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Mega-Event in Butare

Relativ kurzfristig war ich gestern Abend zu meinen Nachbarn, den Schillings, eingeladen worden. Ich hatte erst nicht so recht Lust, zumal die Einladung auch eher allgemein klang, dass ich ja mal auf ein Bier vorbeikommen könnte oder so. Nachdem mich dann aber auch andere Kollegen gefragt haben, ob ich denn abends zu den Schillings gehe, hab ich Irene gefragt, ob sie kommt und da sie zugesagt hat, hatte ich auch einen Grund hinzugehen. „Die Schillings“ sind Michele und Tim Schilling (mit drei sehr niedlichen, total unterschiedlichen Töchtern zwischen 4 und 10 glaub ich) und wohnen direkt nebenan in einem riesigen Haus, was Kurt einmal als „Palais Schilling“ vorgestellt hat. Ich denke, ich hatte es mal erwähnt. Jedenfalls ein absolutes Traumhaus! Schon von meinem Schlafzimmer aus hab ich gehört, dass da drüben nicht nur ein paar Leute gemütlich zusammensitzen. Und als Irene und ich nun zum „Palais Schilling“ kamen, haben wir fast den Mund nicht mehr zubekommen vor Staunen über etliche große Autos vor dem Haus und einem Bus in der Einfahrt. Und auch das Haus selbst war gefüllt von heiterem Trubel und etwa 100 Gästen, die offenbar alle etwas mit Kaffee zu tun hatten und aus aller Welt zusammen gekommen waren. Da waren Kaffeetester aus Asien, Europa und den USA (jedenfalls was offensichtlich war), außerdem sogenannte „Cupper“, die in Ruanda an den Washingstations arbeiten, Projektleiter und -mitarbeiter von SPREAD (dem Kaffeeprojekt), USAID, der Organisation „Cup of Excellence„und ein paar Leute vom CGIS, dazu noch Angehörige – ein echter Wahnsinn! Kurt meinte ein wenig lästernd, dass er gar nicht wusste, dass die Bevölkerung Ruandas zu 50% aus Musungus bestünde ;-) Sie alle waren eingeladen, den Kaffee in Ruanda zu feiern. Anlass war die Durchführung (wenn man das so sagen kann) des „Cup of Excellence“ in Ruanda. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird dabei der Kaffee probiert und getestet und bekommt ggf. eine Art Auszeichnung. Das könnt ihr ja nochmal auf der Seite nachlesen, falls euch das interessiert. Jedenfalls war ich gestern echt begeistert von dem Engagement und der Begeisterung, die die Leute an den Tag legen. Tim sagte, dass der Kaffee inzwischen 50% des BIP Ruandas ausmachen würde (wenn ich das richtig verstanden hab) und sich inzwischen von einem gewöhnlichen zu einem außergewöhnlichen Kaffee entwickelt hätte. Und offenbar kommt das direkt den Kaffeebauern zugute. Es war jedenfalls eine ganz tolle Stimmung mit unterhaltsamen Reden und einem Buffet, das zwei Köche in der Küche zusammengebrutzelt haben inkl. einem 30 Pfund Truthahn und Ziegen-Brochette, Bananen, Kartoffeln und Salaten. Die beiden haben danach auch wieder abgewaschen, die armen… Ich hab mich jedenfalls ordentlich geärgert, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte, wäre mir aber auch blöd vorgekommen, deshalb nochmal rüber zu gehen. Allein die beiden älteren Töchter in ihren traditionellen Kleidern wären ein Foto wert gewesen. So wie ich es vermutlich in ihrer Situation auch gemacht hätte, haben sie Getränke serviert. Zu niedlich! Ich war jedenfalls froh, doch noch zur Party gegangen zu sein. Wie Michele so schön sagte, was soll man auch sonst abends in Butare tun…

