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Wieder zuhause

So schön es ja war, wieder in Berlin zu sein, so stressig war es aber auch. Und so bin ich froh, wieder in Butare bei meiner Arbeit und in meinen eigenen vier Wänden zu sein. Meine Kollegen haben sich auch sehr gefreut mich wiederzusehen und ich hoffe mal, dass es nicht nur an der Schokolade lag, die ich noch schnell in Brüssel eingekauft hab. Ich hab mich nicht getraut, ohne nach hause zu fahren ;)

Mein Koffer wird hoffentlich heute Abend dann auch endlich in Kigali ankommen. Ich hatte ja erst überlegt, deshalb noch bis morgen in Kigali zu bleiben, aber da mein Kollege am Montag in den Urlaub geht und morgen Feiertag ist, war es doch besser so denke ich, gestern schon wieder nach Butare zu fahren. Zumal ich mit meinem Handgepäck auch nicht wirklich für 3 Tage Kigali ausgestattet war. Immerhin war ich gestern noch in der Botschaft und hab mir noch ein paar Stempel auf meine beglaubigten Zeugniskopien geben lassen. Die Übersetzung für mein amtliches Führungszeugnis sind wir dann auch gleich noch durchgegangen und haben natürlich noch ein paar Fehler gefunden, sodass ich heute nochmal die korrigierte Fassung per Email an die Botschaft geschickt hab, wo ich sie dann morgen gestempelt abholen kann, wenn ich sowieso in Kigali bin, um meinen Koffer abzuholen. Mein amtliches Führungszeugnis von Ruanda werde ich mir dann wohl mal nächste Woche besorgen und dann hoffe ich, dass alle Unterlagen komplett sind und ich endlich mein Visum bekomme. Wenigstens für die letzten 5 Monate ;)

Hier in Butare ist fast alles beim Alten: das Internet funktioniert nur dürftig – leider auch bei mir zuhause – und mein Wasser ist zurzeit auch abgestellt, weil sich der eine Außenhahn nicht mehr schließen lässt. Aber das soll heute repariert werden. Gestern Abend hatte ich dann auch noch den Drücker für mein Gartentor in der Hand (ohne Tür dran), weil die Tür immer so klemmt. Da musste ich dann schon fast laut auflachen und hab gedacht ‚willkommen in Afrika‘ :)

Während ja in Berlin der am meisten benutzte Begrüßungssatz lautete: „Du bist ja gar nicht braun geworden!“, wurde ich heute von meiner Lieblingssekretärin mit den Worten begrüßt, dass mir das Essen meiner Mutter wohl gut getan hätte. Die sieht das immer sofort, wenn ich was zugenommen hab :( Naja, muss ich wohl wieder abnehmen, was ich in Berlin durch zahlreiche Frühstücksrunden, gutes bis sehr gutes italienisches und mexikanisches Essen, Muttis gute Küche und Nicoles Leckereien zugenommen hab. Dabei war ich nur einmal richtig Eisessen! Uäääh! Nun hab ich schon zwei neue Ziele für nächstes Jahr, wenn ich wieder zurück nach Berlin komme: brauner sein als ihr alle und mind. die drei Kilo, die ich zugenommen hab, wieder abgenommen haben. Übrigens muss ich mich bei meinen Angaben zu den Temperaturen hier doch noch etwas korrigieren: heute haben wir 30 Grad im Schatten (um 13.30 Uhr) und selbst im Büro war es heute mal so warm, dass ich keine Strickjacke brauchte. Bin gespannt, wie es die nächsten Tage so wird. Gestern in Kigali war es auch ziemlich warm und abends war es selbst hier in Butare mal warm genug, selbst abends um 8 noch im T-Shirt draußen zu sitzen. Oft ist das dieses Jahr nämlich noch nicht vorgekommen.

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Nur noch gut 27 Stunden bis zum Start

Ich kann kaum zum Ausdruck bringen, wie sehr ich mich darauf freue, in etwa 27 Stunden im Flieger zu sitzen, auch wenn es dann immernoch gut 15 Stunden dauert, bis ich dann endlich in Berlin bin! Heute ist schon mein erster Urlaubstag, den ich z.T. zwar auch wieder im Buero verbracht hab, aber auch schon mit Lesen. Und nachdem ich tagelang nach ein paar bestimmten Zahlen gesucht hab, hab ich heute meinen Counterpart in Kigali angerufen, der mir schon ein paar Zahlen genannt hatte, bloss ohne Quellen, auf dass er mir seine Quellen mal schickt, damit ich endlich meine bloeden Berichte fertig stellen kann. Er hat sich nun aber immernoch nicht gemeldet, so dass ich mir jetzt ueberlegen kann, ob er die Berichte ohne die Quellen bekommt (was mir eigentlich gegen die Hutschnur geht) , oder ganz ohne die Zahlen, wobei die ihm fast am wichtigsten schienen, als wir das erste mal drueber geredet haben. Muss ich mir jetzt noch ueberlegen. Vielleicht bringt ja Alphonse auch gute Kunde aus Kigali mit ;)

