Category archives: in Ruanda

Mich gibt’s noch!

Ich weiß ja nicht, was in Deutschland so für Nachrichten verbreitet werden, aber ich hoffe, ihr habt euch nicht allzu große Sorgen gemacht, weil ich mich die ganze Woche nicht gemeldet habe. Ich hab immernoch ziemlich viel zu tun und versuche, mich jetzt tatsächlich an meinem Feierabend ein bisschen auszuruhen und nicht mehr zu arbeiten oder im Internet rumzusurfen. Nachdem ich mir das letzte Wochenende arbeitsfrei verordnet habe, habe ich mich tatsächlich auch ein bisschen von den Wochen davor erholt und meine Erkältung ist auch nahezu wie weggeblasen. War wahrscheinlich rein psychisch…

Gleichzeitig werde ich diese Woche auch von ziemlich schönem Wetter verwöhnt. Ich würde ja glatt behaupten, die Regenzeit ist zuende. Mit etwa 26 Grad im Schatten (in Butare!) fühlte es sich jedenfalls so an. Trotzdem hat es am Dienstag so doll geregnet, dass ich richtige Pfützen in meinem Zimmer hatte! Heute ist es aber schon den ganzen Tag einfach nur herrlich – eigentlich viel zu schön, um hier im Büro zu sitzen und zu arbeiten. Dummerweise sind meine Nachbarn verreist und die Internetverbindung ist seit Mittwoch Nachmittag weg. Vermutlich müsste der Router neu gestartet werden, aber wenn keiner da ist, merkt das natürlich keiner außer mir ;-) Ich hoffe, die kommen bald wieder!

Die Internetverbindung im Büro nervt heute total! Ich versuche mit meinem Bericht weiterzukommen, müsste dazu dann eigentlich was im Internet nachgucken, geht dann gerade mal wieder nicht, also fange ich was anderes an, dann geht das Internet auf einmal wieder und ich hab vergessen, was ich nachgucken wollte, also fange ich wieder von vorne an… Nervig… Und dass, wo ich mich sowieso schon so schlecht konzentrieren kann die letzten Tage.

Am Montag durfte ich mal wieder eine Nacht mit Robert verbringen. Und morgen schon wieder! *Freu* Und ich trau mich morgen auch mal wieder nach Kigali. Am Mittwoch waren für ganz Ruanda Demonstrationen angekündigt und organisiert worden, aber zu mir sind alle weiterhin freundlich wie bisher. Wir hatten sogar extra frei am Mittwoch Vormittag und ich hab mich in meinem Haus verkrochen. Irene, die gleich hinter dem Stadion ihr Büro hat, konnte mir aber berichten, dass sie da Reden geschwungen haben, von denen sie aber natürlich nix verstanden hat. Jean Pierre, mein Guard, wollte heute zu einer Versammlung in der Uni gehen, um mal zu hören, was es neues gibt. Wer keine Ahnung hat, wovon ich eigentlich rede, dem sei dieser Artikel in Der Zeit empfohlen: http://www.zeit.de/online/2008/47/ruanda?page=1

Und weil ihr so schön artig auf meinen neuen Bericht gewartet habt ohne zu drängeln, werdet ihr auch mal wieder mit ein paar Fotos belohnt ;-)

Das erste zeigt die Überbleibsel des Abendessens – nicht meines sondern das der Gekkos in meinem Haus. Ursprünglich waren das mal so ähnliche Viecher wie die, die ich euch letztens präsentiert habe, bloß in dunkel und etwas kleiner aber genauso blöd. Haben sich jedenfalls alle ganz leicht fangen und fressen lassen. Und die Flügel sind dann das, was übrig bleibt…

Essensreste

Dann hab ich hier noch meine Basilikumzucht und ein Foto, dass ich schon lange mal machen wollte:

Basilikumzucht in meinem Garten   Tautropfen  

Und zum Beweis, dass ich hier nicht nur Urlaub mache: Nicole beim Training mit den PNILP/TRAC Leuten:

Training mit PNILP

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mir geht’s gut!

