Knapp dem Weltuntergang entgangen

Dem aufmerksamen Leser wird vielleicht aufgefallen sein, dass der Bericht, der angeblich gestern abend gepostet wurde, gestern noch gar nicht drin war. Da aber die guten Vorsätze zählen und eigentlich alles schon geschrieben und vorbereitet war, hab ich mal zurückdatiert.

Ich saß nämlich bereits im Bourbon Coffee bei meinem üblichen Abendessen (Grilled Chicken Salad, Heißer Schokolade und Maracuja-Saft) und wollte gerade loslegen, alles hochzuladen, als so eine ****zensiert**** Tussi mit ihrer Handtasche gegen mein quasi volles Saftglas stößt und den Inhalt natürlich prompt über meinen offenen (!) Laptop, also über die Tastatur, kippt, von wo der Saft dann sowohl in den Laptop bzw. auf den Tisch und anschließend über meine Strickjacke, Jeans und schließlich auch noch auf meine Laptoptasche, die unter dem Tisch stand, lief. Glanzleistung! Alle Neune! Full House! Strike! Aaaahhhh! Die Tante hatte bloß Glück, dass ich zu besorgt um meinen Laptop war, der sich erstmal vorsichtshalber selbst ausgeschaltet hat, um ihr an die Gurgel zu springen oder sie in der Luft zu zerreißen. Das Personal war zum Glück sehr hilfsbereit und kam gleich mit Servietten und Lappen angerannt, tauschte meinen Stuhl aus, wischte um mich herum… während ich versucht hab, meinen Laptop trocken zu legen. Zwei Mädels vom Nebentisch gaben mir dann auch noch ein paar gute Ratschläge, wie alles so gut es geht auseinanderzunehmen und den Rechner so lange wie möglich ausgeschaltet zu lassen, um ihm die Möglichkeit zu geben, zu trocknen. Was für ein Disaster! Eigentlich war ich auch noch mit Stefan und Martina zum Fußballgucken verabredet, aber mit meinen eingesauten und nassen Klamotten wollte ich mir das dann doch nicht antun, ganz abgesehen von den Magenschmerzen, die ich vermutlich aufgrund der Aufregung prompt bekommen hab. (Kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Magenschmerzen hatte, bevor ich nach Ruanda kam, außer ich hatte zuviel gegessen …)

Meine Mission heute nach Nyanza hat sich dann auch noch um über zwei Stunden verzögert – und ich konnte nichtmal wirklich arbeiten, weil ich meinen Rechner nicht anschalten wollte. Nach einer Stunde hab ich es dann doch riskiert, weil es mir zu blöd wurde, im Büro meinen Roman zu lesen, aber keine Reaktion meines Rechners. Lediglich die „an“-Lampe blinkte einmal kurz und das war’s dann auch schon. Also hab ich erstmal einen unserer IT-Leute vom CGIS angerufen, ob er eine Idee hat, was ich probieren könnte, aber so spontan hatte er auch nur die Idee, im CGIS vorbeizukommen… Also nicht sehr hilfreich. Nachdem ich bei mir im Labor keinen erreicht hab, der mir ggf. hätte mit der Servicenummer von dell weiterhelfen können, hab ich es nach der TFH-Frühstückspause dann mal bei Norbert probiert. Und der hatte immerhin die glorreiche Idee, es mal „mit ohne“ Akkus zu probieren. Leider musste ich dann aber gerade doch endlich mal los, so dass ich voller Spannung meine heutige Tour nach Nyanza gemacht hab. Auf dem Weg konnte ich meinen Fahrer tatsächlich mal auf Französisch davon überzeugen, an einem der Straßenstände zu halten, um Ananas und Bananen zu kaufen. Die Ananas fand ich eigentlich zu teuer, aber wenn ich schonmal mit dem Auto unterwegs bin… Und für 800 Francs (etwa ein Euro) für drei Ananas kann man ja eigentlich auch nicht meckern. Bezahl ich auf dem Markt aber auch maximal. Und eigentlich wollte ich ja nur „ein paar“ Bananen. Da ich aber die kleinen lieber hab als die normalen, die man zuhause bekommt, hab ich dann gleich ne ganze „Traube“ bekommen. Wie nennt man das denn bei Bananen?

dabei wollte ich doch nur ein paar Bananen…

Endlich zuhause angekommen, hab ich den Laptop noch eine halbe Stunde in die Sonne gestellt, um noch die restliche evtl. vorhandene Feuchtigkeit verdampfen zu lassen. Dann hab ich es aber nicht mehr ausgehalten und bin dem Rat von Norbert gefolgt und hab es mal ohne Akkus probiert. Und sieh da: es funktioniert! Inzwischen sind die Akkus auch wieder drin und er geht immernoch wie ihr seht. Bloß die Tasten klemmen noch ein bisschen ab und zu. Also wer einen Schreibfehler findet, darf ihn behalten. Der kommt dann vermutlich von einer klemmenden Taste. Jetzt hab ich erstmal meine Daten gesichert. Wenn ich mir nur vorstelle, meine ganzen Resultate und Arbeiten der letzten Wochen wären verloren gewesen! Das letzte Backup hatte ich nämlich noch auf der anderen Festplatte gemacht! Puh, gerade noch mal so mit einem blauen Auge davon gekommen!