Falls jemand noch wuenscht, mich zu sehen, der noch keine Verabredung mit mir hat, der sollte sich am besten diese Woche noch bei mir melden, damit ich nicht schon total verplant bin – ok, bin eh immer total verplant – wollte sagen, damit mein Terminkalender noch nicht ausgebucht ist.

Ich freu mich, moeglichst viele von euch zu sehen, wenn ich in Berlin bin!

Bis bald, Nicole

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Der Countdown läuft

Meine liebe Fangemeinde,
lange müsst ihr nun nicht mehr auf mich warten. Als ich gestern mit dem Bus von Kigali nach hause gefahren bin, nachdem ich Victoria in den Flieger gesetzt hatte, hab ich mit Begeisterung festgestellt, dass ich in einer Woche auch schon auf dem Weg nach Berlin sein würde! Für die, die es genau wissen wollen: ich komme am 30.7. um 11.10 Uhr am Flughafen Tempelhof mit Brussels Flug Nummer SN2581 an. Soll ich jedenfalls… Hoffen wir mal das beste :)

Die Zeit mit Victoria ist viel zu schnell vorbei gegangen. Kaum war sie da, war sie auch schon wieder weg. Aber wir haben viele tolle Dinge erlebt und eine wunderbare Zeit gehabt. Ich könnte ganze Romane über die letzten zwei Wochen schreiben, aber dann komme ich nicht mehr zum Arbeiten. Deshalb nur die Kurzfassung:

Ich hatte mir ja schon wochenlang Gedanken gemacht, was ich mit Victoria alles unternehmen könnte. Praktischerweise hatte ich mit meiner Feldarbeit bereits einen ganz guten Überblick gewonnen, was sehenswert wäre. Die großen Attraktionen wie die Gorillas und den Akagerapark haben sich dann quasi so ergeben, da Victoria mit der Einstellung angereist kam „Geld spielt keine Rolle“, weil sie sehr richtig erkannt hat, dass sie sich die 1200 Euro für den Flug dann auch hätte sparen können, wenn wir hier nur in Butare geblieben wären.
Also hatte ich mir ein paar Tage Urlaub genommen, einen Wagen mit Fahrer gemietet und hab mich mit Victoria am 12. zunächst mal in Richtung Nyungwe Nationalpark aufgemacht. Dort haben wir dann erstmal die Wasserfall Tour gemacht, was für den Anfang schon ganz schön anstrengend war, mit gut einer Stunde runter und dann wieder eine Stunde hoch. Aber es hat sich gelohnt – und das konnten wir in den nächsten Tagen immer wieder sagen.

Wasserfall Nyungwe Nationalpark

Natürlich hatte sich meine Reservierung im Gästehaus auf der Teeplantage in Wohlgefallen aufgelöst, so dass wir in Cyangugu übernachten mussten. War ja im Prinzip nicht so schlimm. Aber da wir am nächsten Morgen die Schimpansentour im Nyungwe Nationalpark machen wollten, die um 6.30 Uhr an einer kleinen Exklave des Parks startet, und wir vorher noch um 4.30 Uhr den Guide an der Touristeninfo abholen mussten, hieß das für uns, um 3 Uhr aufstehen, um um 3.30 Uhr startbereit im Auto zu sitzen. Puh! Erstaunlich fit ließen wir uns dann aber gemeinsam mit vier polnischen Mitwanderern durch den Wald führen, in der Hoffnung, ein paar Schimpansen anzutreffen. Zunächst ging es noch recht flach voran, so dass ich schon dachte, das wird ja einfach. Aber denkste Puppe! Als die Tracker die Schimpansen entdeckt hatten, mussten wir etliche Höhenmeter durch ziemlich dichten Wald den Berg runter, von Weg war da wenig zu erkennen. Einer der Polen machte dann auch bald schlapp (Raucher…), ein anderer rutschte hinter mir den Hang runter und nietete mich gleich mit um – aber es sind alle unverletzt bei den Schimpansen angekommen. Dummerweise waren die doch sehr aktiv und machten sich gleich wieder aus dem Staub, als wir in Sichtweite waren, so dass wir noch mal weiter runter mussten. Leider waren sie dann immernoch sehr weit weg, so dass mir trotz Teleobjektiv (Victoria hat mir naemlich eine Pentax K10 mit einem ziemlich guten Teleobjektiv mitgebracht :)) nur ein paar gute Fotos geglückt sind. Wie ihr euch denken könnt, war der Rückweg nicht weniger anstrengend und wir sind ganz schön ins Schnaufen gekommen.

