Eigentlich bin ich heute schon ziemlich geschafft, aber da ich gestern schon nichts geschrieben hab, möchte ich euch nicht länger warten lassen.
Nachdem ich letzte Woche so fleißig war, dass ich Montag und Dienstag quasi frei hatte (saß allerdings dennoch im Büro), bin ich nun gestern nach Gisenyi gefahren und hab damit mit dem Westen angefangen. Meine Kollegen waren sich alle nicht ganz einig, ob ich es in drei Stunden hin- und dann auch wieder zurückschaffen würde, oder ob ich dort übernachten müsste. Erstmal dachte ich, ich komm gar nicht mehr weg. Mein Fahrer kam nämlich nicht und erst nach einem Anruf der Autovermietung, in dem ich ihn überzeugen musste, dass ich gerne trotzdem noch fahren würde, wurde mir dann ein neues Auto und ein neuer Fahrer zugewiesen. So konnten wir dann mit einer Stunde Verspätung losfahren. Aber flink wie wir sind, waren wir in drei Stunden in Gisenyi, haben Jules, den „Infirmier du Site Sentinelles“ eingesammelt, der mich unterstützen sollte und sind pünktlich kurz vor der Mittagspause im Krankenhaus eingetroffen. Dort mussten wir dann zwar von einem Büro ins nächste dackeln, dann ins Labor, dann wieder zum Personalbüro, dann wieder zum Direktor und schließlich noch ins Sekretariat, um unseren Stempel abzuholen. Immerhin konnte ich meinen Fahrer und Jules noch zu einer kleinen Extrarunde zum Lake Kivu oder auch Lac Kivu überreden, so dass ich mal den schönen Strand in Augenschein nehmen konnte.

Beeindruckend fand ich in der Gegend die schwarze Erde und das viele Vulkangestein. Da merkt man dann gleich, dass man in einer Vulkan-Gegend ist. Interessant waren auch die Einteilungen der Felder und die Teeplantagen. Morgen gibt es dann noch entsprechende Fotos. Komischerweise hab ich dieses Bild als typisches Bild für Ruanda vor Augen wenn ich an Bildbände denke. Dabei ist die rote Erde viel typischer…
War ein ganz schöner Ritt, aber danach konnte ich mich ja zum Glück noch auf dem Laufband und dem Stepper austoben, was ich dann auch ausgiebig getan hab. Glücklicherweise war es gestern auch nicht so voll.
Heute sind wir dann pünktlich um 8 Richtung Muhororo aufgebrochen. Ja, ich breche mir jedes Mal die Zunge, wenn ich das sage… Mein einer Kollege hatte was von 4 Stunden Fahrt erzählt, weshalb ich mal vorsichtshalber wieder mit meinem kompletten Gepäck (inkl. Schlafsack, Handtuch, Waschzeug…) gereist bin. Vielleicht Dank der gerade zum Teil frisch gebauten, zum Teil sich noch in Bau befindlichen Straße haben wir es aber in zwei Stunden geschafft. Ok, das letzte Stück war keine Straße sondern eine Katastrophe, aber dafür war der Rest ja umso besser. Die Aussicht war wieder toll, aber leider fast immer durch die blöden Bäume so versperrt, dass es schwer war, ein Foto zu ergattern. Aber auch hier hab ich euch morgen noch was nachzuliefern. Ebenso wie eine weitere Karte. Also: CBT! (Come Back Tomorrow, Afrikanische Lebensweisheit :))
Die Nachlieferung:

und nach Goma rübergeschaut?
ich habe übrigens Serge letzthin gefragt, ob du ihm für kurierdienste irgendwie behilflich sein könntest. er meinte das nutzt nix, im Kongo geht gar nix, er würde es nicht mal schaffen dokumente bis nach Goma bringen zu lassen.
in Ruanda bist du wohl auf einer insel der seligen…