der erste (halbe) Geburtstag!

12. Mai 2012

Meine Güte, nun ist sie schon ein halbes Jahr alt! Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wie ich mich mit dem dicken Bauch gefühlt habe. Eigentlich schade. Vielleicht hätte mich das noch ein bisschen motiviert, doch noch etwas abzunehmen ;-) Aber insgesamt bin ich ja schon ganz zufrieden mit mir. Immerhin schaffe ich es jetzt auch wieder längere Strecken in ziemlich flottem Tempo zu gehen, was echt gut tut.

Tante Katrin hat heute den Tag mit uns verbracht und uns geholfen, den Kuchen zu essen, den ich für uns gebacken habe. Patricia hat natürlich davon so gut wie nichts abbekommen. Nur ganz winzige Stückchen Erdbeere (hoffentlich sagt jetzt nicht irgendwer “du kannst ihr doch nicht jetzt schon Erdbeere zu essen geben!”), die ihr scheinbar auch geschmeckt haben, hat sie bekommen.

Myammy!

Myammy!

Geburtstagskuchen zu Patricias 1/2 Geburtstag

Geburtstagskuchen zu Patricias 1/2 Geburtstag

Am Donnerstag waren wir bei der U5 und der Arzt war sehr zufrieden mit ihr. Nur dass er sagte, sie sei schwer, als er sie hoch hob. Na gut, sie ist etwas zu klein für ihr Gewicht (;-))- aber alles noch im normalen Bereich mit ihren 7,7 kg. Die Sprechstundenhilfe hat diesmal wieder eine ganz andere Größe gemessen als die andere Sprechstundenhilfe: jetzt ist sie angeblich nur noch 63 cm groß. Aber sie hat diesmal auch ganz schön gezappelt, also ist sie vielleicht 65 cm oder so. Größe 62/68 passt ihr jedenfalls sehr gut momentan.

Inzwischen dreht sie sich sowohl vom Rücken auf den Bauch als auch vom Bauch auf den Rücken. Allerdings das immer in die gleiche Richtung, so dass sie meist irgendwann von der Decke rollt, auf der sie normalerweise liegt. Oft ist sie aber einfach frustriert, weil sie nicht vorwärts kommt, hat man den Eindruck. Dann nutzt es natürlich auch nichts, sie umzudrehen. In der letzten Woche hat sie angefangen, verstärkt ihre Umgebung mit den Händen zu erkunden. Bisher hatte sie (jedenfalls nach meinem Empfinden) nur nach meinen Haaren aktiv gegriffen (und sie dann nur widerwillig wieder losgelassen). Jetzt fässt sie auch gerne ins Gesicht, an die Nase, an den Mund (also alles nicht ihr Gesicht sondern meins z.B.), gerne auch rein (;-)), aber auch Gläser, Flaschen, Teller, Besteck scheinen sehr interessant zu sein. Was normalerweise noch wenig interessant zu sein scheint, ist das Essen von Brei. Da findet sie dann die Schale oder das Glas, wo der drin ist, und den Löffel immer super interessant, aber essen möchte sie den Brei dann doch lieber nicht. Heute hat sie bei mir glaube ich das erste mal ein halbes Glas Obstbrei hintereinander weg gegessen. Bei der Oma hat sie ja gleich ein ganzes Glas gegessen – keine Ahnung wie die Oma das geschafft hat ;-)

Schlafen tut Patricia ganz großartig, derzeit etwa von halb22 bis 7 und dann nochmal bis 10 oder 11. In den Morgenstunden kann ich so (sofern ich aus dem Bett komme) ordentlich was an meiner Diss arbeiten. Während sonst ja immer nachts meine produktivsten Zeiten waren, muss ich zugeben, dass ich jetzt in den Stunden morgens sehr genieße, was an der Doktorarbeit zu tun. Abends bin ich dann meist zu nichts ernsthaftem mehr zu gebrauchen und kann dann noch bloggen oder facebooken ;-) Ich bin jedenfalls ganz zufrieden mit meinem Fortschritt und kann mich so getrost auf den nächsten Freitag freuen, wenn Robert wieder nach Berlin kommt! *freu* Ich hoffe, ich kann die Zeit, die er hier ist, gut nutzen, um ihm Patricia zu überlassen und mich meiner Arbeit zu widmen. Aber natürlich freue ich mich auch darauf, ganz viel Zeit mit den beiden zu verbringen. Nur noch 6 mal schlafen :)

So ein aufregender Tag!

