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Tag 3 von 39…

… Tagen, die ich wahrscheinlich Robert nicht zu Gesicht bekommen werde :( Aber auch diesen hab ich überlebt, und nachdem wir heute Abend auch endlich wieder telefonieren konnten, werde ich wohl auch wieder die nächsten beiden überstehen.

Als ich heute endlich Feierabend gemacht habe, hat mich ein roter Mond in Empfang genommen, der sich aber bis ich zu hause war, leider etwas hinter die Wolken verkrümelt hatte. Ein bisschen was hab ich aber dennoch erwischt:

Mond über Butare

Und dann musste ich leider noch feststellen, dass mein Rafaello-Vorrat aufgebraucht ist! Also falls gerade jemand plant, mir ein Care-Paket zu schicken: Rafaello und Toffifee wären schon nicht schlecht und Brockbackmischungen. Aber ich werds auch ohne überleben, da bin ich mir ziemlich sicher ;-)

Und einen schönen Schnappschuss hab ich euch heute zu bieten: Meine Kolleginnen Michele und Marie Christine – eine Muzungu, die eine Ruanderin durch die Gegend fährt! Mal ganz was neues :)

Meine Kollegin Michele macht Taxi für unsere andere Kollegin Marie Christine

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Mal ein paar Bilder

Man ist das kalt hier! Letzte Nacht hab ich echt gedacht, ich erfrier gleich. Ich hab zwar dann noch eine Weile überlegt, ob ich mir noch meine Fleecejacke hole und warme Socken anziehe, aber hab mich nicht getraut, auch nur einen Zeh unter der Decke rauszustrecken, um nochmal aufzustehen. Und wie ihr seht, hab ich es ja doch überlebt. So klar wie der Himmel heute Abend ist, muss ich mich heute Nacht wärmer anziehen…

Mond über Butare Mond über Butare Mond über Butare

Nachdem ich gestern nun schon soviel geplaudert hab, möchte ich heute nur noch mit ein paar Bildern beglücken. Die in Kigali sind bei der Ausstellungseröffnung entstanden, von der ich gestern berichtet hatte. Bzw. die Naturbilder sind aus Claudias Garten, wo ich jetzt immer wohne, wenn ich in Kigali bin (und Robert nicht da ist ;-)). Ist echt ein kleines Paradies. Aber wenn ich meine Kamera da hatte, haben sich die Vögel natürlich alle verkrümelt, die da sonst so zahlreich rumflattern…

Ausstellungseröffnung im Richard-Kant-Haus in Kigali mit Botschafter Panorama von einem Teil Kigalis vom Richard-Kant-Haus gesehen einer der vielen Hügel Kigalis

Jackfruit in Claudias Garten komischer Vogel schöne Unbekannte - hab den Namen immernoch nicht rausgefunden…

gelber Oleander Strelitzie in Claudias Garten sehen ein bisschen aus wie rote Narzissen

so ne Art Frühlingsstrauß auf ruandisch   Gummibaum in Claudias Garten - man beachte außerdem den Weihnachtsstern im Vordergrund, der aussieht wie unsere mikrigen nach Neujahr bloß ein paar Nummern größer

Meine neuen Kerzenständer (auch in Kigali kann ich meinem angeblichen Shoppingwahn nachgehen :-P) hab ich in einem kleinen Atelier gekauft, das eine Belgierin betreibt, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Die hat da echt schöne Sachen – und eine süße Katze :)

meine neuen Kerzenständer   Stubenkater

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so schweigsam?

Hm, ja, ich muss zugeben, dass das mit der Internetverbindung in der letzten Zeit nicht so recht Spaß macht, einfach mal so was zu schreiben. Außerdem hab ich soviel zu tun, dass es mir ein bisschen an Muße fehlt.

Hatte euch auch noch gar nicht erzählt, dass ich beim Botschaftsempfang am 3.10. war! Hab natürlich blöderweise wieder meine Kamera zuhause liegen lassen und das Bild mit dem Handy ist natürlich nicht doll geworden. War aber ganz nett mit Freigetränken und Fingerfood, einem gemischten Chor (mit Ruandern und Deutschen), der ein paar schöne Stücke zum Besten gegeben hat und ein paar ganz netten Ansprachen. Am Samstag drauf war dann auch die feierliche Eröffnung einer Ausstellung im Richard-Kant-Haus zum Thema „Im Land der tausend Hügel. Ruandisch-Deutsche Begegnungen 1892-1916“, wo man dann gleich den Botschafter auch nochmal im Hellen sehen konnte. Beim Botschaftsempfang war es nämlich ein bisschen dunkel und ich hätte ihn nicht wiedererkannt, wenn er nicht angekündigt worden wäre.

