Der Countdown läuft
Meine liebe Fangemeinde,
lange müsst ihr nun nicht mehr auf mich warten. Als ich gestern mit dem Bus von Kigali nach hause gefahren bin, nachdem ich Victoria in den Flieger gesetzt hatte, hab ich mit Begeisterung festgestellt, dass ich in einer Woche auch schon auf dem Weg nach Berlin sein würde! Für die, die es genau wissen wollen: ich komme am 30.7. um 11.10 Uhr am Flughafen Tempelhof mit Brussels Flug Nummer SN2581 an. Soll ich jedenfalls… Hoffen wir mal das beste
Die Zeit mit Victoria ist viel zu schnell vorbei gegangen. Kaum war sie da, war sie auch schon wieder weg. Aber wir haben viele tolle Dinge erlebt und eine wunderbare Zeit gehabt. Ich könnte ganze Romane über die letzten zwei Wochen schreiben, aber dann komme ich nicht mehr zum Arbeiten. Deshalb nur die Kurzfassung:
Ich hatte mir ja schon wochenlang Gedanken gemacht, was ich mit Victoria alles unternehmen könnte. Praktischerweise hatte ich mit meiner Feldarbeit bereits einen ganz guten Überblick gewonnen, was sehenswert wäre. Die großen Attraktionen wie die Gorillas und den Akagerapark haben sich dann quasi so ergeben, da Victoria mit der Einstellung angereist kam “Geld spielt keine Rolle”, weil sie sehr richtig erkannt hat, dass sie sich die 1200 Euro für den Flug dann auch hätte sparen können, wenn wir hier nur in Butare geblieben wären.
Also hatte ich mir ein paar Tage Urlaub genommen, einen Wagen mit Fahrer gemietet und hab mich mit Victoria am 12. zunächst mal in Richtung Nyungwe Nationalpark aufgemacht. Dort haben wir dann erstmal die Wasserfall Tour gemacht, was für den Anfang schon ganz schön anstrengend war, mit gut einer Stunde runter und dann wieder eine Stunde hoch. Aber es hat sich gelohnt – und das konnten wir in den nächsten Tagen immer wieder sagen.
Natürlich hatte sich meine Reservierung im Gästehaus auf der Teeplantage in Wohlgefallen aufgelöst, so dass wir in Cyangugu übernachten mussten. War ja im Prinzip nicht so schlimm. Aber da wir am nächsten Morgen die Schimpansentour im Nyungwe Nationalpark machen wollten, die um 6.30 Uhr an einer kleinen Exklave des Parks startet, und wir vorher noch um 4.30 Uhr den Guide an der Touristeninfo abholen mussten, hieß das für uns, um 3 Uhr aufstehen, um um 3.30 Uhr startbereit im Auto zu sitzen. Puh! Erstaunlich fit ließen wir uns dann aber gemeinsam mit vier polnischen Mitwanderern durch den Wald führen, in der Hoffnung, ein paar Schimpansen anzutreffen. Zunächst ging es noch recht flach voran, so dass ich schon dachte, das wird ja einfach. Aber denkste Puppe! Als die Tracker die Schimpansen entdeckt hatten, mussten wir etliche Höhenmeter durch ziemlich dichten Wald den Berg runter, von Weg war da wenig zu erkennen. Einer der Polen machte dann auch bald schlapp (Raucher…), ein anderer rutschte hinter mir den Hang runter und nietete mich gleich mit um – aber es sind alle unverletzt bei den Schimpansen angekommen. Dummerweise waren die doch sehr aktiv und machten sich gleich wieder aus dem Staub, als wir in Sichtweite waren, so dass wir noch mal weiter runter mussten. Leider waren sie dann immernoch sehr weit weg, so dass mir trotz Teleobjektiv (Victoria hat mir naemlich eine Pentax K10 mit einem ziemlich guten Teleobjektiv mitgebracht
) nur ein paar gute Fotos geglückt sind. Wie ihr euch denken könnt, war der Rückweg nicht weniger anstrengend und wir sind ganz schön ins Schnaufen gekommen.
Nach einer kleinen Stärkung im Gästehaus haben wir uns über die “Dirt road” auf den Weg nach Kibuye gemacht. Das ist die kürzere aber nicht ganz so komfortable Strecke nach Kibuye: unasphaltiert, ziemlich staubig, aber dafür hat man immer wieder einen schönen Blick auf den Lake Kivu und dreieinhalb Stunden afrikanische Massage sind auch inklusive ![]()
In Kibuye angekommen haben wir den Abend mit Primus und Sprite (also Radler) auf der Terrasse ausklingen lassen und haben beim Essen dann noch Gesellschaft von unserem Fahrer Kenyatta bekommen, von dem wir mehr und mehr begeistert waren.
