Archives of Nicsi

schon wieder vorbei…

Wie üblich kommt meine letzte Meldung aus Ruanda aus dem Wartebereich des Flughafens – was anderes gibt es hier ja auch kaum zu tun… Mein Gepäck war heute mal BEI WEITEM unter dem Maximalgewicht und meine Fragebögen-Handgepäck-Reisetasche wurde auch akzeptiert. Mal sehen, ob das in Brüssel dann auch so reibungslos läuft.

Unglaublich, dass jetzt acht Wochen schon wieder vorbei sind. Wo bleibt denn die Zeit hier bloß immer? Hoffen wir mal, dass die nächsten dreieinhalb Monate, die ich in Deutschland sein „muss“ auch so schnell vorübergehen… Ich freu mich trotzdem, euch wiederzusehen ;-) Bis bald!

PS: Daten hab ich natürlich nicht mehr bekommen. Eine Liste bekomme ich hoffentlich per E-Mail geschickt, auf den Rest muss ich dann wohl bis Januar warten…

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Überraschung!

Eigentlich wollte ich euch heute nur mit meinem neuen Kleid überraschen, das ich mir hab nähen lassen:

Nicole und ihr neues Kleid

Nicole und ihr neues Kleid

Robert hat mich darin gestern gleich zu unserem letzten gemeinsamen Dinner ausgeführt, was extrem gut war (wie von Robert vorausgesagt). Wer mal in Kigali richtig gut essen möchte, dem sei deshalb „The Manor“ empfohlen! Ein guter Tropfen Wein (naja, zugegebenermaßen mehrere Tropfen…), perfekte Ravioli mit Kürbisfüllung und Pinienkernen und zum Nachtisch Ananas-Panacotta – ein Gedicht!

Robert très chic

Robert très chic

last supper

last supper

Die andere Überraschung hat sich mehr zufällig so ergeben und sieht nicht ganz so schön aus wie mein Kleid (und passt farblich so überhaupt nicht zum Nagellack):

vermutlich gebrochener Zeh

vermutlich gebrochener Zeh

Vermutlich um zu beweisen, dass die Familie Beinlich ganz prima zur Familie Ueberschär passt, hab ich mir gestern ordentlich den Zeh am Badewannenrand gestoßen, wobei es meiner Meinung nach hörbar geknackt hat und der vordere Teil des Zehs dann auch ziemlich schnell ziemlich blau wurde und auch immernoch ziemlich weh tut. Claudias fachfrauisches Urteil: „Wahrscheinlich gebrochen, aber da kann man ja eh nix machen außer ruhig stellen.“ Also hab ich jetzt meinen kaputten Zeh an den nächstgrößeren „geklebt“ und hoffe, dass ich damit am Freitag tanzen kann. Den Marathon werde ich aber damit wohl vergessen können.

Weniger überraschend aber dafür umso ärgerlicher ist, dass Robert heute gleich wieder nach Ruhengeri muss, nachdem er seine alte (im doppelten Sinne des Wortes, einer war 83!) Kundschaft am Flughafen abgegeben und neue aufgegabelt hat. Das nenn ich moderne Sklaventreiberei bei der Firma, für die er gerade fährt! In den acht Wochen, die ich jetzt hier war, hatte er glaube ich keinen Tag frei! Umso erstaunlicher, dass das gestern mit unserem Abendessen noch geklappt hat…

Nun sitze ich quasi schon auf gepackten Koffern, warte aber immernoch darauf, ein paar Daten zu bekommen, was sich wie es aussieht auch noch bis zum Nachmittag hinziehen kann. Macht ja nix, ich hab ja Zeit ;-) Meine Koffer sind nicht mal richtig voll. Dabei lasse ich nur meine Sandaletten da, die nun wirklich ausgedient haben, nach vier Aufenthalten in Ruanda/Uganda von insgesamt 20 Wochen zzgl. ausgiebiger Sommernutzung in Deutschland und inkl. ordentlich nass werden während der Regenzeiten… In Deutschland werde ich sie ja jetzt wohl aber nicht mehr brauchen, wie es aussieht. Ich wurde ja schon vorgewarnt, dass ich mir nen warmen Pullover mitbringen soll. Naja, die Fleecejacke plus Regenjacke wird es ja hoffentlich tun… Zugegenermaßen würde ich zumindest einen Koffer mit meinen Fragebögen voll bekommen, aber die sollen ins Handgepäck. Ich hoffe, damit komme ich heute durch.

die haben ausgedient

die haben ausgedient

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Geschafft II

Meinem Aufruf zu kreativen Vorschlägen für meine Dinner-Gestaltung konntet ihr wohl schon entnehmen, dass ich einen Grund zum Feiern hatte: Ja, ich hab es geschafft! Alle 14 Gesundheitszentren wurden besucht, gut 500 Fragebögen ausgefüllt und 3500 Fotos von Registrierungsbüchern gemacht, die ich jetzt noch alle auswerten muss. Aber ich hab ja noch gut 4 Jahre Zeit ;-) Für afrikanische Verhältnisse ist alles super glatt gelaufen. Trotz Feiertagen hab ich überall meine Mindestzahlen erreicht, die Patienten waren sehr auskunftsfreudig und 93% der Verwalter/innen der Gesundheitszentren waren sehr freundlich und hilfsbereit. Mit meinen Studenten bin ich auch gut ausgekommen und auch wenn meine Fragen nicht immer ganz so 100%ig verstanden wurden, werde ich schon was brauchbares herausbekommen. Als wir am Freitag endlich alles überstanden hatten, hab ich alle noch zum Mittagessen eingeladen und neben der Bezahlung haben sich die Studenten Studierenden auch sehr über die Schachtel Merci und das Zertifikat gefreut (ich hatte das Gefühl, über letzteres fast am meisten), das ich ihnen überreicht habe.

in Butare -alle(s) fertig

in Butare -alle(s) fertig

Eigentlich hätte ich ja gerne noch viel mehr über die Zeit der Datenerhebung geschrieben, aber irgendwie fehlte mir dann dafür doch die Zeit. Über Kenyatta als Babysitter, Seitenumdreher, Dolmetscher, Animateur, Kulturerklärer, Fahrer und einfach Mädchen für alles zum Beispiel. Oder über sooo schöne Landschaften, Sonnenaufgänge, Morgenstimmungen und furchtbare Straßen. Oder über Schweine auf Gepäckträgern und an der Leine, durch Gesundheitszentren rennende Hühner, schüchterne und neugierige Menschen, Kinder, die jubelnd, weil sie mal ein Auto UND einen Muzungu sehen, an der Straße stehen und andere, die – Angst davor, nass (und voll mit Matsch) gespritzt zu werden – von der Straße springen…. Ich fürchte, wenn ich das alles aufgeschrieben hätte, wäre ich nicht mehr dazu gekommen, meine Fragebögen abzutippen.

Rwaniro

Morgenstimmung in Rwaniro

auf dem Weg zum Kinyamakara Health Centre

auf dem Weg zum Kinyamakara Health Centre

Über meine Einkaufstouren für mein „kleines“ Abendessen hatte ich ja schon berichtet. Eigentlich hätte ich mal den Berg fotografieren sollen, der da in der Küche auf meine Bearbeitung gewartet hat… Am Sonntag hab ich dann ab 9 Uhr morgens in der Küche gestanden und Obst und Gemüse geschnippelt. So gerne ich Süßkartoffeln esse – das ist so eine Plackerei! Als Vorspeise gab es nun wie von Liane vorgeschlagen Avocado-Aufstrich mit Zwiebeln und Tomaten auf Baguette, als Hauptgang Hühnerbrust und Hühnerbeine mit Katrins süß-saurer Marinade (kam prima an, auch wenn es nicht ganz so „krustig“ wurde!) mit Süßkartoffel-Karotten-Püree (auch sehr lecker) und Wok-Gemüse und zum Nachtisch Obstsalat mit Vanillezucker und Mandelblättchen verfeinert. Auch wenn ich schon nachmittags fix und fertig war vom in der Küche stehen, war es dann eine richtig schöne Party! Bloß Robert hat natürlich gefehlt… Dafür kam ein Extragast, aber für den hat das Essen auch noch dicke gereicht. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, alle haben sich gut unterhalten und amüsiert, und hungrig vom Tisch gegangen ist hoffentlich auch keiner. Danke nochmal für alle kreativen Vorschläge und den Telefonsupport aus Deutschland ;-)

Dinner

Dinner

Bei mir ist jetzt ansonsten ein bisschen die Luft raus und ich muss mich selbst ständig dazu überreden, nicht einfach im Bett zu liegen und zu lesen – wofür ich seit vergangener Woche auch noch gar keine Zeit hatte. Gestern hatte ich noch zwei Termine, und heute und in den nächsten Tagen werde ich mich wohl noch mit verschiedenen Leuten treffen – sowohl privat als auch dienstlich. Der übliche Endspurt halt. Schnüff.

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Menü steht!

Vielen Dank für eure leckeren Vorschläge! Geräucherten Schinken gibt es hier leider nur, wenn man ihn selbst aus Deutschland importiert und der Käse ist hier auch nicht so ganz mein Ding, aber das werd ich mir auf alle Fälle für eine andere Gelegenheit in DE merken :) Ansonsten hab ich jetzt ein kleines Menü zusammengestellt und hoffe, dass ich das dann auch morgen alles so hinbekomme, wie ich mir das vorstelle. Einen großen Teil an Gemüse und Obst haben wir gestern schon auf dem Heimweg auf dem Markt einkaufen können und der Markus war heute so liebenswürzig und ist mit mir einkaufen gewesen, so dass ich jetzt alles beisammen haben müsste. Nur Thymian hab ich nicht bekommen, aber das muss dann halt mal ohne gehen. Ich war gestern mal wieder begeistert, wie günstig man hier Obst und Gemüse einkaufen kann, wenn man auf dem Land ist und auf dem Markt einkaufen kann. Drei Ananas z.B. für 900 RWF (ca. 1,20 Euro) oder drei Kilo Bananen (das sind mind. drei Kilo…) für 1500 RWF also etwa 2 Euro. Süßkartoffeln in Unmengen  (eine große Papiertüte voll) für einen Euro – einfach unglaublich… Jedenfalls haben wir ca. 10 Euro ausgegen und dafür das Auto voll (naja…) mit Obst und Gemüse gehabt. Umso unglaublicher im negativen Sinne waren dafür dann die Preise im Supermarkt, wo ich dann noch das kaufen musste, was ich gestern nicht bekommen oder vergessen hab. So was wie Mangos oder Orangen oder Äpfel zum Beispiel, die man im Supermarkt nur als Importware bekommt. Aber immerhin hab ich heute sogar mal rote und Orange Paprika bekommen! Zwar auch zu einem entsprechenden Preis, aber das hab ich mir dann auch mal geleistet, wenn es sie schon gibt. Wenigstens konnte ich dafür bei den Getränken wieder ein bisschen sparen, weil Markus einen Laden kennt, wo es den Wein günstiger gibt als in den großen Läden und Sraith mir beim Verhandeln in einem anderen Laden für Weichgetränke und Bier geholfen hat. Hat Spaß gemacht :) Über das Resultat berichte ich dann morgen oder am Montag!

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Was koch ich nur?

Da hatte ich ja eigentlich eine ganz schöne Idee: Um den Abschluss meiner Datenerhebung zu feiern und gleichzeitig noch ein paar Freunde zu sehen, bevor ich wieder nach hause muss, hab ich dieselben für Sonntag zum Abendessen eingeladen. Blöd ist nur, dass ich keine Ahnung hab, was ich für acht Personen kochen soll! Eine Idee für die Vorspeise hab ich schon: Avocado mit Vinaigrette oder als Aufstrich (muss ich mir noch überlegen). Aber sonst…? Meine Gäste sind zwischen 25 und 55 (oder so) Jahre alt, so als Orientierung, was man an spaßigen Sachen machen könnte ;-) Aber nachdem ihr mir schon nicht gesagt habt, was ich für meinen Schatz kochen soll, muss ich mir wohl diesmal auch selbst was überlegen :-(

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Regenzeit

Ich hatte ja gehofft, die Regenzeit würde sich noch ein bisschen Zeit lassen, aber so langsam fürchte ich, schleicht sie sich doch schon ein. Die typischen plötzlichen Regengüsse am Nachmittag, die dann für 2-3 Stunden anhalten und gleichzeitig Stromausfälle mit sich bringen, sprechen jedenfalls dafür. Sowohl gestern als auch heute musste ich nach hause rennen, um noch trocken dort anzukommen. Heute ging dem Guss auch noch ein kräftiger Sturm voraus – ich hab immernoch das Gefühl, mir klebt der Sand überall. Dummerweise war dann schon der Strom weg, als ich nach hause kam und es wurde langsam dunkel. Der Strom ist immernoch weg und inzwischen ist es stockduster und mein Akku vom Laptop hält noch etwa eine Stunde, was mir aber wenig nutzt, weil ich nichtmal eine Kerze hab, um meine Fragebögen lesen zu können. Und bei dem Regen renn ich jetzt auch nicht zum Supermarkt um mir welche zu kaufen. Zum kalt duschen ist es mir auch zu kalt und im Dunkeln ist das auch irgendwie komisch. Alles doof :( Ich hoffe, der Strom kommt heute Abend noch wieder, damit ich wenigstens noch die Fragebögen fertig abtippen kann. Ich hatte erst versucht, einige bei dem Schummerlicht meines Laptops abzutippen, aber dann muss ich per Ein-Finger-Suchsystem tippen und dann mach ich lauter Fehler. Und ich krieg Augenaua. Sieht so aus, als müsste ich mir ein Hörbuch anhören, solange der Akku noch hält und hoffen, dass dann der Strom bald wieder da ist…

Liebe Grüße aus der Dunkelheit!

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5 von 14

Nachdem ich gestern Abend durch einen Stromausfall in ganz Butare dazu verdammt war, den Abend mit Lesen, Essengehen und Film gucken (bis der Akku alle war) zu verbringen, habe ich es heute doch noch geschafft, die Fragebögen der letzten Woche zu verarbeiten. Und so langsam scheinen meine Studenten auch den Sinn der Fragen zu erfassen. Na mal sehen, was ich draus machen kann. Die Bilanz der ersten drei Tage: 196 verwertbare Fragebögen und 1350 Fotos von Listen, die ich  noch abtippen muss. Ein Drittel der Kekse ist auch schon vertilgt außerdem ca. 18 Liter Wasser, von denen aber bestimmt ich alleine schon 8 Liter getrunken hab. Dafür hab ich nicht so viele Kekse gegessen wie meine Studenten. Ich hätte ihnen ja am Freitag gerne gesagt, dass sie wie die Heuschrecken oder Scheunendrescher sind, aber für beides fehlten mir die adequaten englischen oder französischen Begriffe. Ich versteh gar nicht, wann die dazu kommen, soviel zu futtern!

der abgearbeitete Stapel Fragebögen der ersten drei Tage

der abgearbeitete Stapel Fragebögen der ersten drei Tage

Morgen geht es dann nach Ruhashya und Rwaniro – während der Rest der Nation die Einschwörung des Präsidenten und das Ende vom Ramadan feiert. Ursprünglich wollten wir morgen in Butare bleiben, aber aufgrund der Festivitäten haben wir beschlossen lieber „uffs Land“ zu fahren, in der Annahme, dass das dort die Leute weniger interessiert und sie trotzdem fleißig ins Gesundheitszentrum gehen. Krank werden sie ja wohl trotzdem noch sein/werden.

Und jetzt mach ich noch meine eigene kleine Datenerhebung bezüglich Gehgeschwindigkeiten im hügeligen Gelände. Mal sehen, was dabei rauskommt :)

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3 von 14

Nach kalter Pizza und Apfelsaft in meiner „Basis“ fängt nun gleich meine Nachtschicht an, in der ich die restlichen Fragebögen von gestern und die von heute auswerten werde. Im Großen und Ganzen läuft meine Datenerhebung ganz gut. Die Mindestanzahl der ausgefüllten Fragebögen wurde gestern gut erfüllt, heute bei weitem übertroffen und das, obwohl ab 14 Uhr keine Patienten mehr aufgetaucht sind. Zwei meiner Studenten waren heute leider verhindert, so dass die nächsten Freitag „nachsitzen“ müssen. Aber dafür hatte ich dann heute Vormittag Zeit, mich noch mit dem Leiter des einen Gesundheitszentrums zu treffen, den ich letzte Woche nicht angetroffen hab, und sogar für ein Vormittagsschläfchen hat es noch gereicht. Auch das „Kopieren“ der Registrierungsbücher funktioniert besser als erwartet. Mit Kenyatta, meinem Fahrer und Dolmetscher, der immer die Seiten umblättert, während ich hintereinanderweg Fotos mache, geht das ruckzuck :) Ich hab ja gedacht, das würde ewig dauern, aber ich glaub in einer halben Stunde haben wir jetzt immer alle Einträge für März und Juli abfotografiert. Bloß das Abtippen wird jetzt eine Weile in Anspruch nehmen, geht aber auch ganz gut, wenn ich mich erstmal an die Handschrift gewöhnt hab.

Nicole bei der Arbeit

Nicole bei der Arbeit

ein Stapel Arbeit

ein Stapel Arbeit

Meine Basis ist billig, aber geräumig und bietet mir und meinem ganzen Krempel genug Platz. Heiß duschen ist leider nicht so richtig möglich. Entweder ist gar kein Wasser da, oder kein heißes und der Duschkopf ist eh so marode, dass man damit kaum duschen kann. Also macht es sich mal wieder bezahlt, dass ich von Roberts Wohnung gewohnt bin, aus dem Eimer zu „duschen“, was ich hier nun auch mache. Heute nach dem Joggen mal kalt – vielleicht hab ich ja morgen früh warmes Wasser, um mir die Haare zu waschen.

was man so alles für sieben Tage Datenerhebung braucht (wobei hier eindeutig die Kamera fehlt)

was man so alles für sieben Tage Datenerhebung braucht (wobei hier eindeutig die Kamera fehlt)

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Bald geht’s los

Der Koffer ist gepackt, die 800 Kopien von meinem Fragebogen stehen bereits bei Kenyatta im Auto (keine Ahnung, wie ich die nach hause bekommen soll!), Kekse für meine Studenten sind gekauft, die Gesundheitszentren sind alle informiert – jetzt kann es dann auch bald richtig losgehen! Heute Abend geht es nach Butare und dann starten wir morgen früh so richtig durch. So langsam fühle ich mich ganz schön geschröpft. Ein Fahrer für zwölf Tage, die Studenten bekommen auch was, die Kopien haben natürlich auch ne Stange Geld gekostet (auch wenn ich da 20% im Vergleich zu nem anderen Copyshop sparen konnte) – da bleibt nicht mehr viel für mich übrig. Aber ich werd schon nicht verhungern ;-) Ab Oktober stehe ich wieder für Sonderaufträge zur Verfügung :)

Gestern musste ich auf der Bank mit ansehen, wie ein junges Pärchen (nehme ich mal an) versucht hat, Geld mit einer (Kredit-?) Karte abzuheben und das Mädel fast nen Nervenzusammenbruch bekommen hat, weil das nicht funktioniert hat. Sie hatten wohl kaum noch Geld in der Tasche. Würde mich ja mal interessieren, ob sie dem Bankmanager noch was aus den Rippen geleiert haben, aber ich musste dann leider los und konnte die Geschichte nicht bis zum Ende verfolgen. Ich bin jedenfalls froh, dass das mit meiner Mastercard hier ganz gut funktioniert. Auch wenn das immer etwas extra kostet, aber bis jetzt war das immer absolut unproblematisch. So lange das Konto gedeckt ist ;-)

Am Sonntag hat es hier übrigens das erste mal  geregnet, seit ich in Ruanda bin! Und insgesamt habe ich das Gefühl, die Tage sind jetzt allmählich nicht mehr ganz so heiß wie noch letzte Woche. Ich hoffe aber mal, dass es jetzt nicht zu stundenlangen Regenfällen im Süden kommt, was meine Feldarbeit evtl. behindern könnte. Es reicht ja schon, dass das Ende vom Ramadan nächste Woche gefeiert wird, was hier die meisten nutzen werden, um mal wieder einen Tag oder auch zwei frei zu machen. Ganz prima… Ich hoffe aber mal, in Butare werden trotzdem alle artig krank sein und ins Gesundheitszentrum gehen, um sich behandeln zu lassen ;-)

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Schon wieder Großtante!

Ich hab ja schon mal gehört, dass Ruanda eine hohe Geburtenrate haben soll (hab jetzt keine Zahlen da, um das zu belegen – bin ja nicht Herr Z., der sich die Statistiken so hindreht, wie sie ihm passen), aber dass sich meine Anwesenheit hier auf die Fruchtbarkeit meiner Neffen und Nichten auswirkt, lässt sich wissenschaftlich wohl kaum belegen. Dennoch habe ich gerade erfahren, dass ich das zweite Mal Großtante werde! Diesmal mit Hilfe meiner jüngsten (!) Nichte Aileen und ihrem Freund Daniel – soooooo jung sind die beiden dann auch wieder nicht mehr. Na da sag ich mal HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Vielleicht färbt die Kinderkriegerei ja auch mal auf mich ab ;-)

Ansonsten hab ich es heute tatsächlich geschafft, meinen Pre-Test zu „fahren“, was sich auch als ganz gut erwiesen hat. Einige Fragen waren den Studenten dann doch nicht ganz so klar, als dann die Patienten vor ihnen saßen, aber auch dafür war ja dieser Test gedacht. Im Großen und Ganzen scheint der Fragebogen aber so zu funktionieren. Jetzt muss ich die Test-Fragebögen noch auswerten, um zu sehen, ob ich das auch lesen kann, was meine Studenten mir da aufschreiben. Heute habe ich die 800 Kopien von dem Fragebogen bestellt. Einerseits hoffe ich natürlich auf eine rege Beteiligung, andererseits graule ich mich ja ein wenig davor, die dann auch alle auszuwerten. Aber da muss ich dann wohl durch. Und ich hab ja noch fast viereinhalb Jahre Zeit für meine Doktorarbeit ;-)

Eigentlich wollte ich euch hier noch ein Foto von der tollen neuen Beleuchtung der Hauptstraße, die von der City zu uns nach Kimihurura verläuft, hochladen, aber leider sieht man die von uns zuhause nicht so schön. Die Straße wurde fast komplett neu gemacht (bzw. sind sie noch dabei), mit teilweise neuer Asphaltschicht und einem Mittelstreifen, auf dem jetzt ganz schicke neue Laternen stehen. Der Herr Präsident hatte sein Versprechen gehalten, dass die Straße am Wahltag wieder befahrbar sein sollte, was sie dann auch tatsächlich war. Die Motorradtaxis hat das die ganze Zeit nicht gestört, dass man da nicht langfahren durfte, die machen das einfach trotzdem. Und mein Auto-Taxi letztens hat sich auch nicht davon abhalten lassen, einfach die andere Straße der anderen Fahrtrichtung zu benutzen, als unsere Richtung mal wieder gesperrt war. Echt dreist! Darf ich gar nicht Robert erzählen… Der wäre wahrscheinlich direkt aus dem Auto gesprungen! Angeblich sollen die neuen Laternen, die jetzt auf vielen Hauptstraßen installiert werden sollen, übrigens mit Solarstrom betrieben werden!

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