Und dann will ich noch meine Freude über einen roten Apfel mit euch teilen :) Ich hab gestern im La Source tatsächlich rote Äpfel entdeckt (eigentlich schon ein paar Tage vorher, aber da hatte ich kein Geld dabei oder gerade keine Zeit, weiß nicht mehr) und mir gleich mal zwei mitgenommen. Heute hab ich mich dann schon fast geärgert, dass ich nur zwei gekauft hab und werde nachher mal gucken, ob ich noch ein paar ergattern kann. Einen gab es nämlich heute zum Nachtisch und der war so dermaßen lecker, dass ich gerne noch ein paar hätte. Sonst gab es nämlich immer nur Granny Smith (vermutlich aus Süd Afrika) für teuer Geld. Ich weiß nicht, wo jetzt die roten Äpfel auf einmal herkommen, und sie kosten auch 200 RWF das Stück (25 cent, ist jetzt nicht die Welt, aber für das gleiche Geld bekommt man eine ganze Hand Bananen), aber lecker sind sie. Ich hatte zwar auch während meines Berlin-Aufenthaltes ein paar Äpfel gegessen, aber so richtig genießen wie den heute konnte ich die irgendwie nicht. So kann man sich über solche Kleinigkeiten freuen!

was für ein herrlicher Apfel!

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Fotoalbum Tour de Ruanda

Was ich mir ja eigentlich fest für die Zeit in Deutschland vorgenommen hatte, aber dann doch nicht geschafft hab, konnte ich nun endlich hier erledigen: ein Fotoalbum von der kleinen Rundreise online zu stellen, die Victoria und ich im Juli rund um meinen Geburtstag gemacht haben. Es war gar nicht so einfach aus knapp 1000 Dateien (und da zählen die von Victorias Kamera noch nicht dazu!) die schönsten auszuwählen. Und auch jetzt würde ich nicht beschwören wollen, dass es wirklich die schönsten geworden sind. Aber es sind auf alle Fälle sehr schöne dabei wie ich finde. Aber seht selbst: zum Fotoalbum Tour de Ruanda

Zu den Gorilla-Fotos komm ich dann hoffentlich in den nächsten Tagen noch. Aber nachdem ich jetzt quasi 24 Stunden gebraucht hab, diese Fotos hier hochzuladen, müsst ihr euch wohl noch ein bisschen gedulden.

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Arbeitserlaubnis Teil?

Nachdem ich mir ja nun mein amtliches Führungszeugnis aus Deutschland besorgt und Jean de Dieu sich letzte Woche um mein hiesiges gekümmert hatte, war ich heute schon sehr gespannt, ob er denn wirklich meinen Reisepass mit Visum und Arbeitserlaubnis heute abholen können würde. Und so hat es mich auch nicht wirklich gewundert, als am späten Nachmittag eine Email von Jean de Dieu mit der Nachricht kam, dass ich 120.000 RWF Strafe zahlen muss (er hat sie wohl noch von 140.000 RWF runtergehandelt), weil ich schon fast 7 Monate hier arbeite ohne ein Visum oder eine Arbeitserlaubnis zu haben. Ich hätte ja am liebsten laut aufgeschrien, dass ich ja die ganze Zeit ein Touristenvisum gehabt hätte, aber das ist natürlich noch lange keine Berechtigung zum Arbeiten. Theresa meinte, ich solle das morgen mal mit Yvette auskaspern, die wird schon eine Lösung finden. Zur Not hab ich ja sogar ein Budget für das Visum und die Arbeitserlaubnis, so dass die 120.000 RWF locker abgedeckt sind. Da frag ich mich ja glatt, was mit dem Geld passiert wäre, wenn ich nicht erst jetzt mein Visum beantragt hätte :-S Aber immerhin scheint es ja jetzt tatsächlich nur noch eine Frage des Geldes zu sein, wann ich mein Visum in der Tasche habe.

