Ist ja schon irgendwie interessant, wie Ruanda momentan im Tagesspiegel „gepuscht“ wird. Ich bin ja jetzt nicht der große Zeitungsleser (auch nicht Zeitungsleserin), aber schon am letzten Wochenende gab es einen ganzseitigen Bericht über den „Aufbruch von Kigali“ und heute wurde nun schon wieder ein Artikel über eine Doktorarbeit über die Aufarbeitung des Genozids bei den Frauen in Ruanda abgedruckt. Bin gespannt, ob da auch mal was von mir gedruckt wird
– immerhin wurde im April auch von einem Eisbärenfan (also Eishockey, nicht Knut) berichtet, der seit 2007 in Kigali lebt. Eisbärfan bin ich ja auch, aber dann doch mehr Richtung Knut als Eishockey…
Archives of Nicsi
Uganda, ich komme!
Nachdem ich erst wochenlang bangen musste, ob mir das Gesundheitsministerium in Ruanda bzw. die Malaria Unit erlauben würde, das Malaria-GIS-Projekt auf der AfricaGIS 2009 zu präsentieren (was mir dann schließlich gestattet wurde), musste ich mich an der Beuth Hochschule für Technik auch noch mit der Bürokratie herumschlagen, die auch ein bisschen Afrika-Feeling aufkommen lässt. Mein Dienstreiseantrag scheint nämlich in irgendeinem Reißwolf gelandet zu sein, war jedenfalls gestern nicht mehr auffindbar. So musste ich gestern nochmal einen neuen Antrag abgeben. Zum Glück hatte ich noch eine Kopie von allen Unterlagen und konnte auch unseren Prodekan beim Nachhausegehen abfangen, um ihn mir wieder zu unterschreiben. Persönlich an die Verwaltung übergeben musste ich mir dann keine Sorgen mehr machen, dass er wieder verloren geht.
Und nun habe ich telefonisch endlich die Bestätigung erhalten, dass der Antrag genehmigt ist! *hüpf, tanz, freu* Wie ihr euch sicherlich denken könnt, werde ich nicht nach Uganda fliegen, ohne einen Abstecher nach Ruanda zu machen. Und da ich auch schon eine Einladung nach Burundi habe, kann es durchaus sein, dass Robert und ich auch noch ein paar Tage nach Burundi fahren, da war er schließlich noch nie. Ich freu mich schon so! Und Robert zählt auch schon die Tage ![]()
Am 24. Oktober geht es los! Wenn noch jemand außer Norbert Bedarf an neuem Pilipili hat, bitte Bescheid geben! Es wird bestimmt noch ein bisschen Platz im Koffer sein.
Nicole-in-Ruanda on Tour
Ein bisschen kurzfristig vielleicht, aber dennoch möchte ich nicht versäumen, euch über zwei Veranstaltungen zu informieren, auf denen ich etwas über mein Leben und Arbeiten in Ruanda erzählen und etliche Fotos zeigen werde. Beide Veranstaltungen finden im Rahmen des Treffens der jeweiligen Kolpingsfamilie statt. Gäste sind herzlich willkommen!
Dienstag, 15.09.2009, 19.30 Uhr:
St. Rita, General-Woyna-Straße 56, 13403 Berlin
Montag, 21.09.2009, 19.00 Uhr (nicht 19.30 Uhr wie ich fälschlicherweise vorher geschrieben hatte!):
St. Joseph/Tegel, Bonifaziusstraße 16/18, 13509 Berlin
Radtour mit dem Tandem
Schon im letzten Jahr hatte mir die andere Nicole eine Radtour mit dem Tandem zum Geburtstag geschenkt. Nachdem wir dieses Vorhaben im letzten Jahr zweimal verschoben haben, haben wir es nun endlich geschafft, meinen Gutschein einzulösen.