Was ich euch außerdem nicht vorenthalten will – und was auch mit ein Grund ist, warum ich gerade ein bisschen schweigsam bin -, dass ich bis über beide Ohren verliebt bin Liebes-Smily Er heißt Robert, ist knapp 4 Monate älter als ich, in Uganda geboren und aufgewachsen und seit 2001 nun in Ruanda, wo er quasi hingehört. Und ohne euch beunruhigen zu wollen – ich überlege jetzt schon ein bisschen, ob ich nicht doch noch etwas länger hier bleiben möchte oder kann. Ich hatte eh schon mit Jürgen, meinem deutschen Chef drüber gesprochen, dass es ja ziemlich unpraktisch ist, im Februar zurück nach Deutschland zu gehen, so rein klimatechnisch. Von daher hatte ich schon daran gedacht, noch zwei Monate ranzuhängen und erst zum 1.4. wieder nach Berlin zurückzukehren. Ich hab auch schonmal meinen Counterpart in Kigali drauf angesprochen, ob er sich das vorstellen könnte und der meinte, solange das alles „transparent“ ablaufen würde, könnte er sich alles vorstellen. Naja… Ich halte euch auf dem Laufenden :)

Praktischerweise hab ich seit wir zusammen sind auch keinen Appetit mehr und vergesse oft einfach, was zu essen, wenn mein Magen nicht gerade so laut knurrt, dass ich es nicht mehr überhören kann. Mal sehen, wie lange das anhält und ob ich davon auch irgendwann mal was merke was meine kneifenden Hosen angeht…

Ansonsten hat uns die Regenzeit fest im Griff. Dummerweise regnet es in letzter Zeit immer pünktlich zum Feierabend, bzw. fängt schon rechtzeitig genug an und hört dann auch erst um halb8 oder so auf, so dass man eigentlich auch nicht die ganze Zeit ausharren möchte. Heute hat mich glücklicherweise ein Kollege mit dem Auto mitgenommen, sonst wär ich ganz schön nass geworden. Muss mir wohl echt angewöhnen, nicht mehr ohne Regenschirm und Regenjacke aus dem Haus zu gehen, auch wenn die Sonne scheint und es nicht nach Regen aussieht. Das geht hier immer so schnell…

Achja, nochwas: Zum 1.10. hab ich auch eine neue Mitbewohnerin bekommen: Felicia, meine Vize-Direktorin, ist bei mir eingezogen und nimmt mir nun hoffentlich (wir haben uns noch nicht endgültig auf den Betrag geeinigt ) einen Teil der Miet-Last ab – und geht mir schon langsam ein bisschen auf den Geist ;-) Bin nicht mehr gewohnt, jemanden um mich rum zu haben. Das gute ist, dass sie am Wochenende bei ihrer Familie in Kigali ist und diese Woche zum Beispiel auch erst am Mittwoch wieder nach Butare kommt. So hab ich trotzdem noch viel Zeit für mich (wenn ich dann nicht auch zufällig gerade in Kigali bin). Wird sich schon noch einspielen. Ich muss ihr halt nur gelegentlich mal klarmachen, dass sie bitte nicht mein Handtuch als Badvorleger nehmen soll, bloß weil beide blau sind, und mir nicht meinen Lieblingstee (Mañana-Tee, den hat mir Nicole geschickt!) wegtrinken soll…

So, jetzt seid ihr alle wieder auf dem neuesten Stand, und ich hab mich selbst lange genug vom Arbeiten abgehalten (das mach ich schon den ganzen Tag ziemlich erfolgreich ;-))

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Tansania

Falls ihr es noch nicht gesehen habt: Ich konnte inzwischen immerhin schonmal meine Berichte und ein paar Fotos von meinem Wochenende in Tansania hochladen. Ich weiß auch nicht, was hier mit dem Internet los ist, dass es so furchtbar langsam ist in den letzten Tagen. Auf das komplette Fotoalbum werdet ihr deshalb wohl noch etwas warten müssen. Aber solange könnt ihr euch ja vielleicht an meinen Berichten erfreuen…

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Ich lebe noch!

