Category archives: in Ruanda

Passwort geschützte Beiträge

Oh oh, da hab ich ja was angerichtet! Was mach ich denn jetzt bloß, damit ihr nicht vor Neugierde umkommt und ich trotzdem meine kleinen Geheimnisse für mich behalten kann? Es gibt nämlich noch zwei weitere private Artikel von denen ihr bisher noch nichts wusstet, weil sie für euch unsichtbar sind. Und eigentlich war das auch so mit dem „ein paar Stunden mit Robert“-Artikel geplant. Hab da aber wohl vergessen, einen bestimmten Knopf zu drücken…

Ich hatte jetzt gerade überlegt, ob ich euch wenigstens die Kurzfassung vom dem Artikel zur Verfügung stellen kann, aber das ist mir alles ein bisschen zu persönlich, um es euch kundzutun. Und den harmlosen Part, dass Robert wieder extra für mich nach Kigali gekommen ist, wisst ihr ja schon. Will euch ja auch nicht unnötig beunruhigen, mit den Überlegungen, die ich da so anstelle… (Ha, jetzt hab ich euch bestimmt noch extra neugierig gemacht ;-))

Was die Fortsetzung des Liebesromans angeht, kann ich euch aber verraten, dass wir beide immernoch auf Wolke 7 schweben (wäre ja auch blöd, wenn das schon vorbei wär). Wenn auch leider immer nur für ein paar Stunden bis jetzt, aber wir genießen das bisschen Zeit dann sehr. Momentan ist mein Plan, bis Ende März hier zu bleiben, den April dann in Deutschland (und vielleicht Österreich) zu verbringen und dann Anfang Mai wieder zurück nach Ruanda zu gehen. Also keine Sorge, Mädels, das mit dem Musical am 5.4. steht! Was ich dann mit meinem Job an der TFH mache, muss ich mir dann noch überlegen. Muss wohl gelegentlich mal anfragen, bis wann ich mir das überlegt haben sollte…

Ich hoffe, ich kann euch gelegentlich wenigstens mal ein Foto von uns beiden präsentieren (wenn ich schon keine Details verrate). Und wehe, hier posaunt jetzt jemand rum, dass er schon ein Foto hat!

Ach ja, die Präsentation heute hat Laurent glücklicherweise ganz alleine gehalten und ich stand nur für Fragen bereit. Perfekte Arbeitsteilung würde ich sagen. Naja, nicht ganz… Ich schätze, ich hatte wesentlich mehr Arbeit damit. Aber wenn man eh nur 15 Minuten hat für eine Präsentation, dann sowieso schon 20 Minuten braucht, ist es auch ein bisschen ungeschickt, mittendrin noch den Sprecher zu wechseln und dann nochmal wieder zurück womöglich. So hat Laurent auf französisch vorgetragen, während die Folien auf englisch waren und ich glaube, das ist ganz gut angekommen. Und ich fand unsere Präsentation auch mit Abstand die beste. Kaum Text, viele bunte Karten, keine (jedenfalls keine, die ich gefunden hätte) Rechtschreibfehler, keine überladenen Folien, nicht zuviel Blabla… Bei den anderen Präsentationen waren ein paar echt furchtbare dabei. Das fängt dann schon auf der ersten Folie an, wo schwarze Schrift über dunkle Bilder läuft und man schonmal den Titel der Präsentation nicht lesen kann. Super… Da könnte ich mich jetzt ewig drüber auslassen, was ich an den Präsentation alles geändert hätte! Die einzig ansonsten noch akzeptable Präsentation war die von Michele über das Coffee-Projekt, da waren nur die Folien etwas zu voll. Ich hab jedenfalls wiedermal gedacht, dass ich mal nen Kurs zum Thema Präsentieren mit Powerpoint machen sollte…

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Inlineskater in Ruanda!