Vormittags haben wir dafür ein Tandem bei Pedalpower ausgeliehen und haben uns mit anfänglichen Startschwierigkeiten was die Koordination anging auf den Weg Richtung Müggelsee gemacht. Auf dem Weg haben wir auch noch ein paar Schätze gesucht. Das heißt jetzt allerdings nicht mehr „Schatzsuche“ sondern „Geocaching“ und man sucht nicht mithilfe einer Schatzkarte sondern anhand von geographischen Koordinaten einen Schatz. Dafür gibt es extra Webseiten wie geocaching.com. Zum Teil sind diese Schätze zu gut versteckt für meinen Geschmack, jedenfalls haben wir nur 2 von 5 gesuchten sogenannten Caches gefunden. Wie wir heute erfahren haben, war einer von den fünfen auch prompt am Dienstag, dem Tag unserer Radtour, entfernt worden, so dass wir ihn gar nicht finden konnten, aber wir waren nicht mal dort, wo er mal gewesen war, würde ich sagen. So wurde unsere Radtour, die uns rund um den Müggelsee führte und bei der wir fast Tandemprofis geworden sind, ab und zu durch eine kleine Schatzsuche unterbrochen, bei der man sich mal wieder die Beine etwas vertreten und die Schultern lockern konnte. Daneben gab es auch noch ein kleines Picknick am See und einen Eis-Stopp
Schließlich haben wir dann auch noch einen Cache selbst versteckt, was gar nicht so einfach war.
Zum Glück war das Wetter insgesamt dann doch noch ganz schön, so dass wir einen richtig schönen Tag auf dem Tandem hatten. Aber als wir gegen 21.30 Uhr zuhause waren, waren wir auch ganz froh, endlich vom Rad steigen zu können. Danke für den schönen Tag, Nicole!
Nachtrag: Geburtstag
So, jetzt hattet ihr alle genug Zeit, noch nachträglich zu gratulieren! Denen, die an meinen Geburtstag gedacht haben, vielen Dank für die lieben Glückwünsche! Wer es jetzt immernoch nicht geschafft hat, der darf nun auch bis zum nächsten Jahr warten ![]()
Mein Geburtstag verlief in diesem Jahr nicht ganz so spektakulär wie im letzten Jahr – mit Zebras, Giraffen und Pavianen – aber dafür im Kreis meiner lieben Kolleginnen und Kollegen. Da ich den ganzen Tag entweder arbeiten oder „studieren“ musste, blieb nur begrenzt Zeit zum Feiern. Deshalb mussten meine Kollegen/innen herhalten, mit mir in gemütlicher Runde feudal zu frühstücken, wofür sie sich ja immer wieder gerne zur Verfügung stellen.
Das Tanzen fiel leider an diesem Tag auch aus, weil mein lieber Tanzpartner noch für etliche Klausuren büffeln musste. Dafür hat sich „die andere Nicole“ noch bereit erklärt, den Tag gemeinsam mit mir ausklingen zu lassen, was wir mit einem Caipirinha am „Strand“ gegenüber vom Hauptbahnhof auch erfolgreich geschafft haben. Dummerweise hat sich das mit dem „ausklingen lassen“ auch auf meine Stimme bezogen – die war mit dem Ende des Tages auch so ziemlich am Ende.
Reisebericht Queen Elizabeth Nationalpark IV
Unser letzter Urlaubstag startete wie gewohnt in aller Frühe. Wir wollten noch einen Abstecher zu den Löwen in Ishasha machen, bevor wir uns auf den Rückweg nach Kigali begeben mussten.