Maria hat ja schon festgestellt, dass sie die aktuelle politische Lage zwischen Ruanda und Deutschland an mich erinnert – so vergesst ihr mich wenigstens nicht. Aber ich kann euch beruhigen: mir geht es gut und bis jetzt sind auch immernoch alle lieb und freundlich zu mir (also jedenfalls die, die es bisher auch waren) und ich hab heute sogar schon eine Email und gestern einen Anruf bekommen, dass ja die politische Situation unsere Freundschaft nicht beeinflussen würde. Is doch ooch mal nett :) Und mein Freund spricht auch noch mit mir (wenn wir ein Netz haben…). Also macht euch keine Sorgen um mich!

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ein kleines Happy End

Selten hab ich ein Telefonklingeln als so erlösend empfunden wie gestern Abend, als Robert mich endlich erreicht hat. Und glücklicherweise war er tatsächlich noch in Butare und suchte „zufällig“ noch einen Platz zum Übernachten. Da war ich doch glatt mal großzügig und hab mein Bett mit ihm geteilt :)

Wollte ich nur mal kurz mit euch teilen :)

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Bierfest in Kigali

Obwohl ich ja eigentlich auch noch genug zu arbeiten gehabt hätte (und immernoch habe), habe ich mir am Samstag eine Auszeit gegönnt und bin nach Kigali gefahren, um mit Hash laufen und danach saufen ein Bier trinken zu gehen. Hash (Hash House Harriers) kann man als Trinker mit einem Laufproblem charakterisieren – oder besser gesagt charakterisieren sie sich selbst so. Jedenfalls treffen die sich jeden Samstag, um irgendwo zusammen laufen zu gehen. Was natürlich auch eine schöne Art ist, Ruanda kennen zu lernen. Dummerweise ist dieses Land aber nunmal super hügelig, was dem Joggen irgendwie ein bisschen hinderlich ist. Jedenfalls für mich. Was so ein richtiger Hasher ist, dem macht offensichtlich so eine ordentliche Steigung nichts aus. Zugegebenermaßen bin ich nur streckenweise gerannt und den Rest gelaufen. Aber mein Puls war trotzdem immer über 150, hat also auch gereicht. Als „Tagungsort“ hatte sich Randy diesmal die Umgebung vom New Caiman ausgesucht, weil dort nämlich um 18 Uhr das erste Bierfest Ruandas gefeiert werden sollte. Wo wir dann nach dem Laufen auch fleißig mitgefeiert haben :) Für 5000 RWF (etwa 6,50 Euro) gab es Bier, Weichgetränke und Essen ohne Ende und dazu noch überwiegend gute Live Musik und überraschend gute Musik aus der Anlage. Ich hab jedenfalls schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt und getanzt. Da hat mir dann gleich noch mehr meine Tanzschule und mein Tanzpartner gefehlt :( Falls das jemand von dort liest: Ihr fehlt mir ganz dolle!

Endlich ein Bier! Mützig

Bierfest Kigali Obama - Yes we can!

Und was ich nicht unterschlagen möchte: Der neue Präsident der USA wurde auch reichlich gefeiert. Nicht nur, dass viele Amis mit Obama T-Shirts hier rumlaufen seit der Wahl; nein, da wurde sogar ein Lied auf ihn angestimmt. Von dem Text hab ich allerdings nur „Obama“ und „yes we can“ mitbekomme. War jedenfalls bombig! Und so konnte ich mich auch ein bisschen abreagieren nach einem frustrierenden Meeting am Freitag, über das ich mich an dieser Stelle lieber nicht weiter auslassen möchte. Sonst werden mir wieder irgendwelche linken Machenschaften unterstellt… So wie es momentan aussieht, werde ich – was euch vermutlich freuen wird – sehr wahrscheinlich nun doch schon Ende Januar/Anfang Februar wieder nach Berlin zurückkehren. Allerdings kann ich euch noch nicht garantieren, wie lange ich dann bleiben werde ;-) Ist aber alles noch nicht klar, also nicht zu früh freuen, meine Lieben!

