Meine wohl schönsten Arbeitstage

Tja, jetzt ist schon wieder Feierabend und ich hab den ganzen Tag nicht geschafft, mein Tagebuch zu schreiben ;-)

Gestern bin ich von meiner wohl schönsten Tour zurück nach Kigali gekommen. Es ging diesmal wie bereits angekündigt nach Kibuye (mit erneuten Startschwierigkeiten, aber immerhin), was etwa zweieinhalb Stunden Fahrt auf einer recht guten Straße bedeutet. Allein die Aussicht, die man an einigen Stellen hat, ist schon berauschend. Leider war die Sicht ansich nicht so toll, sodass ich auf ein Foto verzichtet hab. Dafür hab ich es mir dann nicht nehmen lassen und hab beim Erblicken des Sees nach der nächsten Möglichkeit Ausschau gehalten, den Wagen halten zu lassen, um ein Foto zu machen.

Karte Feldarbeit 09./10.06.2008

erster Blick auf den Lake Kivu Richtung Westen

Da Jean Pierre wiedermal alles gut vorbereitet hatte, ging es im Kibuye Hospital wieder sehr flott und wir konnten nachdem ich mein Zimmer im Home St. Jean bezogen hatte noch eine Tour durch Kibuye machen. Das hieß zwar hauptsächlich Hotels angucken, weil Kibuye außer dem See selbst sonst eigentlich nichts zu bieten hat. Dafür ist dieser aber umso beeindruckender. Also machten wir Halt im ehemaligen Guesthouse und im Moriah Hill Resort (Zimmer ab 100$ die Nacht, aber sehr hübsch) und schließlich sind wir dann noch im Bethanie (Zimmer ab 15000 RWF glaub ich) auf ein Weichgetränk eingekehrt und ich konnte mich am Sonnenuntergang und der tollen Aussicht gar nicht satt sehen. Deshalb kommt ihr jetzt auch in den Genuss etlicher Fotos. Vielleicht kommt ja dann doch noch jemand zu Besuch ;-)

Kibuye Hospital Aussicht vom ehemaligen Guesthouse in Kibuye auf den Lake Kivu Aussicht von Home St. Jean auf den Lake Kivu Richtung Westen

Aussicht vom Moriah Hill Resort in Kibuye auf den Lake Kivu Restaurant Moriah Hill Resort Kibuye da hat doch mal jemand mitgedacht! Koordinaten für Bethanie Kibuye (allerdings nicht besonders genau)

Bethanie Kibuye Nebel zwischen den Hügeln - von Bethanie aus gesehen Sonnenuntergang über Lake Kivu

Baum im Zentrum Bethanie Kibuye Sonnenuntergang über Lake Kivu Sonnenuntergang über Lake Kivu

Sonnenuntergang über Lake Kivu Sonnenuntergang über Lake Kivu

(Sorry, konnte mich nicht entscheiden :))

Kibuye Detailansicht

Glücklicherweise lief im Home St. Jean schon der Fernseher mit dem ersten Fußballspiel – leider war der bloß so klein, dass ich von meinem Platz aus nur selten überhaupt den Ball erkennen konnte, ganz zu schweigen von der Zeit oder der Anzahl der Tore. Deshalb hab ich dann auch eher gearbeitet, als das Spiel verfolgt, aber aufgrund des nicht vorhandenen Aaah- und Ooooh-Rufens schließe ich mal, dass ich beim Spiel Frankreich gegen Rumänien nicht viel verpasst hab. Bei Holland gegen Frankreich sah das schon ein bisschen anders und schon stand es 2:0, ohne dass ich wirklich was gesehen hab. Wie mir Norbert schon mitgeteilt hat, hab ich da wirklich was verpasst, aber mir wurde es dann auch zu anstrengend. Aber, oh freudige Nachricht: Ich führe immernoch beim Tippspiel, auch wenn der Abstand schon wesentlich geringer geworden ist.

Fußballschauen im Home St. Jean Kibuye mein Zimmer im Home St. Jean in Kibuye mein persönliches Badezimmer im Home St. Jean in Kibuye - mit warmem Wasser!

So schön wie die Zimmer im Home St. Jean auch sind – so hellhörig sind sie auch. Die Wände scheinen aus Pappe zu sein! Jedenfalls konnte ich meinen Zimmernachbarn schnarchen hören. Na gut, wenn der so schnarcht wie Esam, dann brauchen die Wände nicht besonders dünn zu sein ;-) Jedenfalls wurde ich bereits um Viertel vor sechs sehr unsanft durch einen Toilettengang eines Mitbewohners geweckt, der das Gemeinschaftsklo auf der anderen Seite meines persönlichen Badezimmers aufsuchte und dabei offenbar so viel Lärm wie möglich verursachen wollte. Hat auch gut geklappt *grummel* Gut, dass ich sowieso um 6 aufstehen wollte, um für euch den Sonnenaufgang zu fotografieren und noch ein paar andere Fotos vom See zu machen. Leider war vom Sonnenaufgang aber überhaupt nichts zu sehen und auch ansonsten war das Licht jetzt nicht so der Brüller zum Fotografieren, aber ein paar hab ich dann doch noch geschafft.