So ging es zunächst einmal durch den Park zurück zur Hauptstraße, über den Kanal und etwa 4 km Richtung Süden, bevor wir auf eine „Dirt road“ Richtung Westen abbogen. Der folgt man dann etwa 90 km fast bis zur Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und kommt so in einen weiteren Bereich des Nationalparks, in dem man eher die Chance hat, ein paar Wilde Tiere zu treffen. Auf deutschen Straßen wären 90 km ja ein Katzensprung, aber wir brauchten dann doch fast zwei Stunden bis wir wieder auf Nationalpark-Personal stießen. (Wer keine Kosten scheut, kann übrigens auch nach Ishasha fliegen…) In Ishasha angekommen wollten wir uns diesmal sogar einen Guide leisten. Aber da der letzte gerade in einen Bus mit Studenten gestiegen war und wir nicht eine halbe Stunde oder länger warten wollten, bis ein anderer wieder auftauchen würde, haben wir uns einfach an ihre Fersen geheftet. Auf diese Weise auch wir in den Genuss noch ein paar Elefanten – diesmal auch von richtig nah – und endlich auch die von mir heiß ersehnten Löwen zu sehen. In dieser Region findet man sie (also die Löwen, nicht die Elefanten) oft in Feigenbäumen liegend, wo sie wohl Schutz vor den Bremsen suchen, von denen sie anscheinend belästigt werden, wenn sie im Gras liegen. Es war sooo toll, die Löwen – leider waren es nur drei – zu beobachten! Ich hätte dort Stunden zubringen können! Aber wir mussten ja auch noch irgendwie wieder nach hause kommen. Also machten wir uns dann auch bald auf den Weg. Wir nahmen die Route durch den Bwindi Impenetrable (zu deutsch: „undurchdringbar“!) Forest National Park. Diese Strecke war wenigstens auch für Robert mal neu und auch wirklich schön. Bis auf ein paar ziemlich große Schlaglöcher, in denen man bis zum Knie im Schlamm versunken wäre, wenn man das Bedürfnis gehabt hätte. Wir hatten schon die Befürchtung, da nicht durchzukommen, aber mit 4-Rad-Antrieb und Roberts Erfahrung war es dann doch kein Problem. Die Straße windet sich scheinbar endlos einen Berg hinauf, der in meiner Karte mit 2250 m Höhe eingezeichnet ist und schließlich muss man durch ein Gate, wo man von einem unfreundlichen Parkwächter ein Buch hingehalten bekommt, in das man sich eintragen muss (wer, wann, warum in diesen Park fährt). Theoretisch könnte man in diesem Wald sogar Gorillas treffen, praktisch ist uns aber keiner vor das Auto gesprungen und auch im Wald habe ich keinen rumturnen sehen. Lediglich ein paar Colobus Monkeys winkten von den Bäumen, bevor sie sich dann ganz schnell verdrückten. Nach gut 12 km ist man durch den Wald durch und muss sich an einem weiteren Gate in ein weiteres Buch eintragen. Tja, die Leute wollen schließlich auch beschäftigt sein… Mit etwas Glück hat man nun einen tollen Blick auf die Vulkane Muhabura und Gahinga an der Grenze zu Ruanda. Leider haben sich uns ziemlich viel Wolken in den Weg gestellt, deshalb verschone ich euch mit einem schlechten Bild. Bis zu einer fast fertigen neuen Straße ist es von dort dann nicht mehr weit und dann ist man auch schon bald in Kabale, wo wir eine kleine verspätete Mittagspause eingelegt haben. Am liebsten wären wir auf der gemütlichen Couch gleich liegen geblieben, aber wir wollten ja noch nach hause. Also haben wir die letzten Meter zur Grenze auch noch geschafft, wo wir dummerweise genau nach einer großen Pilgergruppe ankamen, so dass wir im Aus- bzw. Einwanderungsbüro eine ganze Weile warten mussten. Aber auch die haben wir überwunden und haben dann auch noch die etwa anderthalb Stunden nach Kigali – endlich wieder auf der richtigen Seite der Straße! – geschafft. Unser tapferes Gefährt wurde direkt in die Werkstatt gebracht und gegen einen Landcruiser eingetauscht, in den wir dann unser ganzes Gepäck (ja, ich weiß, diese Frauen immer…) umpacken mussten. Aber dann hatten auch wir es geschafft.
