärger ich mich, dass ich nicht gesagt hab, ich will mit dem Chef sprechen. Also: wenn ihr es irgendwie vermeiden könnt, im Hotel Barthos zu übernachten – tut es !

Butare Hotel Barthos Room 101 - gutes Bett und heiße Dusche aber der Rest...
Morgen um 6 geht es los zu meiner “Pre-Tour” durch die Gesundheitszentren vom Huye District. Das bereitet mir schon wieder Magengrummeln, aber wie mit dem Proposal wird es dann wahrscheinlich besser als ich momentan denke. Ich freu mich jedenfalls darauf, zwei Tage mit Kenyatta über die Pisten zu düsen. Und am Freitag dann mein Pre-Test, um zu sehen, wie mein Fragebogen funktioniert, den ich am Sonntag noch mit Marie Christine ein bisschen verbessert habe.
Noch eine Aufgabe für euch: Robert träumt davon (bzw. hat er letzte Nacht davon geträumt), dass ich ihm was Deutsches koche und er mir dabei zugucken kann. Wovon Männer so träumen… Hat jemand von euch ne Idee, was ich kochen könnte? Hühnerbrust bekomm ich hier ganz gut beispielsweise. Und er isst gerne Kartoffelbrei. Wenn ich Senfgurken bekäme, würde ich wahrscheinlich Senfeier machen, aber das würde ihn wahrscheinlich nicht glücklich machen so ohne Fleisch… Also Ideen und Rezepte gerne als Kommentar oder per E-Mail an die euch hoffentlich bekannte Adresse. Danke!
Jetzt ist hier auch noch der Strom ausgefallen, dabei bin ich doch gerade dabei meine Akkus aufzuladen! Wie gut, dass wenigstens der verbleibende Akku von meinem Laptop gerade voll geladen war….