Da wollte ich doch heute meinen Augen fast nicht trauen, als ich mit dem Bus nach Butare unterwegs war und uns am Ortsausgang von Kigali auf einmal 5 Inlineskater entgegen kamen! Leider waren sie so schnell vorbei, dass ich es natürlich nicht geschafft hab, ein Foto zu machen. Hätte mich ja mal interessiert, wo die hergekommen sind. Also bergab wäre mir das zu thrilling auf Inlineskates und bergauf zu anstrengend. Die hatten zwar wenigstens Ellenbogen- und Knieschützer an, aber einen Helm hatten sie nicht auf – das wäre mir ja ehrlich gesagt zu gefährlich bei der Art von Verkehr hier auf den Straßen…

Robert hat mir gestern wieder eine große Freude gemacht, indem er mit einem Kollegen für zwei Tage getauscht hat und wir uns in Kigali treffen konnten. Und er hat mir auch Hoffnung gemacht, dass wir uns nicht erst in 32 Tagen wiedersehen wie wir ursprünglich befürchtet hatten. Irgendwann muss er die 6 Ladies ja auch mal nach Butare kutschieren ;-) Wenn sie sich Teeplantagen und abgeholzte Wälder angucken, dann dürfen sie schließlich das Nationalmuseum in Butare nicht verpassen!

Morgen ist ein „Workshop“ am CGIS zum Thema „GIS in Rwanda“, wo Laurent und ich unser Projekt präsentieren werden. Wir haben gerade noch zusammengesessen und der Präsentation den letzten Schliff gegeben. Laurent wollte jetzt noch ein, zwei Folien hinzufügen, um das Projekt in seinem Kontext vorzustellen. Da bin ich ja mal gespannt, wie das morgen wird. Jedenfalls haben wir viele schöne bunte Karten in der Präsentation :)

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La Cucaracha

Toll! Ihr beschwert euch, dass hier nichts los ist und ich bekomm prompt die Quittung:

Da will ich gerade nach einem bescheidenen Arbeitstag schön gemütlich duschen gehen und da krabbelt mir in der Badewanne eine Riesen-Mega-Monster-Mutanten-Kakerlake entgegen! Keine Sorge, sie ist tot und ich hab den Giftgasanschlag auch überlebt, auch wenn ich jetzt Kopfschmerzen hab und erstmal nen Baileys brauche, glaub ich.

Da habt ihr eure Attraktion des Abends:

La Cucaracha mit Vergleichsabfluss La Cucaracha in Lebensgröße (na gut ein bisschen größer aber nicht viel)

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Tag 3 von 39…

… Tagen, die ich wahrscheinlich Robert nicht zu Gesicht bekommen werde :( Aber auch diesen hab ich überlebt, und nachdem wir heute Abend auch endlich wieder telefonieren konnten, werde ich wohl auch wieder die nächsten beiden überstehen.

Als ich heute endlich Feierabend gemacht habe, hat mich ein roter Mond in Empfang genommen, der sich aber bis ich zu hause war, leider etwas hinter die Wolken verkrümelt hatte. Ein bisschen was hab ich aber dennoch erwischt:

Mond über Butare

Und dann musste ich leider noch feststellen, dass mein Rafaello-Vorrat aufgebraucht ist! Also falls gerade jemand plant, mir ein Care-Paket zu schicken: Rafaello und Toffifee wären schon nicht schlecht und Brockbackmischungen. Aber ich werds auch ohne überleben, da bin ich mir ziemlich sicher ;-)

Und einen schönen Schnappschuss hab ich euch heute zu bieten: Meine Kolleginnen Michele und Marie Christine – eine Muzungu, die eine Ruanderin durch die Gegend fährt! Mal ganz was neues :)

Meine Kollegin Michele macht Taxi für unsere andere Kollegin Marie Christine

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Mal ein paar Bilder

Man ist das kalt hier! Letzte Nacht hab ich echt gedacht, ich erfrier gleich. Ich hab zwar dann noch eine Weile überlegt, ob ich mir noch meine Fleecejacke hole und warme Socken anziehe, aber hab mich nicht getraut, auch nur einen Zeh unter der Decke rauszustrecken, um nochmal aufzustehen. Und wie ihr seht, hab ich es ja doch überlebt. So klar wie der Himmel heute Abend ist, muss ich mich heute Nacht wärmer anziehen…