Wie ihr seht, geht’s mir noch gut, trotz der politischen Lage hier und bei euch. Allerdings geht schon den ganzen Nachmittag fast durchweg das Handynetz nicht. Weiß nicht, ob ich das persönlich nehmen soll, weil nämlich Robert angekündigt hatte, dass er evtl. in Butare übernachten würde. Und jetzt bekomme ich seit Stunden keine Verbindung zu ihm! Und er weiß doch gar nicht, wo ich wohne! Uäääähhhh! Also falls mich jemand versucht, zu erreichen: keine Sorgen machen und statt dessen über Skype probieren ;-) Klingt zwar sch… aber immerhin…

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Ferienbeginn

Vor lauter Halloween hätte ich ja fast vergessen, zu erzählen, dass gestern mal wieder Ferienbeginn (zumindest für die Schüler der Secondary School) war. Eigentlich müsste mich das ja nicht groß interessieren, aber wenn man mit dem Bus an solch einem Tag nach Kigali fahren will, interessiert es einen schon. Zunächst mal ist es ziemlich schwierig, überhaupt eine Fahrkarte zu bekommen, weil ab dem späten Vormittag die ganzen Schüler nach hause fahren. Und das scheinen etliche zu sein, die es dann nach Kigali treibt. Aber zum Glück hatte ich mir ja schon am Donnerstag Mittag noch ein Ticket für 10.30 Uhr nach Kigali gesichert und stand nun an der Haltestelle vor dem GIS-Center, als dort ein bereits bis oben hin vollbeladener Bus fast an mir vorbei gefahren wäre. Da ich aber nunmal ein Ticket hatte, konnte mich der Busfahrer schlecht stehenlassen. Also wurden die Koffer von der Tür weggehoben, ein paar Schüler mussten etwas zusammenrutschen und so saßen wir dann zu fünft in einer Reihe (statt zu viert), was aber mit so halbwüchsigen Schülern noch geht. Die werden wohl so um die 14 Jahre gewesen sein, würde ich mal schätzen und waren alle noch rank und schlank. Von daher war es noch ganz ok. Interessant wurde es dann, als wir etwa nach 20 Minuten wieder anhielten, weil an einer anderen Haltestelle auch noch Schülerinnen mitfahren wollten. Ich weiß nicht genau, wie viele ursprünglich mitfahren wollten und ob die auch alle ein Ticket hatten, schließlich durfte dann aber eine noch einsteigen – durchs Fenster! – und mit vier anderen die Reihe hinter mir einnehmen. War also recht kuschelig im Bus. Nach einer Weile dösten dann auch so ziemlich alle ein. Und obwohl ich eigentlich ziemlich müde war und mich schon auf ein Nickerchen im Bus gefreut hatte, gelang es mir nicht so richtig, einzuschlafen. Dem jungen Mann neben mir gelang es dafür umso besser und meine Schulter schien auch recht bequem zu sein ;-) Schade, dass man von sowas schlecht ein Foto machen kann…

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Happy Halloween!

Unglaublich aber wahr: Ich war gestern auf einer Halloween Party! Drei Amerikaner hatten einen Haufen Leute in ihr Haus eingeladen und es war erstaunlich, was da für Kostüme zusammenkamen. Sowohl Michael (George Michael) als auch ich und noch eine weitere Deutsche konnten glücklicherweise aus dem reichhaltigen Fundus Oliviers (ein Kollege bei PNILP) schöpfen, der aber natürlich selbst das beste Kostüm von allen hatte und als Regenwald gegangen ist. Aber auch die improvisierten oder gebastelten Kostüme waren echt toll. Ich hab mir ein silbernes Kleid (inkl. Highheels) ausgesucht, was die amerikanischen Mädels als Anlass genommen haben, mich als Vanna White anzusehen (offenbar eine „Glücksrad“-Ikone – wie hieß die bei uns noch mal?). Olivier meinte, ich würde auch als Paris Hilton durchgehen, solange ich mein Bein so provokant aus dem Schlitz im Kleid strecken würde ;-) Zumindest Vanna White ist schon ganz hübsch, beide sind blond, aber beide würde ich jetzt nicht gerade als Intelligenzbestien bezeichnen (wobei ich da bei Vanna White natürlich von ihrem Beruf ausgehen kann, vielleicht hat sie ja nen Doktor in Philosophie…) – weiß also nicht genau, ob ich das als Kompliment werten soll. Aber immerhin hab ich einige Komplimente für das Outfit ansich bekommen. Für mich war eigentlich das größte Wunder, dass ich den Abend in den Highheels überstanden ab, ohne mir die Knochen zu brechen! Abgesehen von den Kostümen war von Halloween allerdings nicht viel zu spüren. Kein einziger Kürbis, keine Gespenster, zu helles Licht. Leider konnten sich die Gäste auch nicht drauf einigen, wer denn nun den DJ macht, so dass ständig ein Lied abgebrochen wurde, um wieder mit einem anderen anzufangen, was dann wieder abgebrochen wurde. Das lud nicht so richtig zum Tanzen ein. Und um 1 war dann auch noch das Bier alle, was ich persönlich jetzt nicht so schlimm fand, aber ein bisschen blöd ist das ja schon…

