mal wieder Halbzeit

Die ersten zwei Wochen sind schon wieder um, der Workshop gut über die Runden gebracht und der Chef schon wieder an den heimischen Schreibtisch zurückgekehrt.

Glücklicherweise konnten wir aber am letzten Wochenende noch ein paar sehr schöne Tage in Kibuye verbringen. Dort finde ich es immer besonders schön und den Ort kannte Jürgen auch noch nicht. Schon die Fahrt nach Kibuye war ein Erlebnis für sich. Die Landschaft ist einfach unglaublich schön, wenn man durch die Berge fährt und wir hatten zusätzlich auch noch das Glück, einen doppelten Regenbogen zu sehen, der bis zum Boden sichtbar war.

Regenbögen auf der Fahrt nach Kibuye

Regenbögen auf der Fahrt nach Kibuye (Foto: Jürgen Schweikart)

In Kibuye waren ein paar Großveranstaltungen, was es uns etwas schwerer machte, Zimmer zu bekommen, aber wir haben dann doch noch eine Unterkunft im Bethanie bekommen (wo ich fast immer geschlafen habe, wenn ich in Kibuye war) und sind dann am Samstag in Holiday Hotel umgezogen. Vorher hatten wir uns auch noch das Hotel Eden Rock angeguckt, aber da muss man ja Angst haben, sich zu verlaufen, so verwinkelt ist das. Preislich lag es etwas unter Bethanie und Holiday Hotel, aber da waren uns dann eine schöne Aussicht und ein schönes Plätzchen doch wichtiger. Überrascht waren wir beide vom guten Service im Bethanie, der flott und freundlich war und das Essen hat auch noch ausgezeichnet geschmeckt. Wir haben uns ja in den letzten zwei Wochen zu Brochette-Experten entwickelt und mussten wirklich sagen, dass die im Bethanie auf alle Fälle zu den besten gehören, die wir bisher gegessen haben. Und hübsch angerichtet waren sie auch noch. Am Samstag habe ich Jürgen stundenlang bei strahlendem Sonnenschein durch Kibuye „geschleift“ – erst auf der Suche nach einem neuen Hotel und dann mussten wir natürlich noch die wenigen Sehenswürdigkeiten abklappern, so dass wir meine übliche Runde dann auch noch beendet haben. Abgesehen von der Hauptstraße, die zum Krankenhaus führt, besteht der Ort nämlich hauptsächlich noch aus einer weiteren Straße, die aber als Einbahnstraße gegen den Uhrzeigersinn um einen Hügel herum verläuft. Wenn man die einmal abgelaufen hat, hat man eigentlich alles vom Ort gesehen ;-) Mit kleinen Zwischenstopps, um eine Cola oder einen Tee zu trinken waren wir so eine ganze Weile unterwegs. Nachmittags konnten wir aber dann doch noch in den See „springen“, der temperaturtechnisch erstaunlich angenehm (wenn auch kühl) war. Der zweite Planschausflug wurde dann durch einen Regenschauer abgekürzt, der sich dann allerdings auch recht schnell in einen ausgewachsenen Regenguss verwandelte, so dass wir von zwei Kellnern mit Sonnenschirmen zum Hotel geleitet wurden. Da kamen wir uns ja dann schon ein bisschen albern vor, aber so ist das hier. Dafür wurden wir dann aber noch mit einem herrlichen Sonnenuntergang belohnt (im Hintergrund der Kongo).

Sonnenuntergang über dem Lake Kivu

Sonnenuntergang über dem Lake Kivu

Am Sonntag haben wir noch der neuen Cormoran Lodge einen Besuch abgestattet.

Cormoran Lodge Kibuye

Cormoran Lodge Kibuye

Die hat für ziemlich hohe Übernachtungspreise immerhin eine außergewöhnliche Architektur zu bieten, aber dafür auch einen extrem schlechten Tee und einen höchstens „ausreichenden“ Kaffee. Meiner Erkältung zuliebe habe ich mich am Wochenende zum „African-Tea-Spezialisten“ entwickelt, der aber tatsächlich (zumindest subjektiv betrachtet) dazu beigetragen hat, dass es mir inzwischen viel besser geht. Während es meistens eher kleine Unterschiede im Geschmack gibt (mir ist oft zuwenig Ingwer drin, aber dafür gab es auch einmal einen mit Zimt), war der in der Cormoran Lodge eine echte Zumutung. Und normalerweise trinke ich auch meinen Tee aus, auch wenn er mir nicht so 100%ig schmeckt, aber den hab ich nicht runterbekommen!

eine Zumutung und Enttäuschung: der African Tea in der Cormoran Lodge

eine Zumutung und Enttäuschung: der African Tea in der Cormoran Lodge

so muss ein African Tea aussehen (den gab's im Holiday Hotel)

so muss ein African Tea aussehen (den gab's im Holiday Hotel)

Nachdem ich am Dienstag meinen Chef in den Flieger gesetzt hatte, hatte Robert immerhin noch kurz Zeit für einen gemeinsame Kaffee am Flughafen, bevor er mit den nächsten Gästen schon wieder nach Ruhengeri musste.

Gestern hatte ich dann noch ein bisschen was in Butare zu erledigen, wo ich wieder mal meine Freundin Irene schmerzlich vermisst habe. War doch immer wieder schön, dort einen Anlaufpunkt zu haben. Wäre schön gewesen, noch ein paar Tage in Butare zu bleiben. Aber ich bin ja schließlich nicht zum Urlaubmachen hier ;-)

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