Mond über Butare Mond über Butare Mond über Butare

Nachdem ich gestern nun schon soviel geplaudert hab, möchte ich heute nur noch mit ein paar Bildern beglücken. Die in Kigali sind bei der Ausstellungseröffnung entstanden, von der ich gestern berichtet hatte. Bzw. die Naturbilder sind aus Claudias Garten, wo ich jetzt immer wohne, wenn ich in Kigali bin (und Robert nicht da ist ;-)). Ist echt ein kleines Paradies. Aber wenn ich meine Kamera da hatte, haben sich die Vögel natürlich alle verkrümelt, die da sonst so zahlreich rumflattern…

Ausstellungseröffnung im Richard-Kant-Haus in Kigali mit Botschafter Panorama von einem Teil Kigalis vom Richard-Kant-Haus gesehen einer der vielen Hügel Kigalis

Jackfruit in Claudias Garten komischer Vogel schöne Unbekannte - hab den Namen immernoch nicht rausgefunden…

gelber Oleander Strelitzie in Claudias Garten sehen ein bisschen aus wie rote Narzissen

so ne Art Frühlingsstrauß auf ruandisch   Gummibaum in Claudias Garten - man beachte außerdem den Weihnachtsstern im Vordergrund, der aussieht wie unsere mikrigen nach Neujahr bloß ein paar Nummern größer

Meine neuen Kerzenständer (auch in Kigali kann ich meinem angeblichen Shoppingwahn nachgehen :-P) hab ich in einem kleinen Atelier gekauft, das eine Belgierin betreibt, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Die hat da echt schöne Sachen – und eine süße Katze :)

meine neuen Kerzenständer   Stubenkater

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so schweigsam?

Hm, ja, ich muss zugeben, dass das mit der Internetverbindung in der letzten Zeit nicht so recht Spaß macht, einfach mal so was zu schreiben. Außerdem hab ich soviel zu tun, dass es mir ein bisschen an Muße fehlt.

Hatte euch auch noch gar nicht erzählt, dass ich beim Botschaftsempfang am 3.10. war! Hab natürlich blöderweise wieder meine Kamera zuhause liegen lassen und das Bild mit dem Handy ist natürlich nicht doll geworden. War aber ganz nett mit Freigetränken und Fingerfood, einem gemischten Chor (mit Ruandern und Deutschen), der ein paar schöne Stücke zum Besten gegeben hat und ein paar ganz netten Ansprachen. Am Samstag drauf war dann auch die feierliche Eröffnung einer Ausstellung im Richard-Kant-Haus zum Thema „Im Land der tausend Hügel. Ruandisch-Deutsche Begegnungen 1892-1916“, wo man dann gleich den Botschafter auch nochmal im Hellen sehen konnte. Beim Botschaftsempfang war es nämlich ein bisschen dunkel und ich hätte ihn nicht wiedererkannt, wenn er nicht angekündigt worden wäre.

Was ich euch außerdem nicht vorenthalten will – und was auch mit ein Grund ist, warum ich gerade ein bisschen schweigsam bin -, dass ich bis über beide Ohren verliebt bin Liebes-Smily Er heißt Robert, ist knapp 4 Monate älter als ich, in Uganda geboren und aufgewachsen und seit 2001 nun in Ruanda, wo er quasi hingehört. Und ohne euch beunruhigen zu wollen – ich überlege jetzt schon ein bisschen, ob ich nicht doch noch etwas länger hier bleiben möchte oder kann. Ich hatte eh schon mit Jürgen, meinem deutschen Chef drüber gesprochen, dass es ja ziemlich unpraktisch ist, im Februar zurück nach Deutschland zu gehen, so rein klimatechnisch. Von daher hatte ich schon daran gedacht, noch zwei Monate ranzuhängen und erst zum 1.4. wieder nach Berlin zurückzukehren. Ich hab auch schonmal meinen Counterpart in Kigali drauf angesprochen, ob er sich das vorstellen könnte und der meinte, solange das alles „transparent“ ablaufen würde, könnte er sich alles vorstellen. Naja… Ich halte euch auf dem Laufenden :)