Eigentlich hatten wir ja vorgehabt, den Montag mit einem Spaziergang und dann noch etwas Chillen am Strand zu verbringen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen würden. Aber so toll war das Wetter dann doch nicht, so dass wir nach unserem Spaziergang direkt Kigali angesteuert haben, wo wir dann die Zeit mit Souvenirs Shoppen verbracht haben, während Kenyatta die Klimaanlage in Ordnung gebracht hat. Die hatte wohl etwas durch die Schaukelei nach Kibuye gelitten. Am späten Nachmittag ging es dann nach Rwamagana, wo wir die Nacht verbringen wollten, bevor es dann am 15. in den Akagera Nationalpark gehen sollte. Hat auch alles super geklappt. Und wir mussten feststellen, dass im Derewa Motel in Rwamagana das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden war, was die Qualität der Betten und Moskitonetze anging. Ich hab mir überlegt, dass ich noch eine Rubrik mit Hotels und Restaurants hier im Tagebuch unterbringen werde, da könnt ihr dann demnächst die Fotos und genaueren Details erfahren ![]()
Ganz ungestört konnten wir die Nacht nicht verbringen: ein Herr F. aus B. ließ es sich nicht nehmen, mir um Mitternacht zum Geburtstag zu gratulieren
Mein Zwilling rief dann um 6 an, aber da waren wir schon auf dem Weg zum Auto, um zeitig im Park zu sein, der noch anderthalb Stunden entfernt war. Aber wir wurden mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt und konnten so den Tag mal so richtig ausnutzen. Ist ja irgendwie immer schon ganz schön kurz hier so ein Tag… Aber um halbacht im Park angekommen, sind wir gleich durchgestartet und haben fünf Stunden lang versucht, ein paar wilde Tiere vor die Linse zu bekommen, was uns auch ganz gut gelungen ist. Leider waren aber wieder weder Elefanten noch Löwen dabei – letztere hat selbst der Guide in zwölf Jahren Arbeit im Park nur dreimal gesehen. Das hätte ja dann schon an Hexerei gegrenzt, wenn wir die da hätten erleben dürfen. Naja, vielleicht nächstes mal
Die Paviane haben uns dann selbst noch im Hotel Spaß bereitet, wo sie auf dem Dach rumgeturnt sind und eine junge Frau in der Damentoilette erschreckt haben. Wir haben uns dort einen entspannten Nachmittag am Pool gegönnt – und eine Übernachtung in der Akagera Lodge, die in einem guten Jahr ihre Übernachtungspreise mal eben auf etwa das Dreifache erhöht hat. Aber schließlich war ja mein Geburtstag, und man gönnt sich ja sonst nix, gell?
Auf dem Weg zurück nach Butare haben wir dann noch bei einer Imigongo Werkstatt in Rwinkwavu, der Töpferei in Gatagara und im Museum in Nyanza angehalten, wo man sich den alten und den neuen Königspalast ansehen kann und auch ein bisschen was über die Geschichte Ruandas erfährt, solange es Könige gab. Bei den ersteren haben wir natürlich einkaufstechnisch wieder ordentlich zugeschlagen
Während ich dann mal zwei Tage arbeiten war, hat Victoria mit Peter zusammen die Stadt unsicher gemacht und noch ein bisschen Geld in den Souvenirladen hier in Butare getragen, wo wir dann am Samstag auch nochmal waren. Das Nationalmuseum haben wir uns dann auch noch angesehen und dann musste Victoria schon wieder ihren Koffer packen!