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nun doch nicht…

Nun muss ich doch diese Woche weiterhin ins Büro gehen. Da die paar GPS, die wir hier im CGIS haben, anderweitig gebraucht werden, musste ich den Leuten von PNILP leider sagen, dass wir die Geländearbeit erst nächste Woche machen können. So muss Alphonse wenigstens seinen Urlaub nicht unterbrechen und ich kann in Ruhe meinen Bericht fertig machen (und die ganzen anderen Sachen, die ich noch fertig machen wollte…). Wie es aussieht, bin ich mit meinem Bericht sogar jetzt schon ganz gut durch. Dabei hatte ich mir vorgenommen, ihn zum Ende der Woche fertig zu machen. Ist ja noch nie passiert, dass ich soviel früher fertig war! ;-) Eigentlich hätte ich ja gerne, dass Alphonse wenigstens mal drüber guckt. Mal sehen, ob ich ihm wenigstens ein pdf schicke…

Mein Sonnenbrand von gestern hat übrigens für Heiterkeit beim Personal gesorgt. Also eigentlich hat es nur Marie Christine gesehen, die immer den Tee und Kaffee für uns macht. Aber die konnte sich gar nicht satt sehen an meiner roten Haut. Wenn sie den Abdruck vom Bikini-Oberteil inklusive Schleife gesehen hätte, hätte sie wahrscheinlich noch mehr gelacht 8) Ja, ja, wer den Spargel hat, braucht für den Kompott nicht zu sorgen ;)

PS: Vermutlich habt ihr es nicht gesehen, aber ich hab meinem Beitrag von meinem Abreisetag noch zwei Fotos hinzugefügt.

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Sonntag in der Sonne

Nachdem sich eine Leserin nahezu beschwert hat, dass sie jeden Tag das gleiche lesen muss, weil ich nichts neues schreibe, muss ich euch heute wohl mal wieder mit einem neuen Beitrag beglücken. Und dann beschwert sich wahrscheinlich wieder jemand, dass ich zuviel schreibe. Euch kann man es sowieso nie recht machen… ;)

Da ich krampfhaft versuche, meinen Bericht über die ersten sechs Monate meines Projektes fertig zu schreiben (was ich natürlich wieder alleine machen muss, weil Alphonse im Urlaub ist), hab ich mich sowohl gestern als auch heute ran gesetzt. Gestern hab ich dann aber doch mehr Zeit mit den Rechnern von Kurt verbracht, weil er sich in den Kopf gesetzt hatte, seine Emails vom HP-Laptop auf das MacBook zu siedeln. Im Grunde kein Problem – wenn er vorher mal ein bisschen aufgeräumt hätte. So haben wir die meiste Zeit mit dem Importieren und Kopieren verbracht. Und ich musste mich mit seinem Vista rumschlagen, wo nichts mehr so heißt wie man es gewohnt ist. Furchtbar! Wer denkt sich bloß sowas aus?! Aber schließlich haben wir es tatsächlich hinbekommen und als Dankeschön wurde ich sogar noch zum Abendessen eingeladen. Was mich aber natürlich wieder vom Arbeiten abgehalten hat. Danach hatte ich auch nicht mehr so recht Lust und hab mir lieber noch einen Film angesehen.

Schockierenderweise hab ich heute bis halb10 geschlafen! Werd ich wohl gebraucht haben… Zunächst stand mal wieder Unterwäsche waschen auf dem Programm, aber dann ging es mit dem Laptop auf die Terrasse, wo ich mich an meinen Bericht gemacht hab. Erst hab ich mich ja fast geärgert, dass ich dort kein Internet hab, aber dann kam ich auf die Idee es hinten im Garten zu probieren. Und siehe da: eine bessere Verbindung als in meinem Zimmer (was zu erwarten war mit einer Wand weniger dazwischen). So konnte ich in der Sonne sitzen und an meinem guten Vorsatz arbeiten (meine Hautfarbe euren Vorstellungen von einem Jahr Afrika anpassen) und gleichzeitig im Internet für meinen Bericht recherchieren. Will nämlich nicht nur schreiben, was ich die letzten sechs Monate schon geschrieben hab. Diese Berichteschreiberei geht mir langsam auf die Nerven. Ich hab das Gefühl, ich komm zu nichts anderem mehr. Vermutlich am Dienstag und Mittwoch darf ich aber mal wieder etwas Geländearbeit betreiben. Wir sollen die Haushalte eines Umudugudus kartieren, mit GPS und Klassifizierung der Häuser wenn ich das richtig verstanden hab. Alphonse muss dafür seinen Urlaub unterbrechen und ich wollte mich eigentlich weigern, weil ich der Meinung bin, ich hab genug zu tun, aber wenn sie meinen, das ist wichtiger, nehm ich die Gelegenheit natürlich gerne wahr. Freu mich schon, mal wieder ein wenig rauszukommen. Auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich da überhaupt hinkomme, aber wird sich schon ergeben.