28. April 2012

Patricia hatte am Dienstag (24.) einen tollen Tag! Ich kam ins Wohnzimmer zurück und fand Patricia auf dem Bauch liegend, obwohl sie vorher noch auf dem Rücken gelegen hatte! Da dreht die sich das erste mal und ich hab’s nicht gesehen :( Aber seit dem hat sie das noch ganz oft gemacht und ich finde es jedesmal ganz entzückend :) Auch wenn das heißt, dass ich sie jetzt definitiv nicht mehr aus den Augen lassen darf, wenn sie irgendwo erhöht liegt. Das mit dem Zurückdrehen funktioniert leider noch nicht so, was Patricia schnell verzweifeln lässt. Und die Unterlage, die sie momentan hat, um nicht direkt auf dem Boden (bzw. auf der dünnen Decke) zu liegen, ist auch schon zu klein – viel zu schnell kugelt sie davon runter. So schnell kann man gar nicht gucken. Das ist jetzt nicht gefährlich, weil nicht besonders hoch, aber sie dann meist unbequem auf der Kante, was dann natürlich lautstark mitgeteilt wird. Also muss ich wohl doch auf die größere Decke umsteigen. Ich bin gespannt, wie lange das jetzt dauert, bis sie sich auch andersrum drehen kann. Ich hatte ja eigentlich gedacht, dass sie erst lernt, sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen, aber so rum scheint es nun doch erstmal einfacher gewesen zu sein. Interessant, wie unterschiedlich die Informationen diesbezüglich sind. Auf meinem “Entwicklungsposter” steht für die Zeit vom 4. und 5. Lebensmonat, dass sich manche Babies vom Bauch auf den Rücken drehen und erst im 7. Monat oder so andersrum. Hier steht wiederum, dass sie das schon mit drei Monaten machen. Hach, man sollte sowas wahrscheinlich am besten gar nicht lesen, sondern sich einfach darüber freuen, dass sie sich so toll entwickelt! Hier  noch ein Video (vom 30.4.).

Aber damit nicht genug für den Tag! Nachmittags hatten wir das letzte Mal Babyschwimmen und das mit einem Fotografen, der unter Wasser Fotos von den tauchenden Babies gemacht hat! Patricia hat das ganz toll gemacht mit dem Tauchen (ich hab sie bl0ß nicht ganz optimal gehalten dabei, aber egal), so dass wir bald ein paar süße Fotos von ihr beim Tauchen haben – werden hiermit nachgeliefert:

Patricia taucht ganz allein

Patricia taucht ganz allein

Patricia mit Mama beim letzten Tauchgang

Patricia mit Mama beim letzten Tauchgang

Nach vier Tauchgängen war sie dann aber auch erledigt.

Anlässlich des supertollen Sommerwochenendes wird morgen nun auch der Kinderwagen zum “Sportwagen” umgebaut. Mal sehen, ob wir das hinbekommen. In drei Wochen kommt Robert wieder! Der wird Augen machen, wie sich Patricia schon wieder weiterentwickelt hat!

Wow, schon 5 Monate!

12. April 2012

Meine Güte, wie die Zeit vergeht! Jetzt ist Patricia schon fünf Monate alt und ich habe das Gefühl, sie lernt fast jeden Tag etwas dazu. Sie brabbelt jetzt auch schon seit einer Weile lustig vor sich hin und ich wünschte, ich könnte sie verstehen. Robert sagt, wahrscheinlich fängt sie früh an, zu sprechen, zu krabbeln und zu laufen :) Sie hat jedenfalls eine große Freude daran, mich vollzutexten und zu stehen – auch wenn es bisher nur funktioniert, wenn sie festgehalten wird. Ich persönlich finde besonders schön, dass sie jetzt schon seit ein paar Wochen durchschläft! Und das nicht erst von Mitternacht bis irgendwann morgens sondern von etwa 22 bis ca. 7.30 Uhr! Großartig! Jetzt muss ich mich nur noch aufraffen, mich dann auch unter die Dusche zu stellen und nicht wieder ins Bett zu gehen.

Am 31.3. war Patricias Taufe, die für Patricia vermutlich ziemlich anstrengend aber insgesamt sehr schön war. (Fotos von der Taufe findet ihr hier: Bilder Taufe) Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle, die mir beim Herrichten des Saals geholfen haben, die mit uns gefeiert haben  und für die vielen schönen Geschenke und lieben Wünsche! Ich hatte ja gedacht, dass Taufen relativ aus der Mode sind, aber dafür gab es erstaunlich viele unterschiedliche Karten. Am schönsten waren aber natürlich die selbstgebastelten Karten. Ich hatte sehr viel Spaß dabei, die Geschenke auszupacken und die Karten zu lesen, während Robert seinen Koffer packen musste.

