Bei einem gepflegten Radler sitze ich gerade auf der Terrasse vor meinem Hotelzimmer und versuche, mich von den Strapazen der vergangenen zwei Tage zu erholen.
Immerhin habe ich innerhalb von ca. 15 Stunden verteilt auf zwei Tage 14 Gesundheitszentren abgeklappert, die auf den gesamten District Huye verteilt sind und für die ich zum Teil gar keine und zum Teil falsche Koordinaten hatte, was sogar noch schlimmer war als gar keine zu haben. Dadurch sind wir nämlich heute fast eine Dreiviertelstunde oder so durch die Gegend gefahren, um ein Gesundheitszentrum zu finden, dass irgendwo in der Pampa liegen sollte, in Wirklichkeit aber fast direkt an der Hauptstraße lag. Aber auch das haben wir gefunden. In sofern hatte diese Tour schonmal genau seinen Zweck erfüllt: Die richtigen Positionen der Gesundheitszentren zu finden und den Weg dorthin.
Das Gesundheitszentrum, das am nordwestlichsten Ende des Districts liegt, hat es uns mit dem Finden des Wegs besonders schwer gemacht. Von einem anderen Gesundheitszentrum kommend, haben wir uns durchgefragt, aber zweimal wurden uns Wege gewiesen, die für ein Auto unpassierbar waren. Einmal wurde uns immerhin auch geraten, lieber einen anderen Weg zu nehmen, weil nicht bekannt war, in welchem Zustand die Brücke ist, die wir passieren müssten. Eine der unpassierbaren Stellen seht ihr hier:
Kenyatta meinte, lieber verbrauchen wir etwas mehr Sprit als zu riskieren, dort stecken zu bleiben. Sehr vernünftig…
Allenorts wurde ich – bis auf eines – herzlich empfanden. Das einzige Zentrum, wo das nicht der Fall war, wollte der Vertreter vom eigentlichen Hauptverantwortlichen, der aber in Kigali war, partout sein Telefon nicht einschalten. Den werden wir dann halt noch nächste Woche „heimsuchen“. Dummerweise war heute ein Seminar für alle Chefs der Gesundheitszentren (was offenbar letzte Woche noch keiner wusste, als ich überall angerufen hab), so dass ich heute arge Schwierigkeiten hatte, die richtigen Ansprechpartner anzutreffen. Aber zum Teil waren immerhin die Vertreter informiert, bei den restlichen mussten wir dann noch ein bisschen rumtelefonieren oder auch nochmal später wiederkommen. Aber letztendlich haben wir tatsächlich – bis auf den einen – alle geschafft und alle haben mir ihre bestmögliche Unterstützung zugesichert. Alles gaaar kein Problem! Ntakibazo! Na prima ![]()
Meine Studenten habe ich gestern auch gebrieft und laut eigener Aussage, haben sie soviel Erfahrung mit Fragebögen und Leute befragen, dass das alles gar kein Problem sein wird. Das hoffe ich ja dann mal auch. Morgen ist Pre-Test in Butare angesagt, dann werde ich ja feststellen, wie gut mein Fragebogen funktioniert. Muss halt…
Mein Zimmer im Gästehaus der Universität ist für die Zeit der Datenerhebung auch schon reserviert – was soll da noch schief gehen? ![]()

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