Und weil ich sonst nichts gemacht hab, gibt’s heute Fotos meiner Umgebung, meinem Essen und mir :)

bei der Arbeit

Obstsalat als Mittagessen Teefilterkonstruktion Kartoffel-Gurke-Tomate-Auflauf

Nektarvogel in meinem Garten ein Falke? Bananenblüte und Bananen in meinem Garten

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Handwerkerei

Total k.o. möchte ich euch dennoch nicht meine heutige Handwerkerei vorenthalten. Erst ging es heute nämlich den Hüften an den Speck und dann dem Haus ähm ans Glas ;) Gestern hatte ich tatsächlich Erfolg auf dem Markt, wo ich – auf Französisch! – Schrauben und einen Schraubendreher käuflich erwerben konnte und eine Rohrzange wurde mir (gegen Gebühr selbstverständlich) ausgeliehen. So konnte ich gestern schon den Schlauch samt Brause meiner Dusche austauschen. Der Schlauch hatte schon vor ein paar Wochen angefangen, undicht zu sein. Die Schrauben brauchte ich, weil Nicole so nett war, mir Hängesysteme von IKEA zu besorgen, die man eigentlich ganz praktisch an eine Kleiderstange hängen kann. Dumm, dass wir beide nicht dran gedacht haben, dass ich gar keine Kleiderstange hab. So musste ich improvisieren und hab, nachdem ich die Unterseiten meiner Regalbretter mit Klebefolie gegen das Ungeziefer abgeklebt hatte, diese Hängesysteme angeschraubt. Das war nicht ganz so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte und an der vorletzten Schraube wäre ich fast verzweifelt, aber es funktioniert. Nun gut, nachdem ich das Ganze dann auch noch bestückt hatte, ist die eine Schraube schon wieder aus dem morschen Holz rausgekommen, so dass ich noch eine zur Verstärkung daneben geschraubt hab. Ein bisschen Licht hab ich mir auch mitgebracht: eine Leselampe und kleine Leuchten, die man überall hinkleben kann, von denen jetzt eine im Kühlschrank und eine im „Kleiderschrank“ Verwendung findet. Ach ja, und weil ich nicht gerne beim Duschen beobachtet werde, hab ich auch noch die Fensterscheiben in den Badezimmern mit Milchglas abgeklebt. Ich glaub das wars. Ach ne! mein selbst gebackenes Brot hätte ich fast vergessen! Nachdem ich ja am Freitag stundenlang den Ofen geputzt hatte, hab ich mich heute tatsächlich getraut, in ihm ein eigenes Brot zu backen. Ist auch super lecker geworden!

neue Dusche neue Ordnung im Schrank Milchglas fürs Badezimmer

die neue Leselampe mein selbstgebackenes Vollkornbrot

Und weil ich ja auch sonst nix zu tun hab, hab ich mich offenbar irgendwie blöd angestellt, als ich in meinem iTunes aufräumen wollte und hab – fragt mich bitte nicht wie! – meine frisch auf einer neuen Festplatte importierte Musik gelöscht, zumindest zu großen Teilen. Grummel. Also hab ich dann heute nebenbei auch noch eine Software zum Wiederherstellen von gelöschten Dateien aus dem Internet runtergeladen (was schonmal die erste Schwierigkeit war bei der miesen Verbindung in den letzten Tagen) und hatte gehofft, ich könnte das mal eben alles wiederherstellen. Aber wie sich nun rausstellt, werde ich wahrscheinlich noch den Rest der Woche damit verbringen, die Dateien zu sichern, weil das Programm leider immer wieder abstürzt (zur Info: PC Inspector File Recovery – ist eigentlich nicht schlecht, wenn es nicht immer abstürzen würde…). Und mindestens ein Verzeichnis ist auch total vermurkst – da sind zwar die richtigen Dateinamen da, aber der Inhalt der Dateien ist nicht der, der drauf steht. Blöd. War ausgerechnet Annette Louisan :( Werd ich wohl doch nochmal ne Liste für Nicole machen müssen, welche Lieder sie mir nochmal auf eine DVD brennen darf…

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Da isser ja!