Olivier als Regenwald Michael als George Michael Angelina Jolie war auch da
diese verrückten Amis… Popcorntüte

Ich weiß, eigentlich wollt ihr ja ein Bild von mir sehen. Also gut:

Olivier als Regenwald und ich als Vanna White oder auch Paris Hilton ich als Vanna White oder auch als Paris Hilton
die tosende Menge die tosende Menge
Motorradtaxifahrerin indisch angehaucht

Und weil ihr ja immer jammert, dass man mich so selten sieht, hier noch ein Foto, das Claudia vor  drei Wochen auf ihrer Terrasse von mir gemacht hat. Warum ich da so strahle? Das war das Wochenende als mich Robert überrascht hat und ich warte gerade darauf, dass er mich wieder zum Mittagessen abholt :)

Nicole in Kigali

PS: Das ist eine Hitze hier in Kigali! Aber wie ihr seht, funktioniert die Internetverbindung im Bourbon Coffee mal wieder ausgezeichnet :)

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zu früh gefreut

Tja, da hab ich mich wohl zu früh gefreut, von wegen „schon besser“ und so. Jetzt sitz ich hier mit ner Schniefnase, die mir meine Kopfschmerzen wiederbringt, allerdings diesmal auf der anderen Seite. Mein Nacken ist dazu auch noch total verspannt, weil ich momentan 10 Stunden im Büro hocke und dann abends zuhause auch nochmal an den Rechner gehe. Aber wenigstens wurde mein Training von nächster Woche auf die übernächste verschoben, so dass ich noch ein bisschen mehr Zeit zum Vorbereiten hab und mich vielleicht doch noch ein bisschen ausruhen kann vorher.

Gestern hab ich mir dennoch die Zeit und Muße genommen, Marmelade zu kochen! Mein Schwesterlein Moni war ja so freundlich, mir  Gelierzucker zu schicken, der sich zwar dann im ganzen Paket verteilt hatte, aber es war immernoch genug da, um davon Marmelade zu kochen!

selbstgemachte Marmelade

So, und ihr dürft jetzt mal raten, was da drin ist!

Und was ich ja gar nicht wusste, dass ich das so vermisst hab: Basilikum! Nachdem ich schon vor ein paar Wochen Samen in Kigali gekauft hatte, die Jean Pierre dann ausgesäht hat, waren schon nach wenigen Tagen die ersten grünen Blätter zu sehen und inzwischen kann man ihn schon essen. Soooo lecker! Wenn ich daran denke, was das für eine Plackerei war, meinen Basilikum in der Klixstraße aufzuziehen. Und am Ende ist er doch eingegangen. Aber ich glaube, so lange wir hier Regenzeit haben, brauch ich mir da keine Sorgen zu machen. Und danach müssen wir dann halt gießen.

mein eigener Basilikum

Zum Anbeißen, oder?

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Schon ein bisschen besser

Nachdem ich die letzte Nacht quasi nur gehustet hab (hab dummerweise den Hustensaft direkt vor dem Schlafengehen genommen), musste ich heute Mittag erstmal ein Nickerchen machen, statt was zu essen. Ja, André ich kann auch mal den ganzen Tag über ganz ohne Essen auskommen! ;) Heute Nachmittag hab ich zwar immernoch reichlich gehustet, aber insgesamt geht es mir ein bisschen besser. Temperatur ist aber jetzt schon wieder auf 37°C nachdem ich heute mittag bei ziemlich mikrigen 36,4°C war. Das versteh ein anderer…

Heiße Zitrone und Honig gab es heute früh schon, fand mein Magen aber nicht so lustig hatte ich das Gefühl. Also doch lieber Multivitamin-Brausetabletten…

Mit meinen Schulungsunterlagen bin ich jetzt immerhin „schon“ mit den Übungen für den ersten Tag von 5 fertig. Ganz schön frustrierend. Ich mach jetzt aber trotzdem Feierabend und versuch ein bisschen mehr zu schlafen als letzte Nacht.

