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Nachschlag: BBB in Kigali

Bevor ich endlich wieder was „richtig“ aktuelles schreiben kann, muss ich euch noch von unseren letzten beiden Tagen in Ruanda berichten.

Hier noch ein Foto von Patricia mit einigen ihrer Geburtstagsgeschenke :)

Geburtstagsgeschenke

Geburtstagsgeschenke

Robert hatte die sehr schöne Idee, ein paar Freunde einzuladen, damit die Leute mich endlich mal kennenlernen und ich sie, und gleichzeitig konnte ich die Gelegenheit nutzen, mich von meinen Freunden zu verabschieden, da wir uns unseren letzten Abend in Ruanda für die Party ausgesucht hatten. Im Nachhinein betrachtet war es glaube ich, eine wirklich gute Idee, weil ich sonst bestimmt eher Trübsal blasend rumgehanden hätte. Aber so mussten wir den ganzen Tag noch ganz schön wirbeln: Getränke und z.T. Zutaten besorgen, Stühle organisieren, Tische rausstellen und beten, dass Wasser und Strom am Abend noch da sein würden. Robert hatte den Koch von der Bar gegenüber engagiert, uns Ziegenspieße (Brochette), Bananen und Hühnchen zu grillen, der dann damit auch den ganzen Tag beschäftigt war. Robert hatte mich erst vorgewarnt, dass er das alles bei uns vorbereiten würde, aber er kam dann zum Glück schon mit den fertigen Brochettes und musste dann bei uns nur noch die Hühner zerlegen (immerhin nicht mehr töten und rupfen…) So nach und nach trudelten dann auch alle ein und ich hab schnell den Überblick verloren bei Roberts ganzen Freunden. Es müssten insgesamt so 25 Gäste gewesen sein, denen alles sehr gut schmeckte – so gut, dass nichts übrig blieb. Nachher hab ich mich geärgert, dass ich mir nicht ein paar Brochette zur Seite gelegt hatte, um sie mit nach hause zu nehmen ;-) Robert tat es auch leid, dass er seinen Boy vergessen hatte, der am nächsten Tag zum Putzen kommen sollte, und ihm nichts aufgehoben hatte. Die Flasche Waragi (Ugandischer Gin) hat dann der Koch noch als Dankeschön mitbekommen.

unser Grillmeister

unser Grillmeister

der schnöde Rest

der schnöde Rest

Die eingeladenen Mädels waren wohl die einzigen, die ein bisschen enttäuscht waren: Patricia wollte einfach nicht bei jemand anderem als Robert oder mir bleiben. Das höchste der Gefühle war dann schon, ein bisschen im Wohnzimmer zu spielen, aber selbst darauf hatte sie nicht lange Lust. Das setzte sich auch an unserem letzten Tag so fort. Ich hatte ja gehofft bzw. darauf gesetzt, dass ich Patricia bei Everyne im Laden unten abgeben könnte, um Zeit zum Kofferpacken zu haben. Aber nachdem ich mit Robert und Patricia noch auf einen letzten Apple Pie im Bourbon war, wollte Patricia nicht unten bleiben und ließ sich auch überhaupt nicht beruhigen, so dass ich Robert bitten musste, so schnell wie möglich nach hause zu kommen, damit ich endlich unsere Koffer packen konnte.

Patricia mit Papa Ton in Ton :)

Patricia mit Papa Ton in Ton :)

Und dabei haben mir dann die Hauswichtel auch noch Streiche gespielt! Erst war mein Brustbeutel verschwunden (wo zum Glück nur noch mein Impfpass drin war, wenigstens nicht mehr die Reisepässe wie gewöhnlich), dann suchte ich das Lederband von Patricias Hochstuhl, das ich mit zurück nach Deutschland nehmen wollte – alles weg. Ich hatte ja ein bisschen die Hoffnung, dass dann auch die Festplatte wieder auftauchen würde, wenn ich jetzt nach den anderen Dingen suchen würde, aber es blieb alles verschollen. Wenigstens tauchten Brustbeutel und Lederband in Berlin wieder auf…

Ich wiege ja nun eh schon immer mein Gepäck und packe noch ein paar Kilos von dem einen in den anderen Koffer wenn es sein muss. Mein blauer Koffer hatte letztendlich vier Kilo Übergewicht, das leider die Dame am Schalter nicht ignorieren wollte. Ich hatte erst gedacht, dann bezahle ich eben die 50 Dollar Strafe, aber als sie dann 100 Euro haben wollten, habe ich mich doch umentschieden. So musste ich mit einer plärrenden Patricia, die eh schon sauer war, weil der Papa sie verlassen hatte, die schwersten Sachen aus den Koffern in die Wickeltasche packen, die ich dann sicherheitshalber noch in eine Tüte verpackt habe, damit nichts rausfällt und als Gepäck aufgegeben habe. Immerhin waren die freundlichen und hilfreichen Herren am Flughafen in der Lage (für 10 USD) den Kindersitz in Folie zu verpacken, was sie dann auch ganz ordentlich gemacht haben.

Patricia hat dann die ganze Nacht im Flieger auf mir liegend geschlafen, wodurch ich mich quasi zehn Stunden lang nicht bewegt habe, außer mal das eine Bein zu strecken und dann wieder das andere oder so. Wenigstens hatte ich soviel Glück, dass der Platz neben mir frei wurde und ich so wenigstens Platz zum Essen hatte. Neben uns saß auch noch eine Frau mit einer fast zweijährigen Tochter auf dem Schoß – also da bin ja auch nicht wild drauf, mit so einem großen Kind auf dem Schoß über Nacht zu fliegen! Das Mädchen war auch noch recht widerspenstig, da war ich umso glücklicher, dass Patricia schnell eingeschlafen war. So richtig erholsamen Schlaf habe ich auf die Weise natürlich nicht bekommen, aber wenigstens war Patricia ausgeschlafen, als wir in Brüssel ankamen. Ich hatte ja ein bisschen Bammel davor, mit ihr auf dem Arm (das Bauchtragesystem war mir jetzt zu eng geworden mit ihr) die Strecke von dem einen Terminal zum anderen zurückzulegen, aber das ging besser als gedacht und wir hatten ja auch reichlich Zeit. Und diesmal hat es sich auch mal richtig gelohnt, (auch schon in Kigali) das Privileg in Anspruch nehmen zu können, als Mutter mit Kind vor der großen Masse zum Boarding zu dürfen :)

Ein bisschen geschockt war ich ja schon, als mir im Senftenberger Ring bereifte Bäume entgegenblitzten, nachdem ich am Vorabend noch bei 30 Grad zum Flughafen gefahren war. Aber sowohl Patricia und ich haben den Klimawechsel überraschend gut überstanden muss ich sagen. Ich hatte ja Sorge, dass sie sich weigert, Strümpfe und Schuhe anzuziehen, aber das ließ sie glücklicherweise alles mit sich machen. Bloß die doofe Erkältung werden wir einfach nicht los.