Nachdem ich gestern Abend und heute morgen schon ein paar mal mehr oder weniger vergeblich auf dem Flughafen angerufen hatte, ob denn mein Koffer wohl inzwischen angekommen sei, hab ich mich vorsichtshalber heute früh schonmal mit Steven auf den Weg nach Kigali gemacht, um auch nochmal bei der Botschaft reinzuschauen. Dort konnte ich dann auch meine beglaubigte Übersetzung abholen (für die ich nochmal 15 Euro bezahlen musste). Bei meinem nächsten Anruf auf dem Flughafen konnte mir dann glücklicherweise auch schon mitgeteilt werden, dass mein Koffer bereits in Kigali gesichtet wurde. Puh! Nach einem kurzen Abstecher ins CGIS-Büro in Kigali (5 Stockwerke ohne Fahrstuhl, weil der seit Wochen kaputt ist!), wo ich Jean de Dieu meine ganzen Unterlagen fürs Visum anvertraut hab und jetzt die Hoffnung hab, dass er sich um alles weitere kümmern kann, konnte ich dann endlich meinen Koffer in Empfang nehmen. Den von Elias hab ich auch gleich noch mitgebracht, der war nämlich bei mir im Flieger (also Elias), so hat sich die Fahrt gleich doppelt gelohnt. Mein Koffer war sogar noch ganz und komplett! Ausgepackt hab ich heute Abend dann auch noch – da hatte ich mich schon den ganzen Tag drauf gefreut :) Bloß mein Lineal vermiss ich noch, da muss ich morgen nochmal in den Koffer schauen. Ich hab auch schon angefangen, meine Regalbretter mit Klebefolie zu bekleben und wollte auch meine Hängesysteme aufhängen, musste aber leider feststellen, dass ich das so, wie ich es mir vorgestellt hab, doch nicht machen kann. Jetzt werde ich mir morgen erstmal einen kleinen Werkzeugkasten auf dem Markt zusammenstellen: Holzschrauben, entsprechender Schraubendreher, Rohrzange (einen neuen Brauseschlauch hab ich auch mitgebracht) und dann kann das mal weitergehen. Den Rest des Abends hab ich dann mit Herdgrundreinigung verbracht, wobei die gesamte Dose Ofenreiniger drauf gegangen ist. „Lupenrein“ würde ich ihn immernoch nicht nennen, aber wenigstens springt einem der eingebrannte Fettfilm nicht mehr beim Öffnen der Tür ins Gesicht. Leider hab ich versäumt, ein Vorher-Foto zu machen, aber Victoria hatte es sofort aufgegeben. Dann werd ich mir morgen mal ein leckeres Brot backen :)

Fotos gibts dann morgen, wenn ich mit dem „Umbauen“ fertig bin. So eine Leselampe ist jedenfalls schonmal echt hilfreich!

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Wieder zuhause

So schön es ja war, wieder in Berlin zu sein, so stressig war es aber auch. Und so bin ich froh, wieder in Butare bei meiner Arbeit und in meinen eigenen vier Wänden zu sein. Meine Kollegen haben sich auch sehr gefreut mich wiederzusehen und ich hoffe mal, dass es nicht nur an der Schokolade lag, die ich noch schnell in Brüssel eingekauft hab. Ich hab mich nicht getraut, ohne nach hause zu fahren ;)