Tut mir leid, dass ich euch so auf die Folter spannen muss, was meinen Tansania-Aufenthalt angeht. Das Internet lässt mich in den letzten Tagen gnadenlos im Stich, so dass ich es oft nichtmal schaffe, meine Emails anzuschauen. Ich habs jedenfalls nach Tansania und auch wieder zurück geschafft. Die Berichte sind im Prinzip schon geschrieben und die Fotos zum größten Teil auch schon bearbeitet – bloß hochgeladen bekomm ich das alles nicht :( Ihr müsst euch also noch ein bisschen gedulden, fürchte ich. Ich bin froh, wenn ich euch diese Nachricht wenigstens noch hinterlassen kann…

Auch das letzte Erdbeben hab ich also überlebt – diesmal mit 5.1 in der Tanganjika-See-Region und auch noch mitten in der Nacht…

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Endspurt Tansania

Während Jürgen nochmal eine kleine Präsentation geben musste, hatten Stefanie und ich Zeit, zum Markt zu gehen, um noch Gewürze zu kaufen. Zum einen gibt es eine riesige Markthalle, wo es Gartengeräte und -zubehör, Töpfe und Eimer in allen möglichen Größen und Farben und auch ein paar Stände mit Hülsenfrüchten und Gewürzen oder Samen gab. Daneben gibt es dann noch einen kleinen überdachten Markt, wo man dann die Dinge findet, die man auf einem normalen Markt vermuten würde. Die vielen Gewürze waren alleine schon hübsch anzusehen in den verschiedenen Farben. Ich hab mir Masala, Zimt (im Stück und gemahlen), Curry, Pilau und Paprika mitgebracht und hoffe mal, so wenigstens geschmacklich ein bisschen Abwechslung in mein Essen zu bekommen. Reis mit Pilau und Ananas schmeckt jedenfalls schonmal lecker :)

Markthalle von Dar es Salaam bunter Haufen in der Markthalle von Dar es Salaam Weiß jemand was Choroko ist?

Gewürze und mehr in der Markthalle von Dar es Salaam Nicole beim Gewürze kaufen So viele Gewürze!

Zum Lunch waren wir im Steers verabredet (ein Fastfoodrestaurant!), wo wir allerdings fast hinschwimmen mussten. Schon auf dem Markt fing es an zu regnen, so dass Stefanie und ich uns ein Taxi geleistet haben. Aber durch den Regen war in der Stadt so ein Chaos entstanden, dass wir keinen Sinn darin entdecken konnten, mit dem Taxi zum Steers zu fahren, weil das Stunden gedauert hätte, statt 15 Minuten zu Fuß. So passten wir eine kleine Regenpause ab und schafften es auch bis zum Mövenpick Hotel (etwa Halbzeit), wo dann aber so ein Guss runterkam, dass wir erstmal zum Eingang geflüchtet sind. Wir hatten erst überlegt, nun doch ein Taxi zu nehmen, was aber immernoch keinen Sinn gemacht hätte. Schließlich sind wir dann trotz Regen losgelaufen und mussten etlichen Pfützen ausweichen bzw. sie durchwaten, wo es nicht anders ging. So wurden meine Sandaletten auch mal wieder sauber ;-)

Verkehrschaos bei Regen in der Innenstadt von Dar es Salaam ein bisschen Regenzeit