Schimpanse Nyungwe Nationalpark

Nach einer kleinen Stärkung im Gästehaus haben wir uns über die „Dirt road“ auf den Weg nach Kibuye gemacht. Das ist die kürzere aber nicht ganz so komfortable Strecke nach Kibuye: unasphaltiert, ziemlich staubig, aber dafür hat man immer wieder einen schönen Blick auf den Lake Kivu und dreieinhalb Stunden afrikanische Massage sind auch inklusive ;)
In Kibuye angekommen haben wir den Abend mit Primus und Sprite (also Radler) auf der Terrasse ausklingen lassen und haben beim Essen dann noch Gesellschaft von unserem Fahrer Kenyatta bekommen, von dem wir mehr und mehr begeistert waren.
Eigentlich hatten wir ja vorgehabt, den Montag mit einem Spaziergang und dann noch etwas Chillen am Strand zu verbringen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen würden. Aber so toll war das Wetter dann doch nicht, so dass wir nach unserem Spaziergang direkt Kigali angesteuert haben, wo wir dann die Zeit mit Souvenirs Shoppen verbracht haben, während Kenyatta die Klimaanlage in Ordnung gebracht hat. Die hatte wohl etwas durch die Schaukelei nach Kibuye gelitten. Am späten Nachmittag ging es dann nach Rwamagana, wo wir die Nacht verbringen wollten, bevor es dann am 15. in den Akagera Nationalpark gehen sollte. Hat auch alles super geklappt. Und wir mussten feststellen, dass im Derewa Motel in Rwamagana das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden war, was die Qualität der Betten und Moskitonetze anging. Ich hab mir überlegt, dass ich noch eine Rubrik mit Hotels und Restaurants hier im Tagebuch unterbringen werde, da könnt ihr dann demnächst die Fotos und genaueren Details erfahren ;)
Ganz ungestört konnten wir die Nacht nicht verbringen: ein Herr F. aus B. ließ es sich nicht nehmen, mir um Mitternacht zum Geburtstag zu gratulieren ;) Mein Zwilling rief dann um 6 an, aber da waren wir schon auf dem Weg zum Auto, um zeitig im Park zu sein, der noch anderthalb Stunden entfernt war. Aber wir wurden mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt und konnten so den Tag mal so richtig ausnutzen. Ist ja irgendwie immer schon ganz schön kurz hier so ein Tag… Aber um halbacht im Park angekommen, sind wir gleich durchgestartet und haben fünf Stunden lang versucht, ein paar wilde Tiere vor die Linse zu bekommen, was uns auch ganz gut gelungen ist. Leider waren aber wieder weder Elefanten noch Löwen dabei – letztere hat selbst der Guide in zwölf Jahren Arbeit im Park nur dreimal gesehen. Das hätte ja dann schon an Hexerei gegrenzt, wenn wir die da hätten erleben dürfen. Naja, vielleicht nächstes mal ;)

Pavian und unser Auto ein Haufen Flusspferde wunderschoenes Impala

so viele Zebrastreifen! junge Massai Giraffe das Geburtstagskind :)

Die Paviane haben uns dann selbst noch im Hotel Spaß bereitet, wo sie auf dem Dach rumgeturnt sind und eine junge Frau in der Damentoilette erschreckt haben. Wir haben uns dort einen entspannten Nachmittag am Pool gegönnt – und eine Übernachtung in der Akagera Lodge, die in einem guten Jahr ihre Übernachtungspreise mal eben auf etwa das Dreifache erhöht hat. Aber schließlich war ja mein Geburtstag, und man gönnt sich ja sonst nix, gell?
Auf dem Weg zurück nach Butare haben wir dann noch bei einer Imigongo Werkstatt in Rwinkwavu, der Töpferei in Gatagara und im Museum in Nyanza angehalten, wo man sich den alten und den neuen Königspalast ansehen kann und auch ein bisschen was über die Geschichte Ruandas erfährt, solange es Könige gab. Bei den ersteren haben wir natürlich einkaufstechnisch wieder ordentlich zugeschlagen :)

Während ich dann mal zwei Tage arbeiten war, hat Victoria mit Peter zusammen die Stadt unsicher gemacht und noch ein bisschen Geld in den Souvenirladen hier in Butare getragen, wo wir dann am Samstag auch nochmal waren. Das Nationalmuseum haben wir uns dann auch noch angesehen und dann musste Victoria schon wieder ihren Koffer packen!