Mein Koffer wird hoffentlich heute Abend dann auch endlich in Kigali ankommen. Ich hatte ja erst überlegt, deshalb noch bis morgen in Kigali zu bleiben, aber da mein Kollege am Montag in den Urlaub geht und morgen Feiertag ist, war es doch besser so denke ich, gestern schon wieder nach Butare zu fahren. Zumal ich mit meinem Handgepäck auch nicht wirklich für 3 Tage Kigali ausgestattet war. Immerhin war ich gestern noch in der Botschaft und hab mir noch ein paar Stempel auf meine beglaubigten Zeugniskopien geben lassen. Die Übersetzung für mein amtliches Führungszeugnis sind wir dann auch gleich noch durchgegangen und haben natürlich noch ein paar Fehler gefunden, sodass ich heute nochmal die korrigierte Fassung per Email an die Botschaft geschickt hab, wo ich sie dann morgen gestempelt abholen kann, wenn ich sowieso in Kigali bin, um meinen Koffer abzuholen. Mein amtliches Führungszeugnis von Ruanda werde ich mir dann wohl mal nächste Woche besorgen und dann hoffe ich, dass alle Unterlagen komplett sind und ich endlich mein Visum bekomme. Wenigstens für die letzten 5 Monate ;)

Hier in Butare ist fast alles beim Alten: das Internet funktioniert nur dürftig – leider auch bei mir zuhause – und mein Wasser ist zurzeit auch abgestellt, weil sich der eine Außenhahn nicht mehr schließen lässt. Aber das soll heute repariert werden. Gestern Abend hatte ich dann auch noch den Drücker für mein Gartentor in der Hand (ohne Tür dran), weil die Tür immer so klemmt. Da musste ich dann schon fast laut auflachen und hab gedacht ‚willkommen in Afrika‘ :)

Während ja in Berlin der am meisten benutzte Begrüßungssatz lautete: „Du bist ja gar nicht braun geworden!“, wurde ich heute von meiner Lieblingssekretärin mit den Worten begrüßt, dass mir das Essen meiner Mutter wohl gut getan hätte. Die sieht das immer sofort, wenn ich was zugenommen hab :( Naja, muss ich wohl wieder abnehmen, was ich in Berlin durch zahlreiche Frühstücksrunden, gutes bis sehr gutes italienisches und mexikanisches Essen, Muttis gute Küche und Nicoles Leckereien zugenommen hab. Dabei war ich nur einmal richtig Eisessen! Uäääh! Nun hab ich schon zwei neue Ziele für nächstes Jahr, wenn ich wieder zurück nach Berlin komme: brauner sein als ihr alle und mind. die drei Kilo, die ich zugenommen hab, wieder abgenommen haben. Übrigens muss ich mich bei meinen Angaben zu den Temperaturen hier doch noch etwas korrigieren: heute haben wir 30 Grad im Schatten (um 13.30 Uhr) und selbst im Büro war es heute mal so warm, dass ich keine Strickjacke brauchte. Bin gespannt, wie es die nächsten Tage so wird. Gestern in Kigali war es auch ziemlich warm und abends war es selbst hier in Butare mal warm genug, selbst abends um 8 noch im T-Shirt draußen zu sitzen. Oft ist das dieses Jahr nämlich noch nicht vorgekommen.

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Schon wieder weg

Nun sitze ich schon wieder in Bruessel auf dem Flughafen und warte auf meinen Flug nach Kigali. Ich bin ja mal gespannt, ob der puenktlich los fliegt, weil hier naemlich gestreikt wird. Ich wurde jedenfalls schon vorgewarnt, dass mein Koffer evtl. heute nicht mehr in Kigali ankommt. Schade, jetzt haben sie gerade die deutsche Ansage geaendert. Bis eben haben sie noch gesagt „Wir entschuldigen uns fuer das Ungemach“ (wegen des Streiks), jetzt entschuldigen sie sich fuer die Probleme. Ungemach fand ich ja irgendwie edler ;)
Beim Einchecken war mein Koffer natuerlich auch wieder zu schwer und wir mussten wieder das eine oder andere Glas Uncle Bence und eine Tuete Muesli auspacken. Dabei hat sich Nicole (die andere) so viel Muehe gegeben, meinen Koffer zu packen. Ich bin echt froh, dass sie das in die Hand genommen hat, weil ich so gar keinen Nerv dafuer hatte. Die knapp zwei Wochen sind wie im Flug vergangen und waren natuerlich noch stressiger als erwartet und nicht gerade erholsam. Schade, dass die Terminkalender einiger Freunde nicht mit meinem kompatibel waren, so dass ich nur wenige treffen konnte, aber ueber die hab ich mich dafuer umso mehr gefreut. Alle anderen muessen sich nun bis Februar gedulden, bis sie wieder die Gelegenheit bekommen, mich live und in Farbe zu sehen.