Aussicht von Home St. Jean auf den Lake Kivu Richtung Osten Home St. Jean Kibuye St. Jean Kibuye, vor der Kirche befindet sich ein Mahnmal für 11400 Opfer des Genozids vom 17. April 1994

Um 8 ging es dann weiter zum nächsten Krankenhaus. Mugonero ist von Kibuye etwa 27 km entfernt und leider nur über eine Schotterstraße zu erreichen, so dass man für die Strecke knappe anderthalb Stunden braucht. Das Schuckeln schläfert dann noch zusätzlich ein, vor allem wenn man schon so früh aufgeweckt wurde… Aber auch hier im Hospital ging es ziemlich flott. Die beiden mehr oder weniger jungen Damen waren sehr hilfsbereit und rannten sich die Hacken ab, um uns die Daten zu besorgen (hatte ich den Eindruck).

Mugonero Hospital Kaffeeplantage mit Waschstation

Auf der Rückfahrt kehrten wir nochmal kurz im Krankenhaus von Kibuye ein, um noch ein paar restliche Daten abzuholen und schauten auch nochmal bei Jean Pierres Freund in der Bank vorbei – um eine große Portion Fisch einzuladen, die Jean Pierre mit nach Hause nehmen durfte. Hm, lecker, Fischgeruch im Auto kommt besonders gut :-/ Nachdem wir im Bethanie dann auch nochmal kurz eingekehrt sind, um ein kleines Mittagessen und noch etwas Sonne zu tanken, hat Jean Pierre den Fisch größtenteils dann vorne ans Auto gehängt! Eine interessante Kühl-Konstruktion. Leider ist beim Montieren bei einem Bündel die Schnur gerissen, so dass wir doch noch ein paar Fische im Auto hatten, aber der Geruch hielt sich zum Glück in Grenzen.

Fischer Fisch Fischkühlkonstruktion hübsches Insekt

Und was ich euch ja noch erzählen muss: Meine Zwillingsschwester war so reizend, mich heute von Radion Eins und der WeckAttack wecken zu lassen! Um Viertel vor 6 (mal wieder…) und das wo ich heute mal bis 7 schlafen wollte ;) Die Frage nach dem Wetter hier konnte ich wohl nur unzureichend beantworten, weil sich das um 6 Uhr morgens immer noch nicht so sagen lässt. Und auch heute den Tag über war ich mir nicht so sicher. Als ich mittags aus dem Büro ging, war mir ganz schön kalt und ich hab gedacht, ich muss euch heute mal schreiben, dass die Regenzeit offensichtlich schon wieder da ist. Aber als ich dann so unterwegs war, kam die Sonne raus und es war wieder so heiß – was soll man nun von solchem Wetter halten? Liebe Katrin, dir jedenfalls vielen Dank fürs Wecken, so war ich wenigstens wieder um 20 nach 7 im Büro :) Hat mich jemand gehört?

Ach Mensch! Das Beste hätte ich euch ja fast vorenthalten! Am Montag war ich sehr niedergeschlagen, weil ich die Wartezeit auf den Start unter anderem damit verbracht habe, zum ORTPN (das Touristik-Büro) zu gehen, um Permits für die Gorillas zu erwerben. Am Samstag hatte ich schon angerufen, da sah es bereits sehr schlecht aus, aber ich wollte es wenigstens versuchen. Leider dann die schlechte Nachricht: der komplette Juli ist bis auf einen Platz am 15. ausgebucht. Na toll, alleine wollte ich ja nun auch nicht gehen und Victoria auch nicht. Also hab ich das komplette Land verflucht und mich wieder an meinen Arbeitsplatz begeben. André meinte dann, ich solle es doch mal mit Vitamin B probieren, woraufhin ich dann auch eine Telefonnummer bekommen hab, ihn aber heute nicht erreicht hab. Also bin ich nochmal ins ORTPN-Büro gestiefelt und wollte wenigstens nach einer Art Warteliste fragen. Aber siehe da: nachdem der freundliche junge Mann mit mir jeden Tag zwischen dem 9. und dem 21.7. durchgegangen ist (da ist Victoria hier), fand er schließlich am 21.7. noch zwei Plätze! Ich konnte es erst gar nicht glauben und hab immer verstanden, ob das für mich die letzte Möglichkeit sei, aber dann fragte er, ob ich die haben will! Natürlich! Leider musste ich nun auch den normalen Preis bezahlen, weil ich immer noch kein Visum hab und die Ermäßigungen für Einwohner von Rheinland-Pfalz sind wohl auch abgeschafft worden. Schade eigentlich. Also hab ich mal eben 1000$ auf den Tisch gepackt. Man gönnt sich ja sonst nichts, gell? Aber so hat sich doch alles noch zum Guten gewendet und ihr seid wieder für zwei Tage mit Lektüre versorgt :)

2 Kommentare

2 comments on “Meine wohl schönsten Arbeitstage

  1. alex sagt:

    Weichgetränk ???? soft drink??? hae ??? ;-).

    nicht, dass du deutsch verlernst…

    liebe gruesse
    alex

  2. Victoria sagt:

    Hi Liebes,

    echt schöne Bilder…bis auf die mit dem Fisch ;-) Ich freu mich ich freu mich. Nur noch drei Wochen. Na, werden schon alle, die dich nicht besuchen können neidisch ;-)

    Fühl dich gedrück! Kuntscher, deine Victoria

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