 

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mal wieder „im Feld“

Ursprünglich hatte ich mich am Montag mit Kenyatta, meinem langjährigen „Chauffeur“ und Gelegeheitsübersetzer, verabredet, um ein paar Telefonanrufe zu machen, bei denen ich befürchten musste, sprachlich an gewisse Grenzen zu stoßen. Aber nach dem ersten Gespräch mussten wir feststellen, dass wir telefonisch nichts erreichen würden. So beschlossen wir kurzerhand, Patricia einen Tag ihrem Papa zu überlassen und uns dafür mit seinem Auto auf den Weg nach Huye zu machen, um nochmal ein paar Gesundheitszentren abzuklappern und ein paar Informationen zu bekommen. Und bereits nach dem ersten besuchten Gesundheitszentrum war ich überzeugt, dass das wirklich eine gute Entscheidung war. Wie Kenyatta so schön sagte, telefonisch hätten wir anschließend mehr Fragen als Antworten gehabt. Auf diesem Wege konnte ich einige Unklarheiten beseitigen und ich hoffe, damit habe ich nun alle Informationen zusammen, die ich brauche. Zwei weitere Health Posts konnte ich sogar persönlich besuchen. Den einen davon haben wir quasi zufällig gefunden und konnten so auch umgehen, auf den Chef von dem einen Gesundheitszentrum zu warten. Wir hatten auf dem Weg zu einem weiteren Gesundheitszentrum einen Wegweiser gefunden, den wir auf dem Rückweg dann einfach ausprobierten. Zuerst kam uns der Weg etwas abenteuerlich vor, aber auf dem Gipfel des Hügels fanden wir dann tatsächlich diesen Health Post – wenn dort auch quasi sonst nichts war. Auch kein Wasser. Das wird wohl dort gerade verlegt. Es war jedenfalls mal wieder ein gutes Gefühl, etwas vorangebracht zu haben.

Health Post in Karama (Ruhashya)

Health Post in Karama (Ruhashya)

Health Post in Bukomeye (Mukura)

Health Post in Bukomeye (Mukura)

Health Post in Bukomeye (Mukura)

Health Post in Bukomeye (Mukura)

Auf dem Weg in den Süden konnte ich wieder einen Blick auf die Volcanoes erhaschen. Ich finde es immer wieder überraschend und gleichzeitig beeindruckend, sie auf dieser Strecke zu sehen (ungefähr hier, ein bisschen die Straße weiter nördlich wahrscheinlich, da ich den Punkt nicht so schnell auf dem GPS sichern konnte: https://maps.google.com/maps?q=loc:-2,03,29.84904). Immerhin in einer Entfernung von ca. 75 km Luftlinie rechne ich dort immer nicht damit, bis zu den Volcanoes gucken zu können. Ich musste das gerade mal nachmessen – ich hätte gedacht, das ist viel weiter.

immer wieder ein beeindruckender Anblick, vor allem, wenn man nicht damit rechnet

Außerdem auf dem Weg in den Süden trafen wir einen „abnormal wide load“ Transport, also sowas, was wir in Deutschland Schwertransport nennen würden. In dem Fall handelte es sich um vier Transporter, die jeweils ein offenbar ziemlich schweres Teil geladen hatten. Vielleicht soll das mal eine Brücke werden. Jedenfalls waren die natürlich entsprechend langsam unterwegs und hielten uns ganz schön auf. Vielleicht kann mir ja eine(r) von euch folgendes erklären: Alle vier Transporter wechselten an für uns unerklärlichen Stellen die Spur, z.T. blieben sie dann eine Weile auf der anderen Spur, z.T. wechselten sie relativ flott immer hin und her. Kenyatta hatte erst gedacht, dass sie der Stromleitung ausgewichen wären, aber beim nächsten mal, als wir darauf geachtet haben, war auf der „richtigen“ Straßenseite genausoviel Platz zur Stromleitung wie auf der anderen Spur. Dann hab ich gedacht, vielleicht versuchen sie mit dem Fahren in Schlangelinien den Schub zu reduzieren, weil es dort etwas abwärts ging, so wie beim Skifahren ;-) Aber dann haben sie das auch auf einer ebenen Strecke gemacht. Als sie dann eine ganze Weile ohne ersichtlichen Grund wieder auf der anderen Straßenseite fuhren, sind wir einfach rechts vorbei gefahren. So konnten wir leider nicht mehr beobachten, wie das Theater weiterging. Aber sonst wären wir wahrscheinlich nie in Huye angekommen.

"abnormal wide load" transport

„abnormal wide load“ transport

Und auf dem Weg zu einem der Health Center im Westen des Distrikts wurden wir von einem Abschleppwagen aufgehalten, der fast die ganze Straße einnahm, um einen total verschrotteten Toyota Prado aufzuladen. Kenyatta ist dann mal kurz ausgestiegen, um sich das genauer anzusehen und meinte, das wäre ein ganz neues Modell gewesen. Aber dass es sich um einen Toyota Prado handelte, hätte ich nicht mehr erkannt. Wir schätzen mal, dass er zu schnell gefahren und von der Straße abgekommen ist, um dann den Abhang runterzukullern. Nicht lustig. Ich hoffe, die Leute, die da drin saßen, sind mit dem Schrecken davon gekommen. Da die Leute auf dem Land sonst nichts zu tun haben (denkt man zumindest in solchen Momenten), stehen und sitzen alle drum rum und schauen beim Abtransport zu.

ein neuer Toyota Prado wird mit Totalschaden abgeschleppt – offenbar, nachdem er den Hügel runtergekugelt ist