Nach dem Essen wollten Jürgen und ich „noch schnell“ zum Tinka Tinka Markt. Tinka Tinka ist ein spezieller Malstil (so hieß wohl der Maler, der das erfunden hat), bei dem vor allem Tiere abstrahiert dargestellt werden, was dann manchmal fast ein bisschen kindlich aussieht, aber irgendwie trotzdem gut. Ich hab mich jedenfalls in ein Giraffenbild verliebt, was aber beim näheren Hingucken leider einen kleinen Fehler hatte, über den ich mich aber bestimmt immer wieder geärgert hätte. Der Maler hat es zwar noch versucht zu reparieren, aber mir war das dann zu riskant mit der frischen Farbe. Wir sind dann noch rumgerannt, um ein ähnliches Bild zu finden. Das Motiv gibt es so ähnlich eigentlich häufig, mal in schwarz-weiß, mit Kind oder ohne, aber ich konnte es nicht mehr in dieser Kombination von Farben finden und auch keins mehr mit Kind. So musste ich mich mit einem Tablett, einem Schild, zwei Gläsern Marmelade und einem Holzbrett zufriedengeben und hab beschlossen, nochmal nach Dar zu fahren, und mir das Bild extra malen zu lassen, falls ich es dann immernoch nicht finde.

Werkstatt auf dem Tinka Tinka Markt meine Beute: Tinka Tinka Tablett, Gewürze vom Markt und Muscheln aus Bagamoyo Mein neues Willkommensschild: Tinka Tinka mit Karibu, was Willkommen auf Swahili heißt

Um 18 Uhr wollte uns dann Samuel eigentlich abholen, verspätete sich dann aber durch den vielen Verkehr in der Stadt ein bisschen, und besonders schnell kamen wir auch nicht voran, so dass wir fast eine Stunde zum Flughafen brauchten, wo man sonst keine halbe Stunde braucht. Ich hatte die ganze Zeit schon überlegt, wie ich meine letzten Stunden in Dar es Salaam gestalten sollte. Mein Rückflug sollte um 5.25 am Dienstag Morgen gehen, die anderen hatten schon einen Flieger um 21 Uhr nochwas am Montag Abend. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich schon einchecken könnte und dann mit den anderen zusammen noch ein bisschen warten und dann halt die Nacht bei den Gates verbringen könnte. Aber natürlich ging das nicht, so dass wir uns beim Checkin verabschieden mussten. Ich bin dann noch ne Sprite trinken gegangen, aber besonders gemütlich war es dort auch nicht. Ich hab dann sogar noch ein Internetcafé gefunden (naja, mehr Internet als Café), das aber auch schon um 21 Uhr zugemacht hat, so dass ich in 20 Minuten mal schnell meine Emails gecheckt hab. Danach hatte ich dann nicht mehr so richtig Lust, mit meinem Gepäck noch durch die Gegend zu latschen, also bin ich trotz Nicht-einchecken-könnens schon in den Flughafen, wo ich eigentlich auch auf eine Steckdose für meinen Laptop gehofft hatte. Eine Steckdose hab ich nicht gefunden, aber einen von drei Sitzen hab ich dann erstmal in Beschlag genommen und es mir für eine Stunde mit meinem neuen Buch mehr oder weniger bequem gemacht. So bequem wie man halt auf Hartschalensitzen sitzen kann :-/ Eine Angestellte von Swissport (die machen da die ganze Logistik) hatte dann soviel Mitleid mit mir, dass sie mich am liebsten mit nach hause genommen hätte, aber das wollte ich dann doch nicht in Anspruch nehmen. Sie hat mich dann aber wenigstens in ihr Büro bringen „müssen“, wo ich die Nacht dann noch ganz bequem auf einer Ledercouch und mein Laptop an der Steckdose verbringen konnte. Meine Retterin hat dann Feierabend gemacht, aber auch ihre Kollegen waren alle sehr nett und morgens hab ich dann sogar einen Kaffee bekommen, der sogar gar nicht mal so schlecht war (dafür, dass ich sonst ja nur Milch mit ein bisschen Kaffee und am besten noch Karamell-Sirup trinke ;-)). Um halb4 war dann quasi die Nacht für mich zuende und ich konnte endlich einchecken. Auf dem Weg in den Flieger konnte ich mich dann noch bei etlichen meiner nächtlichen Besucher bedanken und verabschieden. War also doch noch ganz erträglich die Nacht.

Mein Schlafzimmer auf dem Flughafen von Dar es Salaam mein Frühstückscafé mit ein bisschen New York

Auf dem Flug nach Nairobi wurde ich dann für meine schlaflose Nacht entlohnt: Als ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hab, tauchte auf einmal der Kilimanjaro vor meinem Fenster auf! Na gut, nicht direkt vor dem Fenster, dann wäre die Tragfläche weg gewesen, aber in einer guten Sichtweite und sogar auf meiner Seite! Sah toll aus in dem rötlichen Licht des Sonnenaufgangs! Ich glaub, da muss ich irgendwann mal rauf!