Am Sonntag wurden wir dann mit etwas Verspätung von einem anderen Fahrer abgeholt, den ich diesmal bei Gorilland Safaris engagiert hatte – ein Fehler, den ich hoffentlich nicht nochmal mache! Nächstes Mal rufe ich schon vier Wochen vorher Kenyatta an! Dieser Fahrer jedenfalls sprach immerhin Französisch, leider aber ziemlich undeutlich, was die Kommunikation nicht gerade vereinfacht hat. Dazu kam dann eine spontane Sympathielosigkeit, die wohl auf Gegenseitigkeit beruhte, was die lange Fahrt nach Gisenyi, wo wir im „Paradis“ immerhin ein bisschen entspannen konnten, und anschließend nach Musanze (Ruhengeri) nicht gerade zum Zuckerschlecken gemacht hat. Dazu kam dann noch ein bisschen Regen und eine ungewohnte Kälte, was nicht gerade die Stimmung hob. Also verkrochen wir uns beizeiten in unsere Betten, um um 6 Uhr am nächsten Morgen am Frühstückstisch zu sitzen. Um 7 mussten wir am „Head Quarter“ vom Volcanos Nationalpark sein, um die Gorillas zu besuchen! Der eigentliche Start zog sich dann noch ganz schön hin, so dass wir erst gegen 9 Uhr die Grenze vom Nationalpark überschritten, von wo es dann stetig und steil bergauf ging. Victoria und ich hatten eigentlich schon nach einer Stunde genug, aber die Gorillas hatten sich offenbar in den Kopf gesetzt, es uns nicht allzu einfach zu machen. Damit erstreckte sich unser Aufstieg über zwei Stunden und etwa 900 Höhenmeter und wir waren ganz schön k.o. als wir dann endlich den ersten Gorilla zu Gesicht bekamen. Der erste stürzte dann erstmal spontan mit einem Ast ab. Der zweite, ein etwa 4-jähriges Männchen, suchte gerade die ideale Schlafposition als wir bei ihm vorbeikamen. Der Silverback versteckte sich zunächst noch ein bisschen, so dass wir erstmal zu einer Mutter mit ihrem etwa anderthalb jährigen Jungen gegangen sind, die sich noch ein bisschen weiter oben ein Plätzchen zum Pause machen ausgesucht hatten. Eigentlich soll man ja 7 m Abstand zu den Gorillas halten, aber das war dort nicht machbar. So standen wir etwa 2-4 m entfernt von den beiden und konnten uns kaum satt sehen an dem drolligen Gesichtchen. Der Silverback wurde dann zum Abschluss unseres einstündigen Aufenthalts bei den Gorillas besucht. Der machte aber einen ziemlich müden Eindruck und hat uns nicht besonders viel Beachtung geschenkt. Der Abschied fiel dennoch schwer – auch weil wir wussten, dass uns nun ein zweistündiger anstrengender Abstieg erwartete. Durch den Regen des Vortages war der Boden extrem rutschig, so dass einige von uns ihre eh schon dreckigen Hosen auch noch am Hinterteil etwas mehr einsauten. Immerhin ist keiner von uns in den richtig matschigen Modder gefallen. Schließlich waren wir glücklich, heil unten angekommen zu sein und wir mussten wieder sagen, dass sich die Plackerei echt gelohnt hat. Das bekommt man so leicht halt doch nicht wieder geboten.

Gorilla maennlich vier Jahre Mama Gorilla mit Jungem Victoria, Nicole und zwei Gorillas

Silverback 23 Jahre geschafft aber gluecklich
Victorias letzten Tag haben wir recht gemütlich in Kigali mit Frühstücken im Novotel, Besuch der Memorial Site, letztem Souvenirs Shoppen in Caplaki, einer Künstlerveinigung in Kigali, Mittagessen im Bourbon Coffee im MTN Center und abschließendem Verwöhnprogramm mit Maniküre im Novotel verbracht. Und während sie noch auf ihren Flieger warten musste, saß ich schon wieder im Bus nach Butare, wo ich nun heute in den Endspurt vor dem Urlaub gehen durfte.

Ok, ich geb zu, kurz ist anders, aber ich hätte noch sooo viel zu erzählen gehabt! Wenn ich dann zurück in Berlin bin (und endlich wieder einen Laptop hab!) werde ich euch noch mit ein paar weiteren Fotos beglücken.

Bis bald!