Taufgeschenke

Taufgeschenke

Taufgeschenke ausgepackt

Taufgeschenke ausgepackt

Inzwischen hat er auch eingesehen, dass er zu wenig Zeit für uns hatte und wir hoffen, dass er im Mai wiederkommt. Er hat sich vorgenommen, alle, die bei der Taufe waren, nochmal persönlich zu besuchen, damit er sich etwas länger mit jedem unterhalten kann. Ich habe schon gesagt, da müssen wir uns dann in den zehn Tagen jeden Tag zum Frühstück, Mittagessen, Kaffee & Kuchen und zum Abendessen woanders einladen. Ihr könnt euch also auf was gefasst machen ;-)

Nach aktueller Messung wiegt Patricia jetzt 7100 Gramm und misst stolze 68 cm. Ich bin von der Messmethode noch nicht überzeugt, aber sie ist tatsächlich bald so groß wie der Wickeltisch tief ist und Größe 68 passt ihr auch schon teilweise. Auf dem Bild sieht sie jedenfalls schon wie ein großes Mädchen aus (wenn man von dem Windelpopo absieht ;-) ):

Patricia mit Papas Shirt

Patricia mit Papas Geschenk aus Hollywood

Langsam fängt sie nun an, nach Dingen zu greifen, die man ihr hinhält und an allem, was ihr sonst in die Hände gerät, zerrt sie rum als würde sie es einer Zerreißprobe unterziehen, ob das nun Klamotten oder Spielzeug ist. Und/oder es wandert in den Mund, wenn dort nicht sowieso schon mindestens drei Finger stecken ;-)

Das Reck findet sie inzwischen auch ganz unterhaltsam: hier Video gucken…

Ich habe auch das Gefühl, dass es nun nicht mehr lange dauern wird, bis sie sich umdreht. Gestern war sie schon auf dem halben Weg, aber für den Rest hat es dann doch nicht mehr gereicht. Aber ich bin auf der Hut und lasse sie nicht mehr unbeaufsichtigt auf der Couch liegen.

Fast hätte ich ja unterschlagen, dass sie inzwischen schon fast so eine Wasserratte ist wie ihre Eltern. Seit Anfang März gehen wir zum Babyschwimmen, was ihr jede Woche mehr Spaß macht. Inzwischen erträgt sie das Tauchen fast ohne mit der Wimper zu zucken und mit Vergnügen springt sie vom Beckenrand oder surft auf einem Schwimmbrett durch das Becken.

Nicsi und Tricsi beim Babyschwimmen

Nicsi und Tricsi beim Babyschwimmen

Heute soll sie auch einen eigenen Reisepass bekommen. Angeblich wird der sofort ausgestellt, ich bin gespannt.

Hach, sie ist einfach großartig :)

3 Monate mit meinem kleinen Engel

12. Februar 2012

Zugegebenermaßen empfinde ich Patricia nicht immer so engelhaft, aber die meiste Zeit macht sie die Menschen um sich rum einfach nur glücklich und selbst wenn sie weint, finde ich sie soooo süß :)   Dabei kann sie auch richtig gemein sein: Wenn sie nämlich nicht genug trinkt und ich dann dafür das Gefühl habe gleich zu platzen. Oder sie den ganzen Tag schläft, um dann nachts so richtig fit zu sein. Aber auch das wird langsam besser.

Video: Patricia hat Hunger, obwohl sie gerade erst was gegessen hat

Video: Patricia bei ihren morgendlichen Tai-Chi-Übungen

Es ist irgendwie schon komisch: einerseits könnte ich die ganze Zeit über nichts anderes als Patricia reden; andererseits finde ich es extrem schwierig, hier in Kürze festzuhalten, was uns so bewegt…

