Zweite Woche mit Daddy

Es gibt wieder ziemlich viel zu erzählen heute. Wer nicht alles lesen will, guckt sich halt nur die Bilder an ;-)

Was mich momentan am meisten beschäftigt, ist, dass meine Festplatte mit meiner Diss und anderen nicht ganz unproblematischen Daten verschwunden ist. Am Montag noch hatte ich damit gearbeitet. Ich erinnere mich danach nur noch, dass ich Patricia habe mit der Hülle spielen sehen. Und seit Donnerstag sind Robert und ich auf der Suche nach besagter Festplatte. Ein bisschen habe ich Patricia im Verdacht (bzw. ist das meine letzte Hoffnung), dass sie die Platte irgendwo versteckt hat. Aber wir haben jetzt alles vom Windeleimer bis zur Schmutzwäsche durchsucht bin ich der Meinung, aber leider ohne Erfolg. Theoretisch könnte sie auch geklaut worden sein. Aber ich habe hier noch nie jemand Fremden rumlaufen sehen und ich frage mich, ob jemand nur eine Festplatte klauen würde, wenn der Laptop direkt drunter liegt. Drückt mir bitte die Daumen, dass die Platte doch noch wieder auftaucht!

Letzten Samstag wollte ich mich eigentlich nur „kurz“ mit meiner Freundin Dancille treffen. „Kurz“ geht in Ruanda allerdings normalerweise nicht, das hatte ich vergessen ;-) Bei Dancille zuhause angekommen, wurde mir mitgeteilt, dass wir „nur kurz“ zu einem Fest fahren, aber „immediately“ zurückkommen. Was mir nicht klar war, dass wir dafür etwa zwei Stunden zu siebt in einem Pickup unterwegs sein würden. Dabei drei ausgewachsene Menschen mit jeweils einem Kind auf dem Schoß auf der Rückbank! Und dafür hab ich nun extra einen Kindersitz mitgeschleppt… Der hätte aber im Auto eh keinen Platz gehabt, und der Gurt auf der Rückbank hätte auch nicht funktioniert. Also ausnahmsweise… Wir sind jedenfalls zu einer Art „Nachhochzeitsfeier“ gefahren. Der Neffe von Dancille hatte am 1.10. geheiratet und nun gab es noch eine kleine Feier im Hause (bzw. im Garten) der Brauteltern, zu der wir in die äußerste Ecke von Kabuga, einem ziemlich großen Ort, gefahren sind. Im Ort selbst durften wir erst noch die Getränkekisten aufladen (lassen), bevor wir dann an einer anderen Ecke einen Teil der Familie trafen, die dann die Geschenkkörbe bei uns im Auto abluden und sich selbst auf Fahrrädern in die Nähe des Hauses fahren ließen. Das zog sich alles ewig hin, so dass ich mich genötigt sah, Dancille darauf hinzuweisen, dass ich aber um 17 Uhr gerne wieder in der Stadt sein würde. Glücklicherweise hat sich die ganze Feier nicht lange hingezogen, auch wenn es immerhin was zu essen gab. Ein Regenschauer hat evtl. auch dazu beigetragen, dass die Leute recht früh wieder aufbrachen. Das Brautpaar selbst musste allerdings auch noch nach Gisenyi, wo man auch eine Weile unterwegs ist. Auch wenn ich nichts von dem verstanden habe, was die Ältesten so erzählt haben, war es trotzdem schön, dabei zu sein. Det fiel mir noch uff: als Klo nur ein Loch im Boden in einem Nebengebäude auf dem Hof, aber einen ca. 36″ Flachbettfernseher im Wohnzimmer stehen haben…

Patricia mit Diane

Patricia mit Diane

Patricia mit Dancille

Patricia mit Dancille

Hochzeitsgesellschaft in Kabuga

Hochzeitsgesellschaft in Kabuga

Viel gibt es hier nicht an Möglichkeiten, mich mit Patricia woanders aufzuhalten als zuhause. Deswegen gehen wir fast jeden zweiten Tag in Hotel des Mille Collines und genießen es, im Garten im Schatten zu sitzen. Auch wenn ich ständig gucken muss, dass Patricia nicht irgendwelche Blumen isst oder Blätter abreißt. In der letzten Woche haben wir uns deshalb dort mit Markus und seiner Freundin Hajira sowie mit Kenyatta getroffen. Hajira ist glücklicherweise so klein, dass sie aufrecht gehend mit Patricia rumlaufen kann :D

