Endlich mal wieder beim Hash

Auch wenn mir gestern ein wenig die Beine schmerzten, bin ich froh, dass Patricia und ich es am Samstag endlich zum Hash geschafft haben. Es hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. Allein endlich wieder ein bisschen Bewegung zu bekommen, war eigentlich das Hauptziel. Aber es ist auch immer wieder schön, einen neuen Teil von Kigali kennenzulernen. An dem Tal zwischen Kacyiru und Kimihurura, wo wir gestern unterwegs waren, bin ich zwar schon gefühlte tausend mal vorbei gefahren, aber durchzulaufen, ist natürlich was ganz anderes. Diesmal bin ich auch nicht gerannt, so dass ich Zeit und Gelegenheit hatte, ein paar Fotos zu machen. Es war auch mal lustig, die Reaktion der Bevölkerung zu sehen. Da beschwert sich kein Mensch, dass da eine Horde quasi durch seinen Garten latscht/rennt, sondern man wird noch freundlich gegrüßt oder auch ausgelacht, weil man sich die Strapaze überhaupt antut, den Hügel rauf- und wieder runterzukriechen. Ich hätte nicht gedacht, dass das in diesem Tal so anstrengend sein könnte. Aber auch noch mit Patricia auf dem Rücken, war das echt nicht ganz einfach und an mancher Stelle, war ich über eine stützende Hand ganz froh. Patricia war Ende der Woche schon sehr schlecht drauf, weil eine dicke Erkältung im Anmarsch war, aber sie hat trotzdem auch beim Hash gleich ein paar Leute gefunden, die sie auf Anhieb mochte. Und ich habe zum Glück auch jemanden gefunden, der mir Patricia für den Rückweg abgenommen hat. Das war dann natürlich erst recht die Attraktion des Tages: Allein Patricia in der Kraxn ist ja immer schon Grund genug für einen Auflauf, aber ein Kind, das von einem Mann getragen wird, das hat man in Ruanda wohl erst extrem selten gesehen. Die Kinder, die uns dementsprechend meist umringten, wollten alle mal Patricias Füße anfaßen oder griffen nach ihren Händen. Das ist dann natürlich besonders toll, wenn man sich gerade mit dem Kind auf dem Rücken einen Hügel hochkämpft, und dann hängen da noch zwei Kinder an dem eigenen Kind dran.

Patricia und Nicole beim Hash in Kacyiru

Patricia und Nicole beim Hash in Kacyiru

ausgewaschene Stufen beim Hash

ausgewaschene Stufen beim Hash: Hier hat der Regen der vergangenen Woche seine Spuren hinterlassen…

Regenwolken über der City

Obwohl es die ganze Zeit über der Innenstsadt nach Regen aussah, blieb es bei uns die ganze Zeit trocken und z.T. sogar schön sonnig.

Behausungen am Ende des Tales

Behausungen am Ende des Tales

ziemlich löchrige Brücke beim Hash

ziemlich löchrige Brücke beim Hash

Hash in Kacyiru

Während ich außen rum gegangen bin, um eine etwas brenzlige Stelle zu umgehen, nehmen die meisten die (geplante) Abkürzung über das Feld…

Wrong Way in einer tragenden Rolle

Wrong Way in einer tragenden Rolle

Wrong Way mit einer Schar Kinder - und Patricia

Wrong Way mit einer Schar Kinder – und Patricia

Ein paar Besuche haben wir in der letzten Woche geschafft: Bei Felicia und Ben mit Sohn Daniel waren wir und haben uns bei ihm vielleicht auch die Erkältung abgeholt. Und Randy und Diane hatten uns zu einem sehr schmackhaften Abendessen eingeladen. Der gegrillte Fisch war schon super, aber die flambierte Banane war dann noch der Knüller. Einen vernünftigen Nachtisch bekommt man hier in Ruanda eh selten. Und dann noch die schöne Nachricht, dass die beiden auch Nachwuchs erwarten. Wahrscheinlich auch deshalb waren die beiden ganz vernarrt in Patricia. Aber das sind ja eigentlich fast alle :)

Patricia und Daniel

Patricia und Daniel

Patricia mit Randy und Diane, die auch gerade Nachwuchs erwarten :)

Patricia mit Randy und Diane, die auch gerade Nachwuchs erwarten :)

Patricia ist jetzt mit der Erkältung nicht ganz so leicht zufriedenzustellen. Die Nacht zu Sonntag war ziemlich anstrengend für uns alle. Patricia hat wohl schlecht Luft bekommen und hat sich ständig im Bett herumgeworfen, was sie eine gewisse Zeit dann auch bei uns im Bett gemacht hat. Dafür haben wir dann aber sogar mal bis um 8 schlafen dürfen, was ja schon echt Luxus ist. Ansonsten war die letzte Woche aber schon insofern besser, dass sie wenigstens von 21 oder 22 Uhr bis etwa 6 Uhr durchgeschlafen hat. Wenn sie sich nicht geweigert hat, ins Bett zu gehen. Aber spätestens um 23 Uhr ist sie dann doch so müde, dass sie sich nicht mehr davor drücken kann, ins Bett zu gehen. Erkältet sind wir jetzt wenigstens auch alle drei, so haben wir alle was davon. Aber Patricia hat es bisher am schlimmsten erwischt.