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Abenteuer Samstag Nachmittag

Wie gestern ja schon angekündigt, hab mich am frühen Nachmittag auf dem Weg in „die Stadt“ gemacht. Gestern war ja Umuganda (letzter Samstag im Monat, der zu gemeinnütziger Arbeit genutzt wird, oder werden sollte…), da war ich mir zum einen nicht sicher, wann die Bank auf hat und auch nicht, ob der Arzt da nicht evtl. auch zu hat. Ich hatte die Bank mal eher so eingeschätzt, dass sie vielleicht so zwischen 12 und 2 auf hat, also hab ich probiert, vor zwei da aufzutauchen. Hat mir aber nix genutzt: Die Bank war zu. Immerhin konnte ich dann schonmal mein Busticket für heute kaufen, weil ich für nachmittags mit Robert in Kigali verabredet war. Also bin ich wieder Richtung zuhause zum Arzt, der aber gerade in der Mittagspause war. War ja klar… Ich solle doch gegen 3 nochmal wiederkommen. Gesagt, getan: Ich also wieder nach hause, total abgekämpft nach den 15 Minuten Marsch (die Dusche hätte ich mir auch sparen können) erstmal zwei Scheiben selbst gebackenes Brot mit Marmelade vertilgt. Da ging es mir dann gleich viel besser :) Temperatur inzwischen bei 37,25° – also noch nicht wirklich lebensbedrohlich, aber für mich eindeutig ein Zeichen dafür, dass was nicht in Ordnung ist.

Ich also um halb4 wieder zum Doc. Der ist immernoch nicht da, aber „spätestens in 10 Minuten“. Ok, Zeit genug für mich, es nochmal bei der Bank zu probieren, vielleicht macht sie ja auch erst nach 2 auf, so wie der Supermarkt. Aber nein, die Bank ist immernoch zu. Na gut, gönnen wir den Bankangestellten auch mal nen freien Samstag. Die Mädels, die mir immer Telefonkarten verkaufen, haben schon etwas komisch geguckt, als ich nun schon das zweite Mal da vorbeigekommen bin. Telefonkarten hatte ich aber schon beim ersten mal gekauft. Bei La Source, die inzwischen auch auf hatten, hab ich mir noch schnell was zu trinken gekauft – bergauf, bergab, da wird man (frau) schonmal durstig… Also wieder zurück zum Arzt. Der ist natürlich immernoch nicht da. Aber der Arztgehilfe (was auch immer der nun für eine Ausbildung hat) macht mir das Angebot, dass er sich ja mal meine Geschichte anhören kann, ggf. Tests veranlassen könnte und dann können wir weiter sehen. Ok, machen wir so. Das wurde eine lustige Mischung von Französisch und Englisch, aber ich hoffe mal, er hat verstanden, was mich zu ihm getrieben hatte. Jedenfalls hat er mich abgehorcht, Fieber gemessen (immernoch 37°C) und dann ein paar Tests verordnet: Malaria, Typhus und ein Test zum Überprüfen, ob ich ne Infektion oder so was hab. Also ab ins Labor, Blut abgenommen, bitte eine halbe Stunde warten. Die Wartezeit wird mir gleich verkürzt, weil Robert anruft und fragt, ob ich doch schon den Abend noch nach Kigali kommen könnte, weil seine sechs Ladies ihm schon wieder nen neuen Plan aufgetischt haben (ungefähr das fünfte mal in den letzten drei Tagen), weshalb sie schon am Samstag nach Kigali fahren würden und heute dann schon wieder woanders hin wollten. Hm, es war inzwischen halb5, ich musste auf alle Fälle nochmal zu Volcano das Ticket ändern, noch auf meine Ergebnisse warten, ggf. noch zur Apotheke,  nochmal nach Hause, Beine rasieren ;) – also den Bus um 18.30 Uhr… Also bin ich wieder in „die Stadt“ gestiefelt, wieder an meinen Telefonkartenmädels vorbei zu Volcano, das Ticket umtauschen. Wieder zurück zum Arzt, bzw. zu seinem Gehilfen: Alle Tests ohne Befund bzw. negativ. Keine Malaria, das ist ja schonmal gut. Trotzdem hätte ich natürlich schon gerne gewusst, warum es mir nicht gut geht. Aber mein Blut sagt, mir geht es blendend. Hm, na gut, glauben wir das mal. Dennoch hab ich einen Hustensaft gegen trockenen Husten verschrieben bekommen, den ich dann noch in der Apotheke nebst neuen Kopfschmerztabletten erstanden hab. Und diesmal hab ich mir dann ein Moto nach hause geleistet (vor allem aus Zeitgründen). So konnte ich den Moto-Fahrer, der komischerweise schon wusste, wo ich wohne, bevor ich „hier“ schreien konnte (bzw. ici), gleich noch bitten, mich doch um 6 wieder abzuholen, damit ich rechtzeitig wieder am Bus sein würde.

