Mutterglück
13. Dezember 2011Nun ist meine (na gut) unsere Kleine schon einen Monat alt und ich will hier auch endlich mal was dazu schreiben. Obwohl ich es echt schwierig finde, die letzten 30-32 Tage so kurz in Worte zu fassen…
Das ging ja dann doch alles ganz schön schnell. Die Fruchtblase war sechs Wochen vor dem errechneten Termin (der wäre am 22.12. gewesen) geplatzt und zwei Tage später durfte ich schon Patricia Elizabeth zur Welt bringen (also am 12.11.). Dabei hatte ich mich eigentlich auf sechs noch recht ruhige Wochen eingerichtet, in denen ich im wahrsten Sinne des Wortes noch eine ruhige Kugel hätte schieben können/wollen/sollen. Was ich nicht noch alles machen wollte. Nach einem Kinderwagen gucken zum Beispiel. Oder das Kinderbett aufbauen. Oder eine Wickelkommode kaufen. Oder eine Tasche für die Klinik packen. Statt dessen schlage ich mir nun bereits die Nächte mit dem Stillen um die Ohren und genieße die vielen schönen Augenblicke mit ihr. Den guten Ratschlag meines Doktorvaters, die 6 Wochen Mutterschutz bis zur Geburt noch zu nutzen, um ein bisschen was an meiner Doktorarbeit zu schaffen, scheint Patricia als Aufforderung verstanden zu haben, mir auch in dieser Beziehung einen Strich durch die Rechnung zu machen. Aber ich hoffe noch darauf, dass wir einen guten gemeinsamen Weg finden, wie ich mit ihr die Arbeit schreiben kann. Momentan scheint mein Tag allerdings hauptsächlich aus Stillen, Windeln wechseln, Milch abpumpen, Fläschchen auskochen und Wäsche waschen zu bestehen. Nachts versuche ich, dazwischen auch ein bisschen Schlaf abzubekommen. Wenn das nicht so gut klappt, schlafe ich auch mal beim Stillen ein, das ist so schön beruhigend
Aber auch wenn ich mich manchmal ein wenig überfordert fühle oder quasi “ausgelutscht”, weil ich mit dem Stillen kaum hinterherkomme, genieße ich die Zeit mit ihr sehr. Noch schläft sie ja sehr viel, aber selbst dann ist sie so süß, dass man sie die ganze Zeit nur knutschen könnte. Und wenn sie dann mal wach ist (und nicht gerade furchtbar hungrig) schaut sie mit ihren großen Augen um sich. Dabei könnte ich ihr stundenlang zugucken. Ihre “Aufwach-Zeremonie” ist auch zu komisch – inklusive Recken und Strecken, herzhaftem Gähnen, Stirn in Falten ziehen, Zunge rausstrecken und entsprechenden Geräuschen. Echt zum Brüllen
Lustigerweise kann es dann auch sein, dass sie eine Sekunde später wieder ganz ruhig und entspannt schläft, als wäre nichts gewesen. Oder sie fängt an zu schreien, weil sie Hunger hat. Und das soll man (bzw. frau, also Mutter) nun am besten schon vorher erahnen. Also ich hab da noch meine Schwierigkeiten. Ich versuche deshalb, ihr jetzt schon beizubringen, dass sie einfach sagen soll “Mama Hunger” oder so etwas in der Art, dann wäre alles klar und sie könnte sich das Geschrei sparen. Kostet schließlich alles Energie, die man sich erst wieder anfuttern muss! Aber nein, sie bevorzugt immernoch das Schreien. Na mal sehen, wann ich sie soweit habe
Meine Bilanz nach dem ersten Monat könnte nun so aussehen: gefühlte 1000 gewechselte Windeln (in Wahrheit dürften es ca. 240 gewesen sein), Patricia-seitig zwei völlig nutzlose entwickelte Talente (1. sobald die Windel auf oder besser noch weg ist, pinkeln, ganz super! Und 2. sobald Mama irgendwohin gehen will, lautstark mitteilen, dass man bitte vorher noch was essen möchte, obwohl eigentlich noch mind. eine Stunde Zeit wäre), gefühlte 20 gewaschene Waschmaschinenladungen; und ich weiß nicht mehr, wann ich die letzte Nacht durchgeschlafen habe. Muss irgendwann im 4. Monat gewesen sein oder so… Aber immerhin auch ca. angefutterte 700 Gramm (also bei Patricia
500 vom Geburtsgewicht ausgehend) und vielleicht zwei Zentimeter gewachsen – die Strampler in Größe 50 passen jetzt langsam. Bei mir ca. 8 kg weniger als vor der Geburt und ordentliche Augenringe. Aber auch gaaaaaaaaanz viele Schmuseeinheiten und glückliche Momente
In ein paar Tagen kommt nun auch endlich der Papa. Ich bin gespannt, wie sich die beiden verstehen werden. Robert freut sich auf seinen Urlaub – ich hoffe, er braucht nach seinen zweieinhalb Wochen hier nicht erst recht welchen… Ich freue mich jedenfalls auf die Zeit zu dritt, als richtige kleine Familie. Auch wenn mir Robert das Stillen leider nicht abnehmen kann…
Auf diesem Wege möchte ich schonmal bzw. nochmal allen ganz herzlich danken, die mich sowohl während der Schwangerschaft als auch nach der Geburt unterstützt haben sowie für die vielen lieben Worte und Glückwünsche zur Geburt unserer Tochter!