PS: Ich werde uebrigens bei den BBC News erwaehnt, auch wenn mein Nachname nicht wirklich wiederzuerkennen ist…Ihr koennt ja auch mal in das Interview reinhoeren. Vielleicht komm ich ja da auch noch vor: http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/7505774.stm

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ein Jahr aelter…

Herzlichen Dank fuer die vielen lieben Glueckwuensche zu meinem Geburtstag! Meine Familie und Freunde wurden in diesem Jahr wuerdig von Victoria und einer Horde Paviane, einer Herde Zebras, einer Gruppe Giraffen und ein paar Hippos vertreten. Ja, wir waren im Akagera Nationalpark :)

Leider funktioniert das Internet immernoch nicht so wie ich gerne wuerde: im CGIS nur unter widrigen Umstaenden per WLAN, was mein PC aber natuerlich nicht hat, und im Internetcafe dauert mir das einfach alles zu lange, um euch mit neuen Fotos zu versorgen. Mir geht es weiterhin gut, auch wenn ich so allmaehlich wirklich reif fuer meinen Heimaturlaub bin, trotz fuenf traumhafter Tage Urlaub. Meine Nerven liegen ziemlich blank und meine Geduld ist auch langsam erschoepft… Aber es sind ja zum Glueck nur noch vier Arbeitstage, unterbrochen von Wochenende, Gorillas gucken, shoppen in Kigali und Victoria wieder verabschieden :(

Bis bald meine Lieben!

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Nachtrag

Wie schon angedeutet, hätte ich schon letztes Mal eigentlich so viel zu erzählen gehabt, aber bin noch nicht dazu gekommen, dass „zu Papier“ zu bringen.
Unser Wochenende in Kibuye mit abschließendem kleinen Abenteuer mit Kurts Auto möchte ich euch dann nun aber doch nicht vorenthalten:

Nachdem uns alle anderen Alternativen zu umständlich oder zu teuer erschienen, hatten wir bereitwillig Kurts Angebot angenommen, mit seinem Auto nach Kibuye zu fahren. Nach kleinen Startschwierigkeiten, die aber nur auf Fehlkoordination einzelner Personen zurückzuführen sind, ging es dann recht zeitig am Samstag Morgen los nach Kibuye. Obwohl wir die Strecke in knapp drei Stunden geschafft haben und die Straße wirklich in einem super guten Zustand ist, waren wir ganz schön gerädert und freuten uns schon aufs Mittagessen mit Blick auf den See. Dieses wurde uns stimmungsmäßig etwas von einem Herrn verdorben, der meinte, mit uns darüber diskutieren (eigentlich nichtmal das, eher streiten) wollte, dass die USA die größten Umweltverschmutzer der Welt wären und dass die Amis schön zuhause bleiben sollten. Ich weiß nicht mehr, ob er es dann auf alle Musungu ausgedehnt hat, aber jedenfalls würde unsere Hilfe hier nicht gebraucht und Ruanda würde auch gut ohne uns auskommen. Keiner von uns hatte wirklich Lust darüber zu diskutieren und nachdem er uns nicht in Ruhe lassen wollte, hat sich John beim Manager beschwert. Der Typ wollte aber sowieso dann gerade gehen, so dass wir nicht wirklich austesten konnten, ob der Manager was gemacht hätte.
Wir hatten Zimmer im Zentrum Bethanie reserviert, die wir dann nach dem Essen auch beziehen konnten. Leider hab ich vergessen, Fotos vom Zimmer zu machen. Das hätte sich in diesem Fall was das Zimmer selbst angeht nicht so richtig gelohnt, aber der Schimmel an der Wand wäre schon ein Foto wert gewesen. Sorry. Nachmittags haben wir uns dann eine Bootstour auf dem Kivusee gegönnt. War richtig wie Urlaub :) Wir hatten zwar gehofft, auf eine Insel fahren zu können, wo wir vielleicht noch etwas Strand hätten finden können, aber der einzige Strand, der uns angeboten wurde, war auf der Friedensinsel (konnte uns auch keiner erklären warum die so heißt) und nur mit Zahlung von 500 oder 1000 Francs zu benutzen – das war es uns dann doch nicht wert. Irene, John und Tim sind dann nach der Bootsfahrt noch vom Bethanie aus ins Wasser gehoppst, Mandy hat sich geweigert und ich hab meine Runde Schwimmen auf Sonntag vertagt, weil die Sonne schon nicht mehr so richtig warm war. Dafür hat sie uns aber einen schönen Sonnenuntergang geliefert.

