Ich schreibe diesen Blog ja hauptsächlich für mich (auch wenn ich mich natürlich immer über eure Kommentare freue). Und weil ich beim letzten mal noch so viele Sachen vergessen habe, zu erzählen, kommt jetzt noch ein kleiner Nachschlag.
Erstmal zu mir
Leider hat mein Chef diese Woche eine Absage für das beantragte Projekt bekommen, bei dem ich einen Job in Ruanda in Aussicht gehabt hätte. Schade. Aber ich werde schon was anderes finden. Momentan ist mein Plan im August nach Ruanda zu gehen. Ich hoffe, dass ich bis dahin das Manuskript für meine Diss soweit fertig habe, dass ich den Rest in Ruanda fertig machen kann. Inzwischen ist auch meine Sinusitis fast abgeklungen, auch wenn ich immer noch einen ollen Druck hinter dem rechten Jochbein habe. Aber ich fühle mich nicht mehr so schlapp und die Nase läuft auch endlich nicht mehr. So komme ich nun auch endlich wieder dazu, an meiner Diss zu arbeiten, was mich gleich etwas ausgeglichener macht, habe ich festgestellt.
Patricia macht inzwischen so viele niedliche Sachen und ich will mir eigentlich immer zwischendurch Notizen machen, was sie wieder anstellt, aber dann ist immer soviel los, dass ich es doch wieder vergesse. Ende Januar hat sie z. B. angefangen, sich selbst ihr Schlafanzugoberteil auszuziehen. Warum auch immer. Zu der Zeit waren die Nächte manchmal recht turbulent und auch tagsüber sind zeitweise reichlich Tränen geflossen, aber selbst dann ist sie sooo drollig
(kann allerdings gut sein, dass ich das zu dem Zeitpunkt nicht ganz so empfunden habe)
Eine sehr niedliche neue Angewohnheit ist auch, nach dem Essen den Teller abzugeben. Das hat sie bestimmt im Kindergarten gelernt. Manchmal wünsche ich mir, ich würde mehr mitbekommen, was sie so im Kindergarten macht. Inzwischen klappt das An- und Ausziehen im Kindergarten auch schon viel besser, weil sie ja jetzt auch schon recht stabil steht (wenn sie will). Am liebsten lässt sie sich aber oben auf das Regal in der Gardrobe setzen, wo sie eine tolle Aussicht hat – da kann man ihr wenigstens auch gut die Schuhe anziehen. Sie versucht auch schon, sich selber anzuziehen, aber natürlich nicht besonders erfolgreich. Heute hat sie es allerdings sogar geschafft, den geknoteten Schal erst über den Kopf auszuziehen und dann wieder anzuziehen. War aber wahrscheinlich eher ein Zufall
Die meisten Sachen – egal ob Hose, Strumpfhose, Handtasche, Bikini (natürlich meiner) oder Schlüsselband – werden über den Kopf gezogen und das dann gleich zehn mal hintereinander.
Ich hatte ja schon in Ruanda das Gefühl, Patricia entwickelt einen Putztick
So schlimm ist es noch nicht, aber jedwedes Putzmaterial hat es Patricia irgendwie angetan. Sehr drollig ist, dass sie, wenn sie eine Serviette oder ein Küchentuch in die Finger bekommt, wenn sie am Tisch sitzt, damit den Tisch abwischt. Oder ganz neu: wenn ich mich beschwere, dass sie mit ihren Klebefingern auf meinem Shirt oder in meinem Ausschnitt rumpatscht, und ich ihr dann ein Tuch gebe, wischt sie mir auch den Ausschnitt wieder sauber
Das einzige Putzgerät, dass ich weiterhin nicht geheuer zu sein scheint, ist der Staubsauger und das liegt nicht nur an dem Aufsatz zum Nase reinigen. Allerdings scheint sie sich ein wenig mit der Prozedur abzufinden, auch wenn es ihr offenbar nicht angenehm ist, was ich ja auch ein bisschen verstehen kann. So 100%ig zufrieden bin ich auch noch nicht mit dem Resultat, weil sie heute nach absaugen und Nasenspray trotzdem wieder verschleimt klang.
Ein bisschen irritiert hat mich am Samstag in Hamburg, dass sie extra von meinem Schoß auf den von Nicoles Freundin Birgit gewechselt ist, um dort dann ganz gemütlich einzuschlafen. Sollte ich das persönlich nehmen? Aber ich fand’s mal ganz angenehm, das kleine Heizkissen für eine Weile abgeben zu dürfen.
Manchmal fragt man sich ja schon, warum man das halbe Wohnzimmer mit Spielzeug vollzustehen hat (naja, bei mir ist es ja zum Glück noch nicht ganz so schlimm, da gibt es in meiner Familie ganz andere Kinderzimmer, die eher nach Toys’R’Us aussehen), wenn es so alltägliche Dinge wie eine Digitalkamera oder ein Handy auch ganz ausgezeichnet schaffen, das Kinderherz zu erfreuen. Ich finde es nach wie vor erstaunlich, dass so kleine Kinder das so schnell raushaben, wie man auf dem Handy oder dem iPad durch die Bilder blättert. Wenn ich Patricia mal nicht beruhigt bekomme, hilft es oft, ihr einfach mein Handy mit den Fotos zu geben und sie darauf „rumwischen“ zu lassen, dann ist die Welt wieder in Ordnung. Dafür kann sie aber auch schon ziemlich gute Tobsuchtsanfälle bekommen, wenn sie nicht bekommt, was sie will – aber sie beruhigt sich dann zum Glück auch recht schnell wieder. Ist aber schon erstaunlich, was für einen Dickkopf und eigenen Willen, so ein kleines Wesen schon haben kann.
Und abschließend muss ich sagen, dass man fast das Gefühl hat, Patricia hätte meinen letzten Blogeintrag gelesen und ihn sich zu Herzen genommen. Gestern und heute war sie ganz fleißig beim Laufen und ist heute – zwar an der Hand aber immerhin – selbst aus dem Kindergarten gegangen. Ich hatte das Gefühl, da war sie selbst ganz stolz
Wahrscheinlich dauert es jetzt nicht mehr lange und sie läuft mir davon! ![]()


Immer wieder wunderbar Opas und Omas Liebling auf dem Monitor zu sehen. Sie kann so viele Menschen froh machen, allein durch ihr Lachen. Ich bin dankbar, dass ich das geniessen darf.