Reisebericht Queen Elizabeth Nationalpark I

Hier nun endlich mein vollständiger Reisebericht von unserem Trip zum Queen Elizabeth Nationalpark in Uganda vom 2. bis 5. Juni 2009:
Nachdem wir nach einigen Verzögerungen schließlich gegen Mittag aufbrechen konnten, sind wir recht flott vorangekommen und waren schon nach anderthalb Stunden an der Grenze zu Uganda. Etwa 45 Minuten braucht man dort, um die Formalitäten zu erledigen, wenn man ein Auto mitbringt. So konnte ich gleich noch Geld tauschen – wovon ich vermutlich in Zukunft eher absehen werde. Woanders hätte ich bestimmt einen besseren Kurs bekommen. Für einen Dollar bekommt man normalerweise 2250 USH (Uganda Shilling), ich hab nur 2100 bekommen. Na gut, macht mich nicht gerade arm… In Uganda sieht es zunächst einmal nicht viel anders aus als in Ruanda. Die Täler sind etwas weiter wenn man Richtung Kabale fährt, aber die Straßen sind zunächst noch immer kurvenreich. Umso weiter man ins Land kommt, desto gerader werden aber die Straßen hatte ich den Eindruck. Dadurch werden sie nicht unbedingt besser, denn die LKW rasen wie die bekloppten über die Schlaglöcher oder weichen ihnen in halsbrecherischen Manövern aus. Aber Robert scheint auf dieser Strecke schon jedes Schlagloch persönlich zu kennen, so dass wir ganz selten nur mal durch eines gefahren sind. Nach einer Weile werden die Berge ganz grün und sehen aus als hätte man einen Kunstrasen drüber gelegt. Aber die Rinder, die man aus Ruanda schon kennt, gibt es auch hier. Wir sind hinter Kabale der Straße bis nach Ntungamo gefolgt. Aus dieser Gegend kommt Robert, und wir haben natürlich prompt auch ein paar alte Freunde von ihm auf der Straße getroffen. In bzw. kurz vor Ntungamo haben wir die neue Straße Richtung Westen genommen (bei GoogleMaps heißt die Ntungamo Katunguru Road). Und von weitem konnte ich auch einen Blick auf das Haus werfen, in dem Robert groß geworden ist (und das ja ganz ordentlich ;-)). An dem Markt, auf den er früher jeden Dienstag gefahren ist, sind wir auch vorbeigekommen. Ein buntes Treiben! Ich hab irgendwie nur Klamotten gesehen, aber vielleicht wurde der Rest woanders angeboten. In Kagamba ist dann Ende der Ausbaustrecke, wenn ich mich richtig erinnere und man biegt nach Norden in Richtung Kitagata bzw. Bushenyi ab. Ich glaub, da stand sogar ein Schild. In Kitagata hat mir Robert noch die heißen Quellen gezeigt, die die Einheimischen dort benutzen, um auch mal ein heißes Bad zu nehmen. Ich hab das Wasser nicht getestet, aber es hat immerhin gedampft. Die Straße über Kashenyi, Nyakishozo, Buhinda zieht sich ganz schön hin. Robert meinte, sie wäre besser als die Straße von Cyangugu nach Kibuye, wem das was sagt ;-), wovon ich aber nicht ganz so überzeugt bin. Ich würd sagen, sie sind vergleichbar. In Katunguru überquert man dann den Kazinga Channel, der bereits im Queen Elizabeth Nationalpark liegt und den Lake Edward mit dem Lake George verbindet. Es handelt sich hierbei um einen natürlichen Kanal, der etwa 42 km lang und ich glaube 8 m tief ist. Die Bilder von GoogleEarth geben leider nicht viel her für die Region, aber ihr könnt ja mal nach Katunguru suchen, dann landet ihr in etwa am Kanal. Folgt ihr dem Kanal Richtung Westen kommt ihr zum Lake Edward und zur Mweya Lodge, zu der ich später noch kommen werde. Richtung Osten geht es zum Lake George. Kurz hinter dem Kanal kommt man in einen kleinen Ort, in dem wir dann auch unsere erste Nacht in einem sogenannten „selfcontained“ Zimmer verbracht haben. Obwohl eigentlich schon Feierabend im Parkbüro war, haben wir uns noch schnell die Genehmigungen zum Rumfahren für die nächsten zwei Tage abgeholt, so dass wir gleich morgens durchstarten konnten. Ziemlich müde bezogen wir dann also unser Zimmer. Selfcontained meint, dass Dusche und WC direkt vom Zimmer zugänglich sind. Wir hatten das große Glück, das einzige „selfcontained“ Zimmer in dieser Unterkunft zu bekommen. Allerdings bestand Dusche und WC aus einem kleinen gefliesten Raum mit einem Porzelan-Loch im Boden, über dem man dann also alles erledigen konnte, was man eben so in Dusche und WC normalerweise so tut. Es war etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit Roberts Hilfe hab ich es auch geschafft, zu duschen (dazu muss man sich eigentlich selbst mit Wasser aus einem Kanister übergießen, was ich aber nicht alleine geschafft hab). Viel hat die Dusche nicht geholfen – nach kürzester Zeit fühlte ich mich schon wieder ganz klebrig, was wohl an den heißen Temperaturen und dem schwülen Wetter lag. Die Mücken haben sich daran nicht gestört und haben wahrscheinlich ein Festmahl genossen. Wir vermuten, dass Robert sich von dort auch Malaria mitgebracht hat. Wie man auf dem Bild sieht, hätte es zwar ein Moskitonetz gegeben, aber bei handtellergroßen Löchern hielt ich es für unnötigen Kraftaufwand, es runterzulassen.

hier gehts zum nächsten Tag und hier gibts Fotos

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