Bootstour auf dem Lake Kivu Sonnenuntergang Lake Kivu meine Sonnenbrille
Am Sonntag haben Irene und ich uns auf den Weg zur Kirche gemacht. Irene ist zwar griechisch-orthodox, aber unser Reiseführer hat von der tollen Stimmung bei den Gottesdiensten geschwärmt, so dass wir das beide mal testen wollten. Zumal wir schon recht zeitig wach waren und Kibuye jetzt auch nicht sooo viele Atraktionen zu bieten hat. Leider konnte uns keiner so recht Auskunft geben, wann denn ein Gottesdienst in der Kirche stattfindet, so dass wir uns auf gut Glück auf den Weg gemacht haben. Wir fanden die Kirche dann leer vor, aus der Gottesdienstordnung sind wir auch nicht schlau geworden (war halt auf Kinyarwanda), aber beim Verlassen der Kirche durch den Hinterausgang trafen wir ein paar Frauen in gleichen Kleidern, die sich gerade auf den Weg zum Gottesdienst machen wollten, der unten am See stattfinden sollte, weil es das Kirchweihfest war (wenn ich es richtig verstanden hab). So kamen wir gerade rechtzeitig zum Beginn des Gottesdienstes, der aber natürlich auch in Kinyarwanda gehalten wurde und damit nicht so richtig spannend. Beinahe hätte ich aber meine Sonnenbrille opfern müssen. Wir haben nämlich mehr oder weniger Bekanntschaft mit einem kleinen Jungen gemacht, als wir da so auf der Wiese saßen, der auf mich zukam und mir die Sonnenbrille von der Nase nahm und sich selbst aufsetzte. Er wollte sie auch gar nicht mehr abgeben, und wollte dann Irenes haben, als ich sie ihm dann doch abgenommen hatte. Hat ihm aber nichts genutzt. Aber im Gegensatz zu vielen Kindern die ich kenne, hat er nicht angefangen zu plärren oder rumzubocken.
Zum Mittagessen und abschließendem Chillen sind wir dann ins Moriah Hill Resort umgezogen, auch in der Hoffnung auf etwas besseres Essen, die auch erfüllt wurde. Das Fischbrochette ist dort wesentlich besser als im Bethanie, wo es das Filet aufgerollt und fritiert am Spieß gibt. Nicht besonders lecker…
Da wir vor der Dunkelheit in Butare sein wollten, machten wir uns rechtzeitig auf den Weg. Vorsichtshalber wollten wir noch „ein bisschen“ tanken und sagten dem Tankwart 15.000 (auf englisch), was er aber entweder gar nicht oder falsch verstanden hat. Als er schon bei 30.000 war, hab ich ihn aufgefordert, aufzuhören, was dann aber immernoch 3 weitere Tausender gedauert hat, bis er es kapiert hat. Naja, so konnten wir uns bei Kurt wenigstens ein bisschen für das Ausleihen des Wagens revangieren haben wir gedacht. Etwa 10 km vor Gitarama blieb dann der Wagen auf einmal stehen. Im Nu hatten wir eine Horde Leute um uns rum, die auch nach Einbruch der Dunkelheit nicht von unserer Seite weichen wollten. Eines der ersten Autos, die anhielten, war das von Claudias Freundin Pia, bei der ich momentan auch unterkommen kann, wenn ich in Kigali bin. Watn Zufall :) Sie konnte uns aber nur anbieten, einen von uns mit nach Gitarama zu nehmen, um dann dort einen Minibus zu organisieren. Das war uns dann aber irgendwie nichts, zumal wir den Wagen da auch nicht einfach so stehen lassen wollten. Also hab ich weiterhin versucht, Kurt zu erreichen, während Irene ein Auto von Spread organisieren konnte.

Autopanne mit Publikum

Zwischendurch kam dann auch noch ein Polizeiauto vorbei, das auch noch angehalten hat. Der freundliche Beamte hat uns dann geholfen, ein Motorradtaxi in die Stadt zu schicken, um einen Mechaniker zu holen, und hat uns auch geraten, einen Wächter für das Auto zu engagieren. Etwa zweieinhalb Stunden nach unserem Stranden kam dann auch endlich der Mechaniker aus Gitarama und kurz darauf dann auch das Spreadauto. Das WM-Finale hatte ich schon fast aufgegeben. Nachdem wir den Mechaniker, der nichts finden konnte, davon überzeugt haben, dass es eine Frechheit ist, 20.000 Francs für nichts zu verlangen und er sich mit 5000 zufrieden gab, haben wir es dann doch noch zum WM-Finale zu Kurt geschafft, wo ich mit meiner Ausstattung leider auch nicht dazu beitragen konnte, dass Deutschland gewinnt. Norbert meinte zwar schon, meinem Strahlen nach zu urteilen, waere das Foto vor dem Spiel aufgenommen worden, ist es aber nicht. War vermutlich die Freude, es ueberhaupt gesehen zu haben, die mir da aus dem Gesicht strahlt.