Praktischerweise hab ich seit wir zusammen sind auch keinen Appetit mehr und vergesse oft einfach, was zu essen, wenn mein Magen nicht gerade so laut knurrt, dass ich es nicht mehr überhören kann. Mal sehen, wie lange das anhält und ob ich davon auch irgendwann mal was merke was meine kneifenden Hosen angeht…

Ansonsten hat uns die Regenzeit fest im Griff. Dummerweise regnet es in letzter Zeit immer pünktlich zum Feierabend, bzw. fängt schon rechtzeitig genug an und hört dann auch erst um halb8 oder so auf, so dass man eigentlich auch nicht die ganze Zeit ausharren möchte. Heute hat mich glücklicherweise ein Kollege mit dem Auto mitgenommen, sonst wär ich ganz schön nass geworden. Muss mir wohl echt angewöhnen, nicht mehr ohne Regenschirm und Regenjacke aus dem Haus zu gehen, auch wenn die Sonne scheint und es nicht nach Regen aussieht. Das geht hier immer so schnell…

Achja, nochwas: Zum 1.10. hab ich auch eine neue Mitbewohnerin bekommen: Felicia, meine Vize-Direktorin, ist bei mir eingezogen und nimmt mir nun hoffentlich (wir haben uns noch nicht endgültig auf den Betrag geeinigt ) einen Teil der Miet-Last ab – und geht mir schon langsam ein bisschen auf den Geist ;-) Bin nicht mehr gewohnt, jemanden um mich rum zu haben. Das gute ist, dass sie am Wochenende bei ihrer Familie in Kigali ist und diese Woche zum Beispiel auch erst am Mittwoch wieder nach Butare kommt. So hab ich trotzdem noch viel Zeit für mich (wenn ich dann nicht auch zufällig gerade in Kigali bin). Wird sich schon noch einspielen. Ich muss ihr halt nur gelegentlich mal klarmachen, dass sie bitte nicht mein Handtuch als Badvorleger nehmen soll, bloß weil beide blau sind, und mir nicht meinen Lieblingstee (Mañana-Tee, den hat mir Nicole geschickt!) wegtrinken soll…

So, jetzt seid ihr alle wieder auf dem neuesten Stand, und ich hab mich selbst lange genug vom Arbeiten abgehalten (das mach ich schon den ganzen Tag ziemlich erfolgreich ;-))

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Tansania

Falls ihr es noch nicht gesehen habt: Ich konnte inzwischen immerhin schonmal meine Berichte und ein paar Fotos von meinem Wochenende in Tansania hochladen. Ich weiß auch nicht, was hier mit dem Internet los ist, dass es so furchtbar langsam ist in den letzten Tagen. Auf das komplette Fotoalbum werdet ihr deshalb wohl noch etwas warten müssen. Aber solange könnt ihr euch ja vielleicht an meinen Berichten erfreuen…

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Ich lebe noch!

Tut mir leid, dass ich euch so auf die Folter spannen muss, was meinen Tansania-Aufenthalt angeht. Das Internet lässt mich in den letzten Tagen gnadenlos im Stich, so dass ich es oft nichtmal schaffe, meine Emails anzuschauen. Ich habs jedenfalls nach Tansania und auch wieder zurück geschafft. Die Berichte sind im Prinzip schon geschrieben und die Fotos zum größten Teil auch schon bearbeitet – bloß hochgeladen bekomm ich das alles nicht :( Ihr müsst euch also noch ein bisschen gedulden, fürchte ich. Ich bin froh, wenn ich euch diese Nachricht wenigstens noch hinterlassen kann…

Auch das letzte Erdbeben hab ich also überlebt – diesmal mit 5.1 in der Tanganjika-See-Region und auch noch mitten in der Nacht…

