Ausflug nach Butare

Heute habe ich wieder eine super Möglichkeit gefunden, mich stundenlang selbst von der Arbeit abzuhalten: mit dem Bus nach Butare fahren! Grundsätzlich war der Gedanke eigentlich schon der Arbeit förderlich. Gestern hätte ich dort nämlich einen Termin gehabt, den ich aber leider auf heute verschieben musste. Was ich nämlich nicht wusste, als ich gestern in die Stadt zum Busbahnhof trottete (eigentlich schleppte ich mich eher), war, dass gestern die Schule wieder angefangen hat und deshalb alle Busse wieder mal ausgebucht waren. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir schon am Samstag ein Ticket besorgt, aber so stand ich ohne da und hätte erst am Nachmittag ein Plätzchen ergattern können, was mir dann aber zu spät geworden wäre, selbst wenn ich meinen Termin auf später hätte verschieben können. Die eigentlich ganz nette Dame in Butare sagte jedenfalls, ich könne mich ja heute melden, wenn ich in Butare bin und dann gucken wir, wie sie Zeit hat. Dummerweise ist sie aber heute weder ans Telefon gegangen, noch hat sie auf meine SMS oder E-Mails reagiert, was ich für eine Frau an ihrer Position schon echt befremdlich finde. Immerhin konnte ich schonmal wichtige Kopien für ein anderes Projekt einsacken, mich mal wieder im CGIS blicken lassen, wo sich meine ehemaligen Kollegen sehr gefreut haben, mich zu sehen, ein paar Schritte durch mein altes Viertel gehen, wo sich einiges verändert hat und die Busfahrt nach Butare und zurück mehr oder weniger genießen. Der Genuss hielt sich in sofern etwas in Grenzen, dass ich auf dem Hinweg neben einer jungen Mutter mit ihren zwei (ich schätze) Töchtern saß, was ja ansich kein Problem ist. Mein erstes Problem war aber, dass sie natürlich zu dritt nur einen Platz hatten und entsprechend eines der Kinder immer halb auf meinem Schoß saß oder das kleinere die Füße an meinem Bauch, was ich nicht so toll fand und mich auch dagegen wehrte. Mein Bauch ist nur für mein Kind da! ;-) Mein zweites Problem war, dass ich momentan extrem geruchsempfindlich bin und diese junge Dame scheinbar mindestens diesen Morgen (wenn nicht schon ein paar weitere zuvor) einen großen Bogen um einen Spritzer Wasser und etwas Seife gemacht haben musste. Dazu kam dann noch, dass ich ständig Angst um ihre Kinder hatte, weil ich das Gefühl hatte, sie döste so vor sich hin, während ihre Kinder mehr oder weniger auf ihrem Schoß rumturnten und bei der nächsten Vollbremsung durch den ganzen Bus geflogen wären. Also eine eher anstrengende Fahrt. Dafür hatte ich wenigstens einen einigermaßen bequemen Sitzplatz. Davon konnte ich auf der Rückfahrt leider nicht sprechen. Da bin ich nämlich gerade so auf den letzten Drücker noch in den Bus nach Kigali gesprungen, der schon entsprechend voll, wenn auch nicht ausgebucht, war, so dass ich nur einen Klappsitz abbgekommen habe. Und da sitzt man entsprechend unbequem. Außerdem meinte der Beifahrer in der ersten Reihe, das Radio nach jeder Kurve noch etwas lauter drehen zu müssen. Ich habe mich die ganze Zeit nur gefragt, wie die anderen das aushalten. Ich hatte wenigstens noch meinen iPod, dessen Ohrstöpsel meine Ohren in dem Fall wahrscheinlich noch geschützt haben. Meine Musik hab ich jedenfalls nicht so laut gestellt, dass sie das Radio völlig übertönt hätte. Dabei sind die Ruander sonst so ein leises Volk finde ich. Aber wenn es um das Aufdrehen von Radios geht, kennen Sie kein Erbarmen. Da ist nichtmal Robert eine Ausnahme, von dem ich am Sonntag auch recht unliebsam mit dem Radio geweckt wurde. Wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob die Lautstärke in dem Fall Absicht war.
Nun gut. Jetzt hoffe ich mal darauf, noch einen neuen Termin in Butare zu bekommen und auf einen Geistesblitz, was ich in den Gesundheitszentren für schlaue Fragen stellen könnte, die mich irgendwie weiter bringen.
Ach ja, ein Highlight hat den heutigen Tag gerettet: ich hab die Zusage vom Statistikamt bekommen, nächste Woche Koordinaten mit detailierten Informationen zu bekommen, von denen ich gar nicht zu träumen gewagt hatte ;-)

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