Robert hat in der Zwischenzeit einen schönen Tag mit Patricia gemacht, den beide offenbar gut überstanden haben. Nur dass Patricias Nase immernoch furchtbar läuft und ich nicht wirklich das Gefühl habe, dass der Schnupfen und der Husten besser werden. Gestern Abend hatte sie auch ein bisschen Fieber, aber sonst hält sie sich tapfer. Während sie die ersten Tage die Medizin, ein sehr süß riechender Sirup, immer gerne genommen hat, weigert sie sich jetzt leider, das Zeug zu schlucken. Gar nicht so einfach, ihr das einzuflößen, wenn sie nicht will. Heute früh fand ich die beiden auf der Couch, wobei Patricia wohl gerade wieder eingeschlafen war. Robert war mit ihr ins Wohnzimmer gegangen, als sie wach geworden ist, um mich noch ein bisschen schlafen zu lassen. Sehr lieb von den beiden. Sie hat dann allerdings noch eine ganze Weile geschlafen, was uns die Zeit gelassen hat, wiedermal zu waschen. Also Robert, ich hab die Wäsche dann aufgehängt. Bei der letzten Fuhre ist Patricia dann doch endlich wach geworden und ist gleich ihrem Papa zu Hilfe geeilt. Jedenfalls fand ich sie mit beiden Armen im Eimer mit der gewaschenen Wäsche. Sehr drollig :)

Patricia hilft beim Waschen

Patricia hilft beim Waschen

Unsere Abreise nach Uganda wurde auf Freitag Vormittag verlegt. Ich hoffe, da kommt jetzt nichts mehr dazwischen. Ich bin allerdings ganz froh, dass ich noch einen Tag mehr in Kigali habe. So schaffe ich es morgen vielleicht zur Botschaft, um mich um Roberts Visum für das kommende Jahr zu kümmern.

Und für alle, die schon soooolche Sehnsucht nach Patricia haben: Am 16.11. sind wir ja wieder da :-)

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Endlich mal wieder beim Hash

Auch wenn mir gestern ein wenig die Beine schmerzten, bin ich froh, dass Patricia und ich es am Samstag endlich zum Hash geschafft haben. Es hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. Allein endlich wieder ein bisschen Bewegung zu bekommen, war eigentlich das Hauptziel. Aber es ist auch immer wieder schön, einen neuen Teil von Kigali kennenzulernen. An dem Tal zwischen Kacyiru und Kimihurura, wo wir gestern unterwegs waren, bin ich zwar schon gefühlte tausend mal vorbei gefahren, aber durchzulaufen, ist natürlich was ganz anderes. Diesmal bin ich auch nicht gerannt, so dass ich Zeit und Gelegenheit hatte, ein paar Fotos zu machen. Es war auch mal lustig, die Reaktion der Bevölkerung zu sehen. Da beschwert sich kein Mensch, dass da eine Horde quasi durch seinen Garten latscht/rennt, sondern man wird noch freundlich gegrüßt oder auch ausgelacht, weil man sich die Strapaze überhaupt antut, den Hügel rauf- und wieder runterzukriechen. Ich hätte nicht gedacht, dass das in diesem Tal so anstrengend sein könnte. Aber auch noch mit Patricia auf dem Rücken, war das echt nicht ganz einfach und an mancher Stelle, war ich über eine stützende Hand ganz froh. Patricia war Ende der Woche schon sehr schlecht drauf, weil eine dicke Erkältung im Anmarsch war, aber sie hat trotzdem auch beim Hash gleich ein paar Leute gefunden, die sie auf Anhieb mochte. Und ich habe zum Glück auch jemanden gefunden, der mir Patricia für den Rückweg abgenommen hat. Das war dann natürlich erst recht die Attraktion des Tages: Allein Patricia in der Kraxn ist ja immer schon Grund genug für einen Auflauf, aber ein Kind, das von einem Mann getragen wird, das hat man in Ruanda wohl erst extrem selten gesehen. Die Kinder, die uns dementsprechend meist umringten, wollten alle mal Patricias Füße anfaßen oder griffen nach ihren Händen. Das ist dann natürlich besonders toll, wenn man sich gerade mit dem Kind auf dem Rücken einen Hügel hochkämpft, und dann hängen da noch zwei Kinder an dem eigenen Kind dran.

Patricia und Nicole beim Hash in Kacyiru

Patricia und Nicole beim Hash in Kacyiru

ausgewaschene Stufen beim Hash

ausgewaschene Stufen beim Hash: Hier hat der Regen der vergangenen Woche seine Spuren hinterlassen…

Regenwolken über der City

Obwohl es die ganze Zeit über der Innenstsadt nach Regen aussah, blieb es bei uns die ganze Zeit trocken und z.T. sogar schön sonnig.

Behausungen am Ende des Tales

Behausungen am Ende des Tales

ziemlich löchrige Brücke beim Hash

ziemlich löchrige Brücke beim Hash

Hash in Kacyiru

Während ich außen rum gegangen bin, um eine etwas brenzlige Stelle zu umgehen, nehmen die meisten die (geplante) Abkürzung über das Feld…

Wrong Way in einer tragenden Rolle

Wrong Way in einer tragenden Rolle

Wrong Way mit einer Schar Kinder - und Patricia

Wrong Way mit einer Schar Kinder – und Patricia

Ein paar Besuche haben wir in der letzten Woche geschafft: Bei Felicia und Ben mit Sohn Daniel waren wir und haben uns bei ihm vielleicht auch die Erkältung abgeholt. Und Randy und Diane hatten uns zu einem sehr schmackhaften Abendessen eingeladen. Der gegrillte Fisch war schon super, aber die flambierte Banane war dann noch der Knüller. Einen vernünftigen Nachtisch bekommt man hier in Ruanda eh selten. Und dann noch die schöne Nachricht, dass die beiden auch Nachwuchs erwarten. Wahrscheinlich auch deshalb waren die beiden ganz vernarrt in Patricia. Aber das sind ja eigentlich fast alle :)

Patricia und Daniel

Patricia und Daniel

Patricia mit Randy und Diane, die auch gerade Nachwuchs erwarten :)

Patricia mit Randy und Diane, die auch gerade Nachwuchs erwarten :)

Patricia ist jetzt mit der Erkältung nicht ganz so leicht zufriedenzustellen. Die Nacht zu Sonntag war ziemlich anstrengend für uns alle. Patricia hat wohl schlecht Luft bekommen und hat sich ständig im Bett herumgeworfen, was sie eine gewisse Zeit dann auch bei uns im Bett gemacht hat. Dafür haben wir dann aber sogar mal bis um 8 schlafen dürfen, was ja schon echt Luxus ist. Ansonsten war die letzte Woche aber schon insofern besser, dass sie wenigstens von 21 oder 22 Uhr bis etwa 6 Uhr durchgeschlafen hat. Wenn sie sich nicht geweigert hat, ins Bett zu gehen. Aber spätestens um 23 Uhr ist sie dann doch so müde, dass sie sich nicht mehr davor drücken kann, ins Bett zu gehen. Erkältet sind wir jetzt wenigstens auch alle drei, so haben wir alle was davon. Aber Patricia hat es bisher am schlimmsten erwischt.

