Nach ewigem Hin und Her kann ich mich nun endlich mal wieder aus Kigali melden.
Erst musste ich ewig einer Telefonnummer hinterher telefonieren und emailen. Auf gut Glück hab ich schonmal eine Mission beantragt (eine Art Dienstreiseantrag), weil man ja nie weiß, ob man die Leute alle so erwischt, wie man sie braucht, um die Unterschriften zu bekommen. Als ich die Telefonnummer dann tatsächlich mittags hatte, hab ich sogar einen Termin für morgen bei PNILP bekommen. Dann hab ich mit meinem Vorgesetzten darüber gesprochen, dass ich morgen diesen Termin gerne wahrnehmen würde. Da wir aber nächste Woche ein „großes“ Meeting mit allen Beteiligten haben sollen, fand er es überflüssig, dass ich diese Woche auch nochmal fahre. Also hab ich gefragt, ob es denn dann möglich wäre, dass ich ohne Mission nach Kigali fahre, um Nicole zu begleiten. Er meinte zwar, dass ich ja eigentlich zuviel Arbeit hätte, um nach Kigali zu fahren (und seinem Ton nach, mich dort zu vergnügen), aber er hat es mir erlaubt. Während ich dann gerade bei einem Interview mit einer Journalistin vom BBC Radio saß, die einen Beitrag über den Einsatz von GIS in Ruanda bringen will und mich zum Thema Gesundheit und GIS interviewt hat, rief er dann nochmal an und hat mich quasi ins Sekretariat zitiert. Dort durfte ich mir mal wieder anhören, dass ich bestimmten Procedures zu folgen habe und dass ich nicht eine Mission beantragen könnte, ohne mir vorher das OK von meinem Vorgesetzten zu holen und dass sie davon ausgehen würden, dass wenn ich mir die Unterschrift vom Direktor hole, dass der Vorgesetzte dann schon gefragt wurde. Außerdem wäre Jean Pierre wohl informiert worden, dass morgen gar keiner bei PNILP wäre, mit dem ich meine Fragen diskutieren könnte. Und wenn ich einen Tag nach Kigali fahren wollte, um Dinge zu erledigen, müsste ich mir einen Tag „Ausgang“ nehmen (den ich natürlich auch per Formular schriftlich beantragen muss), der aber wenigstens nicht von meinen Urlaubstagen abgezogen wird. Das hab ich dann gemacht und ich hoffe, jetzt sind alle wieder glücklich.
Dann hat mir Gracier, der immer die Post holt, einen Zettel mitgebracht, dass ich einen Brief abholen kann, für den ich wohl noch was nachzahlen muss. Also hab ich mich gemeinsam mit der Journalistin, die noch eine Aufnahme „im Feld“ mit mir machen wollte, auf den Weg zu Post gemacht, die aber leider schon zu war (es war gerade mal 5 vor 4!), so dass ich immernoch nicht weiß, ob es meine heiß ersehnten Dokumente sind, die ich für meine Arbeitserlaubnis brauche, oder vielleicht der Scheck aus New York. So muss ich mich noch bis Montag gedulden und meine Neugier zügeln. Den Termin für die Ausstrahlung des Berichtes sag ich euch dann noch ![]()
Wen interessiert, was das CGIS hier so macht, wie dieser Kurt eigentlich aussieht und was man über mich so schreibt, kann gerne mal hier http://www.unipublic.uzh.ch/campus/uni-news/2008/2619.html nachlesen ![]()
Die Regenzeit scheint jetzt übrigens endgültig vorbei zu sein. Es hat die ganze Woche nicht geregnet, und ich glaube, selbst letzte Woche nur mal kurz. Dazu kommt strahlender Sonnenschein (jedenfalls in Butare, mal sehen, wie es hier in Kigali morgen aussieht) und 25 Grad im Schatten, so dass man schon auf dem Weg zur Arbeit fast Angst hat, einen Sonnenbrand zu bekommen. Vielleicht bekomme ich ja jetzt auch mal wieder ein bisschen Farbe. Aber bei der vielen Arbeit, die ich hab, kann ich mir das ja fast gar nicht erlauben…