Und ich habs tatsächlich geschafft, in einem Rekordtempo zu duschen, mir die Beine zu rasieren, ein paar lebenswichtige Dinge in meine größere Handtasche zu stopfen und sogar noch meinen Hustensaft zu nehmen, bevor mein Moto-Fahrer außergewöhnlich pünktlich wieder vor dem Tor stand. So war ich dieses mal nicht schon wieder total verschwitzt und abgekämpft, als ich dann endlich um Viertel nach 6 im Bus nach Kigali saß und sogar noch in Ruhe ein bisschen lesen konnte.  Mit der Ruhe war es dann allerdings bald vorbei, weil einer der Mitreisenden meinte, lautstark mit seinem Handy erst Filme gucken zu müssen und dann Musik abzuspielen. Ich musste dann halt meinen Ipod mal wieder etwas lauter stellen und hab nichts gesagt, aber ich frag mich, wie die anderen das ausgehalten haben…

An diesem leicht verunglückten Versuch, die schlechte Straße mit einem vermutlich überladenen LKW zu befahren, bin ich nun gestern etwa sieben mal vorbeigekommen, so dass ich es mir schließlich nicht nehmen ließ, ihn auch noch für euch festzuhalten:

leicht übergewichtig vielleicht…

War zwar wieder echt kurz die Zeit mit Robert, aber wieder sehr schön. Irgendwie waren wir beide ganz schön k.o., nachdem wir nach meiner Ankunft in Kigali noch im Indian Khazana essen waren. Wie der Name schon vermuten lässt, ein indisches Restaurant mit sehr gutem Service und gepfefferten Preisen – aber das Essen ist auch echt spitzenmäßig! Ist, glaube ich, auch das einzige indische Restaurant in ganz Ruanda… Aber wenn man mit seinem Schatzi nur einmal die Woche Abendessen geht, kann man sich auch mal ein 40Euro Dinner leisten ;-)

Der Morgen heute war dann ganz schön hektisch am Schluss, weil Robert die Zeit ein bisschen verpeilt hat, aber so fiel der Abschied nicht ganz schon schwer. Um halb11 saß ich nun schon wieder im Bus nach Butare, wo ich gleich mal wieder eine neue Bekanntschaft machen durfte: Samuel, ein „chapelar“ (hab keine Übersetzung gefunden) aus Kigeme (da konnte ich ja gleich trumpfen, indem ich wusste, dass es da ein Krankenhaus gibt :)), der mir dann aber leider eine private Bibelstunde aufdrängen wollte. Eine Mitreisende, die einen etwas beängstigen Asthma-Anfall hatte, hat mich dann aber davor bewahrt, mich die nächsten zwei Stunden mit ihm darüber auseinandersetzen zu müssen, wie sinnvoll das jetzt ist, was er mir da gerade vorbetet. Ich hab ihm jedenfalls gesagt, dass ich es für christlicher halte, einem Menschen zu helfen, dem es offenbar nicht gut geht, als mir anzuhören, was andere Leute aus der Bibel zusammengetragen haben. Ein mitreisender Ruander versuchte, die asthmatische Frau zu beruhigen, hatte aber wenig Erfolg. Ein mitreisendes Muzungu-Pärchen hatte scheinbar Erfahrungen mit Asthma, hatten sogar ein Spray dabei, was die mit dem Asthma aber nicht nehmen wollte. Sie fing dann aber auch noch an zu hyperventilieren. Die andere Muzungu meinte, wir bräuchten eine Papiertüte, aber die anderen Mitreisenden machten keine Anstalten, sich von ihren Papiertüten zu trennen, wobei also mindestens einer eine hatte, nämlich ganz offensichtlich auf seinem Schoß. Ich hatte immerhin eine Plastiktüte dabei (ich weiß, Schande über mich, in einem Land, wo Plastiktüten gesetzlich verboten sind…), die ihr dann geholfen hat, wieder halbwegs normal zu atmen. Wir hatten allerdings auch das Gefühl, dass sie zusätzlich noch psychische Probleme hatte, die vielleicht sogar den Asthma-Anfall ausgelöst haben. Sie hat z.B. sehr auf das zu laute Radio reagiert, so dass wir den Busfahrer nach einiger Diskussion dazu bringen konnten, es auszustellen. Aber ich bin ja kein Arzt und Erfahrung mit Asthma hab ich auch bis jetzt keine gravierenden gemacht… Nachdem sie dann auch noch meine Flasche Wasser geleert hatte, ging es ihr schon besser. Sie hat sich jedenfalls nach einer Weile beruhigt und hat die Fahrt nach Butare dann auch noch überstanden. War mal ein Erlebnis ganz anderer Art und interessant zu sehen, wie Leute in Ruanda mit ihren Mitmenschen umgehen…

