Sowohl gefühlsmäßig als auch technisch waren die letzten Tage durch ein ständiges Auf und Ab geprägt. Die Zeit mit Robert habe ich meistens sehr genossen, auch wenn es zum Teil nicht ganz so „zweisam“ war, wie ich mir das gewünscht hätte. Aber da er ja nun erst gerade von dem einen Training gekommen ist und heute wieder zum nächsten gefahren ist, musste er nebenbei auch noch einiges erledigen.
Insgesamt hatten wir aber eine sehr schöne Zeit in Ruhengeri. Am Donnerstag haben wir gleich noch die Mitbringsel bei Sarah vorbeigebracht und wurden mit „Sarah’s Dish“ belohnt (Rezept ist bei Sarah Figur zu erfragen ;-)). Um zu ihrem Haus zu kommen, mussten wir uns erst durch den Nebel und dann noch durch den Schlamm kämpfen. Sarah hat sich schicke Gummistiefel aus Deutschland mitgebracht – eine super Idee für diese Gegend wie ich feststellen musste! Mal sehen, wie ich meine Sneakers morgen wieder sauber bekomme… Dafür war der Freitag für Ruhengerische Verhältnisse extrem sonnig und warm. Ein bisschen hatte ich bei Robert im Haus das Gefühl, zu campen – alles ist noch in Kisten verpackt, weil es noch keine Schränke gibt. Aber die Ausstattung ist eigentlich schon komplett. Wir haben eigentlich hauptsächlich die Sachen gesichtet, die ich aus Butare geholt hatte und die nun größtenteils in Roberts Hausstand in Ruhengeri eingeflossen sind. Nebenbei gab es dann noch Anweisungen für den Houseboy, den Robert mit zunehmender Anwesenheit im Haus (normalerweise ist er ja immer nur für ein oder zwei Nächte da) für ziemlich nutzlos deklariert hat. Keine Ahnung, woher Robert weiß, wie man Fenster putzt – er war jedenfalls nicht einverstanden mit der Art und Weise wie sein Houseboy das machen wollte. Zum Sonnenuntergang haben wir noch einen Spaziergang Richtung Uganda gemacht, bei dem uns viele Blicke verfolgt haben. Manche haben wir prompt in Sprachlosigkeit versetzt – sehr lustig. Nach Einbruch der Dunkelheit, als wir noch auf dem Rückweg zum Auto waren, hat sich Robert gewundert, dass die Leute immernoch erkennen, dass ich weiß bin, aber im Vergleich zum dem Dunkel um uns rum war ich halt einfach immernoch taghell
Leider wurde unsere Heimfahrt erst durch ein verdächtiges „ffft ffft“ und schließlich durch ein unerfreuliches „flapp flapp“ unterbrochen: der rechte Hinterreifen war platt. Na toll. Mitten in der Pampa und das auch noch im Dunkeln. Aber wie gut, dass mein Handy ein Blitzlicht hat, was man im Dauerbetrieb nutzen kann und dass Robert weiß, wie man einen Reifen wechselt (wäre bei seinem Job auch fatal, wenn er es nicht wüsste…), so war die Sache in ca. 13 Minuten erledigt und wir konnten unseren Heimweg fortsetzen.
Den Reifen konnten wir am Samstag dann noch reparieren lassen, was gut war, da wir heute früh prompt den nächsten Platten hatten. Keine Ahnung, was mit dem Reifen war, aber nachdem Robert ihn mal wieder gewechselt hatte und zum Reparieren gefahren ist, haben sie erstmal nur neue Luft reinmachen können und den Reifen wieder gewechselt (na, kommt ihr noch mit :)) und damit sind wir dann ohne Probleme bis nach Kigali gekommen. Who knows…
Gestern hatten wir auch noch einen schönen Spaziergang gemacht, mit einer herrlichen Sicht auf die Vulkane. Da ich jetzt aber gerade an Claudias Laptop sitze, da meiner mal wieder die Arbeit verweigert, ist mir das zu mühsam, euch die Fotos hochzuladen. Vielleicht klappt es ja morgen. Sogar GPS-Koordinaten hätte ich zu bieten, aber die Software, um die auszulesen, ist natürlich auch auf meinem Laptop… Drückt mir mal die Daumen, dass Enock, meinen Rechner wieder hinbekommt! Eigentlich hab ich keine Zeit, hier die nächsten fünf Wochen Urlaub zu machen!
Jetzt ist Robert jedenfalls schon wieder in Uganda zur nächsten Fortbildung. Das ist schon ganz schön hart, aber ich wusste ja vorher, was mich erwartet…