Patricia im Mille Collines

Patricia im Mille Collines

Patricia mit Hajira

Patricia mit Hajira

Patricia und Kenyatta

Patricia und Kenyatta

Wenn wir dann doch zuhause sind, treibt sich Patricia am liebsten auf der vorderen Veranda oder dem hinteren Balkon rum. Dort kann man sich so schön schmutzig machen und vom hinteren Balkon aus hat auch Patricia eine ganz schöne Aussicht.

holt mich hier raus

holt mich hier raus

holt mich hier raus

holt mich hier raus

Ausblick auf Muhima und Gisozi aus Patricias Perspektive

Ausblick auf Muhima und Gisozi aus Patricias Perspektive

Auch ein beliebter Spielplatz ist die Küche, was mir allerdings nicht immer so recht ist. Vor allem, wenn sie den Mülleimer auskippt und ich dann alles wieder aufsammeln muss. Robert hatte allerdings das größere Vergnügen die umgekippte Champignonsuppe mit Reis vom Teppich zu klauben…

Patricia beim Hausputz

Patricia beim Hausputz

Glücklicherweise macht Patricia zwischen 30 und 90 Minuten Mittagsschlaf, wenn man auch nie sicher sein kann, wann.

Mittagsschläfchen

Mittagsschläfchen

Manchmal schläft sie (wie auch schon zuhause geschehen) quasi beim Essen ein. Heute beim Nudeln essen, letztens als ich es mal mit Toast mit Frischkäse probiert habe, schlief sie auch fast beim Essen ein. Das war allerdings auch eine ziemliche Sauerei, weil sie den Frischkäse überall hingeschmiert hat. Da musste ich sie erstmal saubermachen, bevor ich sie zum Schlafen hinlegen konnte…

Nachwirkungen des Frischkäsetoasts

Nachwirkungen des Frischkäsetoasts

Gllücklicherweise war Robert jetzt fast die ganze Woche zuhause oder nur in Kigali unterwegs. Wenn ich nicht in Sichtweite bin, verstehen die beiden sich auch ganz ausgezeichnet. Es ist herrlich, den beiden beim Rumalbern zuzuhören. Patricias Lachen ist einfach klasse :D Auf dem Foto sieht es fast so aus, als würden die beiden eine ernsthafte Unterhaltung führen.

Patricia mit dem Papa

Patricia mit dem Papa

Am Donnerstag war Robert so freundlich, an seinem freien Tag mit mir nach Huye in mein Untersuchungsgebiet zu fahren, damit ich noch ein paar Informationen sammeln kann. Einen Health Post, eine Art untergeordnetes Health Centre, haben wir dann noch besucht, der ganz neu ist. Alles sah picobello aus, aber wild wäre ich jetzt nicht unbedingt darauf, in dem „Kreissaal“ mein Kind zur Welt zu bringen… Stark beeindruckt war ich von den neuen Richtungsanzeigern, die man jetzt auf den großen Straßen in Ruanda findet. Alle Straßen scheinen jetzt zumindest durchnummeriert worden zu sein und selbst in Kigali haben jetzt nahezu alle Straßen ein Straßenschild mit einer Nummer in Kombination mit einem Kürzel für den Bezirk. Wir wohnen zum Beispiel KN 26 Rd. Nicht dass irgendjemand was mit den Bezeichnungen anfangen könnte…

Ruanda Richtungsanzeiger

Ruanda Richtungsanzeiger

Health Post Karambi

Health Post Karambi

Health Post Karambi - Kreissaal

Health Post Karambi – Kreissaal

Manchmal tut mir Patricia leid, dass ich sie die ganze Zeit mit der Gläschenkost gequält habe. Jetzt wo ich selbst für sie Essen zubereiten muss, merke ich erst, wie viel Freude sie daran hat, sich selbst das Essen in den Mund zu stecken bzw. mich damit zu füttern. Momentan stehen gekochte Möhren ziemlich weit oben auf der Liste der Lieblingsgerichte würde ich sagen. Nudeln sind auch super, wenn ohne Sauce serviert und ich denke, in den nächsten Tagen wird es auch mal wieder Würstchen geben. Toast mit Leberwurst oder Frischkäse gibt es auch hin und wieder, aber da fütter ich sie dann doch lieber noch, bzw. lass sie selbst abbeißen, was schon Sauerei genug ist. Und was sie jetzt hier auch gut gelernt hat, ist, von der Couch oder vom Bett zu steigen. Die hohen Schwellen bei den Türen sind manchmal noch etwas zu kompliziert, weil sie sich quasi oben sitzend um 180 Grad drehen müsste und da der Platz nicht gerade üppig ist, gerät sie dann doch ab und zu noch in Panik und will dann doch lieber rübergehoben werden. Die Fahrt nach Huye fand sie nicht ganz so toll glaube ich. Zwei Stunden still sitzen ist dann wohl doch zu viel verlangt. Wenn wir im November nach Uganda fahren, müssen wir wohl die Fahrzeit sehr großzügig berechnen, damit wir regelmäßig Pausen machen können.