Der Park ist wirklich eine Reise wert! Aber vier Tage im Auto haben dann auch gereicht…
Reisebericht Queen Elizabeth Nationalpark III
Unser zweiter Tag im Park startete wieder früh um 7 mit einem nicht ganz so beeindruckenden aber auch schönem Sonnenaufgang. Nachdem es in der Nacht sehr heftig geregnet hatte, lag noch der Dunst über der Savanne, als wir wieder im östlichen Teil des Parks unterwegs waren. Nachdem wir dort wieder kein Glück bezüglich der Sichtung von Löwen oder Elefanten hatten, konnten wir immerhin miteinander kämpfenden Kobs zusehen. Diesmal ohne Frühstückspause (ich hatte Corny-Riegel aus Deutschland mitgebracht, das hat für’s erste gereicht) hielten wir nur kurz am Haupttor und folgten dann dem Crater Drive. Schon auf dem Weg zum Haupttor konnte ich endlich die ersten Elefanten in der Savanne sehen. Robert hatte sie zuerst entdeckt und ich hatte erst Schwierigkeiten, sie überhaupt zu sehen, aber dann war ich ganz entzückt, gleich eine ganze Familie zu sehen, die sich da offenbar auf dem Weg zum zweiten Frühstück befanden. Der Weg zum Haupttor hat offenbar eine kleine Sanierung nötig und das scheint auch schon vor einer Weile erkannt worden zu sein – darauf deuten zumindest die zahlreichen „Hügel“ hin, die dort in regelmäßigen Abständen auf die Straße geschüttet wurden. Dummerweise liegen die da schon ein paar Monate, so dass sie sich bei den starken Regenfällen schon langsam selbst auf die Straße ergossen, wovon die Straße nicht wirklich besser wurde…
Der Crater Drive zieht sich vom Haupttor Richtung Nordosten bis nach Kikorongo, wobei man an zahlreichen Kratern vulkanischen Ursprungs entlangfährt. Eine beeindruckende Kulisse! Besonders faszinierend fand ich die Tatsache, dass jeder Krater etwas anders aussieht, obwohl sie zum Teil direkt aneinander grenzen. Nach einer kleinen Fotosession auf einer Aussichtsplattform haben wir ein Päuschen in Kikorongo eingelegt, wo wir ein kaltes Weichgetränk und eine Internetverbindung genießen konnten.
Bevor wir uns wieder auf dem Weg zu einer weiteren Bootstour machten, fuhren wir noch schnell zum Äquator. Man beachte, dass sich Robert eindeutig auf der Südhalbkugel positioniert, während ich mich bewusst mit einem Bein in den Süden und mit einem in den Norden gestellt hab
Bei unserer zweiten Bootstour war unser Guide noch etwas müder als am ersten Tag, hatte ich das Gefühl. So haben wir zwar nicht viel gehört, aber dafür etliche Krokodile gesehen und auch einfach die Fahrt genossen. Immerhin hatte Robert so auch mal die Gelegenheit, ein bisschen zu entspannen, statt den ganzen Tag Auto zu fahren.
Der Abend wurde geprägt durch das eine oder andere Bier im Sonnenuntergang auf der Terrasse der Mweya Lodge und ein weiteres sehr leckers Drei-Gänge-Menü.
Reisebericht Queen Elizabeth Nationalpark II
Für die anstrengende Nacht wurden wir mit einem herrlichen Sonnenaufgang entlohnt! So etwas bekommt man in Ruanda nur schwerlich zu sehen, weil ja ständig einer der 1000 Hügel im Weg steht ![]()
Da wir ja schon unsere Permits am Abend bezahlt hatten, konnten wir direkt durchstarten und sind gleich um 7 zu unserem ersten „Game drive“ in den östlichen Teil des Parks aufgebrochen. So haben wir die ersten Tiere offenbar schon nach dem ersten Frühstück erwischt. Die Löwen ließen sich allerdings nicht blicken und die Elefanten müssen sich auch in irgendwelchen Löchern versteckt haben. Ganz alleine waren wir dort auch nicht unterwegs, aber während der nächsten zwei Stunden sind uns nur drei oder vier Wagen begegnet, so dass wir uns schon ziemlich allein fühlten. Zum Frühstück haben wir dann einen Boxenstop in der Mweya Lodge eingelegt und haben uns gleich noch für den Boat trip am Nachmittag eintragen lassen. Während ich dann ein bisschen Urlaub am Pool gemacht hab, hat sich Robert um unsere Unterkunft gekümmert. Wir waren uns von Anfang an einig, dass wir bei der Unterkunft eher Geld sparen und statt dessen besser essen wollten. So bekamen wir diesmal zwar kein „selfcontained“ Zimmer, aber es war sauber und die Dusche war schön kalt. Aber erstmal habe ich den nicht ganz so kalten Pool genossen und einen ersten Blick auf ein paar Elefanten am anderen Ufer des Kazinga Channels werfen können. Zugegebenermaßen ist das ein ziemliches Suchbild ![]()
Nachmittags stand dann unsere Bootstour auf dem Programm. Diese findet auf dem Kanal statt und man bekommt viele Vögel, Krokodile, Nilpferde, Büffel, Elefanten und ein Fischerdorf zu sehen. Je nachdem wen man als Guide dabei hat und wie gut derjenige drauf ist, bekommt man dann auch mehr oder weniger Informationen über den Park und die Tiere, die man zu Gesicht bekommt.