Inzwischen dürfte sie wohl so an die 6 kg haben (am Mittwoch ist U4, da werden wir das dann genau wissen) und aus der Größe 56 wächst sie auch schon langsam raus. Ihr Winteroverall in Größe 62/68 ist ihr schon wieder zu klein, aber der scheint extrem klein ausgefallen zu sein. Andere Klamotten in Größe 62 sind normalerweise noch etwas zu groß. Es ist eine gewisse Herausforderung, im richtigen Moment die Sachen anzuziehen, die sie so hat, weil vieles noch zu groß war als wir es bekommen haben, sie aber so schnell wächst, dass man den richtigen Augenblick, wo sie passen müssten, schnell verpassen kann. Faszinierend, wie sehr sie sich schon verändert hat. Wenn ich mir die ersten Fotos von ihr angucke und die dünnen Beinchen von früher mit ihren Babyspeck-Beinchen von jetzt vergleiche, kann ich kaum glauben, dass sie nach ihrer Geburt noch so zierlich war. Jetzt ist sie schon ein kleiner Wonneproppen :) Es ist toll zu sehen, wie schön sie schon ihr Köpfchen halten kann, wenn sie auf dem Bauch liegt oder man sie auf dem Arm hat. Inzwischen lächelt sie auch schon zurück, wenn sie in der richtigen Stimmung ist – sehr süß.

In drei Wochen kommt der Papa wieder – wir können es kaum erwarten!

Mutterglück

13. Dezember 2011

Nun ist meine (na gut) unsere Kleine schon einen Monat alt und ich will hier auch endlich mal was dazu schreiben. Obwohl ich es echt schwierig finde, die letzten 30-32 Tage so kurz in Worte zu fassen…

Das ging ja dann doch alles ganz schön schnell. Die Fruchtblase war sechs Wochen vor dem errechneten Termin (der wäre am 22.12. gewesen) geplatzt und zwei Tage später durfte ich schon Patricia Elizabeth zur Welt bringen (also am 12.11.). Dabei hatte ich mich eigentlich auf sechs noch recht ruhige Wochen eingerichtet, in denen ich im wahrsten Sinne des Wortes noch eine ruhige Kugel hätte schieben können/wollen/sollen. Was ich nicht noch alles machen wollte. Nach einem Kinderwagen gucken zum Beispiel. Oder das Kinderbett aufbauen. Oder eine Wickelkommode kaufen. Oder eine Tasche für die Klinik packen. Statt dessen schlage ich mir nun bereits die Nächte mit dem Stillen um die Ohren und genieße die vielen schönen Augenblicke mit ihr. Den guten Ratschlag meines Doktorvaters, die 6 Wochen Mutterschutz bis zur Geburt noch zu nutzen, um ein bisschen was an meiner Doktorarbeit zu schaffen, scheint Patricia als Aufforderung verstanden zu haben, mir auch in dieser Beziehung einen Strich durch die Rechnung zu machen. Aber ich hoffe noch darauf, dass wir einen guten gemeinsamen Weg finden, wie ich mit ihr die Arbeit schreiben kann. Momentan scheint mein Tag allerdings hauptsächlich aus Stillen, Windeln wechseln, Milch abpumpen, Fläschchen auskochen und Wäsche waschen zu bestehen. Nachts versuche ich, dazwischen auch ein bisschen Schlaf abzubekommen. Wenn das nicht so gut klappt, schlafe ich auch mal beim Stillen ein, das ist so schön beruhigend ;-)

Aber auch wenn ich mich manchmal ein wenig überfordert fühle oder quasi “ausgelutscht”, weil ich mit dem Stillen kaum hinterherkomme, genieße ich die Zeit mit ihr sehr. Noch schläft sie ja sehr viel, aber selbst dann ist sie so süß, dass man sie die ganze Zeit nur knutschen könnte. Und wenn sie dann mal wach ist (und nicht gerade furchtbar hungrig) schaut sie mit ihren großen Augen um sich. Dabei könnte ich ihr stundenlang zugucken. Ihre “Aufwach-Zeremonie” ist auch zu komisch – inklusive Recken und Strecken, herzhaftem Gähnen, Stirn in Falten ziehen, Zunge rausstrecken und entsprechenden Geräuschen. Echt zum Brüllen :D Lustigerweise kann es dann auch sein, dass sie eine Sekunde später wieder ganz ruhig und entspannt schläft, als wäre nichts gewesen. Oder sie fängt an zu schreien, weil sie Hunger hat. Und das soll man (bzw. frau, also Mutter) nun am besten schon vorher erahnen. Also ich hab da noch meine Schwierigkeiten. Ich versuche deshalb, ihr jetzt schon beizubringen, dass sie einfach sagen soll “Mama Hunger” oder so etwas in der Art, dann wäre alles klar und sie könnte sich das Geschrei sparen. Kostet schließlich alles Energie, die man sich erst wieder anfuttern muss! Aber nein, sie bevorzugt immernoch das Schreien. Na mal sehen, wann ich sie soweit habe ;-)

