Obwohl ich ja eigentlich auch noch genug zu arbeiten gehabt hätte (und immernoch habe), habe ich mir am Samstag eine Auszeit gegönnt und bin nach Kigali gefahren, um mit Hash laufen und danach saufen ein Bier trinken zu gehen. Hash (Hash House Harriers) kann man als Trinker mit einem Laufproblem charakterisieren – oder besser gesagt charakterisieren sie sich selbst so. Jedenfalls treffen die sich jeden Samstag, um irgendwo zusammen laufen zu gehen. Was natürlich auch eine schöne Art ist, Ruanda kennen zu lernen. Dummerweise ist dieses Land aber nunmal super hügelig, was dem Joggen irgendwie ein bisschen hinderlich ist. Jedenfalls für mich. Was so ein richtiger Hasher ist, dem macht offensichtlich so eine ordentliche Steigung nichts aus. Zugegebenermaßen bin ich nur streckenweise gerannt und den Rest gelaufen. Aber mein Puls war trotzdem immer über 150, hat also auch gereicht. Als „Tagungsort“ hatte sich Randy diesmal die Umgebung vom New Caiman ausgesucht, weil dort nämlich um 18 Uhr das erste Bierfest Ruandas gefeiert werden sollte. Wo wir dann nach dem Laufen auch fleißig mitgefeiert haben
Für 5000 RWF (etwa 6,50 Euro) gab es Bier, Weichgetränke und Essen ohne Ende und dazu noch überwiegend gute Live Musik und überraschend gute Musik aus der Anlage. Ich hab jedenfalls schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt und getanzt. Da hat mir dann gleich noch mehr meine Tanzschule und mein Tanzpartner gefehlt
Falls das jemand von dort liest: Ihr fehlt mir ganz dolle!
Und was ich nicht unterschlagen möchte: Der neue Präsident der USA wurde auch reichlich gefeiert. Nicht nur, dass viele Amis mit Obama T-Shirts hier rumlaufen seit der Wahl; nein, da wurde sogar ein Lied auf ihn angestimmt. Von dem Text hab ich allerdings nur „Obama“ und „yes we can“ mitbekomme. War jedenfalls bombig! Und so konnte ich mich auch ein bisschen abreagieren nach einem frustrierenden Meeting am Freitag, über das ich mich an dieser Stelle lieber nicht weiter auslassen möchte. Sonst werden mir wieder irgendwelche linken Machenschaften unterstellt… So wie es momentan aussieht, werde ich – was euch vermutlich freuen wird – sehr wahrscheinlich nun doch schon Ende Januar/Anfang Februar wieder nach Berlin zurückkehren. Allerdings kann ich euch noch nicht garantieren, wie lange ich dann bleiben werde
Ist aber alles noch nicht klar, also nicht zu früh freuen, meine Lieben!
Wie ihr seht, geht’s mir noch gut, trotz der politischen Lage hier und bei euch. Allerdings geht schon den ganzen Nachmittag fast durchweg das Handynetz nicht. Weiß nicht, ob ich das persönlich nehmen soll, weil nämlich Robert angekündigt hatte, dass er evtl. in Butare übernachten würde. Und jetzt bekomme ich seit Stunden keine Verbindung zu ihm! Und er weiß doch gar nicht, wo ich wohne! Uäääähhhh! Also falls mich jemand versucht, zu erreichen: keine Sorgen machen und statt dessen über Skype probieren
Klingt zwar sch… aber immerhin…
Hallo! Bierfest klingt gut. Das mit dem Handyempfang ist ja nicht so gut. Und die politische Lage – wenn ich Berichte im TV sehe muss ich immer öfter an dich denken.
Drück dich!
Maria