Schlafverweigerer

Um 22:30 Uhr noch wach…

Schlafverweigerer

zwei Tage später: um kurz vor 10 ist Patricia mal wieder noch hellwach…

Auch im Bourbon macht Patricia jetzt jedes mal neue Bekanntschaften. Letztens ist sie fast eine Stunde bei den Tischnachbarn rumgeturnt und hatte innerhalb kürzester Zeit schon wieder zwei Handys ergattert. Ob in Deutschland jeder einem fremden Baby einfach sein Handy in die Hand drücken würde?

Kaum am Nachbartisch, schon zwei Handys ergattert

Kaum am Nachbartisch, schon zwei Handys ergattert

Patricia mal mit Papa im Bourbon

Patricia mal mit Papa im Bourbon – die Aufmerksamkeit war aber natürlich mal wieder auf den Nachbartisch mit ein paar Kindern gerichtet…

In der letzten Woche hat es hier extrem viel geregnet und langsam fühlt es tatsächlich auch an wie Regenzeit. Leider kam letzte Woche aber dabei soviel Regen runter, dass es wohl sogar vier Tote gegeben haben soll, die bei Erdrutschen ums Leben gekommen sind. Und in verschiedenen Stadtteilen sah es arg nach Überschwemmungen aus. Auch in dem Tal, wo wir unseren Hash hatten, hatte sich das kleine Rinnsal wohl in einen mittleren Fluss verwandelt, weswegen die „Hares“ (das sind die, die den Weg festlegen), spontan einen anderen Weg nehmen mussten, als den, den sie sich eigentlich überlegt hatten. Bei dem Regen verwandelt sich auch immer die Straße hinter unserem Haus in einen kleinen Fluss. Leider regnete es meist kurz vor dem Einbruch der Dunkelheit, so dass man das ganze Ausmaß nicht zu Gesicht bekommt – bis zum nächsten Morgen ist das ganze Wasser dann immer wieder verschwunden… Robert sagt übrigens, dass das Verkehrschaos immer zustande kommt, weil die Leute nicht mit der Lüftung in ihren Autos umgehen können und dann irgendwo gegen fahren oder im Graben landen.

Dank starkem Regen ein Fluss auf/in der Seitenstraße

Dank starkem Regen ein Fluss auf/in der Seitenstraße, der sich dann praktischweise direkt in das letzte Grundstück in der Straße schlängelt. Ob die sich darüber freuen?

Inspiriert von Alexandras schönen Aufnahmen hab ich letzte Woche dann auch endlich mal wieder mein Teleobjektiv ausgepackt. Viele Motive habe ich dafür nicht von unserer Veranda aus gefunden, aber Patricia krabbelte mir natürlich vor die Linse (mal wieder dreckig wie nie zuvor ;-)) und die schönen blühenden Bäume auf der anderen Straßenseite drängten sich auch quasi ins Bild.

kleiner Dreckspatz

kleiner Dreckspatz – mal mit Tele aufgenommen

Patricia mal wieder hinter Gittern

Patricia mal wieder hinter Gittern

blühende Bäume auf der anderen Straßenseite

blühende Bäume auf der anderen Straßenseite

Und dann habe ich mal wieder ein kleines Video für euch, wie Patricia mal wieder beim Essen einschläft. Na gut, wie sie dann richtig einschläft, ist nicht mehr auf dem Video, aber ihr fallen beim Essen ihrer Kartoffelspalten immer wieder die Augen zu – und das Essen aus der Hand (deshalb auch der kurze Schlenker im Video). Entschuldigt bitte das schlechte Licht, wir müssen den Stuhl wohl mal in die andere Ecke stellen… Hier geht’s zum Video

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Verkehrschaos

Verkehrschaos vor unserer Haustür. Robert ist dummerweise gerade auf dem Weg nach Hause und musste vorbei fahren, weil kein Durchkommen war (er war auf der anderen Seite unterwegs). Jetzt fährt er bis nach oben zum Kreisverkehr und kommt dann hoffentlich irgendwann hier an. Mit kalter Pizza…

image

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Bügeln…

Da will man sich mal nützlich machen…
In einem Anflug hausfräulichem Eifers habe ich mich mal der Bügelwäsche angenommen. Das alleine wäre nun nicht unbedingt einen Blog-Eintrag wert (obwohl, eigentlich schon ;-)). Dummerweise ist mir aber offenbar beim Aufklappen des Bügelbretts der dazu erforderliche Hebel abgebrochen. Das habe ich erst gemerkt, als ich das Brett wieder zusammenklappen wollte und zunächst „blind“ nach dem Hebel auf der Unterseite des Brettes suchte. Auch mithilfe der Augen hab ich den Hebel am Brett nicht wiedergefunden. Der Hebel lag auch auf dem Boden, da kann ich natürlich lange suchen! Dann dachte ich, das kann ja für die Frau Ingenieurin nicht so schwer sein, den da wieder ranzubasteln. Aber ich habe leider nicht mal eine Stelle gefunden, wo der Hebel hingehört! Roberts Plan ist nun, im Laden mal zu gucken, ob wir ein vergleichbares Brett finden und dort nachzusehen, wie der Hebel angebracht ist. Mal sehen, ob das zum gewünschten Erfolg führt. Solange wird wohl das Bügelbrett nun aufgeklappt im Schlafzimmer rumstehen…

die vermutliche Stelle, wo der Hebel hingehört

die vermutliche Stelle, wo der Hebel hingehört

der abgebrochene (?) Hebel

der abgebrochene (?) Hebel

 

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Eine ereignislose Woche…

So richtig viel ist in der letzten Woche nicht passiert, aber da ihr ja immer so neugierig seid und Fotos sehen wollt, werde ich mal sehen, was mir so einfällt, was ich schreiben kann :)

Letzten Sonntag hatten wir relativ viel Glück mit dem Wetter und unserem Vorhaben, den Tag wieder im Hotel des Mille Collines zu verbringen. Nach einem ausgiebigen Mahl vom Buffet, von dem Patricia die Obstspieße und -törtchen wohl am meisten gemocht hat, haben wir uns sogar getraut, schwimmen zu gehen. Allerdings war das Wasser für Patricia dann doch zu kalt, selbst für mich war es zum „Spazierengehen“ zu kalt. Patricia hat aber gleich einem Pool-Nachbarn das Telefon abgeluchst, der hatte allerdings auch drei davon ;-)

Woran ich mich hier erst noch gewöhnen musste ist die Art und Weise, wie einem hier Patricia fast aus dem Arm gerissen wird. Während ja die Leute in Deutschland da sehr zurückhaltend sind und sich kaum trauen, ihr die Hand zu geben, wenn die eigene nicht frisch gewaschen ist, kann es einem hier schonmal passieren, dass das Kind für fünf Minuten mit einer Kellnerin verschwindet – um dann mal wieder mit einem Handy in der Hand wieder aufzutauchen :) Es war ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich finde ich das ganz schön. Und sie ist ja jetzt auch nicht mehr ganz so klein und empfindlich. Gerne verbringt Patricia auch eine Weile mit unserer Nachbarin – mit der war sie heute auch eine Weile verschwunden und brachte einen Aufkleber mit.

