Polizeimützenlieferservice

Irgendwie hat mich die letzte Woche ganz schön geschlaucht, auch wenn die Arbeit selbst nicht besonders anstrengend war. So bin ich froh, endlich wieder zwischen meinen eigenen vier Wänden zu sein und auszuspannen, bevor es am Montag in die nächste Runde geht.

Gestern war ein (weiterer) recht entspannter Arbeitstag, den ich nun im PNILP Büro in Kigali verbracht hab, nachdem wir am Donnerstag ja schon wieder entgegen der ursprünglichen Planung nach hause gefahren sind.  Mittags bin ich natürlich prompt in einen der typischen Regenschauer geraten, aber bin nicht sonderlich nass geworden. War ne schöne Erfrischung :) Kurz vor Feierabend kam noch die Koordinatorin von PNILP bei mir vorbei und hat sich nach meinem Befinden und der Arbeit erkundigt. Ich hatte sie bis vor etwa zwei Wochen immer eher reserviert und skeptisch (und paranoid was die Daten angeht) erlebt, aber gestern war sie richtig nett. Sie hat sich sogar Gedanken gemacht, wo ich in Kigali eigentlich unterkomme und meinte dann, dass sie sich was überlegen müssten, weil es ja nicht die Dauerlösung sein könnte, dass ich bei Freunden schlafe. Diese Woche wird es damit auch schon etwas eng. Claudia ist schon dabei ihre Kisten zu packen, weil sie im September in ein Haus zieht und nun zum Ende des Monats ihre Wohnung räumen muss, bevor sie für ein paar Wochen nach Deutschland fährt. Und Martina und Stefan, die mir auch angeboten hatten, dass ich quasi jederzeit bei ihnen bleiben könnte, haben derzeit Besuch, so dass ich jetzt noch zwei Nächte bei Claudia bleibe und dann wahrscheinlich zu den beiden „umziehe“. Da muss ich noch klären, ob es auch ok wäre, wenn ich da mit Besuch aus Deutschland auftauche ;-) Platz genug ist eigentlich, wenn „mein“ Gästezimmer frei ist.

Was ich euch heute eigentlich „nur mal kurz“ schreiben wollte:

Gestern auf der Heimfahrt im Volcano-Bus hatten wir schon etwa drei Viertel der Strecke hinter uns gebracht, als der Busfahrer auf einmal abbremste und ein Stück rückwärts fuhr. Da ich gerade dabei war, meine Urlaubsplanung zu machen, hatte ich vorher nichts mitbekommen und fragte mich natürlich, was denn der da jetzt macht. Nach ein paar Metern stand da ein alter Mann auf der Straße und hielt dem Busfahrer was ans Fenster, der es dann auch entgegennahm. Ich hab erst gedacht, dem Fahrer oder einem der Fahrgäste wäre vielleicht was aus dem Fenster gefallen, aber das gewisse etwas entpuppte sich als Polizeimütze! Da die auch manchmal mit dem Motortaxi unterwegs sind, kann das schonmal passieren ;-) Wir haben die Mütze dann mitgenommen und sind weitergefahren. Nach kurzer Zeit kam uns auch ein Polizist entgegen geschlendert – der hatte aber ne Mütze auf, also falscher Alarm. Aber nach ein paar weiteren Kilometern fuhr vor uns und hielt dann auch ein Polizei-Pickup, von dem ein Polizist ohne Mütze runterstieg und sehr freudig überrascht war, als wir hinter dem Wagen hielten und der Busfahrer ihm wieder seine Mütze überreichen konnte. Ich glaub, dem Polizisten war es auch ein bisschen peinlich, aber er wird schon froh gewesen sein, dass er seine Mütze wiederhatte. So wird man als Busfahrer also mal ganz schnell zum Polizeimützenlieferanten :)

1 Kommentar

One comment on “Polizeimützenlieferservice”

  1. andré sagt:

    so eine ähnliche mützengeschichte gibs bei peter sykora’s hochzeit. wir fahren mit dem auto in die berge nach Oberösterreich, gabeln Andi und Juliana am weg auf und fahren zur hochzeit. am weg von dort ins quartier quetschen wir uns alle ins auto (alle mit bergausrüstung) dazu der kinderwagen am dach, ich war zu faul ihn zusammenzuklappen und habe ihn als ganzen aufs dach gestellt und abgespannt (ohne dachträger). alex meinte dass das nicht gut gehen wird, aber es hat gehalten. bei einer kreuzung kommt uns ein polizeiauto entgegen, die insassen beäugten meine konstruktion argwöhnisch.

    ich musste einen lackkrampf stark unterdrücken, denn wenn sie was zu meinem aufbau gesagt hätten, wären sie in argen argumentationsnotstand geraten. auf dem fahrenden polizeiautodach lag die kappe des fahrers…

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