…oder in meinem ersten? Endlich wieder bei meinem Schatz zu sein, hat schon irgendwie mehr was von einem Zuhause als meine Einzimmerwohnung in Berlin. Was mir hier bloß fehlt, ist ein Schreibtisch bzw. ein annehmbarer Arbeitsplatz (abgesehen von der Couch) und ein Kleiderschrank – am besten einer für mich alleine
Und zugegebenermaßen sind meine Familie und Freunde in Berlin ganz schön weit weg, aber was soll man machen?
Der Flug mit Lufthansa/Ethiopian Airlines (diesmal nicht mit Brussels) war zwar lang und der Aufenthalt in Frankfurt teuer (eine Kugel Häagen Dasz Eis für 2,90 Euro! Man gönnt sich ja sonst nix…), aber immerhin gab es auf dem Lufthansa-Flug nach Addis ein gutes Unterhaltungsprogramm (für jeden einzeln steuerbar!), so dass ich mich nicht langweilen musste. In Addis fand ich es wieder sehr sonderbar, aber wenigstens hatte ich dadurch nur eine Stunde, die ich überbrücken musste. Erst mussten wir über eine normale Gangway in den Terminal, wurden dann in einer Gruppe gesammelt, die in den Transit nach Kigali oder Dar es Salaam oder so wollten. Nach einer Weile wurde dann diese Gruppe durch einen langen Gang und eine Treppe runter geleitet (hier immerhin auch eine Rolltreppe, die aber nach oben ging, nicht nach unten, wo wir hin mussten), um dann dort auf einen Bus zu warten, der einen in den anderen Terminal bringt. Dort ging es dann eine total schmale Treppe wieder rauf und kam dann zu dem jewiligen Gate (oder endlich aufs Klo!). Am Gate bekamen dann einige noch Boarding Karten, und alle einen Aufkleber auf die Karte – wofür auch immer. Hieß jedenfalls wieder Schlangestehen, aber man hat ja auch sonst nix zu tun. Zum Flieger nach Kigali ging es dann eine ähnliche schmale Treppe wieder runter, in den nächsten Bus, der einen dann zum Flugzeug brachte, wobei ich das Gefühl hatte, die würden uns jetzt mit dem Bus nach Kigali bringen, weil unser Flieger scheinbar am anderen Ende des Flughafengeländes geparkt war. Es war auch eine recht kleine Propellermaschine (aber immerhin größer als die vor zwei Wochen von Brüssel nach Berlin), die furchtbar laut und unbequem war. Ich habe jedenfalls keinen Hebel oder ähnliches gefunden, um den Sitz nach hinten zu legen und auch mit iPod war die Geräuschkulisse nicht wirklich zu übertönen ohne einen Gehörschaden zu nehmen. Die Maschine scheint auch noch ohne empfindliche elektrische Systeme geflogen zu sein – jedenfalls wurden wir vor der Landung nicht dazu aufgefordert, unsere Geräte abzuschalten und die meisten wurden dann auch erst direkt bei der Landung wieder wach glaube ich. Ich bin schon beim Ausklappen der Räder aufgewacht und mein erste Gedanke war: „Gleich seh ich meinen Schatz!“ ![]()
Hier ist jedenfalls fast alles beim Alten: Seit ich angekommen bin, gibt es kein fließend Wasser bei uns im Haus (wahrscheinlich im ganzen Viertel). Ich versteh das ja immer nicht, wie sie einfach für 1000 Menschen das Wasser abstellen können, damit es für die anderen reicht oder warum auch immer. Ich gewöhne mich jedenfalls wieder daran, aus dem Eimer zu duschen, was heute dann eher kalt ausfiel, weil ich zu faul war, mir Wasser heiß zu machen. Robert ist auch schon etwas genervt, dass das Wasser immernoch weg ist. Gestern hatte ich schon das große Vergnügen, endlich wieder meinen Lieblings-Grillfisch zu essen, auch wenn mir der im Chez Lando nicht so gut schmeckt wie im La Palme in Musanze. Eine Stunde drauf warten muss man aber überall, das kennen wir ja schon. Immerhin ließ man uns im Chez Lando nicht auf dem Trockenen sitzen und wir bekamen während der Wartezeit was zu trinken. Das ist ja hier auch nicht immer vorauszusetzen.
Auch wenn Robert tagsüber diese Woche in Kigali arbeiten muss, genießen wir die Zeit, die wir zusammen haben, sehr. Nächste Woche werde ich wohl ein paar Tage ohne ihn auskommen müssen
Ich muss mir jetzt erstmal nen Plan machen, was ich überhaupt in den nächsten Wochen hier alles erledigen und mit wem ich sprechen muss, damit ich in sechs Wochen nicht nach hause fahre, ohne weitergekommen zu sein. Gestern hatte ich jedenfalls schonmal einen sehr schönen Urlaubstag – ich fürchte, so entspannend wird es nicht die ganzen sechs Wochen laufen können.
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