Die Nächte waren in den letzten Tagen etwas anstrengend, was aber durchaus mit den Eindrücken zusammenhängen kann, die sie ja auch erstmal verarbeiten muss. Selbst ich habe hier manchmal Schwierigkeiten einzuschlafen. Das liegt bei mir aber wahrscheinlich eher daran, dass ich den ganzen Tag nicht viel mache, während Patricia normalerweise fleißig am Rumkrabbeln ist. Und fleißig Schubladen ausräumt. Leider hat sie meine Festplatte dabei nicht wieder rausgerückt. Jedenfalls verbringt Patricia momentan einen Teil der Nacht bei uns im Bett, wo sie sich aber offensichtlich (vielleicht aber auch abends im Wohnzimmer) wieder eine ganze Reihe Mückenstiche eingefangen hat. Ziemlich zuverlässig macht sie jetzt aber immerhin gegen 12 Uhr ihr Mittagsschläfchen, bevorzugt auf der Couch.

Lieblingsschublade

Lieblingsschublade

Lieblingsschublade II

Lieblingsschublade II

Patricia im Elternbett

Patricia im Elternbett

Kuscheln auf der Couch

Kuscheln auf der Couch

Die Küche gehört definitiv immernoch zu ihren liebsten Spielplätzen. Letztens saß sie eine ganze Weile auf der Stufe zum Balkon. Rauf und runter kommt sie da schon ganz gut, aber drüber noch nicht so richtig. Die Stufe ist aber auch etwas gemein, weil sie zu hoch ist um einfach drüber zu krabbeln, aber zu schmal, um sich leicht darauf umdrehen zu können, um auf der anderen Seite wieder rückwärts runterzukrabbeln.

Patricia auf ihrem Ausguck

Patricia auf ihrem Ausguck

Das Essen ist mit ihr jetzt echt immer ein Spaß – sofern man nicht so sehr auf saubere Klamotten Wert legt ;-) Als wir letztens im Bourbon waren, hat sie einen Obstsalat gegessen. Ich hatte leider nicht daran gedacht, dass die das Obst hier immer sehr grob schneiden, was ja grundsätzlich kein Problem ist. Wenn da aber Joghurt dabei ist, wird das eine ganz schöne Manscherei, wenn sie das Obst mit den Händen in sich reinschaufelt. Ich fand es jedenfalls schön, dass sie den Joghurt nicht bei uns zuhause auf dem Tisch verteilt hat, sondern im Bourbon. Sie hat trotzdem sogar noch einen Keks geschenkt bekommen. Gestern hat sie sich dafür zuhause ordentlich eingesaut: erst stundenlang auf der Veranda rumgekrabbelt, dann mit Frischkäsetoast eingeschmiert und dann gab es noch Ananas, die auch noch super saftig war. Da freut sich das Mutterherz :D

Obstsalat

Obstsalat

Hier gibt es noch ein kleines Video dazu: http://youtu.be/RQm4t7Ei75g

Und noch einen kleinen Nachschlag zum Regen vom letzten mal: http://youtu.be/KiGylhSDXnY

Heute war tatsächlich auch mal so ein Regenzeit-angemessener Tag, dass ich abends doch mal meine warmen Socken rausholen (und anziehen) musste.

Ich habe das Gefühl, dass Patricia zwar langsam anfangen könnte  zu laufen, sich aber nicht traut. Sie steht jetzt schon recht stabil, wenn ich sie „abstelle“, aber wenn sie merkt, dass ich sie los lasse, bekommt sie es mit der Angst zu tun. Kommt bestimmt noch – und dann muss ich ihr auf der Veranda hinterherrennen :)

Ich konnte mich inzwischen wenigstens insofern nützlich machen, dass ich Roberts Drucker, den er schon vor einem halben Jahr aus Berlin mitgebracht hatte, in Betrieb genommen habe. Hat sich auch schon gelohnt, weil ich heute schon was drucken und scannen musste. Immerhin habe ich auch einen neuen (kleinen) Webseiten-Auftrag an Land ziehen können. Und musste feststellen, dass meine eigene Webseite total veraltet ist. Das ist ja schon fast peinlich. Mal sehen, wann ich dazu komme, mich darum zu kümmern…

Und manchmal passieren schon komische Sachen: gerade war dummerweise mein Guthaben aufgebraucht, so dass ich den Beitrag hier nicht veröffentlichen konnte. Und da klingelt mein Telefon und mein ehemaliger Kollege Alphonse ruft an – aus Versehen. Ich hatte schon überlegt, ob ich überhaupt ran gehe, weil ich es eigentlich nicht leiden kann, wenn mich die Leute hier mitten in der Nacht anrufen. Aber in dem Fall habe ich zum Glück eine Ausnahme gemacht, denn er hat mir gerade einen Guthaben-Code geschickt, so dass ich das hier noch fertigmachen kann. Super, solche Freunde :)

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Zweite Woche mit Daddy

Es gibt wieder ziemlich viel zu erzählen heute. Wer nicht alles lesen will, guckt sich halt nur die Bilder an ;-)

Was mich momentan am meisten beschäftigt, ist, dass meine Festplatte mit meiner Diss und anderen nicht ganz unproblematischen Daten verschwunden ist. Am Montag noch hatte ich damit gearbeitet. Ich erinnere mich danach nur noch, dass ich Patricia habe mit der Hülle spielen sehen. Und seit Donnerstag sind Robert und ich auf der Suche nach besagter Festplatte. Ein bisschen habe ich Patricia im Verdacht (bzw. ist das meine letzte Hoffnung), dass sie die Platte irgendwo versteckt hat. Aber wir haben jetzt alles vom Windeleimer bis zur Schmutzwäsche durchsucht bin ich der Meinung, aber leider ohne Erfolg. Theoretisch könnte sie auch geklaut worden sein. Aber ich habe hier noch nie jemand Fremden rumlaufen sehen und ich frage mich, ob jemand nur eine Festplatte klauen würde, wenn der Laptop direkt drunter liegt. Drückt mir bitte die Daumen, dass die Platte doch noch wieder auftaucht!