Eigentlich wollten wir danach nur noch eine kleine Runde durch den Park drehen. Aber als wir an das Tor kamen, fragte ein Guide, ob wir ihn zur Hauptstraße mitnehmen könnten. Soweit wollten wir eigentlich nicht fahren, aber Robert nutzte die Chance, mit einem kostenlosen Guide die Strecke zu fahren. Und er konnte uns auch einige Vögel benennen, die wir am Morgen gesehen hatten. Eine Großfamilie Paviane haben wir auf diese Weise auch noch getroffen.
Danach hörten wir schon von weitem die kalte Dusche nach uns rufen und ließen uns dann ein sehr gutes Drei-Gänge-Menü und ein Glas Wein schmecken. Im Vergleich zum Frühstück war es nichtmal teuer. Wesentlich größer war unser Zimmer in dieser Nacht nicht, aber mit zwei getrennten Betten ließ sich die Hitze einigermaßen aushalten. Aber auch hier hatte das (nur über einem Bett hängende) Moskitonetz ziemlich große Löcher, so dass ich versucht habe, die Mücken zu ignorieren, die um mich herumschwirrten.
Reisebericht Queen Elizabeth Nationalpark I
Hier nun endlich mein vollständiger Reisebericht von unserem Trip zum Queen Elizabeth Nationalpark in Uganda vom 2. bis 5. Juni 2009:
Nachdem wir nach einigen Verzögerungen schließlich gegen Mittag aufbrechen konnten, sind wir recht flott vorangekommen und waren schon nach anderthalb Stunden an der Grenze zu Uganda. Etwa 45 Minuten braucht man dort, um die Formalitäten zu erledigen, wenn man ein Auto mitbringt. So konnte ich gleich noch Geld tauschen – wovon ich vermutlich in Zukunft eher absehen werde. Woanders hätte ich bestimmt einen besseren Kurs bekommen. Für einen Dollar bekommt man normalerweise 2250 USH (Uganda Shilling), ich hab nur 2100 bekommen. Na gut, macht mich nicht gerade arm… In Uganda sieht es zunächst einmal nicht viel anders aus als in Ruanda. Die Täler sind etwas weiter wenn man Richtung Kabale fährt, aber die Straßen sind zunächst noch immer kurvenreich. Umso weiter man ins Land kommt, desto gerader werden aber die Straßen hatte ich den Eindruck. Dadurch werden sie nicht unbedingt besser, denn die LKW rasen wie die bekloppten über die Schlaglöcher oder weichen ihnen in halsbrecherischen Manövern aus. Aber Robert scheint auf dieser Strecke schon jedes Schlagloch persönlich zu kennen, so dass wir ganz selten nur mal durch eines gefahren sind. Nach einer Weile werden die Berge ganz grün und sehen aus als hätte man einen Kunstrasen drüber gelegt. Aber die Rinder, die man aus Ruanda schon kennt, gibt es auch hier. Wir sind hinter Kabale der Straße bis nach Ntungamo gefolgt. Aus dieser Gegend kommt Robert, und wir haben natürlich prompt auch ein paar alte Freunde von ihm auf der Straße getroffen. In bzw. kurz vor Ntungamo haben wir die neue Straße Richtung Westen genommen (bei GoogleMaps heißt die Ntungamo Katunguru Road). Und von weitem konnte ich auch einen Blick auf das Haus werfen, in dem Robert groß geworden ist (und das ja ganz ordentlich ;-)). An dem Markt, auf den er früher jeden Dienstag gefahren ist, sind wir auch vorbeigekommen. Ein buntes Treiben! Ich hab irgendwie nur Klamotten gesehen, aber vielleicht wurde der Rest woanders angeboten. In Kagamba ist dann Ende der Ausbaustrecke, wenn ich mich richtig erinnere und man biegt nach Norden in Richtung Kitagata bzw. Bushenyi ab. Ich glaub, da stand sogar ein Schild. In Kitagata hat mir Robert noch die heißen Quellen gezeigt, die die Einheimischen dort benutzen, um auch mal ein heißes Bad zu nehmen. Ich hab das Wasser nicht getestet, aber es hat immerhin gedampft. Die Straße über Kashenyi, Nyakishozo, Buhinda zieht sich ganz schön hin. Robert meinte, sie