Tim und Nicole die fast-Weltmeister

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ich lebe noch

Hallo meine Lieben,

ja, ich lebe noch! Aber leider ist die Internetverbindung im CGIS mal wieder quasi nicht vorhanden, so dass ich jetzt gerade mal den Laptop von Tim hab und damit ins Internet kann, um mich wenigstens mal kurz zu melden. Dabei haette ich soviel zu erzaehlen! Da komm ich ja gar nicht mehr hinterher, wenn ich mal wieder eine etwas zuverlaessigere Verbindung haben sollte. Also nur die Kurzfassung, Fotos werden nachgeliefert:

Am Wochenende waren wir in Kibuye. Es war herrliches Wetter, das Wasser ist auch wunderbar und man kann dort wirklich toll entspannen. Wir haben sogar eine kleine Bootsfahrt gemacht. Auf der Rueckfahrt hatten wir dann eine Autopanne, was bei Kurts Auto eigentlich keine Ueberraschung war – das alleine ist eigentlich einen eigenen Eintrag hier wert, aber ich hab leider keine Zeit. Vielleicht spaeter noch.

Am Dienstag war hier Feiertag was ich dazu genutzt hab, nach Burundi auf das eine oder andere Amstel Bock und Goat Brochette zu fahren – und mir einen neuen Stempel in meinen Reisepass machen zu lassen. Hoffen wir mal, dass die bei meiner Ausreise jetzt keine Zicken machen, weil das nun schon der vierte Stempel in diesem Jahr ist. Wir werden sehen. Meine beglaubigten Zeugniskopien sind jedenfalls weiterhin spurlos verschwunden…

Morgen ist hier schon wieder Feiertag (Tag der Befreiung) – vielleicht komm ich ja doch noch dazu ein paar Fotos zu bearbeiten und euch ein bisschen ausfuehrlicher von meinen Abenteuern zu berichten.

Abgesehen vom Staub, der sich wie es mir vorkommt in meinen Nebenhoehlen und den Bronchen breitmacht, geniesse ich die Trockenzeit und die viele Sonne hier sehr! Und in vier Wochen bin ich schon wieder in Berlin!

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Danke, Danke, Danke!

Ich muss doch jetzt hier nochmal schnell meiner kleinen grossen Schwester und meinen allerliebsten Kollegen in Berlin ganz dolle Danke sagen! Ich hab mich wahnsinnig ueber eure Pakete gefreut, auch wenn ich extra ein Taxi nehmen musste, um alles nach hause zu bekommen! Der Zollbeamte hat jedenfalls nicht schlecht geguckt, als ich die Deutsche Flagge ausgepackt hab :) Ich hoffe, ich komme nachher noch dazu, Fotos von den Inhalten meiner Pakete hochzuladen. Und irgendjemand wird mich hoffentlich am Sonntag in meiner kompletten Fan-Bekleidung fotografieren. Kam ja gerade noch rechtzeitig! Tim hat sich schon gefragt, wie ihr wissen konntet, dass es rechtzeitig zum Finale hier sein wuerde und vor allem, dass Deutschland dann ueberhaupt noch dabei waere ;)

Fuehlt euch alle ganz doll gedrueckt und geknutscht! Ihr habt mir soooo eine grosse Freude bereitet!

erster Blick in das berliner Carepaket Inhalt des berliner Carepakets Inhalt des Carepakets aus Muenchen

Unsere Bananen sind jetzt uebrigens auch endlich reif – und sooo suess!

die Bananen sind reif!

und es sind „normale“ Bananen, um das nochmal klarzustellen…

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neuester Stand

Ich werd euch mal schnell auf den neuesten Stand bringen, was mein Visum angeht:

Im Grunde gibt es nicht viel Neues, nur dass meine beglaubigten Zeugniskopien verschollen sind. Yvette war gestern nochmal auf dem Campus und hat nachgefragt, da wurde ihr gesagt, die beglaubigten Kopien wurden zusammen mit einem Brief vom Direktor nach Kigali geschickt. Dort ist aber scheinbar nur der Brief angekommen, jedenfalls kann sich die Mitarbeiterin in Kigali nicht erinnern, dass sie die beglaubigten Kopien jemals gesehen hat. Super ist das…

Also werde ich wohl neue beglaubigte Kopien mitbringen, wenn ich aus Deutschland zurueckkomme und bis dahin ist ja dann auch auf alle Faelle mein Polizeiliches Fuehrungszeugnis da… Bin jetzt also quasi wieder auf dem gleichen Stand wie Ende Februar was mein Visum angeht, bloss das mein Touristenvisum in 11 Tagen ablaeuft…

Meinem Laptop geht es auch weiterhin unveraendert schlecht. Wir suchen gerade krampfhaft nach einer Loesung, die Daten von der Festplatte zu bekommen.