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Endspurt Tansania

Während Jürgen nochmal eine kleine Präsentation geben musste, hatten Stefanie und ich Zeit, zum Markt zu gehen, um noch Gewürze zu kaufen. Zum einen gibt es eine riesige Markthalle, wo es Gartengeräte und -zubehör, Töpfe und Eimer in allen möglichen Größen und Farben und auch ein paar Stände mit Hülsenfrüchten und Gewürzen oder Samen gab. Daneben gibt es dann noch einen kleinen überdachten Markt, wo man dann die Dinge findet, die man auf einem normalen Markt vermuten würde. Die vielen Gewürze waren alleine schon hübsch anzusehen in den verschiedenen Farben. Ich hab mir Masala, Zimt (im Stück und gemahlen), Curry, Pilau und Paprika mitgebracht und hoffe mal, so wenigstens geschmacklich ein bisschen Abwechslung in mein Essen zu bekommen. Reis mit Pilau und Ananas schmeckt jedenfalls schonmal lecker :)

Markthalle von Dar es Salaam bunter Haufen in der Markthalle von Dar es Salaam Weiß jemand was Choroko ist?

Gewürze und mehr in der Markthalle von Dar es Salaam Nicole beim Gewürze kaufen So viele Gewürze!

Zum Lunch waren wir im Steers verabredet (ein Fastfoodrestaurant!), wo wir allerdings fast hinschwimmen mussten. Schon auf dem Markt fing es an zu regnen, so dass Stefanie und ich uns ein Taxi geleistet haben. Aber durch den Regen war in der Stadt so ein Chaos entstanden, dass wir keinen Sinn darin entdecken konnten, mit dem Taxi zum Steers zu fahren, weil das Stunden gedauert hätte, statt 15 Minuten zu Fuß. So passten wir eine kleine Regenpause ab und schafften es auch bis zum Mövenpick Hotel (etwa Halbzeit), wo dann aber so ein Guss runterkam, dass wir erstmal zum Eingang geflüchtet sind. Wir hatten erst überlegt, nun doch ein Taxi zu nehmen, was aber immernoch keinen Sinn gemacht hätte. Schließlich sind wir dann trotz Regen losgelaufen und mussten etlichen Pfützen ausweichen bzw. sie durchwaten, wo es nicht anders ging. So wurden meine Sandaletten auch mal wieder sauber ;-)

Verkehrschaos bei Regen in der Innenstadt von Dar es Salaam ein bisschen Regenzeit

Nach dem Essen wollten Jürgen und ich „noch schnell“ zum Tinka Tinka Markt. Tinka Tinka ist ein spezieller Malstil (so hieß wohl der Maler, der das erfunden hat), bei dem vor allem Tiere abstrahiert dargestellt werden, was dann manchmal fast ein bisschen kindlich aussieht, aber irgendwie trotzdem gut. Ich hab mich jedenfalls in ein Giraffenbild verliebt, was aber beim näheren Hingucken leider einen kleinen Fehler hatte, über den ich mich aber bestimmt immer wieder geärgert hätte. Der Maler hat es zwar noch versucht zu reparieren, aber mir war das dann zu riskant mit der frischen Farbe. Wir sind dann noch rumgerannt, um ein ähnliches Bild zu finden. Das Motiv gibt es so ähnlich eigentlich häufig, mal in schwarz-weiß, mit Kind oder ohne, aber ich konnte es nicht mehr in dieser Kombination von Farben finden und auch keins mehr mit Kind. So musste ich mich mit einem Tablett, einem Schild, zwei Gläsern Marmelade und einem Holzbrett zufriedengeben und hab beschlossen, nochmal nach Dar zu fahren, und mir das Bild extra malen zu lassen, falls ich es dann immernoch nicht finde.

