Puh, das war vielleicht ein anstrengendes Wochenende! Ich war so mutig und hatte mich angeboten, den Hash in Butare auszurichten. Was mir nicht so ganz bewusst war, war, dass das dann ein Wochenend-Event wird mit quasi rund-um-die-Uhr-Bespaßung…
Schon am Donnerstag hatte ich die ersten Großeinkäufe in „der Stadt“ (Butare Downtown :)) getätigt – so groß, dass ich mit nem Taxi nach hause gefahren bin. La Source hat sich vermutlich über das Geschäft des Jahres gefreut… Freitag Nacht war ich dann stundenlang in der Küche zugange mit Brot und Muffins backen. Da sind dann schonmal die ersten Cranberries bei drauf gegangen. Während das Brot im Ofen war, hab ich noch schnell meine Bügelwäsche erledigt, als dann die Muffins dran waren, hab ich mich dran gemacht, Konfetti zu fabrizieren. Zuerst war ich noch ganz eifrig und hab mit dem Locher „gearbeitet“, dann die Reste zerschnippelt. Aber das hat mir alles zu lange gedauert, so dass ich dazu übergegangen bin, gleich zu schnippeln. Ich brauchte diese Papierschnipsel, um den Weg für die Läufer zu markieren, was ich am Samstag Morgen machen wollte. Um halb 2 konnte ich dann aber kaum noch meinen Daumen der rechten Hand bewegen und da ich mit links nicht schneiden kann, hab ich den Rest auf später verschoben. Also hab ich mich quasi noch vor dem Frühstück wieder ans Schnippeln gemacht und hab mich – mit weiteren Zeitungen und Schere sowie meinen fertigen Schnipseln bewaffnet – auf den Weg gemacht, den Weg zu markieren. Das hat dann doch ganz schön lange gedauert und ziemlich viele Schnipsel in Anspruch genommen – so viele, dass ich nach etwa 7 von 11 km keine mehr hatte und mit dem Taxi nach hause gefahren bin, wo ich dann während ich mit Victoria in DE telefoniert hab, neue Schnipsel fabriziert hab. Auf dem Weg hab ich dann noch einen kleinen Zwischenstopp im Supermarkt gemacht, um meine Getränkebestellung zu ändern. Eigentlich hatte ich gedacht, die Schnipsel würden dann reichen, hab mich in meine Jogging-Klamotten geschmissen und bin schonmal einen Teil der Strecke gerannt (den Teil, der bergab geht) und musste dann aber leider feststellen, dass der Wind mir nen ganz schönen Strich durch die Rechnung gemacht hat. So musste ich einen Teil der Schnipsel benutzen, die alten Markierungen aufzufrischen, an einer Stelle hab ich es gleich aufgegeben, neue Schnipsel auszustreuen, nachdem man so gar nichts mehr gesehen hat. Bergauf hab ich mir dann nicht angetan zu rennen und bin den „Walker trail“ gegangen, den ich ja auch noch markieren musste, bis sich beide Wege wieder getroffen haben. Wieder in der Stadt bin ich – mal wieder – in den Supermarkt, weil ich das letzte Mal wieder was vergessen hatte: Das Mehl und die Dosentomaten für die Pizza am Sonntag! Dann den Weg weiter markieren. Diesmal bin ich mit meinen Schnipseln wenigstens bis Taba (meinem Stadtteil) gekommen, aber ganz haben sie wieder nicht gereicht. Also musste ich nochmal los, hab dann auf dem Weg gleich noch die Bestellung fürs Abendessen etwas abgeändert, weil doch etwas weniger Leute aus Kigali kommen sollten als angekündigt. Dann rief auch schon Sraith an, der ist sozusagen Regionalleiter für Ruanda bei Hash, dass sie schon in Butare seien. Aaahh! Da hatte ich dann schon etwa 14 km hinter mir…
Und weil ich die ganze Woche keine Zeit hatte, mehr zu schreiben, verweise ich hiermit auf die nächsten beiden Artikel, die ich gleich hochladen werde, wo zwei der Hash Leute ihre Eindrücke geschildert haben – is halt leider nur auf Englisch…
Nicole ist am Donnerstag gekommen und hat kiloweise Zeug für meine Kollegen und mich (zugegebenermaßen mehr für mich) angeschleppt. Nachdem sie alles ausgepackt hatte, was für uns hier bestimmt war, war kaum noch was übrig in ihrem Koffer! Zuerst war ich ja etwas erstaunt über zwei große Pakete, die sie angeschleppt hat (die waren wirklich ganz schön schwer!) und die in topographische Karten eingepackt waren. Glücklicherweise durfte ich die aber gleich auspacken, so dass ich nicht womöglich bis Weihnachten warten musste. So stellte sich heraus, dass mir meine lieben Kollegen in Berlin alle möglichen Backzutaten für Plätzchen zusammengepackt und Nicole mitgegeben haben! Vielen lieben Dank an alle! Auch für das liebe Gedicht! Heute Nachmittag ist dann also Plätzchenbacken angesagt!
Meine Kollegin Michele geht heute nach Frankreich zurück. Das interessiert euch wahrscheinlich nicht so brennend. Allerdings habe ich von ihr in den letzten 8 Monaten das Internet benutzt, was ich jetzt gerade noch schnell ein bisschen ausnutze, bevor sie es abdrehen. Wundert euch also nicht, wenn ich in den nächsten Wochen nicht so besonders gesprächig sein sollte. Zumal ich auch „noch schnell“ ein Training vorbereiten muss, was Anfang des Jahres stattfinden soll. Und eigentlich hab ich ab Mittwoch Urlaub und Nicole ist ja auch noch hier… Falls ich nicht mehr dazu komme zu schreiben, wünsche ich euch noch eine schöne letzte Adventswoche!