Der Kilimanjaro im Sonnenaufgang

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Ein Tag Geschichtsunterricht

Obwohl wir alle nicht besonders früh im Bett waren, kam gegen 9 schon Samuel, unser Taxifahrer, der mit uns nach Bagamoyo fahren „wollte“. Bagamoyo liegt etwa eine Stunde mit dem Auto Richtung Norden von Dar es Salaam. Dort gibt es soviel zu sehen, dass es schon fast zuviel war. In einem Fort angefangen, wo die ankommenden Sklaven zum Teil mit 60 bis 100 anderen Sklaven einen Raum teilen mussten (ein Raum in der Größe meines jetzigen Badezimmers!), ging es dann zu einem Friedhof, auf dem deutsche Soldaten begraben sind. Schon im Fort wurde uns immer wieder gesagt, wie toll und schlau doch die Deutschen sind, dass sie z.B. eine Mauer um die Gebäude gezogen haben, um sich zu schützen oder so clevere Dinge wie Schießscharten erfunden haben. Wenn ich es richtig verstanden habe, waren zuerst Araber in der Gegend, die die Sklaven zum Teil 1500 Meilen weit durch Afrika bis Bagamoyo getrieben haben. Viele sind auf dem Fußmarsch gestorben oder krank geworden. Die Kranken wurden dann noch in Bagamoyo auf dem Sklavenmarkt verkauft, die restlichen, halbwegs gesunden, wurden nach Sansibar verschifft. Die Deutschen, die dann 1889 oder so kamen, haben den Sklavenhandel beendet und die Bildung nach Bagamoyo gebracht, indem sie eine Schule gebaut haben. Was sind die Deutschen toll :-/ Trotzdem gab es einen Galgenplatz, an dem jetzt nur noch ein Gedenkstein steht – der Galgen selbst steht wohl in irgendeinem Museum – wo aufmüpfige Schwarze gehängt wurden. Auch hat es wohl extra Geschäfte gegeben, wo die Schwarzen einkaufen durften. Klang für mich nicht so, als wären die Deutschen immer die besten Freunde der Schwarzen gewesen :-/

kunstvoll geschnitzter Türrahmen in Bagamoyo Bagamoyo Festung Bagamoyo Festung

Stefanie und Samuel, unser Fahrer, am Friedhof von Bagamoyo Grabstein auf dem Friedhof von Bagamoyo Galgenplatz von Bagamoyo

noch ein bisschen grün die Kokosnuss Jürgen in der Hotelanlage vom Bagamoyo Beach Hotel Das Boot scheint auch schon hier zu liegen, seit die Deutschen gekommen sind...

ein Verwaltungsgebäude in Bagamoyo Kameratausch: Jürgen testet meine Kamera ein ziemlich alter Baobab in Kaole

Ronny, Jürgen und der Baobab Ronny leistet Entwicklungshilfe Blüten in Stefanies Hand

die Kirche, in der ein paar Einzelteile vom Herrn Levingston beigesetzt wurden

War ganz schön anstrengend die Tour durch Bagamoyo und durch eine andere Ruinenstätte. Schließlich ging es dann noch zu einer Kirche wo wohl das Herz und noch ein paar andere Organe von Levingston begraben sind. Der Rest wurde unter großen Strapazen nach London gebracht. Wir hatten schon gedacht, jetzt hätten wir wirklich alles gesehen, was dieser Ort zu bieten hat, aber NEIN, weit gefehlt! Wir mussten natürlich auch noch unbedingt das erste Kreuz auf afrikanischem Boden sehen. Das Kreuz ist natürlich auch nicht mehr das Originalkreuz, aber die Stelle soll wohl die gleiche sein. Die Inschrift heißt wohl „Gott segne Afrika“. An der Stelle um das Kreuz soll jetzt wohl auch noch eine Kapelle entstehen.
Danach wurden wir von unserem Reiseführer endlich entlassen und durften zum Freizeitprogramm übergehen. Dazu sind wir zur Travellers Lodge gefahren und haben es uns dort am Strand bequem gemacht, wo glaube ich erstmal alle weggedöst sind. Ronny und ich sind dann noch ein bisschen am Strand spazieren gewesen, wo wir lustige Grafiken im Sand hinterlassen haben, wo mir Ronny was erklärt hat. Hätte mal Fotos machen sollen ;-)
Leckeres Essen gab es dann auch noch dort und sogar hausgemachtes Kokosnuss- und Schokoladeneis!
Wieder zurück in Dar es Salaam waren wir noch nen Absacker trinken und dann tatsächlich auch schon kurz nach Mitternacht im Bett!