Meine Bilanz nach dem ersten Monat könnte nun so aussehen: gefühlte 1000 gewechselte Windeln (in Wahrheit dürften es ca. 240 gewesen sein), Patricia-seitig zwei völlig nutzlose entwickelte Talente (1. sobald die Windel auf oder besser noch weg ist, pinkeln, ganz super! Und 2. sobald Mama irgendwohin gehen will, lautstark mitteilen, dass man bitte vorher noch was essen möchte, obwohl eigentlich noch mind. eine Stunde Zeit wäre), gefühlte 20 gewaschene Waschmaschinenladungen; und ich weiß nicht mehr, wann ich die letzte Nacht durchgeschlafen habe. Muss irgendwann im 4. Monat gewesen sein oder so… Aber immerhin auch ca. angefutterte 700 Gramm (also bei Patricia ;-) 500 vom Geburtsgewicht ausgehend) und vielleicht zwei Zentimeter gewachsen – die Strampler in Größe 50 passen jetzt langsam. Bei mir ca. 8 kg weniger als vor der Geburt und ordentliche Augenringe. Aber auch gaaaaaaaaanz viele Schmuseeinheiten und glückliche Momente :)
In ein paar Tagen kommt nun auch endlich der Papa. Ich bin gespannt, wie sich die beiden verstehen werden. Robert freut sich auf seinen Urlaub – ich hoffe, er braucht nach seinen zweieinhalb Wochen hier nicht erst recht welchen… Ich freue mich jedenfalls auf die Zeit zu dritt, als richtige kleine Familie. Auch wenn mir Robert das Stillen leider nicht abnehmen kann…

Auf diesem Wege möchte ich schonmal bzw. nochmal allen ganz herzlich danken, die mich sowohl während der Schwangerschaft als auch nach der Geburt unterstützt haben sowie für die vielen lieben Worte und Glückwünsche zur Geburt unserer Tochter!

Abflugbereit

7. September 2011

Nicht, dass ihr euch Sorgen macht, dass ich doch lieber hier bleibe: ich sitze bereits im Abflugbereich vom Flughafen Kigali International. Mit Soleluna-Pizza vollgefuttert, geputzten Zähnen und rausgenommenen Kontaktlinsen, sozusagen schlafbereit. Ich hoffe, der Flieger ist nicht wieder so laut. Aber der iPod ist auch aufgeladen – da steht einem Schläfchen auf dem Weg nach Addis fast nichts mehr im Wege. Falls mich das Baby schlafen lässt. Aber irgendwann gibt es normalerweise dann doch “a Ruh” ;-) Ich freu mich zwar nicht unbedingt auf zuhause, aber momentan wäre ich extrem froh, wenn ich die Fliegerei schon hinter mir hätte. Ich kann jetzt schon nicht mehr sitzen, aber viel Freiraum zum Herumlaufen gibt es hier auch nicht. Und aufs Flugfeld lassen sie mich nicht ;-) Naja, in knapp 4 Stunden Aufenthalt in Addis werd ich mich hoffentlich noch ein bisschen bewegen können. Ist schließlich meine ursprüngliche Joggingzeit so zwischen 6 und 10 Uhr morgens. In einer Stunde geht’s los…
Ich bin gespannt, was sich in dem Jahr hier tun wird, das ich voraussichtlich brauchen werde, um wieder herzukommen. Heute habe ich schon an verschiedenen Kreuzungen die neuen Ampeln gesehen, die sie auch bei uns an der Ecke aufgestellt haben und die sofort zum Verkehrschaos geführt haben. Dabei sind die total modern, mit Countdown bis zur nächsten Rot/Grünphase! Kann aber sein, dass weniger die Ampeln sondern die in der Mitte stehenden Polizisten, die dann zusätzlich zu den Ampeln den Verkehr regeln, das Problem sind. So genau konnte ich das noch nicht beobachten. Vielleicht haben sie sich ja bis nächstes Jahr an die neuen Ampeln gewöhnt ;-)
Bis bald dann wieder in/aus Berlin!