Werkstatt auf dem Tinka Tinka Markt meine Beute: Tinka Tinka Tablett, Gewürze vom Markt und Muscheln aus Bagamoyo Mein neues Willkommensschild: Tinka Tinka mit Karibu, was Willkommen auf Swahili heißt

Um 18 Uhr wollte uns dann Samuel eigentlich abholen, verspätete sich dann aber durch den vielen Verkehr in der Stadt ein bisschen, und besonders schnell kamen wir auch nicht voran, so dass wir fast eine Stunde zum Flughafen brauchten, wo man sonst keine halbe Stunde braucht. Ich hatte die ganze Zeit schon überlegt, wie ich meine letzten Stunden in Dar es Salaam gestalten sollte. Mein Rückflug sollte um 5.25 am Dienstag Morgen gehen, die anderen hatten schon einen Flieger um 21 Uhr nochwas am Montag Abend. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich schon einchecken könnte und dann mit den anderen zusammen noch ein bisschen warten und dann halt die Nacht bei den Gates verbringen könnte. Aber natürlich ging das nicht, so dass wir uns beim Checkin verabschieden mussten. Ich bin dann noch ne Sprite trinken gegangen, aber besonders gemütlich war es dort auch nicht. Ich hab dann sogar noch ein Internetcafé gefunden (naja, mehr Internet als Café), das aber auch schon um 21 Uhr zugemacht hat, so dass ich in 20 Minuten mal schnell meine Emails gecheckt hab. Danach hatte ich dann nicht mehr so richtig Lust, mit meinem Gepäck noch durch die Gegend zu latschen, also bin ich trotz Nicht-einchecken-könnens schon in den Flughafen, wo ich eigentlich auch auf eine Steckdose für meinen Laptop gehofft hatte. Eine Steckdose hab ich nicht gefunden, aber einen von drei Sitzen hab ich dann erstmal in Beschlag genommen und es mir für eine Stunde mit meinem neuen Buch mehr oder weniger bequem gemacht. So bequem wie man halt auf Hartschalensitzen sitzen kann :-/ Eine Angestellte von Swissport (die machen da die ganze Logistik) hatte dann soviel Mitleid mit mir, dass sie mich am liebsten mit nach hause genommen hätte, aber das wollte ich dann doch nicht in Anspruch nehmen. Sie hat mich dann aber wenigstens in ihr Büro bringen „müssen“, wo ich die Nacht dann noch ganz bequem auf einer Ledercouch und mein Laptop an der Steckdose verbringen konnte. Meine Retterin hat dann Feierabend gemacht, aber auch ihre Kollegen waren alle sehr nett und morgens hab ich dann sogar einen Kaffee bekommen, der sogar gar nicht mal so schlecht war (dafür, dass ich sonst ja nur Milch mit ein bisschen Kaffee und am besten noch Karamell-Sirup trinke ;-)). Um halb4 war dann quasi die Nacht für mich zuende und ich konnte endlich einchecken. Auf dem Weg in den Flieger konnte ich mich dann noch bei etlichen meiner nächtlichen Besucher bedanken und verabschieden. War also doch noch ganz erträglich die Nacht.

Mein Schlafzimmer auf dem Flughafen von Dar es Salaam mein Frühstückscafé mit ein bisschen New York

Auf dem Flug nach Nairobi wurde ich dann für meine schlaflose Nacht entlohnt: Als ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hab, tauchte auf einmal der Kilimanjaro vor meinem Fenster auf! Na gut, nicht direkt vor dem Fenster, dann wäre die Tragfläche weg gewesen, aber in einer guten Sichtweite und sogar auf meiner Seite! Sah toll aus in dem rötlichen Licht des Sonnenaufgangs! Ich glaub, da muss ich irgendwann mal rauf!