Letzten Samstag wollte ich mich eigentlich nur „kurz“ mit meiner Freundin Dancille treffen. „Kurz“ geht in Ruanda allerdings normalerweise nicht, das hatte ich vergessen ;-) Bei Dancille zuhause angekommen, wurde mir mitgeteilt, dass wir „nur kurz“ zu einem Fest fahren, aber „immediately“ zurückkommen. Was mir nicht klar war, dass wir dafür etwa zwei Stunden zu siebt in einem Pickup unterwegs sein würden. Dabei drei ausgewachsene Menschen mit jeweils einem Kind auf dem Schoß auf der Rückbank! Und dafür hab ich nun extra einen Kindersitz mitgeschleppt… Der hätte aber im Auto eh keinen Platz gehabt, und der Gurt auf der Rückbank hätte auch nicht funktioniert. Also ausnahmsweise… Wir sind jedenfalls zu einer Art „Nachhochzeitsfeier“ gefahren. Der Neffe von Dancille hatte am 1.10. geheiratet und nun gab es noch eine kleine Feier im Hause (bzw. im Garten) der Brauteltern, zu der wir in die äußerste Ecke von Kabuga, einem ziemlich großen Ort, gefahren sind. Im Ort selbst durften wir erst noch die Getränkekisten aufladen (lassen), bevor wir dann an einer anderen Ecke einen Teil der Familie trafen, die dann die Geschenkkörbe bei uns im Auto abluden und sich selbst auf Fahrrädern in die Nähe des Hauses fahren ließen. Das zog sich alles ewig hin, so dass ich mich genötigt sah, Dancille darauf hinzuweisen, dass ich aber um 17 Uhr gerne wieder in der Stadt sein würde. Glücklicherweise hat sich die ganze Feier nicht lange hingezogen, auch wenn es immerhin was zu essen gab. Ein Regenschauer hat evtl. auch dazu beigetragen, dass die Leute recht früh wieder aufbrachen. Das Brautpaar selbst musste allerdings auch noch nach Gisenyi, wo man auch eine Weile unterwegs ist. Auch wenn ich nichts von dem verstanden habe, was die Ältesten so erzählt haben, war es trotzdem schön, dabei zu sein. Det fiel mir noch uff: als Klo nur ein Loch im Boden in einem Nebengebäude auf dem Hof, aber einen ca. 36″ Flachbettfernseher im Wohnzimmer stehen haben…

Patricia mit Diane

Patricia mit Diane

Patricia mit Dancille

Patricia mit Dancille

Hochzeitsgesellschaft in Kabuga

Hochzeitsgesellschaft in Kabuga

Viel gibt es hier nicht an Möglichkeiten, mich mit Patricia woanders aufzuhalten als zuhause. Deswegen gehen wir fast jeden zweiten Tag in Hotel des Mille Collines und genießen es, im Garten im Schatten zu sitzen. Auch wenn ich ständig gucken muss, dass Patricia nicht irgendwelche Blumen isst oder Blätter abreißt. In der letzten Woche haben wir uns deshalb dort mit Markus und seiner Freundin Hajira sowie mit Kenyatta getroffen. Hajira ist glücklicherweise so klein, dass sie aufrecht gehend mit Patricia rumlaufen kann :D

Patricia im Mille Collines

Patricia im Mille Collines

Patricia mit Hajira

Patricia mit Hajira

Patricia und Kenyatta

Patricia und Kenyatta

Wenn wir dann doch zuhause sind, treibt sich Patricia am liebsten auf der vorderen Veranda oder dem hinteren Balkon rum. Dort kann man sich so schön schmutzig machen und vom hinteren Balkon aus hat auch Patricia eine ganz schöne Aussicht.

holt mich hier raus

holt mich hier raus

holt mich hier raus

holt mich hier raus

Ausblick auf Muhima und Gisozi aus Patricias Perspektive

Ausblick auf Muhima und Gisozi aus Patricias Perspektive

Auch ein beliebter Spielplatz ist die Küche, was mir allerdings nicht immer so recht ist. Vor allem, wenn sie den Mülleimer auskippt und ich dann alles wieder aufsammeln muss. Robert hatte allerdings das größere Vergnügen die umgekippte Champignonsuppe mit Reis vom Teppich zu klauben…

Patricia beim Hausputz

Patricia beim Hausputz

Glücklicherweise macht Patricia zwischen 30 und 90 Minuten Mittagsschlaf, wenn man auch nie sicher sein kann, wann.

Mittagsschläfchen

Mittagsschläfchen

Manchmal schläft sie (wie auch schon zuhause geschehen) quasi beim Essen ein. Heute beim Nudeln essen, letztens als ich es mal mit Toast mit Frischkäse probiert habe, schlief sie auch fast beim Essen ein. Das war allerdings auch eine ziemliche Sauerei, weil sie den Frischkäse überall hingeschmiert hat. Da musste ich sie erstmal saubermachen, bevor ich sie zum Schlafen hinlegen konnte…

Nachwirkungen des Frischkäsetoasts

Nachwirkungen des Frischkäsetoasts

Gllücklicherweise war Robert jetzt fast die ganze Woche zuhause oder nur in Kigali unterwegs. Wenn ich nicht in Sichtweite bin, verstehen die beiden sich auch ganz ausgezeichnet. Es ist herrlich, den beiden beim Rumalbern zuzuhören. Patricias Lachen ist einfach klasse :D Auf dem Foto sieht es fast so aus, als würden die beiden eine ernsthafte Unterhaltung führen.

