So, meine lieben Leser und Leserinnen, dann werd ich euch heute mal einen ersten kleinen Zwischenbericht abliefern, wie denn meine ersten Tage „im Feld“ so gelaufen sind. Zunächst einmal: natürlich nicht 100%ig planmäßig ![]()
Grundsätzlich ist erstmal mit erheblichen Zeitverzögerungen zu rechnen… Schon am Montag fing es damit an, dass ich zwischen 8 und halb9 im Büro sein sollte, Laurent aber erst um kurz nach 9 aufgekreuzt ist (das ist mein „Counterpart“ bei PNILP, für die, die es nicht mehr wissen oder es noch nicht mitbekommen haben. Ich bin mir immer nicht so ganz sicher, ob ich ihn als Partner, Chef oder Kollegen ansehen soll…). So sind wir dann auch erst um 11 los in die erste Gesundheitseinrichtung, wo wir natürlich keinen angetroffen haben, der uns irgendwie weiterhelfen konnte. Und auch im anderen Krankenhaus, das allerdings eigentlich schon auf dem Plan für Dienstag stand, war kein Zuständiger aufzutreiben. Also haben wir den restlichen Tag mit der genaueren Planung der nächsten Wochen verbracht.
Auf Wunsch einer einzelnen Dame kommt hier schonmal vorgreifend die Karte für Dienstag und Mittwoch:

Gestern ging es dann aber mal ausgesprochen pünktlich zu: Schon um 7 wurde ich bei PSI vor der Tür abgeholt, bin dann mit dem Fahrer zu Laurent gefahren und dann ging es gemeinsam weiter zum Krankenhaus Kibagabaga im District Gasabo, was zur Provinz „Ville de Kigali“ gehört, also noch nicht sooo weit weg war. Dort wurden wir auch recht flott „bedient“ und haben fast alle Daten bekommen, nach denen wir gefragt haben. Bei manchen Fragen wussten sie bloß einfach keine Antworten. Im nächsten Krankenhaus, Muhima im District Nyarugenge, hatten wir leider nicht so viel Glück (das war eines von denen, wo wir auch schon am Montag waren). Dort haben wir dann einen neuen Termin für Donnerstag bekommen, den nun Emmanuel erledigen muss. Aber da wir ja nun schon fleißig durch die Stadt gekurvt sind, konnte ich wenigstens schön mit dem GPS-Gerät rumspielen und den Weg aufzeichnen
(weißer Weg)
Heute stand nun eigentlich um 8 die Abfahrt zum Krankenhaus Rutongo im Distrikt Rulindo auf dem Plan. Vorher hatte ich mich noch mit Laurent verabredet, um meinen Bericht durchzugehen, den ich gestern „mal noch schnell“ zusammengeschustert hatte. Sollte eine Art Zusammenfassung der ersten drei Monate werden, aber mit etwas mehr Struktur als meine bisherigen Berichte, so dass ich mir ein bisschen was aus den Fingern saugen musste, was die Methodik und Resultate angeht. Naja, er wird schon was draus machen. Aber zurück zu heute Morgen: Laurent kam natürlich erst kurz vor 8, so dass ich ihm nur kurz meine letzte Fassung gegeben und ihm den Rest überlassen hab. Jean Pierre, mit dem ich heute und die nächsten Tage unterwegs sein sollte, kam auch recht pünktlich um 8 reingeschneit und sogar das Auto mit Fahrer stand wohl kurz nach 8 vor der Tür. Wer bloß gefehlt hat, war Emmanuel, der wohl das Geld mitbringen sollte, mit dem wir unsere Zeit in der Nord-Provinz überstehen sollten. So konnten wir dann erst um 10 losfahren! Zwei Stunden Verspätung fand dann sogar Claudia ganz schön mächtig, und die ist schon einiges gewohnt… Aber zum Glück ist Rutongo auch nicht so richtig weit weg, so dass wir das locker geschafft haben, dort zu sein, bevor alle in die Mittagspause verschwinden würden. Und wir hatten auch recht viel Erfolg mit den Daten, die für uns zum Teil aus Monatsberichten zusammen gesucht wurden, und für die Beantwortung einiger noch offener Fragen haben wir die Telefonnummer einer anderen kompetenten Person bekommen, die wir nun versuchen, morgen auf dem Weg nach Ruhengeri (Musanze) aufzusuchen. (heutiger Weg in gelb)
So schön es ist, ein bisschen was von der Gegend zu sehen, umso erschreckender ist es, zu sehen, wie weit die Menschen zum Teil laufen müssen, um zu einer Gesundheitseinrichtung zu kommen, geschweigedenn zu einem Krankenhaus. Die Straße rauf zum Krankenhaus, wo wir heute waren, war mit unserem 4WD (four wheel drive) nicht so das Problem, aber besonders runter bin ich fast seekrank geworden, weil sie nicht gerade im besten Zustand ist und ziemlich den Berg rauf geht. Wir sind an einer Gruppe vorbeigekommen, die eine offenbar kranke Frau auf einer traditionellen Trage den Berg raufgetragen haben. Wir waren dann noch etwa 20 Minuten bei ca. 20km/h mit dem Auto unterwegs, so dass ihr euch vorstellen könnt, wie lange die da noch gehen mussten. Im Krankenhaus sah es recht ordentlich aus, was ich so sehen konnte. Die Betten waren alle mit Moskitonetzen ausgestattet und es hat richtig nach Krankenhaus gerochen. In den Zimmern standen jeweils sechs bis acht Betten, die eigentlich auch ganz vernünftig aussahen. Ich hätte ja gerne ein Foto gemacht, aber bei den Lichtverhältnissen war das unauffällig nicht so richtig möglich. Und ich wollte den kranken Menschen dort ja auch nicht das Gefühl geben, dass ich sie fotografiere.
Von meiner Festplatte hab ich übrigens noch keine Neuigkeiten vernommen. Immerhin hab ich jetzt festgestellt, dass iTunes so schlau ist und die Musik irgendwo separat gespeichert hat, so dass ich jetzt trotzdem Musik hören kann, obwohl ich gedacht hab, meine komplette Musikauswahl wäre mit der Festplatte verschollen. Ein kleiner Trost, der mich nur leidlich über den Verlust meiner vielen bisher gemachten Fotos hinwegtrösten kann *uäääähhhhh*
PS: Die spinnen übrigens die Ruander! Wegen dem Championsleague-Finale brüllen die da unten im Car wash um die Wette!
jaaa, ich weiß, sone Karte wirkt Wunder was die Orientierung angeht
Schummerung liefer ich nach, war ja froh, dass ich um Mitternacht die Karte fertig hatte! Am liebsten hätte ich ja ne SVG-Karte gemacht, wo man gleich per Klick auf die Fähnchen das Foto hätte angucken können, aber dazu fehlt mir hier der Nerv und die Zeit…