Reisebericht Queen Elizabeth Nationalpark IV

Unser letzter Urlaubstag startete wie gewohnt in aller Frühe. Wir wollten noch einen Abstecher zu den Löwen in Ishasha machen, bevor wir uns auf den Rückweg nach Kigali begeben mussten.

So ging es zunächst einmal durch den Park zurück zur Hauptstraße, über den Kanal und etwa 4 km Richtung Süden, bevor wir auf eine „Dirt road“ Richtung Westen abbogen. Der folgt man dann etwa 90 km fast bis zur Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und kommt so in einen weiteren Bereich des Nationalparks, in dem man eher die Chance hat, ein paar Wilde Tiere zu treffen. Auf deutschen Straßen wären 90 km ja ein Katzensprung, aber wir brauchten dann doch fast zwei Stunden bis wir wieder auf Nationalpark-Personal stießen. (Wer keine Kosten scheut, kann übrigens auch nach Ishasha fliegen…) In Ishasha angekommen wollten wir uns diesmal sogar einen Guide leisten. Aber da der letzte gerade in einen Bus mit Studenten gestiegen war und wir nicht eine halbe Stunde oder länger warten wollten, bis ein anderer wieder auftauchen würde, haben wir uns einfach an ihre Fersen geheftet. Auf diese Weise auch wir in den Genuss noch ein paar Elefanten – diesmal auch von richtig nah – und endlich auch die von mir heiß ersehnten Löwen zu sehen. In dieser Region findet man sie (also die Löwen, nicht die Elefanten) oft in Feigenbäumen liegend, wo sie wohl Schutz vor den Bremsen suchen, von denen sie anscheinend belästigt werden, wenn sie im Gras liegen. Es war sooo toll, die Löwen – leider waren es nur drei – zu beobachten! Ich hätte dort Stunden zubringen können! Aber wir mussten ja auch noch irgendwie wieder nach hause kommen. Also machten wir uns dann auch bald auf den Weg.  Wir nahmen die Route durch den Bwindi Impenetrable (zu deutsch: „undurchdringbar“!) Forest National Park. Diese Strecke war wenigstens auch für Robert mal neu und auch wirklich schön. Bis auf ein paar ziemlich große Schlaglöcher, in denen man bis zum Knie im Schlamm versunken wäre, wenn man das Bedürfnis gehabt hätte. Wir hatten schon die Befürchtung, da nicht durchzukommen, aber mit 4-Rad-Antrieb und Roberts Erfahrung war es dann doch kein Problem. Die Straße windet sich scheinbar endlos einen Berg hinauf, der in meiner Karte mit 2250 m Höhe eingezeichnet ist und schließlich muss man durch ein Gate, wo man von einem unfreundlichen Parkwächter ein Buch hingehalten bekommt, in das man sich eintragen muss (wer, wann, warum in diesen Park fährt). Theoretisch könnte man in diesem Wald sogar Gorillas treffen, praktisch ist uns aber keiner vor das Auto gesprungen und auch im Wald habe ich keinen rumturnen sehen. Lediglich ein paar Colobus Monkeys winkten von den Bäumen, bevor sie sich dann ganz schnell verdrückten. Nach gut 12 km ist man durch den Wald durch und muss sich an einem weiteren Gate in ein weiteres Buch eintragen. Tja, die Leute wollen schließlich auch beschäftigt sein… Mit etwas Glück hat man nun einen tollen Blick auf die Vulkane Muhabura und Gahinga an der Grenze zu Ruanda. Leider haben sich uns ziemlich viel Wolken in den Weg gestellt, deshalb verschone ich euch mit einem schlechten Bild. Bis zu einer fast fertigen neuen Straße ist es von dort dann nicht mehr weit und dann ist man auch schon bald in Kabale, wo wir eine kleine verspätete Mittagspause eingelegt haben. Am liebsten wären wir auf der gemütlichen Couch gleich liegen geblieben, aber wir wollten ja noch nach hause. Also haben wir die letzten Meter zur Grenze auch noch geschafft, wo wir dummerweise genau nach einer großen Pilgergruppe ankamen, so dass wir im Aus- bzw. Einwanderungsbüro eine ganze Weile warten mussten. Aber auch die haben wir überwunden und haben dann auch noch die etwa anderthalb Stunden nach Kigali – endlich wieder auf der richtigen Seite der Straße! – geschafft. Unser tapferes Gefährt wurde direkt in die Werkstatt gebracht und gegen einen Landcruiser eingetauscht, in den wir dann unser ganzes Gepäck (ja, ich weiß, diese Frauen immer…) umpacken mussten. Aber dann hatten auch wir es geschafft.

Der Park ist wirklich eine Reise wert! Aber vier Tage im Auto haben dann auch gereicht…

Hier gibts Fotos

1 Kommentar

One comment on “Reisebericht Queen Elizabeth Nationalpark IV”

  1. alix sagt:

    hallo,

    sind ja echt nett die fotos! danke… mir gefällt der kingsfisher am besten und das foto von dem hippo im wasser wo man nur die ohren und augen sieht…

    bis bald mal
    alex

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