Patricia mit dem Papa

Patricia mit dem Papa

Am Donnerstag war Robert so freundlich, an seinem freien Tag mit mir nach Huye in mein Untersuchungsgebiet zu fahren, damit ich noch ein paar Informationen sammeln kann. Einen Health Post, eine Art untergeordnetes Health Centre, haben wir dann noch besucht, der ganz neu ist. Alles sah picobello aus, aber wild wäre ich jetzt nicht unbedingt darauf, in dem „Kreissaal“ mein Kind zur Welt zu bringen… Stark beeindruckt war ich von den neuen Richtungsanzeigern, die man jetzt auf den großen Straßen in Ruanda findet. Alle Straßen scheinen jetzt zumindest durchnummeriert worden zu sein und selbst in Kigali haben jetzt nahezu alle Straßen ein Straßenschild mit einer Nummer in Kombination mit einem Kürzel für den Bezirk. Wir wohnen zum Beispiel KN 26 Rd. Nicht dass irgendjemand was mit den Bezeichnungen anfangen könnte…

Ruanda Richtungsanzeiger

Ruanda Richtungsanzeiger

Health Post Karambi

Health Post Karambi

Health Post Karambi - Kreissaal

Health Post Karambi – Kreissaal

Manchmal tut mir Patricia leid, dass ich sie die ganze Zeit mit der Gläschenkost gequält habe. Jetzt wo ich selbst für sie Essen zubereiten muss, merke ich erst, wie viel Freude sie daran hat, sich selbst das Essen in den Mund zu stecken bzw. mich damit zu füttern. Momentan stehen gekochte Möhren ziemlich weit oben auf der Liste der Lieblingsgerichte würde ich sagen. Nudeln sind auch super, wenn ohne Sauce serviert und ich denke, in den nächsten Tagen wird es auch mal wieder Würstchen geben. Toast mit Leberwurst oder Frischkäse gibt es auch hin und wieder, aber da fütter ich sie dann doch lieber noch, bzw. lass sie selbst abbeißen, was schon Sauerei genug ist. Und was sie jetzt hier auch gut gelernt hat, ist, von der Couch oder vom Bett zu steigen. Die hohen Schwellen bei den Türen sind manchmal noch etwas zu kompliziert, weil sie sich quasi oben sitzend um 180 Grad drehen müsste und da der Platz nicht gerade üppig ist, gerät sie dann doch ab und zu noch in Panik und will dann doch lieber rübergehoben werden. Die Fahrt nach Huye fand sie nicht ganz so toll glaube ich. Zwei Stunden still sitzen ist dann wohl doch zu viel verlangt. Wenn wir im November nach Uganda fahren, müssen wir wohl die Fahrzeit sehr großzügig berechnen, damit wir regelmäßig Pausen machen können.

Ansonsten scheint jetzt hier doch endlich die Regenzeit angekommen zu sein. Zweimal hatten wir schon ordentlichen Regen, der schon einem Unwetter glich. Glücklicherweise bin ich dabei bisher noch gut weggekommen. Als ich letzte Woche im Mille Collines war, fing es auch prompt an zu regnen, aber das war noch gar nichts im Vergleich zu dem Regen, den wir die Woche über hatten. Ich hatte da zwar auch Wäsche auf der Leine, aber der Wind scheint günstig gewesen zu sein, so dass die Wäsche trotzdem fast trocken war, als ich nach hause kam. Und bis jetzt war ich zum Glück auch nicht gerade auf der Straße unterwegs. Leider macht das die Planung für den Tag immer ein bisschen schwierig, weil es meist mittags regnet und es sich so weder vorher noch nachher so richtig lohnt, irgendwohin zu gehen.

Unwetter in Kigali

Unwetter in Kigali

Vielleicht schaff ich es ja noch, das Video dazu hochzuladen…

Gestern haben wir die erste Packung ruandischer Windeln gekauft  – 28 Stück für umgerechnet ca. 8 Euro. Zum Vergleich: beim dm kosten 48 Stück ca. 6,50 Euro. Aber wie sagt Robert so schön: wenn ich die Preise mit Europa vergleiche, dürfte ich gar nichts kaufen.

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Patricia und Nicole in Ruanda

Mit zwei Koffern à 23,6 kg, einer recht unhandlichen Tasche (mit einem Stokke-Hochstuhl und einer Kraxn) von ca. 16 kg plus Handgepäck (10 kg), Kindersitz für’s Auto (10 kg) und Wickeltasche haben Patricia (auch knapp 10 kg ;-)) und ich es dank unserer treuen Taxifahrerin Caroline letzte Woche pünktlich zum Flughafen geschafft. Ein bisschen tat mir der Herr am Schalter schon leid, der den Autositz und die Tasche sicherheitshalber in Plastiktüten verpackt hat. An meine beiden Koffer hat er jeweils ein „heavy“-Schild gehängt! Frechheit, war doch alles noch im Limit! ;-)
Im Flieger nach Brüssel war Patricia etwas quengelig, aber wer könnte ihr das verdenken, nachdem ich sie um kurz nach 4 schon aus dem Bett holen musste. Ich hatte ja gedacht, dass sie im Auto oder spätestens im Flieger wieder schläft, aber wahrscheinlich hat sich meine Aufregung zu sehr auf sie abgefärbt. In Brüssel konnte ich dann kaum noch meine Augen offenhalten, als wir auf den Flieger nach Ruanda gewartet haben, während Patricia fröhlich durch die Gegend krabbelte. Im Flieger nach Ruanda hatten wir glücklicherweise Plätze in der Notausgangsreihe. Eigentlich ja nur einen Platz, aber da die Maschine nicht sonderlich voll war, konnte ich den Platz neben mir auch noch in Beschlag nehmen. Den Mitreisenden sind wir zum Glück auch nur positiv aufgefallen und Patricia hat gleich wieder neue Freunde gefunden.

Aufenthalt in Brüssel

Aufenthalt in Brüssel

im Flieger nach Ruanda

im Flieger nach Ruanda

Robert hat uns und unser Gepäck mit seinem neuen (gebrauchten) Land Cruiser abgeholt – den Gepäckwagen zu schieben, war schwieriger als so ein großes Auto zu fahren! Die Rampen am Flughafen in Kigali sind aber auch einfach eine komplette Fehlkonstruktion. Mit dem neuen Kindersitz hatte Robert anfangs auch noch ein paar kleine Schwierigkeiten, aber so langsam hat er es raus. Für Patricia hat er extra ein neues Kinderbett und einen Wickeltisch gekauft. Beides nicht schlecht aber sündhaft teuer. Von dem Wickeltisch ist Patricia leider nur begrenzt begeistert. Sie wehrt sich vehement, auf dem Tisch gewickelt zu werden! Ich hatte gehofft, dass diese Phase vorbei wäre, aber dem scheint nicht so. Dafür scheint sie sich aber ansonsten umso wohler zu fühlen. Nach kleinen Startschwierigkeiten mit dem Papa hat sie ihn nun auch wieder in ihr Herz geschlossen. Und er würde sie natürlich am liebsten gar nicht mehr aus der Hand geben – was ihr trotz aller Liebe aber natürlich nicht passt. So schmutzig wie hier wird sie es in Berlin wahrscheinlich nur selten schaffen zu sein :) Mit den Nachbarn hat sie sich auch schon angefreundet und mit der Kraxn waren wir bei unseren kleinen Ausflügen in die Stadt immer eine kleine Attraktion im Viertel. Dabei haben wir letztens sogar auch eine ruandische Mutter mit einem halbwegs modernen Babytragesystem auf dem Rücken gesehen! Es ist zwar natürlich nicht so bequem wie mit dem Kinderwagen spazieren zu gehen, aber Patricia genießt die Aussicht und mit der Kraxn kommen wir wenigstens ab und zu mal ein bisschen raus.