wäre besser als die Straße von Cyangugu nach Kibuye, wem das was sagt ;-), wovon ich aber nicht ganz so überzeugt bin. Ich würd sagen, sie sind vergleichbar. In Katunguru überquert man dann den Kazinga Channel, der bereits im Queen Elizabeth Nationalpark liegt und den Lake Edward mit dem Lake George verbindet. Es handelt sich hierbei um einen natürlichen Kanal, der etwa 42 km lang und ich glaube 8 m tief ist. Die Bilder von GoogleEarth geben leider nicht viel her für die Region, aber ihr könnt ja mal nach Katunguru suchen, dann landet ihr in etwa am Kanal. Folgt ihr dem Kanal Richtung Westen kommt ihr zum Lake Edward und zur Mweya Lodge, zu der ich später noch kommen werde. Richtung Osten geht es zum Lake George. Kurz hinter dem Kanal kommt man in einen kleinen Ort, in dem wir dann auch unsere erste Nacht in einem sogenannten „selfcontained“ Zimmer verbracht haben. Obwohl eigentlich schon Feierabend im Parkbüro war, haben wir uns noch schnell die Genehmigungen zum Rumfahren für die nächsten zwei Tage abgeholt, so dass wir gleich morgens durchstarten konnten. Ziemlich müde bezogen wir dann also unser Zimmer. Selfcontained meint, dass Dusche und WC direkt vom Zimmer zugänglich sind. Wir hatten das große Glück, das einzige „selfcontained“ Zimmer in dieser Unterkunft zu bekommen. Allerdings bestand Dusche und WC aus einem kleinen gefliesten Raum mit einem Porzelan-Loch im Boden, über dem man dann also alles erledigen konnte, was man eben so in Dusche und WC normalerweise so tut. Es war etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit Roberts Hilfe hab ich es auch geschafft, zu duschen (dazu muss man sich eigentlich selbst mit Wasser aus einem Kanister übergießen, was ich aber nicht alleine geschafft hab). Viel hat die Dusche nicht geholfen – nach kürzester Zeit fühlte ich mich schon wieder ganz klebrig, was wohl an den heißen Temperaturen und dem schwülen Wetter lag. Die Mücken haben sich daran nicht gestört und haben wahrscheinlich ein Festmahl genossen. Wir vermuten, dass Robert sich von dort auch Malaria mitgebracht hat. Wie man auf dem Bild sieht, hätte es zwar ein Moskitonetz gegeben, aber bei handtellergroßen Löchern hielt ich es für unnötigen Kraftaufwand, es runterzulassen.
Auf gepackten Koffern
Nun ist mein Urlaub leider schon wieder fast vorbei. Der Koffer ist gepackt, und ich hoffe, er hat nicht mehr als 30 kg sonst muss ich nochmal umpacken am Flughafen und da hab ich ja gar keine Lust drauf. [Anm. d. Red.: Er hatte sogar nur gut 25 kg!]
Gestern habe ich mich schon von Irene und Dancille und von meinen ehemaligen Kollegen bei PNILP verabschiedet, mich abends sogar noch mit jemandem im Gesundheitsministerium getroffen und war dann noch mit Robert im Heaven essen. Der Mochito konnte mich leider nicht über den Abschiedsschmerz hinwegtrösten und das Essen war leider auch nicht so gut wie teuer. Aber das ist man ja inzwischen auch schon gewöhnt hier…
Das ganze Wochenende habe ich damit verbracht, die Fotos von letzter Woche aufzubereiten, damit ich sie heute noch Robert auf den Rechner kopieren kann. Jetzt muss ich nur noch eine Auswahl von den etwa 1100 Bildern treffen, was gar nicht so einfach ist. Zugegebenermassen sind etliche „doppelte“ Tiere dabei, aber ein Bild ist schöner als das andere wie ich finde (jedenfalls mehrheitlich, hab auch schon etliche gelöscht). In der Zwischenzeit könnt ihr euch schon auf Hippos, etliche Vögel, Kobs, weitere Warthogs, Waterbucks, Krokodile und Elefanten freuen – und Löwen natürlich! Vorfreude ist ja bekanntlich auch die schönste Freude ![]()