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Das nenn ich Urlaub!

Nachdem wir erstmal schön ausgeschlafen haben, haben wir uns mittags auf den Weg zum Hafen gemacht, um mit der Fähre nach Kigamboni überzusetzen, was auf der anderen Seite der Dar es Salaam Bucht liegt und einen tollen Sandstrand zu bieten hat. Die Fähre, mit der man da fährt, hat irgendwie was von Flüchtlingsschiff und die Rampe hatte auch schon einige Rostlöcher, aber wir haben es ja trotz allem geschafft.

Die Fähre - sieht aus wie ein Flüchtlingsschiff… Stefanie und Jürgen auf der Fähre

Die Skyline von Dar es Salaam Kigamboni

Auf der anderen Seite angekommen, haben wir uns mit einem Taxi zum Kipepeo Beach fahren lassen (Kipepeo heißt Schmetterling auf Swahili), wo man zwar 3000 TSH Eintritt bezahlen muss, dafür aber in diesem Wert auch einen Getränkegutschein und einen tollen bewachten Strand bekommt. Ich konnte mich kaum sattsehen an dem schönen Strand, dem Indischen Ozean, den hohen Wellen… Das Wasser hatte zwar fast Badewannen-Temperatur, war aber trotzdem herrlich erfrischend. Dummerweise hatte ich es versäumt, mich schon früh mit Sonnencreme einzuschmieren. Irgendwann war es dann dafür zu spät und den helleren Regionen nach zu urteilen, war schon das Stück zur Fähre zuviel Sonne für meine Haut. Hatte eigentlich gedacht, dass meine Haut inzwischen ein bisschen was gewohnt wäre, aber offenbar nicht. Nach einem kleinen Spaziergang mit Jürgen am Strand (mein eigentlicher Plan war ja, mir den Sand abzuwaschen, mich kurz trocknen zu lassen und mich dann einzucremen, aber als ich aus dem Wasser kam, hatte Jürgen schon einen ordentlichen Vorsprung und ich dachte auch nicht, dass wir so lange unterwegs sein würden) kam ich dann ziemlich krebsrot wieder zurück zu unserem Platz – vor allem von hinten, da war ich auch am blassesten… Wir haben es uns dennoch so richtig gut gehen lassen mit Cidre-Bier und Stieleis. Ein bisschen haben wir uns ja dann über uns selbst amüsiert, weil wir am Vorabend noch um 1000 TSH gefeilscht haben und nun für 1500 TSH ein Eis aßen, aber es geht ja schließlich ums Prinzip ;-)
Meinen Sonnenbrand hab ich dann schon im Daladala zurück zum Hafen ordentlich gespürt, wo ich auch noch auf dem Motor sitzen musste, was dann extra heiß war.

Kipepeobeach Kipepeobeach  Indischer Ozean

Stefanie und Jürgen am Kipepeobeach Nicole und Jürgen am Kipepeobeach Sonnenuntergang am Kipepeobeach

Abends hatten wir dann das Vergnügen mit dem gleichen Taxifahrer und seiner Schrottkarre zu „Mamas Pub“ zu fahren, wo es eher klassisches Essen gab: die tansanische Variante von Brochette de chevre. Hat eigentlich genauso geschmeckt wie „zuhause“. Danach sind wir dann noch zu einem Konzert von FM Academia gegangen, was Ronny irgendwie aufgetrieben hatte. Tolle Musik und eine bunt gemischte Gruppe, die aus ungefähr 10 Männern und 8 Mädels besteht, wobei zuerst nur die Männer zu sehen waren, die sich beim Singen immer in Gruppen abgewechselt haben und dabei fantastisch getanzt haben. Schließlich kamen dann auch die Mädels dazu, die erstmal nur getanzt haben (was hauptsächlich aus dem Wackeln mit ihren Hintern bestand), später dann aber auch gesungen haben. Hat jedenfalls Spaß gemacht, zuzugucken und mitzutanzen, auch wenn ich nicht mal ansatzweise probieren wollte, so mit dem Hintern zu wackeln! Trotzdem bin ich dann schon auf meinem Stuhl sitzend eingeschlafen. War wohl doch ein bisschen viel Sonne und Seeluft am Nachmittag. Jürgen hat sich dann irgendwann erbarmt und hat mich nach hause begleitet. Ganz schön anstrengend so ein Urlaub…