Am Sonntag wurden wir dann mit etwas Verspätung von einem anderen Fahrer abgeholt, den ich diesmal bei Gorilland Safaris engagiert hatte – ein Fehler, den ich hoffentlich nicht nochmal mache! Nächstes Mal rufe ich schon vier Wochen vorher Kenyatta an! Dieser Fahrer jedenfalls sprach immerhin Französisch, leider aber ziemlich undeutlich, was die Kommunikation nicht gerade vereinfacht hat. Dazu kam dann eine spontane Sympathielosigkeit, die wohl auf Gegenseitigkeit beruhte, was die lange Fahrt nach Gisenyi, wo wir im “Paradis” immerhin ein bisschen entspannen konnten, und anschließend nach Musanze (Ruhengeri) nicht gerade zum Zuckerschlecken gemacht hat. Dazu kam dann noch ein bisschen Regen und eine ungewohnte Kälte, was nicht gerade die Stimmung hob. Also verkrochen wir uns beizeiten in unsere Betten, um um 6 Uhr am nächsten Morgen am Frühstückstisch zu sitzen. Um 7 mussten wir am “Head Quarter” vom Volcanos Nationalpark sein, um die Gorillas zu besuchen! Der eigentliche Start zog sich dann noch ganz schön hin, so dass wir erst gegen 9 Uhr die Grenze vom Nationalpark überschritten, von wo es dann stetig und steil bergauf ging. Victoria und ich hatten eigentlich schon nach einer Stunde genug, aber die Gorillas hatten sich offenbar in den Kopf gesetzt, es uns nicht allzu einfach zu machen. Damit erstreckte sich unser Aufstieg über zwei Stunden und etwa 900 Höhenmeter und wir waren ganz schön k.o. als wir dann endlich den ersten Gorilla zu Gesicht bekamen. Der erste stürzte dann erstmal spontan mit einem Ast ab. Der zweite, ein etwa 4-jähriges Männchen, suchte gerade die ideale Schlafposition als wir bei ihm vorbeikamen. Der Silverback versteckte sich zunächst noch ein bisschen, so dass wir erstmal zu einer Mutter mit ihrem etwa anderthalb jährigen Jungen gegangen sind, die sich noch ein bisschen weiter oben ein Plätzchen zum Pause machen ausgesucht hatten. Eigentlich soll man ja 7 m Abstand zu den Gorillas halten, aber das war dort nicht machbar. So standen wir etwa 2-4 m entfernt von den beiden und konnten uns kaum satt sehen an dem drolligen Gesichtchen. Der Silverback wurde dann zum Abschluss unseres einstündigen Aufenthalts bei den Gorillas besucht. Der machte aber einen ziemlich müden Eindruck und hat uns nicht besonders viel Beachtung geschenkt. Der Abschied fiel dennoch schwer – auch weil wir wussten, dass uns nun ein zweistündiger anstrengender Abstieg erwartete. Durch den Regen des Vortages war der Boden extrem rutschig, so dass einige von uns ihre eh schon dreckigen Hosen auch noch am Hinterteil etwas mehr einsauten. Immerhin ist keiner von uns in den richtig matschigen Modder gefallen. Schließlich waren wir glücklich, heil unten angekommen zu sein und wir mussten wieder sagen, dass sich die Plackerei echt gelohnt hat. Das bekommt man so leicht halt doch nicht wieder geboten.
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Victorias letzten Tag haben wir recht gemütlich in Kigali mit Frühstücken im Novotel, Besuch der Memorial Site, letztem Souvenirs Shoppen in Caplaki, einer Künstlerveinigung in Kigali, Mittagessen im Bourbon Coffee im MTN Center und abschließendem Verwöhnprogramm mit Maniküre im Novotel verbracht. Und während sie noch auf ihren Flieger warten musste, saß ich schon wieder im Bus nach Butare, wo ich nun heute in den Endspurt vor dem Urlaub gehen durfte.
Ok, ich geb zu, kurz ist anders, aber ich hätte noch sooo viel zu erzählen gehabt! Wenn ich dann zurück in Berlin bin (und endlich wieder einen Laptop hab!) werde ich euch noch mit ein paar weiteren Fotos beglücken.
Bis bald!
PS: Ich werde uebrigens bei den BBC News erwaehnt, auch wenn mein Nachname nicht wirklich wiederzuerkennen ist…Ihr koennt ja auch mal in das Interview reinhoeren. Vielleicht komm ich ja da auch noch vor: http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/7505774.stm
Juli 24th, 2008 at 00:29
Phantastisch diese Fotos, und schön, dass du bald hier bist.
Liebe Grüsse von MAMA
Juli 24th, 2008 at 08:43
Schön, dass Ihr viel Freude hattet und offenbar von größeren Pannen verschont geblieben seid! Freu mich auf Dich! Bussl von Nic
P.S.: Bist voll lange in dem Interview zu hören. Werd das gleich mal für Dich sichern
Juli 24th, 2008 at 12:24
Hallo Frau Ubashaea,
wir in München sind mächtig stolz auf dich!!!
Liebe Grüße
Moni
P.S. Ich wußte gar nicht das es blonde Gorillas gibt.
)
Juli 24th, 2008 at 15:24
Jambo Ubashaea,
isabukuru nziza y’amavuko!
Ndabishimiye mu Berlin
Imane ahuga umugisha.
Joseph
Juli 25th, 2008 at 20:55
Was Joseph sagen wollte:
Alles Gute zum Geburtstag!
Ich freue mich, dich in Berlin zu sehen
Gott schuetze dich. (Muesste eigentlich Imana iguhe umugisha heissen)
Juli 27th, 2008 at 16:39
Wahnsinn, du bist berühmt! BBC – da fehlt ja nicht mehr viel zum Ritterschlag von der Queen persönlich!
Wir freuen uns auf dich und nächste Woche!
Gruß Maria und Marcus
Juli 28th, 2008 at 16:19
Liebe Gruesse aus Porvoo, Finnland. Uns gehts super – mal sehen, wer mehr Farbe hat
Ich freu mich,dich zu sehen!