Wenn ich freiwillig Mütze und Skiunterwäsche anziehe, heißt das, es ist ganz schön kalt in Deutschland, oder zumindest in Berlin. Und tatsächlich: es ist arschkalt! Verzeihung, saukalt! Eine Nachbarin wies mich mittags freundlich darauf hin, dass man doch bei der Kälte das Haus nicht ohne Mütze verlassen dürfe. Tatsächlich war ich gerade zu einem kurzen Boxenstop auf dem Weg in meine Wohnung und hatte kurz vorher an der Bushaltestelle frierend beschlossen, dass es Zeit sei, die lange Unterhose unter die Jeans und die Mütze auf den Kopf zu setzen. Mit Mütze, Schal und Winterjacke eingemummelt erkennt mich dann auch kaum noch einer, so dass gar keiner merkt, dass ich doof aussehe mit Mütze. Ist mir heute aber auch so ziemlich schnurz gewesen – Hauptsache, mir fallen nicht die Ohren ab vor Kälte.
Als ich gerade – kurz vor Mitternach – wieder nach hause kam, hatte bereits das Schneetreiben eingesetzt, vor dem per Unwetterwarnung gewarnt wurde. Ob das nun tatsächlich ein Blizzard ist, der da draußen wütet, kann ich nicht beurteilen. Aber auf jeden Fall schneit es eklig pieksige Schneeflocken, die dazu noch von einem eiskalten Wind durch die Luft gewirbelt werden, was zu ordentlichen Verwehungen führt. Besonders schön ist so eine Ansammlung von Schnee, wie ich sie direkt vor meiner Haustür aufgefunden habe (wie letztes Jahr auch schon, im Herbst liegt dort ein Berg Blätter). Rund ums Haus liegt nämlich normalerweise eher wenig Schnee, bloß DIREKT vor der Tür liegt ein Berg Schnee, so dass man beim Verlassen des Hauses gleich das Gefühl hat, im Schneechaos zu versinken. Glücklicherweise ändert sich dieser Eindruck nach ein paar Metern, wenn man sich erstmal durch die Schneewehe gekämpft hat.
Falls meinen Blog auch qualifizierte Mediziner lesen, bitte ich an dieser Stelle noch um einen Kommentar von denselben: Mir wurde heute gesagt, dass es ungesund sei, bei so niedrigen Temperaturen (die Rede war von Minusgraden im allgemeinen) zu joggen. Nun könnte ich das als willkommene Ausrede nehmen, warum ich heute schon wieder faul im Bett liegen geblieben bin, statt joggen zu gehen. Andererseits war ich letztes Jahr fast den ganzen Winter durch jeden zweiten Tag laufen, bis ich Ende Februar nach Ruanda gefahren bin. Und das bei Glatteis, Schnee und bestimmt durchschnittlich -10°C. Und wenn ich mich richtig erinnere, war ich kein einziges mal krank. Kann also nicht sooo ungesund sein, oder? Also wenn hier jemand zur Aufklärung dieses Mysteriums beitragen kann, immerzu!
Und vielleicht noch ein kleines Update in Sachen Ruanda: Meine nächste Reise wird sich wohl in die zweite Märzhälfte des nächsten Jahres verschieben. Bis dahin muss ich mich dann wohl mit der Kälte hier irgendwie arrangieren…
Hi Tochter, nur nicht verzagen, der nächste Sommer kommt bestimmt.
Bussi, MAMA