“Feldarbeit” wieder überstanden

3. September 2011

Auch wenn ich diesmal ein wenig Zweifel habe, ob hier überhaupt jemand (bis auf ein paar Ausnahmen) verfolgt, was ich diesmal in Ruanda so treibe, möchte ich diejenigen, die es interessiert, doch wenigstens darüber informieren, dass ich meine “Feldarbeit” diesmal auch wieder gut überstanden habe. Es war zwar diesmal auch wieder etwas mühsam, aber trotzdem war es recht brauchbar, was ich herausgefunden habe. Wie ich schon in der vorangegegangenen Woche mitbekommen hatte, war jetzt in der Woche eine Schulung in Muhanga (Gitarama), an der eigentlich alle Leiter der Gesundheitszentren teilnehmen sollten. Ich hatte mich schon ein bisschen gewundert, dass mir zwei Direktoren sagten “Nein, ich bin den ganzen Tag im Büro, kommen Sie einfach vorbei!” (also auf Französisch). So richtig überraschend war es deshalb nicht, dass eben diese beiden Herren dann eben nicht in ihren Gesundheitszentren anzutreffen waren, aber wir haben trotzdem jeweils jemanden gefunden, der uns ein paar Fragen beantworten konnte, so dass die Fahrt nicht umsonst war. Die “Reise” in den Süden hat sich schon allein wegen des Gesprächs gelohnt, dass ich endlich mit der Leiterin der Gesunheitsabteilung im Distrikt führen konnte. Mit der habe ich mich dann abends nach der Schulung noch in Muhanga getroffen. Vielleicht war das für mich das fruchtbarste Gespräch, weil ich mit ihr wenigstens Englisch reden konnte. Mit den anderen war es mit unserem jeweils nicht besonders guten Französisch nicht so ganz einfach. Insgesamt hatte ich bei der Heimfahrt nach Kigali dann aber das gute Gefühl, was geschafft zu haben, auch wenn ich mich jetzt nochmal ransetzen muss, um die Interviews abzutippen bzw. die wichtigsten Punkte rauszuschreiben.

In Butare hat sich übrigens einiges verändert. Viele Straßen wurden inzwischen gepflastert oder sie sind gerade dabei, das Stadium wurde abgerissen und bei der Uni stehen die neuen Studentenwohnheime jetzt schon in voller Größe, nur noch etwas Putz fehlt und ich glaube ein paar Fenster. Am Ibis (eins der Top-Hotels/-Restaurants in Butare) wird das ganze Restaurant grunderneuert wie es aussieht, was dazu geführt hat, dass ich auch mal gesehen habe, was hinten noch alles für Gebäude sind, die ich sonst nie beachtet habe…

Heute ist unser letzter gemeinsamer Abend in Kigali, den wir (ich hoffe, es bleibt dabei!) im Restaurant vom Mille Collines “zelebrieren” wollen. Morgen muss Robert nach Musanze (Ruhengeri), wo ich dann nachmittags auch hinfahren werde, um die nächsten beiden Tage dort mit ihm zu verbringen. Für morgen Abend wurde mir da schon der beste Fisch aller Zeiten versprochen. Na mal sehen :) Am Dienstag hab ich dann fast noch den ganzen Tag Zeit, mich in Kigali rumzudrücken und mich mit dem einen oder anderen noch zu treffen, da mein Flieger erst mitten in der Nacht Richtung Äthiopien abhebt. Unglaublich, dass die 6 Wochen schon wieder vorbei sind.

Achja, ich komm am Mittwoch, den 7,9. um 19.40 Uhr mit Lufthansa von Frankfurt an. Wäre schön, wenn Onki mich abholen könnte ;-) Ich ruf aber nochmal an.

Jetzt beginnt der Aktivismus!

29. August 2011

Nach einem extrem entspannten Wochenende, habe ich heute das Gefühl, voller Tatendrang zu sein. Immerhin hab ich gestern auch schon meine Karten für die für Mittwoch geplanten Treffen vorbereitet, damit ich sie heute ausdrucken lassen kann. Aber heute früh bin ich tatsächlich um 7 mit Robert aus dem Bett gesprungen (zugegebenermaßen etwas getrieben von der Angst, dass um 8 kein Wasser mehr zum Duschen da sein könnte), hab eiskalt geduscht (hatte ja auch keine Wahl) und hab gleich um halb9 das noch offene Health Centre angerufen, das ich letzte Woche nicht erreicht hab, noch die eine Karte etwas verändert (was einem nicht so unter der Dusche alles einfällt) und dann auch gleich um 9 noch in Berlin angerufen, in der Hoffnung, mir eine Wohnung zu ergattern. Bis auf die Wohnung war das also schonmal ein erfolgreicher Start in den Tag. Meine Freundin Dancille hab ich heute auch endlich mal in ihrem Büro angetroffen und was ich drucken musste, ist ausgedruckt. Und dabei ist es noch nichtmal 12 :)