Stefanie und ihr Drink (Gin und Tonic) tolle Stimmung mit FM Academia tolle Stimmung mit FM Academia - jetzt auch mit den Mädels

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Tatsächlich geschafft!

Nachdem ich mich ja eigentlich gefreut hatte, dass sich mein Aufenthalt in Nairobi auf 5 Stunden verkürzt hatte, musste ich dann leider feststellen, dass mein Flug nach Dar es Salaam eine Stunde Verspätung haben würde. So konnte ich noch in Ruhe mein Buch zuende lesen, dass ich erst im Flugzeug nach Nairobi angefangen hatte. Zugegebenermaßen war das Buch nicht besonders dick, dafür aber umso schöner zu lesen (Das weiße Segel – Wohin der Wind des Glücks dich trägt von Sergio Bambaren). Kann ich nur empfehlen! Nicht, dass ich dann nicht sowie schon eine Stunde später als angekündigt angekommen wäre; nee, dann brauch ich auch noch ewig mit meinem Visum, weil ich natürlich verpeilt hab, dass ich erst mein Visum hätte beantragen und bezahlen müssen, bevor ich mich bei der Passkontrolle hätte anstellen sollen. Und beim Visum stand nun ein chinesisches Pärchen vor mir, das der nette Beamte scheinbar nicht leiden konnte. Und dann mussten unsere Reisepässe natürlich noch durch die Hände von vier verschiedenen Beamten bis dann endlich der Stempel drin war, die Quittung ausgestellt und sie dann schließlich von dem ersten Beamten wieder an uns Reisende ausgeteilt wurden.
Trotz allem erwarteten mich Stefanie, Ronny und Jürgen „immernoch“ am Ausgang – wasn Glück :)
Ich glaube, so gegen halb3 lagen wir dann auch endlich in den Betten im ded-Gästehaus. Keine Luxusherberge, aber echt ok, vor allem für den Preis (12.000 TSH, etwa 7,50 Euro pro Nacht und Nase).
Die andern drei hatten dann noch ein de-briefing (bedeutet etwa soviel wie einen Abschlussbericht abzugeben), bei dem ich auch noch ein bisschen mitbekommen habe, was die drei eigentlich die ganze Zeit da getrieben haben. Danach war für alle Freizeit angesagt, die wir hauptsächlich auf dem Holzmarkt verbracht haben. Da sind wir mit dem Daladala hingefahren, was ein Abenteuer für sich ist ;-)

Ronny und Stefanie im Daladala  Jürgen im Daladala

Auf dem Holzmarkt bekommt man lauter schöne Sachen aus Holz, aber auch Stoffe, Tücher, Schmuck, Bilder, oder hübsche Figuren aus Speckstein. Neben einem Brieföffner in Form eines Krokodils konnte ich dort eine Specksteinfigur in Form einer achtköpfigen Familie erstehen – offenbar ein echtes Unikat, weil ich nämlich noch ewig rumgerannt bin, weil mir das erste Angebot zu teuer war. Aber auf dem ganzen Markt gab es maximal vier Kinder plus Eltern, so dass ich dann schließlich doch die erste gekauft hab, aber nicht ohne sie auf 60% des Startpreises runterzuhandeln ;-) Wir haben echt gefeilscht wie die Weltmeister! In den meisten Fällen hab ich die Sachen für den halben Preis bekommen oder zwei für den Preis von einem. Die 3m hohe Giraffe aus Holz musste ich aber leider da lassen :(

achtköpfige Familie in Speckstein gehauen

Das Handeln ging dann abends noch weiter, als wir auf der Suche nach einem Taxifahrer waren, der uns für 6000 TSH zum Garden Bistro fahren würde. Alle wollten eigentlich 8000 haben, aber einer hat sich dann doch drauf eingelassen – offenbar war das Auto schon abgeschrieben oder so, war jedenfalls die reinste Schrottkarre. Mit einem kleinen Umweg hat er uns dennoch ans Ziel gebracht. Das Essen war super lecker! Man merkt doch sehr den indischen Einfluss bei den Gerichten und die große Auswahl an Gewürzen, die sie dort haben. Hat irgendwie alles mehr Geschmack als in Ruanda.