Schlafverweigerer

Um 22:30 Uhr noch wach…

Schlafverweigerer

zwei Tage später: um kurz vor 10 ist Patricia mal wieder noch hellwach…

Auch im Bourbon macht Patricia jetzt jedes mal neue Bekanntschaften. Letztens ist sie fast eine Stunde bei den Tischnachbarn rumgeturnt und hatte innerhalb kürzester Zeit schon wieder zwei Handys ergattert. Ob in Deutschland jeder einem fremden Baby einfach sein Handy in die Hand drücken würde?

Kaum am Nachbartisch, schon zwei Handys ergattert

Kaum am Nachbartisch, schon zwei Handys ergattert

Patricia mal mit Papa im Bourbon

Patricia mal mit Papa im Bourbon – die Aufmerksamkeit war aber natürlich mal wieder auf den Nachbartisch mit ein paar Kindern gerichtet…

In der letzten Woche hat es hier extrem viel geregnet und langsam fühlt es tatsächlich auch an wie Regenzeit. Leider kam letzte Woche aber dabei soviel Regen runter, dass es wohl sogar vier Tote gegeben haben soll, die bei Erdrutschen ums Leben gekommen sind. Und in verschiedenen Stadtteilen sah es arg nach Überschwemmungen aus. Auch in dem Tal, wo wir unseren Hash hatten, hatte sich das kleine Rinnsal wohl in einen mittleren Fluss verwandelt, weswegen die „Hares“ (das sind die, die den Weg festlegen), spontan einen anderen Weg nehmen mussten, als den, den sie sich eigentlich überlegt hatten. Bei dem Regen verwandelt sich auch immer die Straße hinter unserem Haus in einen kleinen Fluss. Leider regnete es meist kurz vor dem Einbruch der Dunkelheit, so dass man das ganze Ausmaß nicht zu Gesicht bekommt – bis zum nächsten Morgen ist das ganze Wasser dann immer wieder verschwunden… Robert sagt übrigens, dass das Verkehrschaos immer zustande kommt, weil die Leute nicht mit der Lüftung in ihren Autos umgehen können und dann irgendwo gegen fahren oder im Graben landen.

Dank starkem Regen ein Fluss auf/in der Seitenstraße

Dank starkem Regen ein Fluss auf/in der Seitenstraße, der sich dann praktischweise direkt in das letzte Grundstück in der Straße schlängelt. Ob die sich darüber freuen?

Inspiriert von Alexandras schönen Aufnahmen hab ich letzte Woche dann auch endlich mal wieder mein Teleobjektiv ausgepackt. Viele Motive habe ich dafür nicht von unserer Veranda aus gefunden, aber Patricia krabbelte mir natürlich vor die Linse (mal wieder dreckig wie nie zuvor ;-)) und die schönen blühenden Bäume auf der anderen Straßenseite drängten sich auch quasi ins Bild.

kleiner Dreckspatz

kleiner Dreckspatz – mal mit Tele aufgenommen

Patricia mal wieder hinter Gittern

Patricia mal wieder hinter Gittern

blühende Bäume auf der anderen Straßenseite

blühende Bäume auf der anderen Straßenseite

Und dann habe ich mal wieder ein kleines Video für euch, wie Patricia mal wieder beim Essen einschläft. Na gut, wie sie dann richtig einschläft, ist nicht mehr auf dem Video, aber ihr fallen beim Essen ihrer Kartoffelspalten immer wieder die Augen zu – und das Essen aus der Hand (deshalb auch der kurze Schlenker im Video). Entschuldigt bitte das schlechte Licht, wir müssen den Stuhl wohl mal in die andere Ecke stellen… Hier geht’s zum Video

1 Kommentar

One comment on “Endlich mal wieder beim Hash”

  1. MAMA sagt:

    Hallo liebe Nicole,
    die Bilder und dein Bericht sind wieder einmalig. Es freut mich besonders, dass du auch Zeit für dich hast. Hat Patricia schon ein Loch in den Boden vor dem Gitter gestampft? Gute Besserung euch drei Schnupfnasen und 333 x 33 Bussis von MAMA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

:wink: :-| :-x :twisted: :) 8-O :( :roll: :-P :oops: :-o :mrgreen: :lol: :idea: :-D :evil: :cry: 8) :arrow: :-? :?: :!: