Geschafft II

Meinem Aufruf zu kreativen Vorschlägen für meine Dinner-Gestaltung konntet ihr wohl schon entnehmen, dass ich einen Grund zum Feiern hatte: Ja, ich hab es geschafft! Alle 14 Gesundheitszentren wurden besucht, gut 500 Fragebögen ausgefüllt und 3500 Fotos von Registrierungsbüchern gemacht, die ich jetzt noch alle auswerten muss. Aber ich hab ja noch gut 4 Jahre Zeit ;-) Für afrikanische Verhältnisse ist alles super glatt gelaufen. Trotz Feiertagen hab ich überall meine Mindestzahlen erreicht, die Patienten waren sehr auskunftsfreudig und 93% der Verwalter/innen der Gesundheitszentren waren sehr freundlich und hilfsbereit. Mit meinen Studenten bin ich auch gut ausgekommen und auch wenn meine Fragen nicht immer ganz so 100%ig verstanden wurden, werde ich schon was brauchbares herausbekommen. Als wir am Freitag endlich alles überstanden hatten, hab ich alle noch zum Mittagessen eingeladen und neben der Bezahlung haben sich die Studenten Studierenden auch sehr über die Schachtel Merci und das Zertifikat gefreut (ich hatte das Gefühl, über letzteres fast am meisten), das ich ihnen überreicht habe.

in Butare -alle(s) fertig

in Butare -alle(s) fertig

Eigentlich hätte ich ja gerne noch viel mehr über die Zeit der Datenerhebung geschrieben, aber irgendwie fehlte mir dann dafür doch die Zeit. Über Kenyatta als Babysitter, Seitenumdreher, Dolmetscher, Animateur, Kulturerklärer, Fahrer und einfach Mädchen für alles zum Beispiel. Oder über sooo schöne Landschaften, Sonnenaufgänge, Morgenstimmungen und furchtbare Straßen. Oder über Schweine auf Gepäckträgern und an der Leine, durch Gesundheitszentren rennende Hühner, schüchterne und neugierige Menschen, Kinder, die jubelnd, weil sie mal ein Auto UND einen Muzungu sehen, an der Straße stehen und andere, die – Angst davor, nass (und voll mit Matsch) gespritzt zu werden – von der Straße springen…. Ich fürchte, wenn ich das alles aufgeschrieben hätte, wäre ich nicht mehr dazu gekommen, meine Fragebögen abzutippen.

Rwaniro

Morgenstimmung in Rwaniro

auf dem Weg zum Kinyamakara Health Centre

auf dem Weg zum Kinyamakara Health Centre

Über meine Einkaufstouren für mein „kleines“ Abendessen hatte ich ja schon berichtet. Eigentlich hätte ich mal den Berg fotografieren sollen, der da in der Küche auf meine Bearbeitung gewartet hat… Am Sonntag hab ich dann ab 9 Uhr morgens in der Küche gestanden und Obst und Gemüse geschnippelt. So gerne ich Süßkartoffeln esse – das ist so eine Plackerei! Als Vorspeise gab es nun wie von Liane vorgeschlagen Avocado-Aufstrich mit Zwiebeln und Tomaten auf Baguette, als Hauptgang Hühnerbrust und Hühnerbeine mit Katrins süß-saurer Marinade (kam prima an, auch wenn es nicht ganz so „krustig“ wurde!) mit Süßkartoffel-Karotten-Püree (auch sehr lecker) und Wok-Gemüse und zum Nachtisch Obstsalat mit Vanillezucker und Mandelblättchen verfeinert. Auch wenn ich schon nachmittags fix und fertig war vom in der Küche stehen, war es dann eine richtig schöne Party! Bloß Robert hat natürlich gefehlt… Dafür kam ein Extragast, aber für den hat das Essen auch noch dicke gereicht. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, alle haben sich gut unterhalten und amüsiert, und hungrig vom Tisch gegangen ist hoffentlich auch keiner. Danke nochmal für alle kreativen Vorschläge und den Telefonsupport aus Deutschland ;-)

Dinner

Dinner

Bei mir ist jetzt ansonsten ein bisschen die Luft raus und ich muss mich selbst ständig dazu überreden, nicht einfach im Bett zu liegen und zu lesen – wofür ich seit vergangener Woche auch noch gar keine Zeit hatte. Gestern hatte ich noch zwei Termine, und heute und in den nächsten Tagen werde ich mich wohl noch mit verschiedenen Leuten treffen – sowohl privat als auch dienstlich. Der übliche Endspurt halt. Schnüff.

1 Kommentar

One comment on “Geschafft II”

  1. Katl sagt:

    Na das klingt doch nach Erfolg auf der ganzen Linie! Wie bekommst du denn die ganzen Frageboegen wieder zurueck nach Deutschland? Die wirst du doch hoffentlich nicht auch alle abfotografieren und dann zu Hause wieder abtippen ;-)
    Schick mir doch mal deine Rueckflug-Koordinaten, vielleicht koennen wir dir fuer deine Heimkehr auch einen Chauffeur organisieren, damit du diesen Service nicht vermissen musst, wenn du wieder zu Hause bist (wenigstens fuer diesen Tag – auf Dauer musst du dann wohl doch wieder das Fahrrad nehmen oder auf wechselnde Chauffeure in langen gelben Gefaehrten zurueckgreifen [fuer Nicht-Berliner oder Leser, die nicht wissen, was ich meine: damit ist der oeffentliche Personennahverkehr gemeint]). Billige/preiswerte Obststaende auf dem Markt musst du dir aber leider selber suchen und das mit dem Verhandeln koennte hier auch etwas schwieriger werden. Aber du darfst gern auch mal wieder fuer mich kochen :-) ! Alles Liebe aus Berlin!
    Katl

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