Am Samstag hab ich mir mal den Pool im Serena Hotel gegönnt. Reiner Luxus sag ich euch: 20 $, um sich ein bisschen im Wasser abzukühlen. Ich war von 10 $ ausgegangen, aber nachdem ich dann die 12000 RWF (was irgendwie weniger klingt für mich) abgedrückt hatte, musste ich dann gleich noch 20 Bahnen schwimmen, damit es sich auch gelohnt hat. Immerhin ist es dort auch wirklich schön, das Wasser ist sauber (und ziemlich kalt) und der Pool im Schwimmerbereich nicht so voll. Nur dass man dann extra nach nem Handtuch fragen muss, ist typisch Ruanda (sagt Robert). Erstaunlicherweise sind dafür die Preise für das Essen total normal (4 Euro quietsch für einen Bananasplit mit drei Kugeln Eis find ich echt ok – jaaa, hab ich mir dann auch noch geleistet), wobei wiederum die Softdrinks wieder wahnsinnig teuer sind, zumindest im Vergleich zu dem was man hier sonst bezahlt. 2 Euro für ne Cola ist ja in Berlin auch normal, hier bezahlt man normalerweise was zwischen 0,60 und nem Euro. Die große Wasserflasche dann wieder nur 2,50 Euro – irgendwie komisch.

relaxen am Pool

relaxen am Pool



halsbrecherische Fensterputzaktionen konnte man da beobachten

halsbrecherische Fensterputzaktionen konnte man da beobachten

Bei meinem heutigen Tatendrang sollte ich wohl mal meine Power nutzen, um an meiner Arbeit zu schreiben – mal sehen, wie lang dann der Aktivismus noch anhält ;-)

Hach, wat bin ick stolz uff mir!

26. August 2011

Ich hab mich tatsächlich endlich aufgerafft und mich um meine ausstehenden Gespräche gekümmert. Dazu hab ich gestern schon richtig gut gearbeitet (also für meine hiesigen Verhältnisse jedenfalls) und hab mich nun heute früh auch endlich durchgerungen, ein paar Leute anzurufen, um sie mit meinem schlechten Französisch zu belästigen, und um Termine zu bitten. Und dann gleich die erste noch mit einer sauschlechten Verbindung. Als wäre französisch alleine nicht schon schwer genug zu verstehen… Was für eine Qual! Aber immerhin hab ich schon zwei von vieren erreicht und was abgemacht und fühl mich jetzt richtig gut. Wobei ich dann wahrscheinlich so richtig erleichtert bin, wenn der Mittwoch (wo ich die Leute treffe) vorbei ist und ich ein paar gute Antworten bekommen habe.
Hier ist es ganz schön heiß in den letzten Tagen und wie es aussieht auch heute wieder, auch wenn ich noch nicht draußen war. Vorgestern hatte ich deshalb fast keine andere Wahl als nachmittags zum Pool ins Novotel zu fahren und ein bisschen schwimmen zu gehen. Komischerweise ist es dann aber gleich wieder frisch, wenn die Sonne hinter den Bäumen verschwindet. Aber wie ich höre, können wir heute gemeinsam schwitzen. Ich versuch dann, noch ein bisschen Sommer mitzubringen, wenn ich nach hause komme.
Meine Lieben, die letzten 10 Tage brechen schon wieder an *heul*. Braucht ihr noch was von hier? Care-Pakete aus Ruanda? Kaffee, Tee, Pilipili (als Pulver, Schoten, Öl), Schmuck, Stoff, sonstige Kunstgegenstände? Dann könnte ich das nämlich jetzt schon besorgen, bevor die letzte Woche wieder stressig wird, wie immer. Eigentlich hatten Robert und ich sogar überlegt, noch zwei Tage nach Uganda zu fahren, aber da wir jetzt an seinen freien Tagen kein Auto haben, weil es vermietet ist, hat sich das erledigt. Ich muss fast sagen zum Glück, weil es so vielleicht nicht ganz so stressig wird die letzten Tage…