Der Kilimanjaro im Sonnenaufgang

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Ein Tag Geschichtsunterricht

Obwohl wir alle nicht besonders früh im Bett waren, kam gegen 9 schon Samuel, unser Taxifahrer, der mit uns nach Bagamoyo fahren „wollte“. Bagamoyo liegt etwa eine Stunde mit dem Auto Richtung Norden von Dar es Salaam. Dort gibt es soviel zu sehen, dass es schon fast zuviel war. In einem Fort angefangen, wo die ankommenden Sklaven zum Teil mit 60 bis 100 anderen Sklaven einen Raum teilen mussten (ein Raum in der Größe meines jetzigen Badezimmers!), ging es dann zu einem Friedhof, auf dem deutsche Soldaten begraben sind. Schon im Fort wurde uns immer wieder gesagt, wie toll und schlau doch die Deutschen sind, dass sie z.B. eine Mauer um die Gebäude gezogen haben, um sich zu schützen oder so clevere Dinge wie Schießscharten erfunden haben. Wenn ich es richtig verstanden habe, waren zuerst Araber in der Gegend, die die Sklaven zum Teil 1500 Meilen weit durch Afrika bis Bagamoyo getrieben haben. Viele sind auf dem Fußmarsch gestorben oder krank geworden. Die Kranken wurden dann noch in Bagamoyo auf dem Sklavenmarkt verkauft, die restlichen, halbwegs gesunden, wurden nach Sansibar verschifft. Die Deutschen, die dann 1889 oder so kamen, haben den Sklavenhandel beendet und die Bildung nach Bagamoyo gebracht, indem sie eine Schule gebaut haben. Was sind die Deutschen toll :-/ Trotzdem gab es einen Galgenplatz, an dem jetzt nur noch ein Gedenkstein steht – der Galgen selbst steht wohl in irgendeinem Museum – wo aufmüpfige Schwarze gehängt wurden. Auch hat es wohl extra Geschäfte gegeben, wo die Schwarzen einkaufen durften. Klang für mich nicht so, als wären die Deutschen immer die besten Freunde der Schwarzen gewesen :-/

kunstvoll geschnitzter Türrahmen in Bagamoyo Bagamoyo Festung Bagamoyo Festung

Stefanie und Samuel, unser Fahrer, am Friedhof von Bagamoyo Grabstein auf dem Friedhof von Bagamoyo Galgenplatz von Bagamoyo

noch ein bisschen grün die Kokosnuss Jürgen in der Hotelanlage vom Bagamoyo Beach Hotel Das Boot scheint auch schon hier zu liegen, seit die Deutschen gekommen sind...

ein Verwaltungsgebäude in Bagamoyo Kameratausch: Jürgen testet meine Kamera ein ziemlich alter Baobab in Kaole

Ronny, Jürgen und der Baobab Ronny leistet Entwicklungshilfe Blüten in Stefanies Hand

die Kirche, in der ein paar Einzelteile vom Herrn Levingston beigesetzt wurden

War ganz schön anstrengend die Tour durch Bagamoyo und durch eine andere Ruinenstätte. Schließlich ging es dann noch zu einer Kirche wo wohl das Herz und noch ein paar andere Organe von Levingston begraben sind. Der Rest wurde unter großen Strapazen nach London gebracht. Wir hatten schon gedacht, jetzt hätten wir wirklich alles gesehen, was dieser Ort zu bieten hat, aber NEIN, weit gefehlt! Wir mussten natürlich auch noch unbedingt das erste Kreuz auf afrikanischem Boden sehen. Das Kreuz ist natürlich auch nicht mehr das Originalkreuz, aber die Stelle soll wohl die gleiche sein. Die Inschrift heißt wohl „Gott segne Afrika“. An der Stelle um das Kreuz soll jetzt wohl auch noch eine Kapelle entstehen.
Danach wurden wir von unserem Reiseführer endlich entlassen und durften zum Freizeitprogramm übergehen. Dazu sind wir zur Travellers Lodge gefahren und haben es uns dort am Strand bequem gemacht, wo glaube ich erstmal alle weggedöst sind. Ronny und ich sind dann noch ein bisschen am Strand spazieren gewesen, wo wir lustige Grafiken im Sand hinterlassen haben, wo mir Ronny was erklärt hat. Hätte mal Fotos machen sollen ;-)
Leckeres Essen gab es dann auch noch dort und sogar hausgemachtes Kokosnuss- und Schokoladeneis!
Wieder zurück in Dar es Salaam waren wir noch nen Absacker trinken und dann tatsächlich auch schon kurz nach Mitternacht im Bett!

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