Nicole packt meinen Koffer (ich weiß nicht genau, zum wievielten Male…)

Ich hab natuerlich in Berlin bei weitem nicht alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte, so dass meine Bilder immer noch nicht fertig bearbeitet sind und ich auch immernoch keine Fotoalben zusammengestellt hab. Da ich jetzt wieder einen funktionierenden Laptop hab (und wie ich hoffe, das Internet zuhause weiterhin besser funktioniert als im Buero), werde ich die Fotos wohl nachliefern muessen.
Meine Zeit ist nun auch schon wieder fast um und ich werde mal gucken, ob und wieviel mein Flug Verspaetung haben wird. Bis bald!

P.S.: Mein Flug hatte eine Stunde Verspätung und mein Koffer ist auch nicht mitgekommen. Aber ich hatte einen Fensterplatz und hab wieder viele schöne Luftbilder gemacht – bis mein Akku leer war…

Brüssel kurz nach dem Start über den Wolken…

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Wiedermal in Berlin

Nach 6 Monaten Abwesenheit bin ich nun heute mal wieder nach Berlin zurückgekehrt. Der Flug war ganz erträglich. Das kreischende Kind ein paar Reihen hinter mir hat den Flug auch überlebt, aber vermutlich nur, weil es dann nach dem Start in Nairobi, wo wir Zwischenstopp machten, endlich Ruhe gegeben hat und dann wohl endlich eingeschlafen ist. War ja auch schon spät… Nach einem Mitternachtsdinner konnte ich dann auch endlich ein bisschen schlafen, war aber um 5 schon wieder wach und wurde dann auch mit Hilfe von Croissant und schwarzem Tee einigermaßen munter, bis wir dann kurz vor 7 in Brüssel landeten. Die knapp drei Stunden bis zum Weiterflug hab ich mit Shoppen und Tagesspiegel lesen verbracht. Ich hatte ja gedacht, dass ich ein bisschen geschockt sein würde ob der Vielfalt, die einem am Brüssler Flughafen geboten wird, aber es ging noch. Ich hab bloß festgestellt, dass mir vieles gleichgültig geworden ist, von dem was da angeboten wird.

Meine Familie und Freunde am Flughafen Tempelhof hab ich dann auch noch ein bisschen auf die Folter gespannt, indem ich noch einen „Boxenstop“ beim Zoll gemacht hab, nachdem mein Flieger gelandet war. Die haben wohl den Kaffee gerochen, den ich im Gepäck hatte. War halt ein bisschen mehr als erlaubt ist, so dass ich die zusätzlichen zwei Kilogramm noch versteuern musste. Naja, die 5,60 Euro konnte ich jetzt gerade noch verkraften ;)

Meinen ersten Tag in Berlin – ich kann kaum glauben, dass ich wirklich 6 Monate weg war! – hab ich mit einem deftigen Mittagessen mit Family und Nicole (die andere), Frisörbesuch, weiteren Einkäufen im Ringcenter und ein paar Telefonaten verbracht. Am liebsten würde ich die ganze Zeit etwas von den vielen leckeren Dingen essen, die Nicole für mich angeschleppt hat (bzw. hat ankarren lassen), aber ich bin immernoch so satt von dem Steak, dass ich mich noch zurückhalten kann. Jetzt wird erstmal gefaulenzt – gearbeitet wird dann vielleicht morgen oder am Freitag wieder :)

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