gemütliches Abendessen bei Kerzenschein  Red Snapper in Senfsoße

Nach dem Essen sind wir sogar noch zur Tanzfläche gewechselt, wo die Musik aber irgendwie viel zu leise war und man immer das Gefühl hatte, man steht genau in der Einflugschneise zur Bar, egal wo man steht… Wird wohl diesmal erst so drei gewesen sein, bis wir zuhause waren, schätze ich mal.

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5 Stunden Aufenthalt in Nairobi

Puh, was macht man fünf Stunden lang auf einem so langweiligen Flughafen wie dem von Nairobi?! Na gut, es könnte schlimmer sein – zum Beispiel fünf Stunden auf dem Flughafen von Kigali festzusitzen ;) Hier in Nairobi gibt es jede Menge Duty Free Shops, die aber natürlich alle das gleiche anbieten. Nach dem kleinen Happen, den wir im Flug nach Nairobi bekommen haben (Chicken Curry, was ein bisschen mehr Curry vertragen hätte…), hatte ich noch mehr Hunger als vorher. Hab schließlich seit 7 nichts mehr zu beißen bekommen :( Also hab ich mir gerade hier an dem einzigen „Verpflegungsplatz“, den ich bis jetzt gefunden habe, eine kleine Pizza und eine Fanta für 5$ Dollar gegönnt. Geht ja noch… So richtig satt bin ich aber immernoch nicht. Vielleicht finde ich ja noch was anderes. Oder ich finde eine Steckdose, so dass ich nachher noch einen Film gucken und dazu Popcorn essen könnte :)
Den Kilimanjaro hab ich natürlich noch nicht gesehen – sind ja auch noch 150km bis dahin, wohl eher unwahrscheinlich, dass ich den dann heute noch zu Gesicht bekomme. Der Lake Victoria hat sich leider unter einer Wolkendecke versteckt. Aber in einer Hinsicht hat sich der Ausflug nach Tansania schon gelohnt: Endlich konnte ich mir mal Ruanda von oben angucken! Bis jetzt war ich ja immer bei Nacht über Ruanda unterwegs. Sieht ehrlich gesagt nicht viel anders aus als von unten, aber auch ganz hübsch ;-) Vor allem hatten wir eine schöne Sicht auf die Seen. Von Kenia konnte ich dann auch wieder viele Fotos machen, bei denen ich dann mal gucken muss, ob ich die irgendwie verorten kann. Wenn ich hier aus dem Flughafen rausgucke, sieht dieses Land jedenfalls extrem flach aus, vor allem im Vergleich zu Ruanda. Das Foto, das ich gemacht hab, durfte ich eigentlich nicht machen, deshalb ist es auch bei dem kleinen 2-Bild-Panorama geblieben. (Ui, 47 Bilder in knapp zwei Stunden…)

Eigentlich wollte ich ja was arbeiten, aber irgendwie klappt das schon wieder nicht so, wie ich mir das gedacht hab…

So, jetzt hab ich wenigstens noch die Transit Lounge für Kenya Airlines Kunden gefunden, wo es immerhin freien Internetzugang gibt. Die Steckdose, an die ich mich eigentlich gerade anschließen wollte, passt natürlich leider nicht. Also muss ich mich ein bisschen sputen….(Leider ist die Internetverbindung auch so schlecht, dass ich mich erst recht sputen muss und an die TFH Emails komm ich auch nicht ran.)

mein Flieger von Kigali nach Nairobi Ein Teil vom Lake Muhazi (noch in Ruanda)

plattes Kenia Flughafen Nairobi

Also heute hab ich die Akkus aber mal so richtig ausgereizt ;) (hab aber immernoch fast zwei Stunden hier…)

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