Patricias neuer Autositz

Patricias neuer Autositz

Patricias neues (und sündhaft teures) Bett in Kigali

Patricias neues (und sündhaft teures) Bett in Kigali

Patricia und die Nachbarin

Patricia und die Nachbarin

Patricia hat Spass

Patricia hat Spass

mein kleiner Dreckspatz...

mein kleiner Dreckspatz…

...spielt auch gerne in Pfützen

…spielt auch gerne in Pfützen

erster Ausflug mit der Kraxn

erster Ausflug mit der Kraxn

modernes Ruanda

modernes Ruanda

Mit dem Essen kommen wir auch besser klar, als ich gedacht hätte. Ich war ja schon ganz schön verwöhnt mit der Gläschenkost und ich schätze, Patricias Ernährung war damit auch etwas ausgewogener, aber da ich sonst nicht viel zu tun habe, macht es mir schon auch Spaß, für uns 2-3 zu kochen. Meine gute Bolognese-Sauce hat sie zwar heute verschmäht, aber dafür schmecken ihr die kleinen Bananen, der frische Mangojoghurt und auch die Süßkartoffeln und Kochbananen scheinbar sehr gut.

Würstchen essen

Würstchen essen

In Kigali hat sich im letzten Jahr auch eine Menge getan. Wieder wurden viele Häuser abgerissen, um dem neuen Stadtplanungskonzept Platz zu machen und in der Innenstadt wurde schon vor einer Weile der Kigali Tower eröffnet, zu dessen Füßen früher die Überlandbusse weggefahren sind und wo man früher kaum treten konnte vor Autos, Bussen, Motorradtaxis und Fußgängern. Heute ist es dort fast ausgestorben und ich frage mich, ob die Geschäfte in dem Hochhaus genug Kundschaft haben. Ich habe auch noch nicht rausbekommen, wie man da in die oberen Etagen kommt – es sah so aus, als müsste man sich dafür extra mal wieder in eines der beliebten blauen Bücher eintragen lassen. Vielleicht probiere ich das ein andermal noch aus.

ehem. Busbahnhof

ehem. Busbahnhof

Abschließend noch eine Bestandsaufnahme anlässlich Patricias „11.“ Geburtstag: die ersten beiden Zähnchen unten sind inzwischen da, was glücklicherweise relativ unauffällig über die Bühne ging. 9,8 kg hat sie heute auf die Waage gebracht und mit etwas Mühe habe ich 74 cm gemessen, was auch ganz gut zu ihrer Kleidergröße passt, die sie zurzeit trägt. Vielleicht wird Patricia mal eine begeisterte Kletterin – hier versucht sie jedenfalls überall hochzuklettern, was nur ansatzweise dazu einlädt. Noch mehr als in Berlin muss ich hier auf der Hut sein, wenn es auffällig ruhig wird oder Patricia auf einmal im Nebenraum oder in der Küche verschwindet. ;-) Die letzten beiden Tage waren etwas anstrengend mit ihr. Zum Teil schiebe ich das auf die Malariaprophylaxe, die sie nimmt und die nicht gerade für schöne Träume bekannt ist. Ich bin hin- und hergerissen, ob ich die Tabletten absetzen sollte oder nicht. Aber da wir hier trotz neuer Netze an den  Fenstern und zumindest bei Patricia auch einem Moskitonetz über dem Bett ganz schön zerstochen werden, trau ich mich das auch wieder nicht. Ich hoffe mal, sie leidet nicht zu sehr unter den Medikamenten. Ich selbst nehme weiterhin gar keine Prophylase und hoffe auf mein Glück, dass mich keine Malaria-infizierten Mücken stechen…

man beachte: Patricias erste Zaehne

man beachte: Patricias erste Zähne (unten Mitte) :)

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Abflugbereit

Nicht, dass ihr euch Sorgen macht, dass ich doch lieber hier bleibe: ich sitze bereits im Abflugbereich vom Flughafen Kigali International. Mit Soleluna-Pizza vollgefuttert, geputzten Zähnen und rausgenommenen Kontaktlinsen, sozusagen schlafbereit. Ich hoffe, der Flieger ist nicht wieder so laut. Aber der iPod ist auch aufgeladen – da steht einem Schläfchen auf dem Weg nach Addis fast nichts mehr im Wege. Falls mich das Baby schlafen lässt. Aber irgendwann gibt es normalerweise dann doch „a Ruh“ ;-) Ich freu mich zwar nicht unbedingt auf zuhause, aber momentan wäre ich extrem froh, wenn ich die Fliegerei schon hinter mir hätte. Ich kann jetzt schon nicht mehr sitzen, aber viel Freiraum zum Herumlaufen gibt es hier auch nicht. Und aufs Flugfeld lassen sie mich nicht ;-) Naja, in knapp 4 Stunden Aufenthalt in Addis werd ich mich hoffentlich noch ein bisschen bewegen können. Ist schließlich meine ursprüngliche Joggingzeit so zwischen 6 und 10 Uhr morgens. In einer Stunde geht’s los…
Ich bin gespannt, was sich in dem Jahr hier tun wird, das ich voraussichtlich brauchen werde, um wieder herzukommen. Heute habe ich schon an verschiedenen Kreuzungen die neuen Ampeln gesehen, die sie auch bei uns an der Ecke aufgestellt haben und die sofort zum Verkehrschaos geführt haben. Dabei sind die total modern, mit Countdown bis zur nächsten Rot/Grünphase! Kann aber sein, dass weniger die Ampeln sondern die in der Mitte stehenden Polizisten, die dann zusätzlich zu den Ampeln den Verkehr regeln, das Problem sind. So genau konnte ich das noch nicht beobachten. Vielleicht haben sie sich ja bis nächstes Jahr an die neuen Ampeln gewöhnt ;-)
Bis bald dann wieder in/aus Berlin!

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