Ausflug nach Butare

23. August 2011

Heute habe ich wieder eine super Möglichkeit gefunden, mich stundenlang selbst von der Arbeit abzuhalten: mit dem Bus nach Butare fahren! Grundsätzlich war der Gedanke eigentlich schon der Arbeit förderlich. Gestern hätte ich dort nämlich einen Termin gehabt, den ich aber leider auf heute verschieben musste. Was ich nämlich nicht wusste, als ich gestern in die Stadt zum Busbahnhof trottete (eigentlich schleppte ich mich eher), war, dass gestern die Schule wieder angefangen hat und deshalb alle Busse wieder mal ausgebucht waren. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir schon am Samstag ein Ticket besorgt, aber so stand ich ohne da und hätte erst am Nachmittag ein Plätzchen ergattern können, was mir dann aber zu spät geworden wäre, selbst wenn ich meinen Termin auf später hätte verschieben können. Die eigentlich ganz nette Dame in Butare sagte jedenfalls, ich könne mich ja heute melden, wenn ich in Butare bin und dann gucken wir, wie sie Zeit hat. Dummerweise ist sie aber heute weder ans Telefon gegangen, noch hat sie auf meine SMS oder E-Mails reagiert, was ich für eine Frau an ihrer Position schon echt befremdlich finde. Immerhin konnte ich schonmal wichtige Kopien für ein anderes Projekt einsacken, mich mal wieder im CGIS blicken lassen, wo sich meine ehemaligen Kollegen sehr gefreut haben, mich zu sehen, ein paar Schritte durch mein altes Viertel gehen, wo sich einiges verändert hat und die Busfahrt nach Butare und zurück mehr oder weniger genießen. Der Genuss hielt sich in sofern etwas in Grenzen, dass ich auf dem Hinweg neben einer jungen Mutter mit ihren zwei (ich schätze) Töchtern saß, was ja ansich kein Problem ist. Mein erstes Problem war aber, dass sie natürlich zu dritt nur einen Platz hatten und entsprechend eines der Kinder immer halb auf meinem Schoß saß oder das kleinere die Füße an meinem Bauch, was ich nicht so toll fand und mich auch dagegen wehrte. Mein Bauch ist nur für mein Kind da! ;-) Mein zweites Problem war, dass ich momentan extrem geruchsempfindlich bin und diese junge Dame scheinbar mindestens diesen Morgen (wenn nicht schon ein paar weitere zuvor) einen großen Bogen um einen Spritzer Wasser und etwas Seife gemacht haben musste. Dazu kam dann noch, dass ich ständig Angst um ihre Kinder hatte, weil ich das Gefühl hatte, sie döste so vor sich hin, während ihre Kinder mehr oder weniger auf ihrem Schoß rumturnten und bei der nächsten Vollbremsung durch den ganzen Bus geflogen wären. Also eine eher anstrengende Fahrt. Dafür hatte ich wenigstens einen einigermaßen bequemen Sitzplatz. Davon konnte ich auf der Rückfahrt leider nicht sprechen. Da bin ich nämlich gerade so auf den letzten Drücker noch in den Bus nach Kigali gesprungen, der schon entsprechend voll, wenn auch nicht ausgebucht, war, so dass ich nur einen Klappsitz abbgekommen habe. Und da sitzt man entsprechend unbequem. Außerdem meinte der Beifahrer in der ersten Reihe, das Radio nach jeder Kurve noch etwas lauter drehen zu müssen. Ich habe mich die ganze Zeit nur gefragt, wie die anderen das aushalten. Ich hatte wenigstens noch meinen iPod, dessen Ohrstöpsel meine Ohren in dem Fall wahrscheinlich noch geschützt haben. Meine Musik hab ich jedenfalls nicht so laut gestellt, dass sie das Radio völlig übertönt hätte. Dabei sind die Ruander sonst so ein leises Volk finde ich. Aber wenn es um das Aufdrehen von Radios geht, kennen Sie kein Erbarmen. Da ist nichtmal Robert eine Ausnahme, von dem ich am Sonntag auch recht unliebsam mit dem Radio geweckt wurde. Wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob die Lautstärke in dem Fall Absicht war.
Nun gut. Jetzt hoffe ich mal darauf, noch einen neuen Termin in Butare zu bekommen und auf einen Geistesblitz, was ich in den Gesundheitszentren für schlaue Fragen stellen könnte, die mich irgendwie weiter bringen.
Ach ja, ein Highlight hat den heutigen Tag gerettet: ich hab die Zusage vom Statistikamt bekommen, nächste Woche Koordinaten mit detailierten Informationen zu bekommen, von denen ich gar nicht zu träumen gewagt hatte ;-)