Wenigstens geht gerade mal das Internet im CGIS…

Ich freu mich schon auf zuhause! :)

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die Spannung steigt

Ich war heute gleich um 9 Uhr in der Deutschen Botschaft und habe mein Polizeiliches Führungszeugnis beantragt. Mit ein bisschen Glück könnte es am 16. mit dem Kurier aus Deutschland in Kigali ankommen, dann müsste ich es noch übersetzen, die Botschaft müsste es beglaubigen und dann wäre dieser Schritt auch erledigt. Das wäre dann gerade noch rechtzeitig.

Immerhin hab ich jetzt meinen Reisepass wieder und auch meine ganzen Unterlagen. Dabei hab ich festgestellt, dass die im Personalbüro hier in Kigali gar nicht meine beglaubigten Kopien meiner Zeugnisse haben sondern nur das Fax und meine Ausdrucke. Jetzt muss ich morgen erstmal nachforschen, wo denn die Originalkopien mit der Beglaubigung abgeblieben sind. Und damit muss ich dann auch nochmal in die Botschaft und sie mir offensichtlich nochmal beglaubigen lassen. Die wollen hier einen roten Stempel drauf haben. Ich hoffe, dass die Botschaft die Zeugnisse beglaubigt ohne die Originale sehen zu wollen. Wenn ich meine Originalkopien mit meinem Originalstempel wiederbekomme, dürfte das hoffentlich kein Problem sein. Dann brauch ich nur noch mein Polizeiliches Führungszeugnis von hier und dann sieht es ganz so aus, als hätte ich „schon“ alles beisammen.

Aber für alle Fälle werde ich jetzt wohl am Wochenende einen Kurztrip nach Burundi machen, um wenigstens mein Touristenvisum zu verlängern. Wir wollen ja nicht riskieren, dass die mich nicht ausreisen lassen, gell?

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wenigstens schoenes Wetter…

Auch wenn meine Hoffnungen auf Verbesserung der Gesamtsituation bzgl. Visum und Laptop nicht gerade gewachsen sind, so bin ich wenigstens nicht mehr ganz so niedergeschlagen wie am Freitag. Werde schon irgendeine Loesung finden – und wenn ich fuer mein Visum naechstes Wochenende nach Burundi fahren muss oder einen Zweitpass beantragen muss, was mir Nicole vorgeschlagen hat. Mal sehen, was die Deutsche Botschaft mir da morgen zu raten kann. Und mit meinem Laptop hab ich noch die leise Hoffnung, dass die beiden neu bestellten jetzt vielleicht doch mal nach drei Monaten langsam eintrudeln.

Aber wenigstens ist jetzt wirklich Trockenzeit. In Butare ist es so trocken und staubig, dass ich nach dem Joggen jetzt immer ganz braune Beine hab – geht bloss leider mit dem Duschen wieder weg :( Peter hat uns gestern prophezeit, dass es jetzt bis September nicht mehr regnen wird, jedenfalls nicht nennenswert. Bin echt gespannt. Victoria kann sich jedenfalls schon auf ein paar schoene Stunden auf der Terrasse freuen. Den Samstag Nachmittag hab ich fast ununterbrochen dort verbracht. So hat es auch was gutes, dass der Laptop kaputt ist: so sitze ich nicht nur den ganzen Tag in meinem Zimmer und arbeite bzw. chatte und surfe, sondern komme auch mal dazu, auf der Couch auf der Terrasse zu liegen und ein Buch zu lesen oder mich mit Peter zu unterhalten. Waere eigentlich besser fuer mich und mein Franzoesisch, wenn ich das auf franzoesisch machen wuerde (sowohl das Lesen als auch das Unterhalten), aber ich muss zugeben, dass ich dafuer momentan zu faul bin.

Die Bananen sind uebrigens noch nicht ganz verzehrfertig. Und um Nicoles Frage noch in der Oeffentlichkeit zu beantworten: wenn ich es richtig verstanden habe, sind es suesse Bananen, keine Kochbananen. Die Kochbananen kann man naemlich auch gruen essen, da brauch man nicht zu warten, bis sie gelb sind. Allerdings sind sie wohl leckerer wenn sie gelb sind. Bin gespannt wie die aussehen, wenn ich wieder in Butare bin. Peter meinte, sie brauchen vielleicht noch zwei-drei Tage. Dann kann ich euch auch mit Bestimmtheit sagen, was fuer Bananen es sind.

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