Ansonsten scheint jetzt hier doch endlich die Regenzeit angekommen zu sein. Zweimal hatten wir schon ordentlichen Regen, der schon einem Unwetter glich. Glücklicherweise bin ich dabei bisher noch gut weggekommen. Als ich letzte Woche im Mille Collines war, fing es auch prompt an zu regnen, aber das war noch gar nichts im Vergleich zu dem Regen, den wir die Woche über hatten. Ich hatte da zwar auch Wäsche auf der Leine, aber der Wind scheint günstig gewesen zu sein, so dass die Wäsche trotzdem fast trocken war, als ich nach hause kam. Und bis jetzt war ich zum Glück auch nicht gerade auf der Straße unterwegs. Leider macht das die Planung für den Tag immer ein bisschen schwierig, weil es meist mittags regnet und es sich so weder vorher noch nachher so richtig lohnt, irgendwohin zu gehen.

Unwetter in Kigali

Unwetter in Kigali

Vielleicht schaff ich es ja noch, das Video dazu hochzuladen…

Gestern haben wir die erste Packung ruandischer Windeln gekauft  – 28 Stück für umgerechnet ca. 8 Euro. Zum Vergleich: beim dm kosten 48 Stück ca. 6,50 Euro. Aber wie sagt Robert so schön: wenn ich die Preise mit Europa vergleiche, dürfte ich gar nichts kaufen.

4 Kommentare

4 comments on “Zweite Woche mit Daddy”

  1. Katl sagt:

    Hi Sis,
    Es ist immer wieder eine Freude, deine Berichte zu lesen und die schönen Bilder zu sehen! Vor allem Patricia mit Papa beim ernsthaften Vater-Tochter-Gespräch hat mir gut gefallen.
    Das mit deiner Festplatte ist natürlich ein schöner Schlamassel. Ich hoffe, du hast noch eine Kopie davon, die einigermaßen aktuell ist. Vielleicht liegt ja nur was drauf. Ist aber auf jeden Fall ein Kummer zuviel, denke ich mir.
    Fühle dich auf jeden Fall ganz lieb gedrückt und gib Tricsi ein Bussi und Robert „a hug“!
    Liebe Grüße!
    Katl

  2. Karin sagt:

    Hallo Tricsi und Nicsi ! :D
    Das haste aber wieder schön geschrieben! Freut uns, dass es Euch beiden so gut geht und Robert wirklich Zeit für Euch hat!
    Wir schicken Euch nen dicken Drücka!
    Karin & Gregor

  3. MAMA sagt:

    Hi Nicole, da hast du aber lange dran geschrieben.. Entzückend die Fotos, z.B. Patricia und der Frischkäsetoast. Oder Patricia hinter Gittern, mit dieser schönen Aussicht. Das Thema Festplatte beschäftigt mich auch immer wieder. Jeden Tag schaue ich in den Briefkasten in der Hoffnung eine E-mail vorzufinden mit einer freudigen Nachricht. Übrigens: Maria hat am 7.Nov. Geburtstag. Könntest vielleicht…? Aber nur, wenn du es schaffst.
    Alles liebe von MAMA

  4. Andrea sagt:

    Hallo Nicole,
    schön das es euch dreien gut geht.
    Ich drücke dir ganz feste die Daumen dass deine Festplatte wieder auftaucht! Hast du noch irgendwo eine Datensicherung? Hoffentlich!!
    Übrigens habe ich nicht vergessen dir die Bilder zu senden, hatte es mit dem Handy versucht, aber die Datenmenge war zu groß. Sie sind nun aber auf meinem Rechner und gehen demnächst auf die Reise zu Dir.

    Liebe Grüße aus Germersheim senden dir und deiner kleinen Familie, Andrea und Roland.

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