So, jetzt ist es schon halb4 und ich hab immernoch nichts gearbeitet an diesem Wochenende!

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schon wieder ne Woche um

Nachdem ich am Montag ja hier noch was zum Besten gegeben hatte, durfte ich dann mit meinen Sandalettchen den Heimweg antreten. Bloß dumm, dass es den ganzen Nachmittag geregnet hatte und entsprechend die Straße eine einzige Schlammpackung war. Ich hatte echt schon überlegt, ob ich die Schuhe besser ausziehe, aber im Dunkeln war mir das dann auch wieder nix. Ich fand, meine Füße sahen eigentlich noch verhältnismäßig sauber aus – der Schlamm war auch mehr unterm Fuß und zwischen den Zehen und weil sehr lehmig nicht besonders leicht abzuwaschen… Wie meine Schuhe nach dem Schlammbad aussahen, hab ich euch auch mal festgehalten. Inzwischen sind sie Dank Jean Pierre wieder blitzeblank.

Füße mit Schlammpackung Schlammschuhe

Am Dienstag Morgen kam Yvette, unsere Administrationschefin zu uns ins Büro und guckte bei uns vom Balkon runter und versuchte dann, mir zu erklären, was denn da interessantes zu sehen wäre, aber uns fehlten ein bisschen die Worte. Also ging ich selbst gucken und musste mich dann schon ein bisschen überwinden, genauer hinzugucken. Ich hab ja erst gedacht, das wären riesige Maden, aber es waren „nur“ irgendwelche Insekten, die wohl nach einem starken Regen auftreten und offenbar ihre Flügel verlieren. Yvette meinte, die werden als Delikatesse auf dem Markt verkauft. Igitt… Sind bestimmt auch sehr proteinreich, Moni!

eine ganze Horde UFOs ein UFO mit Flügeln
ein UFO ohne die großen Flügel  ein Haufen UFOs

Heute hatte ich auch schon Besuch von einer Schwalbe – in meinem Zimmer! Das kommt davon, wenn man mal ein bisschen das schöne Wetter in die Bude lassen will… Sie tat sich etwas schwer damit, den Ausgang wiederzufinden. Und Fenster aufmachen ist hier leider nicht – da sind Fliegengitter vor. Aber sie hat es dann doch noch nach einem Abstecher in Felicias Zimmer geschafft.

Ansonsten muss ich zugeben, dass es mir gerade nicht so toll geht. Huste ein bisschen vor mich hin, hab seit zwei Tagen furchtbare Kopfschmerzen und erhöhte Temperatur (noch nicht wirklich hoch, aber für meine Verhältnisse…) und leider furchtbar viel zu tun, so dass ich heute auch noch ne Weile arbeiten werden muss. Dafür belohne ich mich morgen damit, Robert zu sehen :) Keine Sorge: Werde heute auch noch zum Arzt gehen, um sicher zu gehen, dass ich keine Malaria hab.

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