Hier in Butare ist übrigens nichts von Regenzeit zu spüren, außer dass die Mücken um mich rum schwirren, weil ich zu faul bin, mich unters Mosquitonetz zu verkriechen. Ist ja auch noch früh am Abend… Nebenbei läuft der Live-Ticker von der Sportschau und hält mich auf dem Laufenden, wie das Deutschlandspiel zu verläuft. Manchmal ist es vielleicht besser, nicht so gut informiert zu sein :(

6 Kommentare

6 comments on “Knapp dem Weltuntergang entgangen”

  1. Nicsi sagt:

    Tja, zum Thema Staude ward ihr euch ja fast einig ;) Aber die Seite von André hat mich dann doch eines besseren belehrt (was ehrlich gesagt auch meiner Vermutung entsprach): Die Staude ist die ganze Pflanze, das, wo die Bananen dran wachsen ist der Büschel oder auch Fruchtstand. Für so eine „Hand“ voll Bananen bezahle ich übrigens normalerweise etwa 250 Francs (0,30 Euro), für den ganzen Büschel hab ich jetzt 400 bezahlt! Also doch noch ein Schnäppchen gemacht ;)

  2. Moni sagt:

    Ich habe mein nagelneues MacBook seinerzeit mit Teegetauft. (ungezuckert)
    ;)
    Zu deiner Beruhigung – er läuft nun schon mehr als ein Jahr ohne Probleme!

    Liebe Grüße
    Moni

  3. Michael Bade sagt:

    Hallöchen,

    STAUDE bei Bananen ist völlig korrekt.
    Das ist aber auch das Einzig hilfreiche, was ich beisteuern kann.
    Aber liebe ‚Kolleging‘ suuuuper schön geschrieben. An Ihnen ist echt eine Autorin verloren gegangen. Trotz des Disasters und dem Ärger, den Sie hatten…ich gebe es zu…ich musste beim Lesen schon schmunzeln…

    Zum Spiel der Deutschen Nationalelf: Kein Kommentar!

  4. Frank sagt:

    Na dann sei mal froh, das du nur den „Live-Ticker von der Sportschau“ gesehen hast. Wir (Wolfgang, Olli, Peter und ich) waren bei Norbert und haben uns das Spiel dort angesehen … GRAUSAM! … Aber Wolfgang scheint es geahnt zu haben … siehe seine Tippergebnisse! cu

  5. andré sagt:

    der saft im laptop wird die noch länger ärger machen, den das zeug zieht die feuchtigkeit an (zusätzlich zum umstand, dass es klebt), die feuchtigkeit wiederum nagt an der substanz (bes. an den aufgdämpften metallen).

    auch bei laptops kann man normalerweise die tasten entfernen. probier’s aus, am besten mit einer „unnedigen“ taste wie die rechte FN-taste (oder halt eine die du kaum verwendest, auch die rechte WIN-taste ist ein kandidat.

    darunter siest du dann, wie die tastatur aufgebaut ist. normalerweise sind das drei folien übereinander, dazwischen eine mit löchern und mit einer taste drückt man die obeste auf die unterste (durch das loch durch) und stellt den kontakt her. diese geschlossenen folen werden dein glück gewesen sein.

    probiere ein paar dieser tasten zu entfernen und wieder aufzusetzen. als „feder“ wird ein gummi-nippel fungieren. diesen lass bei möglichkeit obem der ist in der regel angeklebt (stammt also nicht vom saft). falls sie doch locker runter gehen, auch diese enfernen. das mit allen tasten und dann mit einen leicht feuchten tuch reinigen. das was nur plastik oder gummi ist kannst du auch heftiger waschen (zb. die tasten), achte bloss dauf, dass auch auf den tasten leitende metalle unten drauch sein könnten (ist alles anders aufgebaut…), daran nicht rubbeln oder zu feucht dran werkeln.

    bei der operation wirst du auch sehen wo der saft überall hingeronnen ist. wenn es anzeichen gibt, dass es ins gehäuse eingedrungen ist, würde ich auch da nachsehen (braucht aber feine schraubenzieher, alternativ: messerspitzen). ein laptop ist modular wie ein PC aufgebaut, man kann in der regel alles rausnehmen, dann bleibt der rahmen und eben auf der anderen seite die tastatur ürbig.

    die sache lohnt sich weil feuchtigkeit+saft auch langzeitwirkung habn. das zeugt oxydiert leiterplatten und aufgedämpfte metalle und kann dann nach ein paar monaten den geist aufgeben. dann ist aber nix mehr zu retten, weil man das zeug nicht löten kann.

    viel glück, du tust eh auch gerne basteln :)

    aja, wegen der banane: http://www.bananen-seite.de/Bananen/hand.html

  6. Katl sagt:

    Das mit dem Laptop klingt ja gar nicht mal so gut…
    Bei Bananen heißt die Traube Staude, oder?
    Und zum Deutschland-Spiel: Gut, dass WIR Podolski haben, und nicht die Polen, sonst würden die noch die EM gewinnen…
    Ich war so gefrustet, dass ich das zweite Spiel gar nicht mehr sehen wollte.

    Busserl aus Berlin von Katl

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